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	<title>portugalmania.de &#187; Fußball</title>
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	<description>Das portugiesische Logbuch im Netz :: Portugal Blog</description>
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		<title>Ein goldener Pfiff mit Folgen: Der FC Porto muss raus aus der Champions League</title>
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		<pubDate>Wed, 04 Jun 2008 21:10:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gilberto</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fußball]]></category>
		<category><![CDATA[FC Porto]]></category>
		<category><![CDATA[Korruption]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<description><![CDATA[ 	Der Fußballclub FC Porto darf in der kommenden Saison nicht an der Fußball Champions League teilnehmen. Diese heute verkündete Entscheidung des Fußballverbands UEFA liegt jedoch nicht an sportlichen Schwächen des Vereins: Grund ist die Beteiligung des FC Porto an einem bislang beispiellosen Betrugsskandal im portugiesischen Fußball. Ein Lehrstück über die ungesunde Verknüpfung von Fußball [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Der Fußballclub FC Porto darf in der kommenden Saison nicht an der Fußball Champions League teilnehmen. Diese heute verkündete Entscheidung des Fußballverbands UEFA liegt jedoch nicht an sportlichen Schwächen des Vereins: Grund ist die Beteiligung des FC Porto an einem bislang <strong>beispiellosen Betrugsskandal </strong>im portugiesischen Fußball. Ein Lehrstück über die ungesunde Verknüpfung von Fußball und Politik. <span id="more-367"></span></p>
<p>Sofia ist eine alleinerziehende Mutter, die tagsüber im Supermarkt und abends in einem Nachtclub arbeitet. Der Nachtclub ist landesweit bekannt &#8211; und ein <strong>beliebter Treffpunkt einflussreicher Herren</strong>. Eines Abends wird Sofia aufgefordert, sich zu dem mächtigen Direktor eines Sportclubs zu gesellen, der nur mit &#8220;O Presidente&#8221; angeredet werden möchte&#8230; So sieht der Ausgangspunkt des Films  &#8220;<a title="Corrupção" href="http://www.corrupcao.net/" target="_blank">Corrupção</a>&#8221; (Korruption) aus, der Ende letzten Jahres unter enormen Publikumszuspruch in Portugals Kinos ausgestrahlt wurde.</p>
<p>Nur in einem Filmpalast wurde Corrupção nicht gezeigt: Im<strong> Kino am Estádio do Dragão</strong>, der Heimat des Fußballclubs FC Porto. Diese Sensibilität hatte ihren Grund: Denn Corrupção ist keine erfundene Story &#8211; sondern eine recht deftige Aufarbeitung der Betrugsaffäre, in die auch der FC Porto und sein Präsident maßgeblich verwickelt waren.</p>
<p>Die Sofia aus dem Film ist in Wirklichkeit <strong>Carolina Salgado</strong>, eine Animierdame aus dem Nachtclub &#8220;Calor da Noite&#8221; (Hitze der Nacht) in Porto. Und &#8220;O Presidente&#8221; ist kein geringerer als der mächtige Präsident des FC Porto, <strong>Jorge Nuno de Lima Pinto da Costa</strong> (kurz PdC).</p>
<p>PdC steht in seiner Person für die <strong>Ambivalenz der portugiesischen Fußballwelt</strong>: Einerseits verliebt in den Sport, andererseits angezogen und zum Teil verdorben von Macht und Reichtum, die sich rund um den Nationalsport Nummer Eins ranken.</p>
<p>Pinto da Costa hat den FC Porto erst so richtig groß gemacht. Der 1937 geborene Selfmademan startete zunächst als Boxmanager, bevor er in den 60er Jahren beim Fußballclub in Porto einstieg.<strong> Seitdem ging es bergauf</strong> &#8211; sowohl für den Verein wie auch für Pinto da Costa selbst, der 1982 das Präsidentenamt übernahm und bis heute innehält.</p>
<p>Dank Pinto da Costas geschickten Trainer- und Spielerwahl konnte der FC Porto die Alleinherrschaft der beiden Lissaboner Platzhirsche Benfica und Sporting in der portugiesischen Fußballliga brechen &#8211; und bescherte dem Club aus dem Norden<strong> ganze Serien an Pokalgewinnen</strong>.</p>
<p>Und auch auf europäischer Ebene ist die <strong>Bilanz beeindruckend</strong>: Seit 1973 nahm der FC Porto ununterbrochen an europäischen Wettbewerben teil, insgesamt 34 Spielsaisons. Zwei Mal, 1987 und 2004, konnten die Portuenser sogar den europäischen Meistertitel erobern.</p>
<p>Dieser Erfolg verleitet vielleicht zu Selbstüberschätzung &#8211; und zur Abkapselung in einer Parallelwelt, in der alles möglich erscheint. Schließlich ist Fußball in Portugal <strong>weit mehr als nur eine Sportart </strong>unter vielen. Fußball ist allgegenwärtiges Gesprächsthema, immenser Wirtschaftsfaktor und letztendlich auch Macht. Dort, wo es um Geld und Einfluss geht, da ist Betrug auch nicht weit &#8211; gerade auch in der kleinen Welt des portugiesischen Fußballs. Denn vor allem die wenigen finanzstarken Top-Clubs bilden immer wieder einen <strong>ungesunden Nährboden</strong> Seilschaften gar nicht so ehrenwerter Herren und Emporkömmlinge aus Politik, Wirtschaft und Fußball.</p>
<p>Und in diesem Mikrokosmos konnte sich Pinto da Costa wunderbar bewegen &#8211; und wusste sich auch immer wieder mit schönen Frauen an seiner Seite zu schmücken. Ganz besonders schien es ihm <strong>Carolina Salgado</strong>, die Sofia aus dem Film &#8220;Corrupção&#8221;, angetan zu haben.</p>
<p>Im Jahr 2003 lernte der Präsident die damals 26jährige Carolina im Nachtclub kennen &#8211; und blieb mit der grazilen Frau bis zum Jahr 2006 zusammen. Ob Carolina Salgado wusste, mit wem sie es zu tun hatte? Sie selbst verneint es, andererseits gibt es immer wieder Zweifel an ihrer häufig vorgebrachten Naivität. Sicher ist jedoch, dass die Zeit für Carolina Salgado an der Seite von Pinto da Costa nicht einfach war. Der Fußballpräsident und seine ihm <strong>treu ergebene Herren-Clique</strong>, der unter anderem der (ehemalige) Bürgermeister von Porto angehörte, behandelten die grazile Frau als Spielzeug, die immer wieder unter Druck gesetzt wurde.</p>
<p>Systematisch hielten die Herren Carolina von ihren Geschäften fern und setzten sie wohl auch häufig unter Drogen.  Und doch bekam sie einiges mit: In ihrem später veröffentlichten Buch <strong>&#8220;Eu, Carolina&#8221; (Ich, Carolina)</strong> schildert Carolina Salgado zum Beispiel eine Szene, in der Pinto da Costa einem Schiedsrichter einen Umschlag mit Bestechungsgeldern überreichte.</p>
<p>Carolina hörte Absprachen, dem Stadtverordneten Ricardo Bexiga aus Braga einen &#8220;Denkzettel&#8221; zu erteilen. Bexiga, der über die <strong>ungesunden Verknüpfungen zwischen Politik und Sport</strong> auspacken wollte, wurde im Jahr 2005 von vermummten Gestalten zusammengeschlagen.</p>
<p>Insgesamt gehörte Pinto da Costa zu einer Gruppe von Dutzenden Männern, die systematisch versucht hatten, mit <strong>Schiedsrichter-Bestechungen</strong> die Ergebnisse von Fußballspielen zu manipulieren. Neben einem kleinen Drittligaverein waren die Spiele der Erstligisten FC Porto, Boavista Porto und Leiria betroffen.</p>
<p>&#8220;<strong>Apito Dourado</strong>&#8220;, goldener Pfiff, sollte dieser Fußball-Skandal später genannt werden, zu dem ab dem Jahr 2004 erste Hinweise auftauchten. Rasch kam damals auch der Name Pinto da Costa ins Spiel &#8211; und doch konnte sich der Präsident bei Hausdurchsuchungen noch <strong>rechtzeitig nach Spanien</strong> absetzen. Ein Tipp aus dem Polizeipräsidium machte es möglich.</p>
<p>2006 trennte sich dann Carolina Salgado von Pinto da Costa und brachte ihr Enthüllungsbuch auf den Markt, das nicht nur die Bestsellerlisten eroberte &#8211; sondern auch <strong>eifrige Leser bei der Staatsanwaltschaft</strong> fand. Und trotz einiger Anzweiflungen der Inhalte aus Carolina Salgados Buch, unter anderem sogar von der Co-Autorin, bestätigten sich in den bis ins Jahr 2008 stattfindenden Gerichtsprozessen viele der Anschuldigungen.</p>
<p>Und heute? <a title="UEFA schließt FC Porto aus Königsklasse aus" href="http://sport.ard.de/sp/fussball/news200806/04/porto_ausschluss.jsp" target="_blank">Die UEFA hat den einmaligen Ausschluss des FC Porto aus der Champions League beschlossen</a>. Dem Verein könnten dadurch <strong>Einnahmen in Höhe von 40 Millionen Euro</strong> entgehen. Weniger schmerzen die sechs Punkte Abzug in der portugiesischen Erstliga, da dem Verein die Meisterschaft auch mit Punktabzug nicht zu nehmen ist.</p>
<p>Noch härter hat es den ebenfalls tief im Korruptionssumpf verwickelten Club <strong>Boavista Porto</strong> erwischt. Der zweite Großverein aus dem Norden wird zum Zwangsabstieg in die 2. Liga verdonnert und steht vor dem wirtschaftlichen Ruin.</p>
<p><strong>Und Pinto da Costa?</strong> Wehrt sich weiterhin gegen die Vorwürfe. Erhebt Widersprüche. Und wird wohl zwei Jahre sein Amt als Präsident ruhen lassen, um sich und seinen Verein zu läutern. Letztes Jahr hat Pinto da Costa wieder seine Ex-Frau Filomena Morais geheiratet. Eine <strong>Rückkehr in die Normalität</strong>, die nicht nur &#8220;O Presidente&#8221; nach den Exzessen der letzten Jahre gut vertragen könnte &#8211; auch dem überhitzten portugiesischen Fußball täte eine <strong>Ruhepause </strong>manchmal ganz gut.</p>
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		<title>Eigentlich müsste Portugal mal wieder Europameister werden (obwohl es diesen Titel noch nie hatte)</title>
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		<pubDate>Sat, 24 Nov 2007 10:43:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gilberto</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fußball]]></category>
		<category><![CDATA[cristiano ronaldo]]></category>
		<category><![CDATA[Deco]]></category>
		<category><![CDATA[Europameisterschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Selecção]]></category>

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		<description><![CDATA[ 	Heute noch einmal Fußball - denn die Freude über Portugals Einzug zur Europameisterschaft 2008 ist weiterhin ungebrochen im Land. Und schon wird wieder über große Ziele gesprochen: Wird der ewige Geheimfavorit nächstes Jahr endlich den Meistertitel nach Portugal holen? Am 4. Juli 2004 schien der große Traum endlich wahr zu werden: Selten zuvor war [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	<strong>Heute noch einmal Fußball </strong>- denn die Freude über Portugals Einzug zur Europameisterschaft 2008 ist weiterhin ungebrochen im Land. Und schon wird wieder über große Ziele gesprochen: Wird der ewige Geheimfavorit nächstes Jahr endlich den Meistertitel nach Portugal holen? <span id="more-145"></span>Am 4. Juli 2004 schien <strong>der große Traum</strong> endlich wahr zu werden: Selten zuvor war die seit Jahren hoch gehandelte portugiesische Nationalmannschaft einem <strong>großen internationalen Titel </strong>so nah. Bei der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Fu%C3%9Fball-Europameisterschaft_2004" target="_blank">Europameisterschaft 2004</a>, dazu noch im eigenen Land, musste die portugiesische Edel-Mannschaft nur noch einen Emporkömmling wie Griechenland schlagen &#8211; und dann wäre es geschafft: <strong>Endlich Europameister!</strong></p>
<p>Die Geschichte <strong>endete in Tränen</strong>: Die Griechen gewannen mit einem 1:0 &#8211; und die portugiesische Selecção bestätigte wieder einmal das alte Bild des ewigen Talents. Nun steht die nächste Europameisterschaft, dieses Mal in Österreich und der Schweiz, vor der Tür &#8211; und wieder wird im Land <strong>offen der Titel eingefordert</strong>.</p>
<p>Und auch jetzt <em>müsste</em> die Europameisterschaft eigentlich zu holen sein &#8211; <strong>die Chancen stehen nicht schlecht</strong>. Der Euro2008-Blog der Salzburger Nachrichten <a href="http://blogs.salzburg.com/euro2008/2007/11/elf-grnde-tei-1.html" title="Elf Gründe, warum mit den Portugiesen zu rechnen ist" target="_blank">listet elf Gründe auf, warum mit den Portugiesen zu rechnen ist</a>. Darunter:</p>
<ul>
<li>Die <strong>portugiesischen Spieler </strong>gehören mit einem <a href="http://transfermarkt.de/de/nationalmannschaft/6/europa/uebersicht/kontinent.html" title="Marktwerte der Fußballspieler" target="_blank">Marktwert von durchschnittlich 11,2 Millionen Euro</a> pro Kopf zu den teuersten <strike>(und damit besten)</strike> Fußballern der Welt</li>
<li><strong>Cristiano Ronaldo</strong> könnte bei dieser EM zu einem reifen, bestimmenden Spieler heranwachsen</li>
<li>Neben der Stammmannschaft warten <strong>viele Jungtalente</strong> und der erst im Frühjahr eingebürgerte Brasilianer wie Pepe auf ihre Chance. Ein bewährtes Prinzip übrigens: Eineinhalb Jahre vor der EM 2004 wurde der damals für Porto spielende <strong>Deco</strong> im Blitzverfahren eingebürgert.</li>
</ul>
<p>Es ist also alles wie immer: Portugal geht als einer der Favoriten ins Rennen, doch dann könnte alles am fehlenden letzten Willen zum Sieg scheintern. Oder die Nerven brennen durch. Oder ein Außenseiter bringt den filigranen Fußball von Ronaldo und Co. durcheinander. <strong>Letztes Mal war es Griechenland</strong> (das sich auch wieder qualifiziert hat), bei der WM schlug Deutschland die Portugiesen &#8211; und vielleicht werden es 2008 einige der unberechenbaren osteuropäischen Mannschaften sein, die dem ewigen Titelanwärter das Leben schwer machen. Bleibt also auch dieses Mal erst ein <strong>boa sorte, Portugal! </strong></p>
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		<title>Scolari gegen Hoeneß: Wer hat die besseren Wutausbrüche?</title>
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		<pubDate>Thu, 22 Nov 2007 22:43:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gilberto</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fußball]]></category>
		<category><![CDATA[Europameisterschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Filipe Scolari]]></category>
		<category><![CDATA[Selecção]]></category>
		<category><![CDATA[Uli Hoeneß]]></category>

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		<description><![CDATA[ 	Portugal hat&#8217;s geschafft: Nach einem 0:0 gegen Finnland hat sich die portugiesische Nationalmannschaft eine EM-Teilnahme im nächsten Jahr erzittert. Die eher mittelmäßigen Vorstellungen der Selecção haben im Land viel Kritik hervorgerufen. Zum Glück hat Nationaltrainer Filipe Scolari noch schnell einen Crashkurs in Sachen Wutausbruch bei Uli Hoeneß besucht &#8211; ein Vergleich zweier Alpha-Tiere. 
Und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Portugal hat&#8217;s geschafft: Nach einem 0:0 gegen Finnland hat sich die portugiesische Nationalmannschaft eine EM-Teilnahme im nächsten Jahr erzittert. Die eher mittelmäßigen Vorstellungen der Selecção haben im Land viel Kritik hervorgerufen. Zum Glück hat Nationaltrainer Filipe Scolari noch schnell einen Crashkurs in Sachen Wutausbruch bei Uli Hoeneß besucht &#8211; ein Vergleich zweier Alpha-Tiere. <span id="more-139"></span></p>
<p>Und wieder einmal schlagen die Emotionen hoch in der ganzen Welt des Fußballs. <a href="http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,518825,00.html" title="Der englische Alptraum - Artikel auf SPIEGEL Online" target="_blank">England ist am Boden zerstört</a>, weil die Fußball-EM 2008 ohne Mannschaft von der Insel stattfindet. Doch auch in Portugal, das sich gestern seine EM-Teilnahme sichern konnte, ist die <strong>Stimmung eher mau</strong>: Zu mager waren die Leistungen der Nationalmannschaft in den letzten Spielen. Symptomatisch, dass selbst gestern im letzten Qualifikationsspiel gegen Fußball-Zwerg Finnland nur ein <strong>müdes 0:0</strong> Unentschieden heraussprang. Und so titelte das Sportblatt <a href="http://www.record.pt" title="Record (Sportzeitung)" target="_blank">Record</a> heute nur noch erschöpft: <strong>&#8220;Uff&#8230; Estamos lá&#8221;</strong> (Uff, wir sind da).</p>
<p>Wie gut, dass wenigstens Nationaltrainer <strong>Filipe Scolari Emotionen zeigen konnte</strong>. Konfrontiert mit kritischen Fragen zu seinen Entscheidungen, reagierte Scolari auf der Pressekonferenz nach dem Spiel standesgemäß: Mit einem <strong>Wutausbruch</strong>. Scolari war sauer. Die kritischen Nachfragen der Journalisten nervten ihn sichtlich. Und dann ging es los: Er habe mehr für Portugal als für sein Heimatland Brasilien getan, skandierte er. Wie könne man ihn als Esel bezeichnen, wenn Portugal doch an der EM teilnehme? Noch Fragen? Nein, die wollte Scolari nicht und brach die Konferenz vorzeitig ab.</p>
<p><strong> Die Fans sind dankbar</strong>: Denn wenn schon auf dem Spielfeld nichts passiert, so kann man doch wenigstens <strong>Youtube</strong> mit den Furore-Videos der Trainer und Fußball-Manager füllen. So hatte es vergangene Woche ja auch Bayern München-Manager Ulrich Hoeneß gehalten: Kritischen Fragen wich er lieber mit einer direkten Gegenattacke aus und stellte in diesem Fall die Münchner Fußballfans als <strong>hinterwäldlerische Provinzler</strong> dar. Hat sich Scolari etwa ein Beispiel an Hoeneß genommen?  <strong>Zeit für einen Vergleich: </strong></p>
<p><strong>Die Gestik.</strong> Vorsicht, älterer Herr in Rage! Die Arme, erst der rechte, dann alle beide, werden in die Luft gerissen. Anklagend, wütend, beherrschend &#8211; ich gegen den Rest der Welt! Gleiches Muster bei beiden Kandidaten. <strong><font color="#ff0000">Ein klares 1:1</font></strong> .</p>
<p align="center"> <a href="http://www.youtube.com/watch?v=ZB8LyPH9W_4" title="Hoeneß-Wutrede"><img src="http://www.portugalmania.de/wp-content/22_11_hoeness.jpg" alt="Uli Hoeneß" align="left" border="0" /></a> <a href="http://www.youtube.com/watch?v=05bgGe8AfM0" title="Scolari-Wutrede"><img src="http://www.portugalmania.de/wp-content/22_11_scolari.jpg" alt="22_11_scolari.jpg" border="0" /></a></p>
<p align="center"><em>Arme in die Höhe: Nun versteht doch endlich! Quelle: Youtube-Videos </em></p>
<p><strong>Die Wortwahl. </strong>Schuld sind immer die Anderen: Bei Hoeneß sind es die Fans, die wohl nicht so recht mit den modernen Zeiten mitkämen. Bei Scolari sind es die Journalisten, die immer nur das Schlechte sähen. &#8220;<strong>Falta da ética</strong>&#8221; &#8211; Mangel an Ethik und Moral &#8211; stößt Filipe Scolari aus. Und Hoeneß sagt: &#8220;Ei, eure Scheiß-Stimmung, da seid ihr doch verantwortlich und nicht wir!&#8221; Schwierige Entscheidung &#8211; <u>hier müssen wir noch in die Verlängerung gehen</u>.</p>
<p><strong>Der Abgang. </strong>Uli Hoeneß&#8217; Sitznachbar Karl-Heinz Rummenigge schien während der Brandrede seines Managers <strong>in eine Art Schockstarre </strong>zu verfallen. Freie Bahn für Hoeneß &#8211; Scolari hingegen musste kämpfen. Denn er quälte sich, wand sich, wollte gehen &#8211; doch er durfte nicht. Schon beim ersten Versuch abzuhauen, legte sich noch eine<strong> ruhige Hand</strong> auf Scolaris Unterarm &#8211; wie ein wütendes Kind, das man zärtlich zur Vernunft ruft. Das hat ein Trainer nicht verdient &#8211; und etwas später brach Scolari dann auch tatsächlich die Pressekonferenz ab. Ein würdiger Sieg &#8211;  <strong><font color="#ff0000">1:0 für Scolari</font></strong></p>
<p style="text-align: center"><img src="http://www.portugalmania.de/wp-content/22_11_scolari_2.jpg" alt="Scolari am Abgang gehindert" /></p>
<p style="text-align: center"><em>Nun lasst den armen Mann doch endlich gehen! Trotz aller Qualen muss sich Scolari noch den Fragen der Journalisten stellen. Doch ein paar Sekunden später setzt er sich durch: Die Pressekonferenz wird abgebrochen.  </em></p>
<p><strong>Die Reichweite. </strong>Beide Wüteriche konnten auf ein <strong>dankbares Medienecho</strong> hoffen. Dennoch kann Hoeneß hier auf einen Zeitvorteil bauen. Die <a href="http://www.youtube.com/watch?v=ZB8LyPH9W_4">Videos von seiner Münchner Fanbeschimpfung</a> wurden nun nach knapp zehn Tagen schon über <strong>300.000 Mal </strong>auf Youtube abgerufen. Da muss sich Scolari noch ganz schön anstrengen: Wohlwollend gezählt, kommt er auf rund <a href="http://www.youtube.com/watch?v=05bgGe8AfM0">1.000 Abrufe einen Tag</a> nach der so unfriedlichen Pressekonferenz. <strong><font color="#ff0000">1:0 für Hoeneß.</font></strong></p>
<p><strong>Die Wirkung. </strong>Zu guter letzt die Frage: Haben Scolari und Hoeneß <strong>ihr Ziel erreicht?</strong> Hoeneß dürfte wohl noch längere Zeit daran arbeiten, die Meinung der von ihm so verunglimpften Inhaber von 7-Euro-Tickets in der Allianz-Arena in seine Richtung zu drehen. Da kann Filipe Scolari schon einen größeren Erfolg verbuchen &#8211; denn einen Tag nach seinem Wutausbruch reagierte die sonst so bissige portugiesische Sportpresse ungewohnt sanft. &#8220;<strong>Parabéns Portugal, Parabéns Scolari</strong>&#8221; (Glückwunsch Portugal, Glückwunsch Scolari) schrieb zum Beispiel der &#8220;Record&#8221; vorsichtshalber direkt neben dem Uff-Seufzer auf seine Titelseite &#8211; man will es sich ja doch nicht zu sehr vergrätzen. <font color="#ff0000"><strong>1:0 für Scolari </strong></font>also &#8211; und noch mit <strong>einem Sonderpunkt,</strong> denn für die Fußballfans hatte der Trainer im Gegensatz zu Hoeneß nur lobende Worte parat: Er <strong>bedankte sich ausdrücklich</strong> bei den Zuschauern im Portuenser Estádio de Dragão, die das letzte EM-Qualifikationsspiel gegen Finnland vorbildlich begleitet hätten.</p>
<p>Und so geht Scolari mit einem <strong><font color="#ff0000">3:2 </font></strong> plus Fairness-Sonderpunkt als Sieger aus dem Duell. Bis zum nächsten Mal &#8211; denn die Erwartungen sind groß, dass Portugal nun endlich einmal 2008 endlich einen so heiß ersehnten Triumph auf internationaler Bühne einfahren könnte.</p>
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