<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>portugalmania.de &#187; Politik</title>
	<atom:link href="http://www.portugalmania.de/category/politik/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.portugalmania.de</link>
	<description>Das portugiesische Logbuch im Netz :: Portugal Blog</description>
	<lastBuildDate>Sun, 31 Jan 2010 17:03:54 +0000</lastBuildDate>
	<generator>http://wordpress.org/?v=2.9</generator>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
			<item>
		<title>Gehen oder bleiben? Noch immer eine Frage für viele Portugiesen</title>
		<link>http://www.portugalmania.de/2008/03/gehen-oder-bleiben-noch-immer-eine-frage-fur-viele-portugiesen/</link>
		<comments>http://www.portugalmania.de/2008/03/gehen-oder-bleiben-noch-immer-eine-frage-fur-viele-portugiesen/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 27 Mar 2008 22:44:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gilberto</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[auswanderung]]></category>
		<category><![CDATA[Emigration]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.portugalmania.de/politik/2008/gehen-oder-bleiben-noch-immer-eine-frage-fur-viele-portugiesen/</guid>
		<description><![CDATA[ 	Rund eine viertel Million Ausländer lebt mittlerweile in Portugal, allen voran die vielen &#8220;neuen&#8221; Arbeiter aus Osteuropa. Doch ein Einwandererland ist Portugal dadurch nicht geworden &#8211; im Gegenteil. Mehr als eine Million Portugiesen leben derzeit im Ausland. Und eine neue Welle der Emigration hat gerade erst eingesetzt, wie aktuelle Untersuchungen zeigen.   
Soll ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Rund eine <strong>viertel Million Ausländer</strong> lebt mittlerweile in Portugal, allen voran die vielen &#8220;neuen&#8221; Arbeiter aus Osteuropa. Doch ein <strong>Einwandererland ist Portugal </strong>dadurch nicht geworden &#8211; im Gegenteil. Mehr als eine Million Portugiesen leben derzeit im Ausland. Und eine <strong>neue Welle der Emigration</strong> hat gerade erst eingesetzt, wie aktuelle Untersuchungen zeigen.   <span id="more-326"></span></p>
<p>Soll ich gehen oder bleiben? Ganze Generationen von Portugiesen haben sich immer wieder diese Frage gestellt. Und Hunderttausende entschieden sich in den letzten Jahrzehnten für die Ferne: Mittlerweile leben<strong> 1.049.500 Portugiesen außerhalb der Landesgrenzen</strong>. Damit stelle Portugal die weltweit siebtgrößte Emigrantengemeinde, ermittelte eine <a href="http://www.portugaldiario.iol.pt/noticia.php?div_id=291&amp;id=925082" title="Mledung in PortugalDiário" target="_blank">neue Untersuchung der Universidade Lusófona</a>.</p>
<p>Und die <strong>Zahl der Auswanderer </strong>nimmt Jahr für Jahr zu. Helena Rato, Forscherin am Instituto Nacional de Administração, spricht sogar von einer <strong>neuen Welle der Emigration</strong>: &#8220;Pro Jahr kommen auf 15 Einwanderer nach Portugal rund 100 Portugiesen, die ihr Land verlassen&#8221;.</p>
<p>Es sind vor allem die <strong>jungen, gut ausgebildeten Menschen</strong>, die derzeit Portugal den Rücken kehren. Sie finden in ihrer Heimat, wenn überhaupt, nur unterbezahlte Jobs. Ganz anders dagegen in den boomenden Wirtschaften Großbritanniens, Spaniens oder der Schweiz, die den qualifizierten Einwanderern aus Portugal mehr Chancen bieten.</p>
<p>Allein im vergangenen Jahr verließen mehr als <strong>17.000 Portugiesen ihr Land</strong>, um fernab der Grenzen ihr Glück zu suchen. Beliebtestes Ziel war Frankreich (7.399 Einwanderer), gefolgt von der Schweiz (4.785), Großbritannien (3.893) und Deutschland (2.398).</p>
<p>Doch die Zahlen sind nur Näherungswerte &#8211; und erscheinen allesamt eher zu niedrig angesetzt zu sein. Seitdem das nationale Statistikinstitut im Jahr 2002 die <strong>Zählung der Emigranten einstellte</strong>, tappen Politiker und Forscher über die tatsächliche Lage der Auswanderung im Dunkeln. Eine <strong>Ahnungslosigkeit</strong>, von der viele glauben, dass sie der Regierung nicht allzu ungelegen kam: &#8220;Weder gibt es eine aktuelle Zählung, <strong>noch gibt es jegliches Interesse</strong> an einer solchen Zählung, denn das wäre für die politische Einschätzung der Regierung nicht förderlich&#8221;, mutmaßt zum Beispiel der in London portugiesische Einwanderer betreuende Pfarrer Pedro Rodrigues gegenüber der <a href="http://www.sol.pt" title="Sol" target="_blank">Wochenzeitung <em>Sol</em></a>. Und im gleichen Blatt bestätigt ihn Mafalda Durão Ferreira, die ehemalige Chefin der Konsularbehörde Portugals: &#8220;Das Fehlen von Daten erleichterte das <strong>Schweigen über eine ungeliebte Tatsache</strong>: Die Portugiesen wanderten weiterhin aus und tun es heute noch.&#8221;</p>
<p>Ebenfalls ungern geredet wird über die wirtschaftliche Bedeutung, die<strong> Transfer-Überweisungen</strong> von im Ausland lebenden Portugiesen heute noch haben. Nach Schätzungen von Mafalda Durão Ferreira flossen im Jahr 2007 etwa <strong>7,3 Millionen Euro</strong> zurück nach Portugal &#8211; und zwar pro Tag. Macht über&#8217;s Jahr gerechnet eine Summe von 2,6 Billionen Euro &#8211; immerhin gut <strong>drei Prozent des gesamten Bruttoinlandsproduktes</strong> Portugals.</p>
<p>Doch die Emigranten stützen nicht nur die Wirtschaft ihres Heimatlandes, sie könnten sogar zu ihrem <strong>weltweiten Wachstum</strong> beitragen. Davon zeigt sich zumindest der für die im Ausland lebenden Portugiesen zuständige Staatssekretär Antonio Braga überzeugt: Die Emigranten seien <strong>wichtige Multiplikatoren </strong>für die Kultur und Wirtschaft Portugals. Sie könnten deshalb auch der portugiesischen Wirtschaft bei ihrer weltweiten Expansion helfen.</p>
<p>Vielleicht auch aus diesem Grund will sich die Regierung nun dem Thema Auswanderung wieder stärker annehmen. Im April soll ein &#8220;<strong>Observatorium zur Emigration</strong>&#8221; (<em>Observatorio da Emigração</em>) eingerichtet werden, das auch Untersuchungen zu Motiven und zum Heimatbezug der Auswanderer durchführen soll.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.portugalmania.de/2008/03/gehen-oder-bleiben-noch-immer-eine-frage-fur-viele-portugiesen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Rauchverbot mit Ausnahmen: Portugals neues Anti-Tabak-Gesetz lässt noch Interpretations-Spielraum</title>
		<link>http://www.portugalmania.de/2008/01/rauchverbot-mit-ausnahmen-portugals-neues-anti-tabak-gesetz-zeigt-erste-wirkungen/</link>
		<comments>http://www.portugalmania.de/2008/01/rauchverbot-mit-ausnahmen-portugals-neues-anti-tabak-gesetz-zeigt-erste-wirkungen/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 03 Jan 2008 21:16:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gilberto</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Gesetz]]></category>
		<category><![CDATA[Tabak]]></category>
		<category><![CDATA[Zigaretten]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.portugalmania.de/politik/2008/rauchverbot-mit-ausnahmen-portugals-neues-anti-tabak-gesetz-zeigt-erste-wirkungen/</guid>
		<description><![CDATA[ 	Knapp 450 Jahre ist es nun her, seitdem der Tabak von Lissabon aus seinen Siegeszug in Europa antrat. Doch seit Jahresbeginn gilt auch in Portugal ein weit reichendes Rauchverbot. In Ämtern, Restaurants und an allen Arbeitsplätzen heißt es nun: Glimmstengel aus! Und obwohl die große Mehrheit der Portugiesen das Anti-Tabak-Gesetz unterstützt, gibt es bereits [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Knapp 450 Jahre ist es nun her, seitdem der Tabak von Lissabon aus seinen Siegeszug in Europa antrat. Doch seit Jahresbeginn gilt auch in Portugal ein weit reichendes Rauchverbot. In Ämtern, Restaurants und an allen Arbeitsplätzen heißt es nun: Glimmstengel aus! Und obwohl die große Mehrheit der Portugiesen das Anti-Tabak-Gesetz unterstützt, gibt es bereits erste Fälle von Ungehorsam: Der erste dokumentierte Gesetzesbruch wurde ausgerechnet von dem Mann begangen, dessen Behörde eigentlich über die Einhaltung des Rauchverbots wachen soll.</p>
<p><span id="more-217"></span></p>
<p><img align="right" src="http://www.portugalmania.de/wp-content/03_01_diario.jpg" alt="Titelbild des Diário de Notícias vom 2.1.2008" />Vielleicht hätte sich António Nunes zum Jahreswechsel lieber <strong>ein paar gute Vorsätze</strong> machen sollen. Das Rauchen aufgeben, zum Beispiel. Dann hätte er jetzt etwas weniger Ärger. Denn António Nunes ist der erste dokumentierte Delinquent gegen das seit 1. Januar 2008, Punkt Mitternacht geltende Rauchverbot unter anderem in Gaststätten: Der<a href="http://www.dn.pt"> Diário de Notícias</a> veröffentlichte ein Bild auf der Titelseite, wie Nunes am Neujahrsmorgen gegen 2:30 Uhr im <strong>Casino Estoril</strong> gemütlich ein Zigarillo raucht. Eine pikante Aufnahme, denn António Nunes hätte es eigentlich besser wissen müssen: Er ist Chef der Agentur für Lebensmittelhygiene <a target="_blank" href="http://www.asae.pt/" title="ASAE">ASAE</a> &#8211; ausgerechnet jener Behörde also, die über die <strong>Einhaltung des Rauchverbots</strong> unter anderem in Gaststätten wachen soll.</p>
<p>Im Grunde ist der Fall klar. Geht es nach den neuen Regelungen des Tabak-Gesetzes, so müsste António Nunes <strong>bis zu 750 Euro Strafe</strong> für seinen Verstoß zahlen &#8211; eine Übergangsfrist zur Einführung des Rauchverbots ist nicht vorgesehen. Und auch der Betreiber, das Casino Estoril, könnte <strong>mit bis zu 10.000 Euro</strong> zur Kasse gebeten werden: Weil kein eigenständiger Raucherbereich gekennzeichnet wurde.</p>
<p>Noch spielt António Nunes hingegen das <strong>Unschuldslamm</strong>: Er habe nicht gewusst, dass auch Spielcasinos unter das Tabakgesetz fallen. Und wer sich durch den <a target="_blank" href="http://www.dgs.pt/upload/membro.id/ficheiros/i009106.pdf" title="Anti-Tabak-Gesetz Portugal">9seitigen Gesetzestext</a> von Lei 37/2007 durcharbeitet, stellt in der Tat fest, dass Casinos nicht ausdrücklich genannt sind. Wohingegen das Rauchverbot zum Beispiel für die <strong>Vorräume mit Geldautomaten</strong> von Banken explizit festgeschrieben ist. Eine demnächst tagende<strong> Sachkommission</strong> soll nun klären, ob auch in Casinos künftig nicht mehr geraucht werden darf.</p>
<p>Ein eher amüsantes Detail am Rande, sicherlich. Doch das Rauchverbot weist insgesamt noch ein paar Interpretations-Spielräume auf. So etwa die Frage nach den <strong>richtigen Abzugsanlagen</strong>. Kleine Restaurants und Cafés miteiner Fläche von weniger als 100 Quadratmetern haben das Recht, das Rauchen zu erlauben &#8211; damit entspricht die portugiesische Regelung dem Anti-Tabak-Gesetz in Spanien, das bereits 2006 eingeführt wurde. In Spanien wurde diese 100 Quadratmeter-Regelung vielfach zum <strong>Aushebeln des Rauchverbots</strong> genutzt: Über Nacht schrumpfte dort die Fläche vieler Restaurants auf wundersame Weise unter die magische 100er-Grenze, indem die Schankflächen aufgeteilt und als jeweils eigenständige Betriebe angemeldet wurden. Möglicherweise um diese Aushöhlung des Gesetzes zu vermeiden, ist die <strong>portugiesische Regelung strenger</strong>: Wirte von kleinen Gaststätten dürfen das Rauchen nur erlauben, wenn sie eine <strong>Luftabzugsanlage</strong> installieren, die den Rauch ansaugt. Doch wie sieht eine solche Anlage aus? Geht es überhaupt, die Luft so zu reinigen? Über die technischen Details der Umsetzung dürfte in Zukunft noch viel diskutiert werden.</p>
<p style="text-align: center"><img src="http://www.portugalmania.de/wp-content/03_01_naofumador.jpg" alt="Não fumador-Zeichen" /><br />
<em>Darf nicht fehlen: Não fumadores-Signets in den Restaurants</em></p>
<p>Und auch wichtig: Die Restaurants müssen sich als Nicht-Raucher-Lokale zu erkennen geben. In dieses Detail hat sich schon am 1. Januar ein <strong>Wirt an der Algarve verstrickt</strong>: Der Restaurantbesitzer aus Fuzeta bei Olhão wollte eigentlich ganz korrekt sein, und meldete der Polizei einen <strong>rauchenden Gast in seinem Lokal.</strong> Die Polizei rückte an &#8211; und stellte fest, dass im Lokal die vorgeschriebenen &#8220;Rauchen verboten&#8221;-Schilder fehlten. Der Gast war unschuldig: Denn wie hätte er vom Rauchverbot wissen sollen? Und so gehörte der arme Wirt zu den <strong>ersten zwei Portugiesen</strong>, die schon am 1. Januar 2008 ein Bußgeld wegen des neuen Tabak-Gesetzes zu erstatten hatten (der andere Fall wurde aus Aveiro gemeldet).</p>
<p>Größere Lokale haben die Möglichkeit, einen <strong>separaten Raucherbereich </strong>einzurichten &#8211; und müssen hier, falls dieser nicht räumlich abgetrennt vom Nichtraucherbereich abgetrennt ist, ebenfalls für die Abluftanlagen sorgen. Da dies oft kompliziert und mit erheblichen Kosten verbunden ist, sind die meisten Restaurants und Cafés &#8211; ob groß oder klein &#8211; lieber den Weg des Total-Verbots gegangen: <strong>Geraucht werden darf künftig nur noch vor der Tür.</strong></p>
<p>Selbst <strong>klassische Treffpunkte für Kettenraucher</strong> wie die Traditionscafés <a target="_blank" href="http://www.nicola.pt/freetext.asp?ftmod=freetext_000000023&amp;content=" title="Café Nicola, Lissabon">Nicola in Lissabon</a> und <a target="_blank" href="http://www.cafemajestic.com/" title="Café Majestic, Porto">Majestic in Porto</a> haben die Aschenbecher komplett von den Tischen geräumt. Ja, sogar im Colombo, dem größten Einkaufszentrum der iberischen Halbinsel, heißt es nun: Rauchen verboten. Colombo-Chef António Bettencourt verweist auf die Erfahrungen aus anderen Branchen: &#8220;Die Flugzeuge hörten auch nicht auf zu fliegen, als dort das Rauchen verboten wurde. Niemand wird also aufhören, zum Colombo zu kommen&#8221;, sagte er der Nachrichtenagentur Lusa.</p>
<p>Zu den wenigen verbliebenen Bastionen für Raucher gehört das<strong> Café Brasileira</strong> in Lissabon, das ein Rauchverbot nur für das im Keller liegende Restaurant einführte. Hier, wo auch Kettenraucher Fernando Pessoa von Zeit zu Zeit saß, gibt es noch <strong>entschiedene Verfechter für das Rauchen in Cafés</strong>, wie ein Reporter des Deutschlandfunks herausfand (<a target="_blank" href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/europaheute/716989/" title="Bastion des blauen Dunstes - Beitrag im Deutschlandfunk">hier der komplette Bericht</a>). Kaffee und Tabak &#8211; das gehöre untrennbar zusammen, so der Tenor der Kaffeehausbesucher.</p>
<p>Und das gilt gerade für Lissabon: Denn von hier aus trat im Jahre 1560 der Tabak <strong>seinen Siegeszug in Europa an</strong>. Schon bald nach der Entdeckung Brasiliens kursierten die ersten Informationen über ein <strong>eigenartiges Kraut zum Rauchen</strong>. So zitiert der <em>Público</em> in einem lesenswerten Beitrag über die Geschichte des Tabaks (<a href="http://www.cagil.net/historia-do-tabaco-de-erva-santa-a-veneno-que-mata.html">hier nachzulesen</a>) den Jesuitenpater und Missionar Manuel da Nóbrega, der in einem Brief aus Brasilien vom 6. Januar 1550 schrieb, dass die Mahlzeiten in Südamerika <strong>äußerst schwer verdaulich seien</strong>. Doch:</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Gott schenkte Abhilfe mit einem Kraut, dessen Rauch sehr bei der Verdauung und bei anderen körperlichen Beschwerden und beim Abführen des Magenschleims hilft. Bis jetzt gibt es noch keinen von unseren Brüdern, der es nutzt, wie es auch andere Christen nicht tun, um sich nicht mit den Ungläubigen zu vermischen, die es (das Rauchen) sehr schätzen. Ich hätte es zwar nötig, wegen der Feuchtigkeit und meines Katarrs, enthalte mich aber.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Wie die Geschichte zeigte, brach dann aber auch so manch ein Europäer seine Enthaltsamkeit gegenüber dem Tabak. Zehn Jahre später, im Jahr 1560, war es dann der<strong> französische Gesandte Jean Nicot </strong>am Hof von Dom Sebastião in Lissabon, der für die Verbreitung des Rauchkrauts in Europa sorgte. Nicot schickte etwas Tabak aus Brasilien an die damalige französische Königin <strong>Katharina de Medici</strong>, die unter starken Migräneanfällen litt. Nicot hielt den Tabak für ein<strong> wundersames Heilmittel</strong> für fast alle Krankheiten dieser Welt. Rasch machte der Tabak dann die Runde &#8211; erst am französischen Hof, später in ganz Europa. Kein Wunder, dass die Tabakpflanze noch heute nach ihrem ersten großen Promotoren benannt ist: <strong>Nicotiana</strong>.</p>
<p>Auch später, nachdem sich der Tabak vom Heil- in ein Genussmittel verwandelt hatte, profitierte der portugiesische Staat von der Pflanze. Denn ähnlich wie in Spanien und Frankreich verfügte in Portugal über Jahrhunderte hinweg der Staat über das <strong>Monopol im Handel mit Tabak</strong> &#8211; mit beträchtlichen Einnahmen, wie der Público schreibt: Im Jahr 1716 sorgte der Tabak <strong>für ein Fünftel der Staatseinnahmen </strong>- mehr als doppelt so viel, wie das legendäre Gold aus Brasilien damals einbrachte.</p>
<p style="text-align: center"><img src="http://www.portugalmania.de/wp-content/03_01_fadodocigarro.jpg" alt="Fado do Cigarro" /><br />
<em>Als Rauchen noch Glamour hatte: Postkarten von Plakaten aus den 30er Jahren für den &#8220;Fado do Cigarro&#8221;. Foto: <a target="_blank" href="http://www.flickr.com/photos/lamarde/381077785/" title="Foto Fado do Cigarro">lamarde auf Flickr</a></em></p>
<p>Inspiriert von französischen und englischen Vorbildern, entwickelten sich erst zu <strong>Beginn des 20. Jahrhunderts</strong> dann auch in Portugal erste Ansätze einer <strong>Anti-Tabak-Bewegung</strong>. Es war also ein langer Weg bis zum Rauchverbot &#8211; für ganz Europa.</p>
<p>Allen Wehklagen der Wirte zum Trotz: Nach <a target="_blank" href="http://ec.europa.eu/public_opinion/archives/ebs/ebs_239_en.pdf" title="Eurobarometer-Studie (Englisch, PDF)">einer Umfrage des Instituts Eurobarometer</a> <strong>unterstützt die große Mehrheit der Portugiesen</strong> das Rauchverbot. <strong>81 Prozent der Bevölkerung</strong> halten das Verbot von Rauchen in Restaurants für sehr richtig oder tendenziell richtig (Deutschland: 69 Prozent). Wesentlich geringer ist die Zustimmung für ein <strong>Rauchverbot in Bars und Kneipen</strong>: Hier sind noch 69 Prozent (Deutschland: 46 Prozent) dafür &#8211; immerhin aber weiterhin eine absolute Mehrheit.</p>
<p>Überhaupt wird in Portugal nach den Zahlen von Eurobarometer unterdurchschnittlich viel geraucht: 27 Prozent der Portugiesen greifen zum Glimmstengel &#8211; das ist wenig im europäischen Vergleich (Portugal ist sogar das europäische Land mit der größten Zahl an Menschen, die niemals geraucht haben: 58 Prozent). Wer in Portugal hingegen raucht, <strong>der tut dies intensiv</strong>: 98 Prozent der Raucher greifen mindestens einmal am Tag zur Zigarette. In Zukunft wird dies freilich immer öfter <strong>an der frischen Luft</strong> geschehen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.portugalmania.de/2008/01/rauchverbot-mit-ausnahmen-portugals-neues-anti-tabak-gesetz-zeigt-erste-wirkungen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Flüchtlinge an der Algarve: Der Levante trieb sie Richtung Westen</title>
		<link>http://www.portugalmania.de/2007/12/fluchtlinge-an-der-algarve-der-levante-trieb-sie-richtung-westen/</link>
		<comments>http://www.portugalmania.de/2007/12/fluchtlinge-an-der-algarve-der-levante-trieb-sie-richtung-westen/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 19 Dec 2007 19:32:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gilberto</dc:creator>
				<category><![CDATA[Algarve]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[algarve]]></category>
		<category><![CDATA[EU]]></category>
		<category><![CDATA[Flüchtlinge]]></category>
		<category><![CDATA[Marokko]]></category>
		<category><![CDATA[Olhão]]></category>
		<category><![CDATA[spanien]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.portugalmania.de/land-leute/algarve-land-leute/2007/fluchtlinge-an-der-algarve-der-levante-trieb-sie-richtung-westen/</guid>
		<description><![CDATA[ 	Erstmals verzeichnet Portugal das Anlanden eines afrikanischen Flüchtlingsbootes an seiner Küste. Nahe dem Hafenstädtchen Olhão an der Algarve endete die Odyssee von 23 jungen Marokkanern: Starke Winde verhinderten, dass sie ihr ursprüngliches Ziel Spanien nicht erreichen konnten. Für Portugal &#8211; noch &#8211; ein Einzelfall. Doch je besser Spanien seine Küste abschirmt, desto attraktiver könnte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Erstmals verzeichnet Portugal das Anlanden eines afrikanischen Flüchtlingsbootes an seiner Küste. Nahe dem Hafenstädtchen Olhão an der Algarve endete die Odyssee von 23 jungen Marokkanern: Starke Winde verhinderten, dass sie ihr ursprüngliches Ziel Spanien nicht erreichen konnten. Für Portugal &#8211; noch &#8211; ein Einzelfall. Doch je besser Spanien seine Küste abschirmt, desto attraktiver könnte auch die portugiesische Küste für die Routen der Menschenhändler werden.    <span id="more-191"></span></p>
<p>Auf den ersten Blick erzählt das kleine himmelblau bemalte Holzboot im <strong>Hafen von Olhão</strong> nichts über seine Geschichte. <strong>Doch der Eindruck täuscht:</strong> Auf dieser winzigen Nussschale überwanden &#8211; dicht an dicht gedrängt &#8211; 23 junge Marokkaner die Überfahrt von Afrika nach Europa. Eine Reise mit Hindernissen: Denn ursprünglich wollte die Gruppe &#8211; 18 Männer und fünf Frauen, allesamt unter 30 Jahren alt &#8211; in die spanische Küstenstadt Cádiz übersetzen.</p>
<p style="text-align: center"><img src="http://www.portugalmania.de/wp-content/19_12_barco.jpg" alt="Bildergalerie beim Expresso" /><br />
<em><a href="http://aeiou.expresso.pt/gen.pl?p=stories&amp;op=view&amp;fokey=ex.stories/196025" title="Bildergalerie beim Expresso" target="_blank">Der Traum vom europäischen El Dorado: Bildergalerie auf Expresso.pt</a></em></p>
<p>Der <strong>Levante</strong>, der in diesen Tagen über dem Mittelmeer heftig wehende Ostwind, trieb das Boot jedoch von seinem Kurs ab <strong>in Richtung Algarve. </strong>Bei diesen Naturkräften konnte der schwache 10 PS-Motor des Schiffs kaum noch etwas ausrichten. Vier Tage und vier Nächte waren die Flüchtlinge unterwegs, bis die Strömung sie schließlich am Nachmittag des 17. Dezember an den Strand der Insel Culatra vor dem Hafenstädtchen Olhão trieb.</p>
<p>Mit dieser ungewollten Irrfahrt verzeichnet Portugal nun <a href="http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/aktuell/?sid=a217675a53d9388cbe3cf7642f8cbe76&amp;em_cnt=1260281" title="Meldung in der Frankfurter Rundschau" target="_blank">erstmals die Anlandung eines Flüchtlingsbootes</a> aus Marokko an seiner Küste. Im Gegensatz zum Nachbarland Spanien, das Nacht für Nacht Ziel für möglicherweise Tausender afrikanischer Flüchtlinge ist, liegt <strong>Portugal nicht auf der Route der Flüchtlinge</strong> &#8211; aus geografischen, aber auch wirtschaftlichen Gründen: Der Arbeitsmarkt in Spanien ist weitaus attraktiver, auch gibt es dort schon große Immigrantengemeinden aus Marokko.</p>
<p>Politik, Marine und Grenzpolizei versichern deshalb einhellig, hier handele es sich um einen &#8220;<strong>absoluten Einzelfall</strong>&#8221; (Innenminister Rui Pereira). Die Algarve werde sich nicht zu einem weiteren Zielgebiet für Flüchtlingsboote aus Afrika entwickeln &#8211; sie sei <strong>keine &#8220;Risikozone&#8221;</strong>, wie <a href="http://www.tsf.pt/online/vida/interior.asp?id_artigo=TSF186529" title="TSF: Chegada de 23 ilegais tem «carácter excepcional» (Portugiesisch)" target="_blank">José van der Kellen, Chef der Grenz- und Ausländerbehörde FES an der Algarve, erklärte</a>. Eine etwas seltsame Wortwahl, wie es scheint: Möchte man hier etwa beteuern, Touristen würden auch in Zukunft nicht an den schönen Stränden der Algarve von Flüchtlingen aus Afrika behelligt werden? Andere Urlaubs-&#8221;Paradiese&#8221; müssen bereits mit dem <strong>Einbruch der Wirklichkeit</strong> dieser Welt leben: Sehr bekannt ist das Bild des spanischen Fotografen Arturo Rodríguez, wo sich Urlauberinnen am Strand von Teneriffa um die Versorgung gerade angekommener afrikanischer Flüchtlingskinder kümmern (<a href="http://www.flickr.com/photos/fundacionchandra/1612654510/" title="Foto von Arturo Rodríguez" target="_blank">hier ansehen</a>).</p>
<p>Die Irrfahrt der 23 Marokkaner von Olhão begann  wie viele andere Flüchtlingstransfers über die Straße von Gibraltar mit der Zahlung einer<strong> saftigen Gebühr an den  Schlepper</strong>: Medienberichte in Portugal schwanken zwischen 300 und 1500 Euro pro Person &#8211; Frauen zahlen mehr als Männer. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Levante" title="Wikipedia: Levante" target="_blank">Der Levante</a>, ein heftiger Ostwind im Mittelmeer, trieb das Schiff von seinem Kurs ab. <strong>Ursprüngliches Ziel war Cadíz</strong>, knapp 100 Kilometer von der marokkanischen Küste entfernt. Als am zweiten Tag die Nahrungsmittel an Bord ausgingen, rief der Schiffsinhaber über Telefon zwei Schnellboote zu Hilfe. Diese Schiffe, nach Ansicht der FES höchstwahrscheinlich Drogenkuriere, brachten Nahrung und Wasser &#8211; und nahmen den Menschenschlepper dann auf. Die 23 Flüchtlinge an Bord wurden ihrem Schicksal überlassen, <a href="http://ultimahora.publico.pt/noticia.aspx?id=1314172" title="Público: Imigração: Cidadãos africanos que alcançaram Portugal partiram de Marrocos e foram deixados à deriva pelo dono do barco " target="_blank">wie der Público berichtet</a>.</p>
<p style="text-align: center"><img src="http://www.portugalmania.de/wp-content/19_12_rota.jpg" alt="Route von Marokko nach Portugal" /><br />
<em>Eine Strecke zwischen 200 und 300 Kilometer auf See: Von Marokko nach Olhão. Karte: Google Earth</em></p>
<p>Am Nachmittag des 17. Dezember bemerkten Fischer am Strand von Culatra das ankommende Boot und alarmierten die Küstenwache. 15 Menschen mussten ärztlich behandelt werden, acht davon im Hospital von Faro: Verbrennungen und Wassermangel hatten den Flüchtlingen zugesetzt. Andere fanden hingegen sogar noch die Kraft zu einer Flucht vor den portugiesischen Behörden und versuchten, <strong>sich in den Dünen der Insel zu verbergen.</strong> Ein aussichtsloses Unterfangen: Mit Hilfe eines Helikopters wurden bis zum Abend alle Bootsinsassen in Gewahrsam genommen. Mittlerweile wurden die meisten der Ankömmlinge in ein Aufnahmelager in Porto verlegt.</p>
<p>Man müsse <strong>alle Sympathie für die Flüchtlinge</strong> an der Algarve aufbringen, fordert Henrique Monteiros <a href="http://clix.expresso.pt/gen.pl?p=stories&amp;op=view&amp;fokey=ex.stories/195940" title="Blogeintrag: A fuga para a Europa" target="_blank">in seinem Blog <em>O País dos Prodígios</em></a> &#8211; es handele sich hier um <strong>&#8220;besondere Menschen&#8221;</strong>: &#8220;Bereit, ein Risiko aufzunehmen, unter härtesten Bedingungen zu arbeiten, die sich ein Herz fassen würden um zu überleben&#8221;, so Monteiro.</p>
<p>Portugals Innenminister Rui Pereira hält dagegen: &#8220;Wenn wir hier nicht konsequent bleiben, so senden wir ein <strong>falsches Signal </strong>an Tausende von jungen Menschen in Afrika, die unter schlimmen Umständen ihr Leben aufs Spiel setzen, um nach Europa zu gelangen&#8221;, <a href="http://aeiou.expresso.pt/gen.pl?p=stories&amp;op=view&amp;fokey=ex.stories/196373" title="Expresso-Interview mit Rui Pereira" target="_blank">sagte er dem Expresso</a>.</p>
<p>Ob sich die Flüchtlinge, getrieben von Armut, Unsicherheit und Perspektivlosigkeit, wirklich von einer Festung Europa beeindrucken lassen? Oder werden sie einfach nur neue Wege suchen, das &#8220;europäische El Dorado&#8221; (Expresso) zu erreichen? Die portugiesische Marine bereitet sich seit ein paar Jahren darauf vor, dass<strong> Portugal vermehrt zum Anlaufziel von Überfahrten aus Afrika könnte</strong>: &#8220;Ab dem Moment, an dem Spanien es schafft, seine Küstenlinien komplett zu schützen und wenn gute Bedingungen auf See herrschen, ab dann könnten die  illegale Immigration an die Küste der Algarve gelangen&#8221;, zitiert etwa der Público den Marinekommandanten Silvestre Correia.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.portugalmania.de/2007/12/fluchtlinge-an-der-algarve-der-levante-trieb-sie-richtung-westen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Angie und José in der Straßenbahn: Wo blieben die Taschendiebe?</title>
		<link>http://www.portugalmania.de/2007/12/angie-und-jose-in-der-strasenbahn-wo-blieben-die-taschendiebe/</link>
		<comments>http://www.portugalmania.de/2007/12/angie-und-jose-in-der-strasenbahn-wo-blieben-die-taschendiebe/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 15 Dec 2007 14:04:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gilberto</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[belém]]></category>
		<category><![CDATA[EU]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[lissabon]]></category>
		<category><![CDATA[straßenbahn]]></category>
		<category><![CDATA[Vertrag von Lissabon]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.portugalmania.de/politik/2007/angie-und-jose-in-der-strasenbahn-wo-blieben-die-taschendiebe/</guid>
		<description><![CDATA[ 	Da sage mal einer, Europas Politiker wären nicht volksnah. 26 europäische Regierungschefs sowie ein Abgesandter Englands nahmen in Lissabon die Straßenbahn, um nach einer anstrengenden Vertragsunterzeichnung zum Ort Ihres Mittagessens zu gelangen. Doch an so manch einem Detail hätten die Gipfel-Organisatoren noch feilen können&#8230; 
Hoher Besuch im altehrwürdigen Mosteiro dos Jerónimos im Lissaboner Stadtteil Belém: Die Regierungschefs der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Da sage mal einer, Europas Politiker wären nicht volksnah. 26 europäische Regierungschefs sowie ein Abgesandter Englands nahmen in Lissabon die Straßenbahn, um nach einer anstrengenden Vertragsunterzeichnung zum Ort Ihres Mittagessens zu gelangen. Doch an so manch einem Detail hätten die Gipfel-Organisatoren noch feilen können&#8230; <span id="more-181"></span></p>
<p>Hoher Besuch im altehrwürdigen Mosteiro dos Jerónimos im Lissaboner Stadtteil Belém: Die Regierungschefs der 27 EU-Mitgliedsstaaten unterzeichneten hier am vergangenen Donnerstag den<strong> Vertrag von Lissabon</strong> (Tratado de Lisboa). Eine würdevolle Zeremonie vor historischer Kulisse.</p>
<p>Nur zu verständlich also, dass die anwesenden Top-Politiker nach vielen schönen Worten und noblen Gesten sich <strong>bald etwas hungrig fühlten</strong>. Und so war es eine freundliche Geste der portugiesischen Organisatoren, den Damen und Herren Staatenlenkern <strong>eine Straßenbahn vor die Haustür zu schicken</strong>, die das Gipfelpublikum zum Ort ihres Mittagessens befördern sollte: In das 500 Meter entfernte Museu dos Coches (Kutschenmuseum).  Ein Fußweg wäre sicherlich auch reizvoll gewesen &#8211; und unterwegs hätte man vielleicht schon ein <strong>Pastel de Nata</strong> in der legendären Konditorei &#8220;<a target="_blank" href="http://www.pasteisdebelem.pt/" title="Pasteis de Belém">Fábrica dos pasteis de Belém</a>&#8221; naschen können, doch, oh schade, alle Cafés und Restaurants mussten aus Sicherheitsgründen leider geschlossen bleiben. Und außerdem ist es auch in Lissabon im Moment zu kalt für lockere Spaziergänge in Anzug und Kostüm.</p>
<p>Nun also Straßenbahn statt Wagenkolonnen. Und, wie das Bild des offiziellen Gipfelfotografen zeigt, ging es in der Europa-Tram ganz schön eng zu. <strong>Angela Merkel</strong> hatte Glück, noch einen <strong>Sitzplatz zu erwischen</strong>, wie die <a target="_blank" href="http://www.sueddeutsche.de/ausland/artikel/458/148108/" title="SZ-Artikel über die Vertragsunterzeichnung">Süddeutsche Zeitung erleichtert beobachten konnte</a>: &#8221;Bundeskanzlerin Merkel saß neben dem luxemburgischen Ministerpräsidenten Jean-Claude Juncker, zahlreiche Politiker mussten stehen&#8221;</p>
<p align="center"><img src="http://www.portugalmania.de/wp-content/15_12_gipfelbahn.jpg" alt="Politiker in der Straßenbahn zum Mittagessen." /><br />
<em>Eine Trambahnfahrt, die ist lustig: Angela Merkel und der portugiesische Ministerpräsident José Socrates in der Straßenbahn.</em> <em>Foto: <a target="_blank" href="http://www.eu2007.pt/">Portugiesische Ratspräsidentschaft EU2007</a></em></p>
<p><strong>Ganz schön volksnah, unsere Politiker</strong>, dass sie sich für etwa zwei Minuten in eine gefüllte Straßenbahn zwängen! Das war schon einmal ein guter Start. Die Straßenbahnfahrt in Belém musste sogar noch allen Ernstes für den Klimaschutz herhalten. Wir aber sagen: Wenn schon Symbolik, dann aber richtig. Hier hätte es noch ein paar Verbesserungspunkte gegeben:</p>
<p>Warum stand die Straßenbahn <strong>schon pünktlich vor dem Mosteiro dos Jerónimos bereit?</strong> Das gibt&#8217;s selten in Lissabon. Der normale Lissaboner wartet schon mal gut und gerne eine halbe Stunde, bis die nächste Straßenbahn angezuckelt kommt. Immerhin: Ist eine da, dann folgt die nächste meist gleich kurz hinterher. Bei der langen  Vorbereitungszeit für den Vertrag von Lissabon, mit all seinen Verzögerungen,  hätte man auch gleich publikums- und medienwirksam auf die Bahn ein wenig warten können.</p>
<p>Und: <strong>Die Linie war frei</strong>. Keine parkenden Autos auf den Schienen. Keine sonstigen Behinderungen. Untypisch für das Straßenbahnfahren in Lissabon &#8211; und für europäische Vertragsverhandlungen. Zumindest ein Wagen mit polnischem Kennzeichen hätte mal symbolischerweise die Schienen blockieren können. Die <strong>Lissaboner Verkehrspolizei</strong> hat schon ganz gute Erfahrungen gesammelt, um falschparkende Autos von Straßenbahnschienen abzuschleppen.  </p>
<p>Und noch ein Punkt: Eine sonst in überfüllten Lissaboner Straßenbahnen stets anwesende Bevölkerungsgruppe war systematisch ausgeschlossen (ein Fall für das Anti-Diskriminierungsgesetz?) &#8211; die <strong>Taschendiebe.</strong> So entspannt, wie Portugals Ministerpräsident José Socrates dort steht, bedeutet: Er muss sich sicher sein, dass ihm kein Portemonnaie aus seiner Hosentasche geangelt wird. Aber wer weiß: Vielleicht wäre die Mitfahrt für Taschendiebe bei dieser Fahrt wenig attraktiv gewesen &#8211; so leer, wie die Staatskassen der dort anwesenden Politiker sind.</p>
<p>Beim Mittagessen hatten die Organisatoren wieder ein besseres Händchen in Sachen Symbolik. <a target="_blank" href="http://sonnigersueden.blogspot.com/2007/12/der-vertrag-von-lissabon.html" title="Sonniger Süden-Blog">Wie der Blog &#8220;Sonniger Süden&#8221; berichtet</a>, wurde nach geglückter Straßenbahnfahrt ein <strong>Portwein aus dem Jahre 1957</strong> gereicht - dem Jahr, in dem der Vertrag von Rom unterzeichnet wurde. Hoffentlich hat&#8217;s gemundet.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.portugalmania.de/2007/12/angie-und-jose-in-der-strasenbahn-wo-blieben-die-taschendiebe/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Der lange Marsch des Durão Barroso: Ein Internet-Video zeigt die marxistisch-leninistische Vergangenheit des EU-Kommissionspräsidenten</title>
		<link>http://www.portugalmania.de/2007/10/der-lange-marsch-des-durao-barroso-ein-internet-video-zeigt-die-marxistisch-leninistische-vergangenheit-des-eu-kommissionsprasidenten/</link>
		<comments>http://www.portugalmania.de/2007/10/der-lange-marsch-des-durao-barroso-ein-internet-video-zeigt-die-marxistisch-leninistische-vergangenheit-des-eu-kommissionsprasidenten/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 09 Oct 2007 20:48:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gilberto</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[durão barroso]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.portugalmania.de/uncategorized/2007/der-lange-marsch-des-durao-barroso-ein-internet-video-zeigt-die-marxistisch-leninistische-vergangenheit-des-eu-kommissionsprasidenten/</guid>
		<description><![CDATA[ 	Durão Barroso spricht über die &#8220;Krise des bürgerlichen und anti-proletarischen Unterrichts&#8221;. Bitte was? Kommunistische Thesen vom heutigen EU-Kommissionspräsidenten, Mitglied der konservativen Partei PSD? Zugegeben: Die marxistisch-leninistischen Parolen von Barroso liegen gut dreißig Jahre zurück &#8211; und amüsieren derzeit ganz Portugal. Ein plötzlich aus der Versenkung aufgetauchtes Internet-Video lässt die linke Vergangenheit von Durão Barroso [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Durão Barroso spricht über die &#8220;Krise des bürgerlichen und anti-proletarischen Unterrichts&#8221;. Bitte was? Kommunistische Thesen vom heutigen EU-Kommissionspräsidenten, Mitglied der konservativen Partei PSD? Zugegeben: Die marxistisch-leninistischen Parolen von Barroso liegen gut dreißig Jahre zurück &#8211; und amüsieren derzeit ganz Portugal. Ein plötzlich aus der Versenkung aufgetauchtes Internet-Video lässt die linke Vergangenheit von Durão Barroso wieder sichtbar werden. <span id="more-29"></span></p>
<p><strong>In der Jugend linksradikal, heute konservativ:</strong> Diese Entwicklung haben viele europäische Politiker hinter sich. <strong>Durão Barroso</strong> bildet keine Ausnahme. Barroso, ehemaliger portugiesischer Ministerpräsident und heute Vorsitzender der EU-Kommission, gilt heute als konservativer Mann. Ein Freund der Wirtschaft. Doch das war nicht immer so: Mitte der 70er Jahre war Barroso auf der anderen politischen Seite aktiv &#8211; und zwar in führender Position in <strong>maoistischen und marxistisch-leninistischen Gruppierungen</strong>, die nach der Nelkenrevolution in Portugal unter jungen Leuten ziemlich beliebt waren.</p>
<p>Barroso machte aus seiner linken Jugend nie ein Geheimnis &#8211; auch wenn sein <a href="http://ec.europa.eu/commission_barroso/president/personal/profile/index_de.htm" target="_blank" title="Offizielles Porträt von Durão Barroso auf den Seiten der EU-Kommission">offizielles Porträt als EU-Kommissionspräsident</a> hier nur etwas verschämt für die Jahre 1975/76 den &#8220;<strong>Vorsitz der Associação Académica</strong>&#8221; der Fakultät der Rechtswissenschaften an der Universität Lissabon angibt. Dies könnte man auch <strong>etwas präziser</strong> ausdrücken. So war Barroso auch <strong>Vorsitzender der FEM-L</strong> (Federação dos Estudantes Marxistas-Leninistas, Vereinigung der marxistisch-leninistischen Studenten), sowie Mitglied der Kommunistischen Arbeiterpartei Portugals.</p>
<p>Eigentlich eine längst vergessene Zeit. Doch seit ein paar Wochen ein <a href="http://www.youtube.com/watch?v=KKw-UjHCEWI" target="_blank" title="Das Youtube-Video zu Barroso">Videofilm auf dem Portal Youtube</a> auftauchte, <strong>amüsiert sich ganz Portugal über die marxistische Vergangenheit</strong> eines seiner weltweit einflussreichsten Politiker. Denn in diesem Film &#8211; er muss kurz nach der Nelken-Revolution vom 25. April 1974 entstanden sein &#8211; sieht man den jungen, noch nicht einmal zwanzigjährigen Durão Barroso, wie er in einer langen, oft auch etwas verwirrenden Folge an Sätzen über die Krise des &#8220;<strong>bürgerlichen, anti-proletarischen Unterrichts</strong>&#8221; dozierte: &#8220;Der vom repräsentativen Plenum angenommene Vorschlag der Inter-Kommission des Kampfes, Organ von denen, die sich aufzurichten wussten, um den Kampf fortzusetzen&#8230;&#8221; &#8211; so setzt Barroso ein, und so unverständlich diese Worte auf Deutsch klingen, so sind sie es auch auf Portugiesisch. So geht es dann im 58 Sekunden dauernden Spot weiter: Kampfesparolen, Lob auf die Arbeiter, Kritik am herrschenden System.</p>
<p align="center"> [youtube:http://www.youtube.com/watch?v=KKw-UjHCEWI]</p>
<p> Interessanterweise ist die Original-Version des Films nach einigen Tagen und zehntausenden Abrufen <strong>wieder zurückgezogen worden</strong> &#8211; um von einem anderen Youtube-Nutzer nur wenig später wieder aufs Portal gebracht zu werden.Spätestens seitdem die großen Fernsehsender über das Video berichteten, ist es auch ein großes <strong>Gesprächsthema in Portugal</strong> &#8211; und erntet meist amüsierte Kommentare. &#8220;<strong>Wir waren alle einmal jung</strong>&#8220;, ist die am häufigsten zu hörende und lesende Anmerkungen der Portugiesen zum filmischen Zeugnis aus Barrosos maoistischen Zeiten. Andere Blogger gehen in ihrer Beurteilung jedoch weiter &#8211; und erkennen im marxistischen Barroso auch den Barroso von heute: &#8220;<strong>Der Mann redete, redete und sagte nichts. Eigentlich kein Unterschied zu heute</strong>&#8221; lautet etwa die Meinung von Jmvfaria im <a href="http://rupturavizela.blogs.sapo.pt/145812.html" target="_blank">Rupturavizela-Blog</a>. Vielleicht nicht allzu weit hergeholt &#8211; bei <a href="http://www.youtube.com/watch?v=SoCq5AJaJO0" target="_blank" title="Barroso auf Deutsch in einem Youtube-Video">diesem Youtube-Video</a>  sieht man zum Beispiel, dass Barroso sogar auf Deutsch viel redet, aber nicht unbedingt viel sagt. Man könnte Barrosos alte Aufnahme natürlich auch positiver ausdrücken: <strong>Sein Talent als Politiker hat sich früh gezeigt.<br />
</strong></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.portugalmania.de/2007/10/der-lange-marsch-des-durao-barroso-ein-internet-video-zeigt-die-marxistisch-leninistische-vergangenheit-des-eu-kommissionsprasidenten/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Wachstum im Meer: Portugal erobert neues Land in den Tiefen des Ozeans</title>
		<link>http://www.portugalmania.de/2007/08/wachstum-im-meer-portugal-erobert-neues-land-in-den-tiefen-des-ozeans/</link>
		<comments>http://www.portugalmania.de/2007/08/wachstum-im-meer-portugal-erobert-neues-land-in-den-tiefen-des-ozeans/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 05 Aug 2007 14:08:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gilberto</dc:creator>
				<category><![CDATA[Azoren]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[azoren]]></category>
		<category><![CDATA[blaue biotechnologie]]></category>
		<category><![CDATA[küste]]></category>
		<category><![CDATA[meeresforschung]]></category>
		<category><![CDATA[offshore]]></category>
		<category><![CDATA[rainbow]]></category>
		<category><![CDATA[territorium]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.portugalmania.de/uncategorized/2007/wachstum-im-meer-portugal-erobert-neues-land-in-den-tiefen-des-ozeans/</guid>
		<description><![CDATA[ 	Russland hisste diese Woche seine Nationalflagge am Meeresgrund unter dem Nordpol: Das Rennen um die Rohstoffe am Meeresgrund hat begonnen. Auch Portugal will von den Reichtümern des Meeres profitieren &#8211; und darf als erstes Land der Welt sein Staatsterritorium um 2215 Hektar auf offener See ausweiten. Und das soll erst der Anfang sein.
Rainbow heißt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Russland hisste diese Woche seine Nationalflagge am Meeresgrund unter dem Nordpol: Das Rennen um die Rohstoffe am Meeresgrund hat begonnen. Auch Portugal will von den Reichtümern des Meeres profitieren &#8211; und darf als erstes Land der Welt sein Staatsterritorium um 2215 Hektar auf offener See ausweiten. Und das soll erst der Anfang sein.<span id="more-63"></span></p>
<p><em>Rainbow</em> heißt das neueste Gebiet Portugals. Doch wer <em>Rainbow</em> besuchen möchte, hat es ganz schön schwer: Denn das Gebiet liegt rund 240 Meilen vor der Küste der Azoren &#8211; unter Wasser. Denn <em>Rainbow</em> ist das weltweit erste von der UNO anerkannte ozeanische Territorium, das ein Land außerhalb der ohnehin rechtlich geschützten Hoheitsgewässer bis zu 200 Seemeilen vor der eigenen Küste beanspruchen konnte.</p>
<p>Möglich macht diese <strong>wunderbare Landvermehrung</strong> eine besondere Regelung in der Konvention der Vereinten Nationen zum Meeresrecht aus dem Jahr 1994. Nach dieser Konvention können Staaten ihren Hoheitsbereich auf den Meeresgrund auch jenseits ihrer Küstengewässer ausdehnen &#8211; <strong>unter einer Bedingung</strong>: Die Staaten müssen nachweisen, dass die beanspruchte Fläche tatsächlich noch kontinentalen Untergrund besitzt (und nicht rein ozeanischen Boden umfasst).</p>
<p>Mit <em>Rainbow</em> ist es Portugal nun als <a href="http://ultimahora.publico.clix.pt/noticia.aspx?id=1301438&amp;idCanal=undefined" target="_blank" title="Der Público über die Anerkennung Rainbows (in portugiesisch)">erstem Staat der Welt gelungen, diesen Nachweis zu erbringen</a>. Das Forschungsschiff <em>MS Kommander Jack </em>kreuzte dafür vor den Azoren, um Gesteinsproben zu nehmen und Bohrungen am Meeresgrund durchzuführen (<a href="http://www.emepc.gov.pt/CampG32007.htm" target="_blank" title="Route des Forschungsschiffs Kommander Jack">die Route des Forschungsschiffes lässt sich in Google Earth tagesaktuell nachvollziehen</a>). Ein Video des portugiesischen Senders <em>SIC </em>zeigt die Arbeit der Forscher auf dem Schiff:</p>
<p><code></code></p>
<p><embed src="http://imgs.sapo.pt/sapovideo/swf/flvplayer-sapo.swf?file=http://rd3.videos.sapo.pt/h10M3EkmpeZUHqD10I5A/mov/1" type="application/x-shockwave-flash" wmode="transparent" height="325" width="400"></embed>Die Fläche von <em>Rainbow</em> ist gerade <strong>einmal halb so groß wie die Stadt Porto</strong> &#8211; eigentlich also kaum der Rede wert. Doch <em>Rainbow</em> ist wohl eher ein symbolischer Startschuss für ein <strong>groß angelegtes Programm zur Erweiterung der Fläche Portugals</strong> auf dem Meer. Gegründet vom Verteidigungsministerium, koordiniert das Projekt <em>„<a href="http://www.emepc.gov.pt/index.htm" target="_blank" title="Estrutura de Missão para a Extensão da Plataforma Continental">Estrutura de Missão para a Extensão da Plataforma Continental</a>&#8221; (EMEPC) </em>die wissenschaftliche Erforschung des Meeresgrunds, um über diesen Weg neue Territorialansprüche stellen zu können.</p>
<p style="text-align: center"><img src="http://www.portugalmania.de/wp-content/rainbow_enlargamento.jpg" alt="rainbow_enlargamento.jpg" /></p>
<p style="text-align: center"><em>Möglichkeiten zur Vergrößerung des portugiesischen Territoriums. Quelle: EMPEC</em></p>
<p style="text-align: center">&nbsp;</p>
<p style="text-align: center">&nbsp;</p>
<p>Die Chancen für Portugal stehen hier nicht schlecht. Optimistischen Prognosen zufolge könnte das Land bis zu 1,3 Millionen Quadratkilometer an ozeanischen Böden hinzugewinnen. Dies wäre dann ein etwa <strong>15 mal größeres Gebiet</strong> als die Landfläche Portugals umfasst &#8211; und Portugal könnte flächenmäßig <strong>zum größten Land der Welt aufsteigen</strong>. Und selbst in den negativsten Prognosen wären immerhin noch 240.000 Quadratkilometer drin &#8211; das 2,6fache der Landesfläche.</p>
<p>Doch warum das alles? Es sind weniger nationalistische Motive, die den neuen Drang Portugals zum Meer auslösen. Vielmehr locken die <strong>unbekannten Reichtümer auf dem Meeresgrund</strong>. Dort, in vielen Kilometern Tiefe, lagern nach Ansicht von Geologen unermessliche Schätze an Rohstoffen, auf die Portugal durch die Annektierung dann direkten Zugriff hätte. Und nicht nur das: Fast noch interessanter sind die möglichen biologischen Stoffe, die hier auf ihre Entdeckung warten. Meeresforscher sprechen bereits von der <strong>blauen Biotechnologie</strong>. In den unzugänglichen Lebenswelten auf dem Meeresgrund &#8211; das Gebiet von <em>Rainbow</em> liegt etwa 2300 Meter unter der Wasseroberfläche &#8211; haben sich Ökosysteme unter widrigsten Bedingungen entwickelt: Hier, wo <strong>kein Sonnenlicht</strong> mehr durchdringt, an den hydrothermalen Mineralquellen, voller Giftstoffe, Schwefel, Eisen, Kohlendioxid &#8211; hier, an diesem so unwirtlichen Ort überleben Organismen nicht durch Photosynthese, sondern durch ein komplexes Zusammenspiel mit Bakterien und chemischen Prozessen, die sie so mit den notwendigen Nährstoffen versorgen.</p>
<p>Von diesen ganz besonderen Lebewesen erhoffen sich Forscher die <strong>Entdeckung möglicher Heilstoffe für Krankheiten</strong> und neue <strong>Werkstoffe für die Industrie</strong>. Und wie man an Russlands <a href="http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID7217414_REF3,00.html" target="_blank" title="Russland hisst Nationalflagge am Nordpol">überraschenden Feldzug an den Nordpol</a> sehen konnte, hat das <strong>Rennen um die Reichtümer der Meeresböden</strong> längst begonnen. Portugal will sich nun auch seinen Teil von den Reichtümern sichern.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.portugalmania.de/2007/08/wachstum-im-meer-portugal-erobert-neues-land-in-den-tiefen-des-ozeans/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Kommt die iberische Union?</title>
		<link>http://www.portugalmania.de/2007/07/kommt-die-iberische-union/</link>
		<comments>http://www.portugalmania.de/2007/07/kommt-die-iberische-union/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 21 Jul 2007 21:10:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gilberto</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[iberische union]]></category>
		<category><![CDATA[josé saramago]]></category>
		<category><![CDATA[portugal]]></category>
		<category><![CDATA[spanien]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.portugalmania.de/uncategorized/2007/kommt-die-iberische-union/</guid>
		<description><![CDATA[ 	Portugal und Spanien sollen sich zu einem Land zusammenschließen: Iberia. Eine Schnapsidee? Immerhin: Die &#8220;iberische Union&#8221; wird in Portugal schon intensiv diskutiert. Und jetzt auch mit prominentem Fürsprecher: Literatur-Nobelpreisträger José Saramago. Die Reaktionen sind gespalten.
Es erscheint uns in Europa mittlerweile fast normal, wenn sich Länder aufspalten. Und auch auf der iberischen Halbinsel gibt es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Portugal und Spanien sollen sich zu einem Land zusammenschließen: Iberia. Eine Schnapsidee? Immerhin: Die &#8220;iberische Union&#8221; wird in Portugal schon intensiv diskutiert. Und jetzt auch mit prominentem Fürsprecher: Literatur-Nobelpreisträger José Saramago. Die Reaktionen sind gespalten.<span id="more-69"></span></p>
<p>Es erscheint uns in Europa mittlerweile fast normal, wenn sich Länder aufspalten. Und auch auf der iberischen Halbinsel gibt es zum Beispiel unter Basken und Katalanen genügend Menschen, die neue Kleinstaaten gründen wollen.</p>
<p>Doch es geht auch anders: Weitgehend unbemerkt vom Rest des Kontinents tobt in Portugal derzeit eine heftige Debatte -nämlich die Frage nach der „União Ibérica&#8221;. <strong>Iberische Union</strong> &#8211; das hieße nichts anderes als der <strong>Beitritt Portugals zu Spanien</strong>.</p>
<p>Ein heißes Thema: Denn die Beziehungen von Portugal und Spanien waren lange Zeit alles andere als herzlich. Vor allem die Portugiesen misstrauten dem großen Nachbarn im Osten immer &#8211; und die 60jährige Belagerung Portugals durch Spanien von 1580 bis 1640 ist selbst für Portugiesen von heute immer noch nicht vergessen.</p>
<p>Und dennoch mehren sich die Stimmen für eine iberische Union, vor allem in der Wirtschaft. Denn faktisch ist <strong>Portugal heute so abhängig von Spanien wie nie zuvor</strong>: so gehört ein Großteil der portugiesischen Banken mittlerweile zu Unternehmen wie Santander oder der Banco de Bilbao. Ein weiteres Argument ist, dass das kleine Portugal in der immer größer werdenden Europäischen Union zunehmend an Bedeutung verliert: Könnte da nicht ein Bündnis mit Spanien mehr Stärke bringen?</p>
<p>Als neuesten Befürworter einer iberischen Union hat sich nun Literatur-Nobelpreisträger José Saramago in einem <a title="José Saramago über Iberia" href="http://dn.sapo.pt/2007/07/15/artes/nao_profeta_portugal_acabara_integra.html">Interview mit der Zeitung &#8220;Diário de Notícias&#8221;</a> bekannt. Saramago sieht es als „<strong>natürliche Entwicklung</strong>&#8221; an, dass sich Portugal als Provinz neben Katalonien, Andalusien, dem Baskenland, Galizien und Kastilien eingliedern werde. Spanien müsse sich dann nur in &#8220;<strong>Iberia&#8221;</strong> umbenennen, um die Gefühle der Portugiesen nicht allzu sehr zu verletzen.</p>
<p>Auf die Frage, ob die Portugiesen diese Integration in Spanien akzeptieren würden, antwortete Saramago: „Ja, wenn man ihnen das erklärt, denn das Land wird nicht geschlossen, sondern lebt in anderer Form weiter.&#8221; In Portugals Medien erzeugte Saramagos Votum für die iberische Union viel Resonanz &#8211; und selbst die Regierung sah sich genötigt, darauf zu reagieren. So <a title="Luís Amado über ein gemeinsames Land Iberia" href="http://sol.sapo.pt/PaginaInicial/Politica/Interior.aspx?content_id=45828">empfahl Portugals Außenminister Luís Amado</a>, Saramagos Ideen eher in die „Kategorie Literatur&#8221; abzulegen. Mit seinem strengen „Não&#8221; dürfte der Außenminister auch die Mehrheit seines Landes hinter sich wissen &#8211; nach jüngsten Umfragen sind <strong>70 Prozent der Portugiesen gegen die iberische Union</strong>. Doch die Diskussion über dieses Thema dürfte dies auch nicht beenden.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.portugalmania.de/2007/07/kommt-die-iberische-union/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
