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	<title>portugalmania.de &#187; Natur &amp; Umwelt</title>
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	<description>Das portugiesische Logbuch im Netz :: Portugal Blog</description>
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		<title>Ein guter Fisch: Die portugiesische Sardine jetzt mit Öko-Siegel</title>
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		<pubDate>Sun, 31 Jan 2010 17:03:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gilberto</dc:creator>
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		<description><![CDATA[ 	Seit Jahrhunderten ist die Sardine ein fester Bestandteil der portugiesischen Küche. Und das dürfte auch in Zukunft so bleiben:  Denn die Sardinenfischer Portugals erhielten nun das MSC-Siegel für besonders nachhaltigen Fischfang. Eine Auszeichnung, die nicht nur die Sardinen freuen dürfte&#8230;

Portugal und die Sardine: Das ist schon eine besondere Liebesgeschichte. Im Grunde ist sie ja [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Seit Jahrhunderten ist die <strong>Sardine </strong>ein fester Bestandteil der <strong>portugiesischen Küche</strong>. Und das dürfte auch in Zukunft so bleiben:  Denn die Sardinenfischer Portugals erhielten nun das MSC-Siegel für besonders nachhaltigen Fischfang. Eine Auszeichnung, die nicht nur die Sardinen freuen dürfte&#8230;</p>
<p><span id="more-570"></span></p>
<p><strong>Portugal und die Sardine</strong>: Das ist schon eine besondere Liebesgeschichte. Im Grunde ist sie ja ein einfacher, ziemlich kleiner Fisch, diese &#8220;Sardinha&#8221;. Meist wird sie einfach auf den <strong>Grill </strong>geworfen, verspeist mit ebenso unkapriziösen Beilagen wie Salzkartoffeln und Salat.</p>
<p>Doch wer die gegrillte Sardine einmal am Strand gegessen hat, oder sie sich in den überfüllten Straßen Lissabons beim Sankt Antonius-Fest munden ließ &#8211; der wird ihn nie vergessen, diesen <strong>wirklich portugiesischen Geschmack</strong> von Salz, Meer und einfach guten Dingen des Lebens.</p>
<p>Über Jahrhunderte hinweg sicherte die Sardine die <strong>Eiweißversorgung</strong> von breiten Schichten der Bevölkerung. Und auch heute sind Ernährungsforscher begeistert von den guten Eigenschaften der Sardine:  Viel Eiweiß, ein hoher Anteil an ungesättigten <strong>Omega-3-Fettsäuren</strong>, zahlreiche Spurenelemente &#8211; dieser Fisch trägt viel Gutes in sich.</p>
<p>Bei so viel guten Eigenschaften verwundert es nicht, dass die Sardine selbst zum Kulturgut wurde &#8211; und auf Azulejo-Kacheln auftaucht, in Gedichte Einzug hält, und selbst von der berühmtesten Fadosängerin aller Zeiten, <a title="Video Sardine Fado" href="http://www.youtube.com/watch?v=6CjfCIhtO-4" target="_blank">Amália Rodrigues, besungen wird: </a></p>
<blockquote><p>Sardine, die im Meer schwimmt, du musst dich getröstet fühlen</p>
<p>Du hast Wasser, weißt zu schwimmen, was würde ich geben, Sardine zu sein!</p></blockquote>
<p>(Aus dem Fado &#8220;Fui ao mar buscar sardinhas&#8221;, Ich war auf dem Meer, Sardinen zu fangen).</p>
<p>Und anders als etwa beim Kabeljau oder Thunfisch wurde die Sardine auch nie Opfer der Überfischung vor Portugals Küsten. Es scheint, als ob der kleine Fisch doch mit <strong>besonderer Liebe</strong> behandelt wurde. Seit mehr als sechs Jahrhunderten gehen die Sardinenfischer Portugals mit der recht schonenden und selektiven Methode der <strong>Ringwadenfischerei </strong>ans Werk. Ein altes Handwerk, das immer besser in die ökologischen Anforderungen unserer  Zeit passt &#8211; und so wurde die &#8220;portugiesische Sardine&#8221; nun mit dem <a href="http://www.msc.org/track-a-fishery/certified/north-east-atlantic/portugal-sardine-purse-seine/" target="_blank">MSC-Siegel für besonders nachhaltige Fischerei</a> ausgezeichnet.</p>
<p>Das Marine Stewardship Council (MSC) ist eine Non-Profit-Organisation, die eine Art Bio-Siegel für Fische vergibt. Wichtigste Kriterien: Keine Überfischung und so wenig Beifang wie möglich. Seit dem 19. Januar ist es nun offiziell, dass <strong>95% des portugiesischen Sardinenfischfangs </strong>nach dieser Maßgabe gewonnen wurde.</p>
<p>Das Geheimnis dafür liegt in der Art des Fangs, erklärte dazu Humberto Jorge von der Fischerorganisation ANOPCERCO in der Zeitung <a href="http://ecosfera.publico.clix.pt/noticia.aspx?id=1406311">Público.</a> Sardinen sind in Schwärmen unterwegs, so dass sie relativ gezielt geortet werden können.</p>
<p>Sobald ein Fischerboot einen Sardinenschwarm im Meer ausmacht, wird ein anderes, kleineres Begleitboot dazugenommen &#8211; es führt das Fangnetz an. Die anderen Fischerboote gruppieren sich dann um das Netz und kreisen so die Sardinen ein. Diese auf Deutsch &#8220;Ringwadenfischerei&#8221; genannte Form des Fangs hat viele Vorteile:  So ergibt sich während der recht langen Zeit, die für den Aufbau des Netzrings benötigt wird,  für viele Fische noch die <strong>Möglichkeit zur Flucht</strong>. Nicht alle Tiere des Schwarms werden also ausgerottet.</p>
<p>Zudem sind die Netze vor allem im unteren Bereich sehr engmaschig ausgelegt, was zum Beispiel <strong>Verletzungen der Kiemen</strong> entgegenwirkt. Und noch ein Vorteil: Da die Sardinen in Schwärmen unterwegs sind, gibt es nur ein geringes Risiko des Beifangs. Einziges Problem bilden hier die <strong>Delfine</strong>: Sie fressen die Sardinen fast ebenso gerne wie wir Menschen &#8211; und finden sich häufig in der Nähe der Sardinenschwärme.</p>
<p>Doch Humberto Jorge versichert im Público: &#8220;Sollte sich ein Delfin in der Nähe des Schwarms aufhalten, werfen die Fischer ihr Netz noch nicht aus.&#8221; Diese Praxis mag (hoffentlich) in Portugal gelten, weltweit ist sie nicht Usus. So <a href="http://www.wwf.de/interaktiv/verbrauchertipps/einkaufsratgeber-fische-meeresfruechte/sardine/">warnt die Umweltschutzorganisation WWF</a> ausdrücklich vor Verzehr von Sardinen aus dem Mittelmeer &#8211; unter anderem, weil hier sehr viel Delfine als Beifang qualvoll in den Fischernetzen verenden.</p>
<p>Der Griff zur portugiesischen Sardine, ob frisch oder in der Dose, lohnt sich also. Mit der MSC-Zertifizierung hofft sich der Verband ANAPCERCO, dass <strong>bewusste Verbraucher</strong> in ganz Europa verstärkt zu portugiesischen Sardinenprodukten greifen.</p>
<p>Eine Rechnung, die durchaus aufgehen könnte &#8211; setzt zum Beispiel doch auch Fischstäbchenhersteller iglo nur noch MSC-zertifizierte Fänge ein, um bei kritischen Verbrauchern nicht als gewissenloser Überfischer der Meere dazustehen.</p>
<p>Dabei ist die MSC-Zertifizierung gerade für die Hersteller von Dosenfisch nur der erste Schritt: Weitere Zertifizierungen für <strong>höhere Qualität</strong> müssten nun folgen, meint Humberto Jorge im Público. Denkbar ist zum Beispiel die Verwendung biologischer Produkte.</p>
<p>Bei den Sardinen ist Portugal fast ein <strong>Selbstversorger</strong>:  Mehr als zwei Drittel des täglichen Sardinenfangs werden frisch im Land verspeist. Der Rest wird in Dosen verarbeitet, die dann zu etwa 50 Prozent exportiert werden und auch in Deutschland in vielen Supermärkten erhältlich sind.</p>
<p>Es geht natürlich nichts über den Geschmack einer frisch gegrillten Sardine &#8211; doch auch in <strong>Dosen</strong> sind diese kleinen Fische nicht zu verachten. Feinschmecker raten übrigens dazu, die Dosen nach dem Kauf <strong>mindestens ein Jahr</strong> zu lagern: Dann hat das Olivenöl Gelegenheit, das Fischfleisch richtig zu durchziehen. <strong>Regelmäßiges Wenden</strong> der Dosen, wie bei einer guten Flasche Wein, wird ebenso empfohlen. Vorsicht ist geboten: Schließlich bergen sie das <strong>Aroma Portugals</strong> in sich. Guten Appetit!</p>
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		<title>Mysteriöses Krakensterben in Nordportugal: Können Tintenfische an Grippe erkranken?</title>
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		<pubDate>Mon, 11 Jan 2010 20:00:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gilberto</dc:creator>
				<category><![CDATA[Meer]]></category>
		<category><![CDATA[Atlantik]]></category>
		<category><![CDATA[Biologie]]></category>
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		<description><![CDATA[ 	Es war ein unheimliches Strandgut, das kurz nach Neujahr an die nordportugiesische Küste gespült wurde: An einem gerade einmal zwei Kilometer langen Strandabschnitt bei Vila Nova de Gaia türmten sich die Kadaver abertausender von Kraken. Selbst Wissenschaftler können nur spekulieren: Haben wir es hier mit einer &#8220;Krakengrippe&#8221; zu tun?

Die Anwohner am Strand von Vila [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Es war ein unheimliches Strandgut, das kurz nach Neujahr an die nordportugiesische Küste gespült wurde: An einem gerade einmal zwei Kilometer langen Strandabschnitt bei Vila Nova de Gaia türmten sich die Kadaver abertausender von Kraken. Selbst Wissenschaftler können nur spekulieren: Haben wir es hier mit einer &#8220;Krakengrippe&#8221; zu tun?</p>
<p><span id="more-562"></span></p>
<p>Die Anwohner am Strand von <strong>Vila Nova de Gaia</strong> sind einigen Kummer gewöhnt. Immer wieder spuckt das Meer hier, in der Nachbarstadt von Porto, menschliche Leichen an den Strand &#8211; viele von ihnen Selbstmörder, die von den hohen Brücken über den Douro in den Tod gesprungen sind.</p>
<p>Nun sorgt hier ein neues <strong>mysteriöses Strandgut</strong> für zahllose Spekulationen: Am 3. Januar 2010, das Jahr war ganz frisch, wurden an einem gerade einmal zwei Kilometer langen Strandabschnitt bei Vila Nova de Gaia unzählige <strong>tote Kraken </strong>aufgefunden &#8211; insgesamt waren es <strong>600 Kilogramm</strong>. Alte und junge Tiere, große und kleine &#8211; ausschließlich &#8220;<em>polvos</em>&#8221; waren es, die angespült wurden.</p>
<p>Die zuständigen Behörden, alarmiert von Strandgängern und Anwohnern, taten ihr bestes &#8211; und versuchten, mit Hilfe der örtlichen Feuerwehr den Strand von den Kadavern zu säubern. Anwohner wurden dringend gewarnt, die toten Kraken zu verspeisen.  Denn die Ursachen, weshalb die Kraken sterben mussten, sind weiterhin unklar.</p>
<p style="text-align: center;"><em><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="400" height="350" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="src" value="http://rd3.videos.sapo.pt/play?file=http://rd3.videos.sapo.pt/NEdZ88sRahEMMWtfGTON/mov/1" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="400" height="350" src="http://rd3.videos.sapo.pt/play?file=http://rd3.videos.sapo.pt/NEdZ88sRahEMMWtfGTON/mov/1" allowfullscreen="true"></embed></object></em></p>
<p style="text-align: center;"><em>Bericht des Fernsehsenders SIC über den Fund der toten Kraken</em></p>
<p>Theorien gibt es dafür viele &#8211; und gerade die Kommentarspalten im Internet sorgen für immer neue Ansätze. Ist es eine <strong>Veränderung des Erdmagnetismus</strong>, der die Kraken in totale Verwirrung stürzte? Ist es ein <strong>Massenselbstmord </strong>der Tiere, wie man sie sonst eher aus Thrillern kennt?</p>
<p>Örtliche Fischer machen die <strong>starken Regenfälle</strong> im Dezember für die Todesfälle verantwortlich.  Der Dezember 2009 ist bereits als <strong>regenreichster Monat</strong> des Jahrhunderts in die portugiesische Klimageschichte eingegangen. Durch die hohen Mengen an Süßwasser, die so über den Douro ins Meer gespült wurden, sei die Salzkonzentration gesunken &#8211; und hätte zum Ableben der Tintenfische geführt.</p>
<h2><strong>Eine &#8220;wissenschaftliche Herausforderung&#8221;</strong></h2>
<p>Forscher bezweifeln diese These jedoch.  Schließlich gibt es viele Fischarten in der Küstenregion, die sehr viel sensibler auf Veränderungen des Salzgehalts reagieren. Warum dann ausgerechnet nur die Kraken?</p>
<p>Doch auch die studierten Meeresforscher sind nicht viel schlauer als die spekulierenden Laien. Nuno Oliveira vom Parque Biológico de Gaia <a title="Polvos mortos encontrados em Gaia são “desafio científico”" href="http://www.cienciahoje.pt/index.php?oid=38332" target="_blank">spricht im Onlinejournal &#8220;Ciência hoje&#8221;</a> vornehm von einer &#8220;<strong>wissenschaftlichen Herausforderung&#8221; &#8211; </strong>man habe es mit einem Phänomen zu tun, über das noch keinerlei wissenschaftliche Untersuchung vorliege.</p>
<p>Proben der toten Kraken sind mittlerweile an Labors in Lissabon, Porto und dem spanischen Vigo verschickt worden. Die ersten Ergebnisse dieser Untersuchungen blieben vage.</p>
<h2>Eine Krakengrippe?</h2>
<p>Viel spricht nach Meinung der meisten Wissenschaftler dafür, dass die Kraken an einem <strong>Virus</strong> oder einer mikrobakteriellen Erkrankung gestorben sind. Mike Weber, Direktor der Naturschutzstation Estação Litoral da Aguda (ELA) in Vila Nova de Gaia, spricht bereits ironisch von der &#8220;Krakengrippe&#8221;. Doch selbst wenn es ein Virus war: Warum nur hier, warum so konzentriert, und mit dieser Wucht? Nach Einschätzung von Mike Weber dürfte das rätselhafte Phänomen die <strong>gesamte Krakenpopulation </strong>vor Vila Nova de Gaia erst einmal ausgerottet zu haben.</p>
<p>So unheimlich, so &#8220;unnatürlich&#8221; erscheint der vielfache Tod der Kraken, dass selbst die sonst so seriösen Wissenschaftler Spaß am Spekulieren finden.</p>
<p>Im <a title="What Is Killing Portugal's Octopuses?" href="http://www.time.com/time/world/article/0,8599,1951644,00.html" target="_blank">TIME-Magazin</a> erinnerte Mike Weber zum Beispiel an einen Fall aus dem Dezember des Jahres 2007, als die portugiesische Polizei ein Schiff mit gefrorenen Kraken konfiszierte, die wiederum <strong>9, 4 Tonnen Kokain</strong> umhüllten. &#8220;Es könnte sein, dass jemand die Tiere aufgetaut hat, das Kokain entnahm, und ihre Körper über Bord warf&#8221;, so die Vermutung von Weber in TIME.</p>
<p>Wie gesagt: Das ist Spekulation. Und eine <strong>biologisches Phänomen</strong> wie etwa eine Viruserkrankung bleibt die wahrscheinlichste Ursache für das Krakensterben von Vila Nova de Gaia. Das heißt aber auch: Ein Verzehr der toten Kraken ist unangebracht und kann sogar gesundheitsgefährdend sein.</p>
<p>Nicht alle Anwohner scheinen sich jedoch an diese Vorsichtsmaßnahme zu halten. Das Jornal de Notícias berichtet etwa von Menschen, die ihre heimischen Tiefkühltruhen <strong>kiloweise mit Kraken</strong> befüllten. Kein Wunder, zählen Gerichte mit &#8220;polvo&#8221; doch zu den festen Bestandteilen der portugiesischen Küche.</p>
<h2>Enormer Druck auf Ökosystem Küste</h2>
<p>Was auch immer zum Tod der Kraken geführt haben könnte: Der Vorfall zeigt, dass die Ökosysteme an Portugals Küste einem enormen Druck ausgesetzt sind. Einer breiten Öffentlichkeit wurde diese enorme Gefährdung vor einigen Jahren bewusst. Im Jahr 2002 brach vor der galizischen Küste der<strong> Öltanker &#8220;Prestige&#8221;</strong> auseinander und drohte, weite Teile der portugiesischen Küste in ein biologisches Nirwana zu verwandeln. Damals konnte die ganz große Katastrophe noch abgewendet werden &#8211; doch die Probleme der Meeresverschmutzung, durch Klimawandel und durch Überfischung sind bis heute akut.</p>
<p>Neben der Bedrohung durch Tankerhavarien kommt eine kontinuierliche <strong>Belastung des Wassers mit Schadstoffen</strong> hinzu. Erst vor ein paar Tagen schlug die Umweltschutzorganiation Quercus Alarm: Die Wasserqualität in den portugiesischen Flüssen sei so schlecht wie nie zuvor. Und der ganze Dreck aus den Flüssen wird dann ins Meer gespült.  Mit allen Folgen, die am Ende zu einem Massensterben ganzer Tierpopulationen führen können.</p>
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		<title>Im Auf und Ab der Strömung: Wird Portugal Weltmeister der Wellenenergie?</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Oct 2009 18:23:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gilberto</dc:creator>
				<category><![CDATA[Natur & Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Agucadoura]]></category>
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		<description><![CDATA[ 	Nicht nur Surfer schätzen den hohen Wellengang an Portugals 1.793 Kilometer langer Atlantikküste. Die Kraft der Wellen könnte auch für die Erzeugung von Strom genutzt werden. Erste Pilotprojekte sind bereits am Start. Doch es zeigt sich: Nicht nur die Technik hat so ihre Tücken &#8211; auch die Finanzierung bereitet Probleme. Verspielt Portugal seinen so [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Nicht nur Surfer schätzen den hohen Wellengang an Portugals 1.793 Kilometer langer Atlantikküste. Die Kraft der Wellen könnte auch für die Erzeugung von Strom genutzt werden. Erste Pilotprojekte sind bereits am Start. Doch es zeigt sich: Nicht nur die Technik hat so ihre Tücken &#8211; auch die Finanzierung bereitet Probleme. Verspielt Portugal seinen so sicher geglaubten Vorsprung in der Wellenenergie?</p>
<p><span id="more-520"></span></p>
<p><a href="http://www.blogactionday.org/"><img title="bad-180-150" src="http://www.portugalmania.de/wp-content/bad-180-150.jpg" alt="" width="180" height="150" align="left" /></a></p>
<p>Sonne, Wasser, Wind: Als sonnennreiches und küstennahes Land besitzt Portugal ideale Voraussetzungen zur <strong>Nutzung erneuerbarer Energien.</strong> Und auch wenn der Aufbruch in die &#8220;grüne Zukunft&#8221; zunächst recht zaghaft begann, so sind die Ziele mittlerweile umso ambitionierter: Der nationale Energiebedarf soll &#8211; geht es nach dem Willen der bisherigen Regierung &#8211; im Jahr 2020 zu <strong>60 Prozent</strong> von den &#8220;Regenerativen&#8221; gedeckt werden. Sicher ein gutes Ziel, um die bislang <a title="Klimabilanz von Portugal 5 Prozent über Zielen" href="http://www.cumprirquioto.pt/Home.action" target="_blank">wenig schmeichelhafte Klimabilanz Portugals</a> etwas zu verbessern. Und auch ein Ziel aus <strong>strategischem Interesse </strong>heraus &#8211; muss Portugal doch heute noch knapp die Hälfte seines Stroms vom Nachbarland Spanien importieren.</p>
<p>Entscheidend für den Erfolg der großen energiepolitischen Ziele wird sein, einen <strong>breitgefächerten Mix </strong>verschiedener Energiequellen zu erreichen &#8211; damit zum Beispiel Ausfälle der Windenergie bei Flauten kompensiert werden können. Und hier kommt eine <strong>neue Form der Energiegewinnung</strong> ins Spiel, der weltweit gerade in Küstenregionen sehr viel zugetraut wird: Der <strong>Wellenenergie</strong>.</p>
<h2>335 Kilometer Küste geeignet</h2>
<p>Portugals  Ausgangsposition für die Erzeugung von Strom aus Wellen ist hervorragend. Nach Berechnungen des portugiesischen <a title="wavec" href="http://www.wavec.org" target="_blank">Wave Energy Centers (WAVEC)</a> würden sich Küstenabschnitte mit einer Gesamtlänge von <strong>335 Kilometern </strong>für die Nutzung von Wellenenergie eignen &#8211; vor allem in Regionen zwischen Porto und Lissabon, aber auch an der Alentejo-Küste. Und auch <strong>technologisches Know-how</strong> ist im Land vorhanden: Bereits seit 1978 arbeitet die Technische Universität von Lissabon intensiv an der Erforschung der Wellenenergie. Mit der Gründung von WAVEC im Jahr 2003 sind diese Bemühungen noch einmal professionalisiert worden.</p>
<p>Nach Berechnungen des <a title="World Energy Council" href="http://www.worldenergy.org" target="_blank">World Energy Council </a>in London könnte die Wellenenergie an küstennahen Standorten bis zu 40 Prozent des Strombedarfs decken. Bei derart <strong>positiven Aussichten</strong> ist es dann schon wieder verwunderlich, warum die Wellenenergie bislang selbst im Kreise der erneuerbaren Energien ein <strong>Nischendasein </strong>fristet.</p>
<p>Der Grund dafür liegt vor allem in der immer noch<strong> nicht ausgereiften Technik</strong> zur Energiegewinnung. Kein einziges Wellenkraftwerk weltweit ist wirklich aus dem Status eines Prototypen herausgewachsen. <a title="Wellenkraftwerke erklärt " href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wellenkraftwerk" target="_blank">Verschiedene Systeme</a> &#8211; von der pneumatischen Kammer bis zu hydraulische Prinzipien &#8211; konkurrieren miteinander. Die meisten Entwickler setzen auf <strong>Offshore-Kraftwerke</strong> einige hundert Meter vor der Küste, andere auf Küstenbauwerke.</p>
<h2>Die Seeschlange vor Agucadoura</h2>
<p>So wurde bislang eher an der Wellenergie getüftelt als echtes Geld verdient. Dementsprechend stolz war man in Portugal, als man vor wenigen Jahren dann die Errichtung des weltweit ersten, <strong>kommerziell betriebenen Wellenkraftwerks </strong>bekanntgab. Eine private Investorengruppe aus Portugal, England und Australien erklärte sich bereit, vor der Küste von Agucadoura ein Wellenkraftwerk mit hydraulischer Funktionsweise in Betrieb zu nehmen. Und tatsächlich: Mit viel Show und Aufmerksamkeit, begleitet von der portugiesischen Marine, wurden die <strong>ersten Module des Pelamis-Wellenkraftwerks von Agucadoura</strong> in Betrieb genommen.<br />
<object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="344" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/7k5r89IseEM&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;color1=0x5d1719&amp;color2=0xcd311b" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="344" src="http://www.youtube.com/v/7k5r89IseEM&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;color1=0x5d1719&amp;color2=0xcd311b" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object><br />
Die langgezogenen, schwimmenden <strong>Pelamis-Module </strong>der gleichnamigen Firma aus dem schottischen Edinburgh nutzen die Wellenenergie auf raffinierte Weise. Die 150 Meter langen &#8220;Seeschlangen&#8221; bestehen aus einzelnen Gliedern. Durch den Gang der Wellen verschiebt sich die Position der Glieder zueinander. Dank <strong>hydraulischer Sperren</strong> werden spezielle Flüssigkeiten innerhalb der Pelamis-Module unter Hochdruck gesetzt, was wiederum zur Erzeugung von Strom genutzt werden kann.</p>
<p>Doch das Glück vor Nordportugal währte nicht lange. <strong>Technische Probleme </strong>mit den Pelamis-Modulen erforderten Reparaturarbeiten- die Module wurden wieder in den sicheren Hafen von Leixoes zurückgezogen. Viel schlimmer war jedoch ein Orkan abseits der Weltmeere, die Pelamis voererst ins Kentern brachte: Die weltweite Finanzkrise.</p>
<p>Der größte Investor im Betreiberkonsortium für das Pelamiskraftwerk, eine australische Bank, stieg Hals über Kopf aus dem Projekt aus. <strong>Liquiditätsengpässe</strong>.    Von den ursprünglich erwarteten vier Monaten Zwangspause für Pelamis aufgrund der technischen Schwierigkeiten mit dem Projekt ist heute keine Rede mehr. Man kann schon froh sein, dass es mit Pelamis überhaupt weitergeht. Mittlerweile sieht es so aus, dass der portugiesische Energiekonzern EDP für die ausfallenden Anteilseigner in die Bresche springt. Doch bis alle wirtschaftlichen Fragen geklärt sind, werden noch viele Wellen im Atlantik ungenutzt rauschen: Das <a title="Artikel in JN: Pelamis wird 2011 wieder Energie erzeugen" href="http://jn.sapo.pt/PaginaInicial/Economia/Interior.aspx?content_id=1369467" target="_blank">Comeback von Pelamis ist nun für 2011 angepeilt</a>.</p>
<p>Pelamis zeigt, dass es bis zur wirklichen technologischen und <strong>kommerziellen Serienreife </strong>der Wellenenergie ein weiter Weg ist. Und dass die Investments in diese Form der Energie noch alles andere als sicher sind. Andererseits: Portugal verfügt über beste Ausgangsbedingungen, um bei der weiteren Entwicklung der Wellenenergie weiterhin mit dabei zu sein. Neben Pelamis sind noch mehrere andere <strong>Pilotprojekte </strong>zur Wellenenergie an der portugiesischen Küste im Einsatz oder sind geplant. 150 Kilometer nördlich von Lissabon hat die Regierung sogar einen ganzen Küstenstreifen als Erprobungsgebiet deklariert, mit sehr einfacher Anbindung der schwimmenden Wellenkraftwerke an das nationale Stromnetz.<br />
Doch trotz aller Schwierigkeiten: Portugal macht weiter Fortschritte in Sachen Wellenenergie. Diese Anbindung ans Netz, zusammen mit einer garantierten Einspeisevergütung für den aus Wellenkraft erzeugten Strom, ist auch einer der Hauptvorteile Portugals.</p>
<p>So sagt auch Ken Street von der britischen Wellenenergiefirma Orecon, dass der &#8220;portugiesiche Wellenmarkt mit Abstand der beste in Europa&#8221; sei: &#8220;Dort gibt es ein <strong>exzellentes Vorkommen von Wellen</strong> und die lange, schmale Form des Landes ermöglicht eine einfache Anbindung an das Netz und Verteilung des Stroms.&#8221;</p>
<p>Orecon wird im Jahr 2011 vor Peniche zumindest mit der portugiesischen Gesellschaft Eneólica in Betrieb nehmen. Dann geht das Rennen um die besten Ausgangsbedingungen für die Wellenenergie der Zukunft in die nächste Runde &#8211; bis dahin gehören die Wellen erst einmal wieder alleine den Surfern.</p>
<p><em>Heute, am 15. Oktober 2009, ist <a title="Blog Action Day 09" href="http://www.blogactionday.org/" target="_blank">Blog Action Day</a>. Blogs aus der ganzen Welt beleuchten aus ihrer Perspektive verschiedene Themen rund um den globalen Klimawandel. portugalmania macht mit &#8211; und zeigt eine CO2-freie Zukunftsenergie, die in Portugal besonders gute Chancen hat&#8230;</em></p>
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		<item>
		<title>Bei seinen Flüssen hängt Portugal am Tropf Spaniens</title>
		<link>http://www.portugalmania.de/2008/06/expo-zaragoza-fluesse-portugal-spanien/</link>
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		<pubDate>Sat, 14 Jun 2008 11:31:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gilberto</dc:creator>
				<category><![CDATA[Natur & Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Douro]]></category>
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		<description><![CDATA[ 	Zehn Jahre nach der Expo98 in Lissabon bildet die iberische Halbinsel wieder den Schauplatz für eine Weltausstellung. Standen 1998 in Lissabon noch die Ozeane im Mittelpunkt, so weitet sich der Blick bei der EXPO 2008 im spanischen Saragossa nun auf das Thema Wasser im Allgemeinen. Ein Thema, das auch für Portugal von Brisanz ist: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	<img style="float: right;" title="Expo Zaragoza 2008" src="http://www.portugalmania.de/wp-content/14_06_expo-logo_es.jpg" alt="" width="150" height="150" />Zehn Jahre nach der Expo98 in Lissabon bildet die iberische Halbinsel wieder den Schauplatz für eine <strong>Weltausstellung</strong>. Standen 1998 in Lissabon noch die Ozeane im Mittelpunkt, so weitet sich der Blick bei der EXPO 2008 im spanischen Saragossa nun auf das <strong>Thema Wasser </strong>im Allgemeinen. Ein Thema, das auch für Portugal von Brisanz ist: Denn die großen Flüsse des Landes entspringen allesamt in Spanien &#8211; und machen Portugal damit abhängig von der Wasserpolitik seines großen Nachbarn.  <span id="more-377"></span></p>
<p>In Saragossa hängt nun alles wieder vom Wasser ab. Meist führt der durch die Stadt fließende Ebro <strong>viel zu wenig Wasser</strong> mit sich &#8211; in jüngster Zeit jedoch war es nach den anhaltenden Frühlings-Regenfällen so viel, so dass Teile des ausgerechnet in die sensiblen Ebro-Auen hineingebauten EXPO-Geländes bereits zur Eröffnung<span style="color: #888888;"> <strong><span style="color: #000000;">überflutet</span></strong></span> waren. So zeigt die mit edlen Motiven angetretene EXPO bereits in der Wahl ihres Geländes die Ambivalenz, mit der das Thema auf der iberischen Halbinsel angepackt wird.</p>
<p>Kaum ein anderes europäischen Land wie das <strong>dürregeplagte Spanien</strong> muss sich so viele Sorgen um die künftige Wasserversorgung machen. Schon in den vergangenen Jahren sorgten immer wieder Hitzeperioden für extreme Wasserknappheiten, die zusätzlich noch von den durstigen Boombranchen Landwirtschaft und Tourismus verschärft wurde. Erst vor ein paar Wochen musste ein <a title="Meldung bei N24" href="http://www.n24.de/news/newsitem_868584.html" target="_blank">Tankschiff vor Barcelona andocken</a>, um die auf dem Trockenen sitzende Großstadt mit Trinkwasser zu versorgen.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-380" title="Das Expo-Gelände in Saragossa" src="http://www.portugalmania.de/wp-content/14_06_el_recinto.jpg" alt="" width="450" height="299" /><br />
<em>Das EXPO-Gelände in Saragossa. Foto: <a title="Expo Zaragoza" href="http://www.expozaragoza2008.es/">Expo 2008</a></em></p>
<p>Maßnahmen für einen sorgsameren Umgang mit Wasser tun also Not &#8211; zumal der Klimawandel der iberischen Halbinsel noch längere und intensivere Dürreperioden einbringen dürfte. So gibt sich die EXPO als &#8220;<strong>Wasserschau im Dürreland</strong>&#8221; (<a title="FAZ-Artikel: Wasserschau im Dürreland" href="http://www.faz.net/s/RubCD175863466D41BB9A6A93D460B81174/Doc~E19A08E589D9442CCB9A68F172833FBDF~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">FAZ</a>) dann auch ganz öko-effizient. In verschiedenen Themenbereichen stellen die teilnehmenden Länder ihre Konzepte zum Wassersparen dar. Erstmals bei einer Weltausstellung haben auch die Nicht-Regierungs-Organisationen ihren eigenen Pavillon auf einer Weltausstellung.</p>
<h2>Portugiesischer Pavillion: Flüsse im Mittelpunkt</h2>
<p>Das rege Interesse der Spanier am sorgsamen Umgang mit Wasser möchte auch Portugal für sich nutzen. Die Ausstellung im <strong>portugiesischen Pavillion</strong> auf der EXPO 2008 widmet sich vorrangig den drei großen Flüssen <strong><span style="color: #000000;">Tejo, Douro und Guadiana</span></strong>: Drei Ströme, die mit Abstand das wichtigste Süßwasserreservoir für Portugal bilden. Drei Ströme aber auch, die den größten Teil ihres Flusslaufes als Duero, Tajo und wiederum Guadiana auf <strong>spanischem Territorium</strong> verbringen. So entsteht eine Abhängigkeit, mit der sich jeder Eingriff Spaniens am Flusssystem auch negativ auf Portugals Wasserversorgung auswirken.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-378" src="http://www.portugalmania.de/wp-content/14_06_expo-logo_pt.jpg" alt="" width="500" height="139" /></p>
<p>In der portugiesischen Politik ist die <strong>Abhängigkeit vom spanischen Wasser</strong> seit jeher ein delikates Thema. Traditionell sucht Portugal einvernehmliche Lösungen mit Spanien über die gemeinsame Nutzung der Flüsse. Die Lobesworte über eine gelungene Partnerschaft gehören fest zum portugiesischen Tagesgeschäft dazu.</p>
<p>Und so einladend und werbend um die spanische Seite zeigt sich auch Portugals Pavillion auf der diesjährigen Weltausstellung: Als einziger der Länderpavillions verfügt er über eine <strong>transparente Glasfassade</strong>, die Blicke nach innen und außen zulässt. Durch die großzügige Ausstellungsfläche zieht sich als <strong>symbolisch verbindendes Band</strong> ein &#8220;roter Fluss&#8221;, der zu den verschiedenen Informationstafeln führt. Naturschutz, Tourismus, wirtschaftliche Nutzung: Nichts lässt der portugiesische Beitrag aus, um dem internationalen und spanischen Publikum die Wichtigkeit der grenzüberschreitenden Flüsse darzustellen, sie auf das &#8220;gemeinsame Amphitheater&#8221; einzustimmen, wie kürzlich Rolando Borges Martins &#8211; Kurator des portugiesischen Beitrags in Saragossa &#8211; dem <a title="Beitrag und Fotogalerie in Visão" href="http://aeiou.visao.pt/Actualidade/Cultura/Pages/Somoscomoumrio.aspx" target="_blank">Nachrichtenmagazin Visão anvertraute</a>.</p>
<h2>Immer wieder Streit ums Wasser</h2>
<p>Eine Bedeutung, die vom spanischen Nachbarn immer mal wieder ignoriert wird. So erfuhr Anfang der 90er Jahre die portugiesische Regierung aus der Presse, dass Spanien im Rahmen seines groß angelegten nationalen Flussbauplans eine <strong>Umleitung von Dourowasser in den Tejo plante</strong>. Diese Maßnahme hätte dem Douro mehr als ein Zehntel seines Wassers beraubt &#8211; mit spürbaren  Auswirkungen für die portugiesische Landwirtschaft, Energiegewinnung und Umwelt. Nicht die Proteste aus Lissabon, sondern ein Zank unter den spanischen Regionen selbst brachte den Wasserplan in dieser Form letztendlich zu Fall &#8211; doch die Idee der Douroumleitung blieb zumindest auf dem Papier noch erhalten.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-381" title="Tejo" src="http://www.portugalmania.de/wp-content/14_06_tejo.jpg" alt="" width="500" height="333" /><br />
<em>Wasser aus Spanien: Der Tejo bei Vila Vela de Rodao. <a href="http://www.flickr.com/photos/ceiling/2349591794/" target="_blank">Foto: ceiling auf Flickr</a></em></p>
<p>Vor drei Jahren, im Dürresommer von 2005, kam es wieder zum <strong>Wasserstreit</strong>. Entgegen der vertraglichen Absprachen mit Portugal gönnte sich das trockene Spanien einen <strong>überaus großen Schlu</strong>ck aus dem Duero &#8211; vor allem <strong>zu Lasten der portugiesischen Landwirte</strong>, die daraufhin von der Regierung in Lissabon Kompensationszahlungen für ihre Produktionsausfälle erhielten. Später räumte auch die spanische Regierung ein, den Vertrag gebrochen zu haben und überwies eine Entschädigungszahlung an Portugal (<a title="Telepolis-Beitrag" href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/20/20550/1.html" target="_blank">ein ausführlicher Beitrag zum Thema im Online-Magazin Telepolis</a>).</p>
<p>Nach diesen Irritationen sei das <strong>Verhältnis aber nun wieder bestens</strong>, gab Orlando Borges, Präsident der portugiesischen Wasserbehörde, <a title="Beitrag im Diário Digital" href="http://diariodigital.sapo.pt/news.asp?section_id=114&amp;id_news=336135" target="_blank">wenige Tage vor Eröffnung der EXPO 2008 zu Protokoll</a>. Die Verträge mit Spanien seien nachgebessert worden, klare Regeln zur Entnahme von Wassermengen definiert worden &#8211; und beide Partner hätten ein großes Vertrauen zueinander. Doch hält dieses immer wieder gebrochene Vertrauen auch in Krisenzeiten?</p>
<p>Der <strong>Klimawandel </strong>wird das Vertragswerk zur gemeinsamen Flussnutzung &#8211; dessen Wurzeln bereits auf ein Grenzabkommen von 1864 zurückgehen &#8211; auf immer neue Proben stellen. Und bislang regeln die gemeinsamen Abkommen vor allem Fragen zur Wassermenge: Doch auch <strong>Umweltaspekte wie die Wasserqualität</strong> gewinnen an Bedeutung. Was, wenn das Flusswasser aus Spanien immer stärker mit Schadstoffen belastet in Portugal ankommt?</p>
<h2>Sorgloser Umgang mit Wasser auch in Portugal</h2>
<p>Nicht alle Probleme freilich gehen auf das Konto der Spanier. Auch Portugal muss im <strong>nachhaltigen Umgang</strong> mit seinen Flüssen einige Hausaufgaben erledigen. Die Landwirtschaft entlässt noch immer zu viele Schadstoffe in die Flüsse, und die überaus große Anzahl von Staustufen bringt die teils fragilen Ökosysteme erheblich durcheinander. Selbst der <strong>letzte unberührte Fluss Portugals</strong>, der <a href="http://www.portugalmania.de/natur-umwelt/2007/ein-damm-bedroht-den-rio-sabor-portugals-letzten-unberuhrten-fluss/">Rio Sabor, soll nun mit einer Staustufe versehen werden</a> &#8211; was das Aus für eine der letzten unberührten Naturlandschaften im Norden Portugals bedeuten würde.</p>
<p><strong>Es muss sich also etwas ändern</strong> &#8211; darauf verweist auch der Portugal-Pavillion auf der EXPO 2008 in seinem letzten Bereich, der &#8220;Mudança&#8221; (Veränderung) genannt ist. Hier sind die Besucher aufgefordert, ihre Worte, ihre Gedanken für eine bessere Nutzung des Wassers in eine <strong>Multimedia-Installation</strong> einzubringen.</p>
<p>Der Legende nach, <a title="Wikipedia-Eintrag Guadiana" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Guadiana" target="_blank">so erzählt uns Wikipedia</a>, hätten sich vor langer Zeit drei Flussgeister nach Spanien begeben, um dort ein Wettrennen an den Atlantik zu beginnen. Eine Nacht schliefen die Geister noch. Der erste, der erwachte, war der <strong>Guadiana </strong>- und nahm den schönsten und einfachsten Weg hinunter zur Algarve. Der <strong>Tejo </strong>folgte als nächster und entschied sich für die Route nach Lissabon. Für den Langschläfer Douro blieb nur noch die <strong>lange und zerklüftete Strecke</strong> durch den Norden Spaniens und Portugals übrig &#8211; aber alle drei fanden den Weg zum Atlantik.</p>
<p>Vielleicht macht es die Expo den Flussgeistern gleich &#8211; und versorgt die iberische Halbinsel mit einem Strom an Ideen für bessere Wassernutzung, der bald auch nach Portugal überschwappen könnte.</p>
<p><a title="Expo Zaragoza" href="http://www.expozaragoza2008.es" target="_blank">Die offizielle Homepage der EXPO Saragossa (Expo Zaragoza)</a></p>
<p><a title="Portugal auf der EXPO 2008" href="http://www.expo2008-portugal.com" target="_blank">Die offizielle Homepage des Portugal-Pavillions auf der EXPO 2008</a></p>
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		<title>Green Cork: Portugal entdeckt das Kork-Recycling</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Apr 2008 21:14:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gilberto</dc:creator>
				<category><![CDATA[Natur & Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Kork]]></category>
		<category><![CDATA[Recycling]]></category>
		<category><![CDATA[umwelt]]></category>

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		<description><![CDATA[ 	Kork ist ein wunderbares Naturprodukt &#8211; und stellt die Produzenten manchmal auf eine Geduldsprobe: Nur alle neun Jahre ist es möglich, einer Korkeiche deren Rinde zu entrauben  -und das darin verborgene Kork zu gewinnen. Die ohnehin schon gute Ökobilanz des Korks kann sogar noch weiter gesteigert werden: Recycelte Weinkorken leisten etwa als natürliche [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Kork ist ein wunderbares Naturprodukt &#8211; und stellt die Produzenten manchmal auf eine Geduldsprobe: Nur alle neun Jahre ist es möglich, einer Korkeiche deren Rinde zu entrauben  -und das darin verborgene Kork zu gewinnen. Die ohnehin schon gute Ökobilanz des Korks kann sogar noch weiter gesteigert werden: Recycelte Weinkorken leisten etwa als natürliche Wärmedämmer oder im Automobilbau gute Dienste. Mit dem Projekt &#8220;Green Cork&#8221; ist die Idee der Wiederverwertung nun auch in Portugal, einem der weltweit größten Korkproduzenten, angekommen. <span id="more-341"></span></p>
<p>Es gibt viele gute Gründe, die für echte Korken auf Weinflaschen sprechen. Das Aroma, der Stil &#8211; und letztendlich auch die gute Ökobilanz des Korks. Denn von jeder Korkeiche kann nur alle neun Jahre die Rinde abgeschabt werden, um daraus Kork zu gewinnen. So verlangen die Haine von Korkeichen viel <strong>Hege und Pfleg</strong>e &#8211; bieten dabei aber auch Heimat für viele Tier- und Pflanzenarten, darunter dem vom Aussterben bedrohten <a href="http://www.portugalmania.de/natur-umwelt/2007/neues-reproduktionszentrum-an-der-algarve-letzte-chance-fur-den-iberischen-luchs/">iberischen Luchs</a>.</p>
<p>Und auch in Sachen Klimaschutz haben die Korkeichenwälder ihre Bedeutung: Sie binden nach Berechnungen des portugiesischen Korkinstituts fast <strong>fünf Millionen Tonnen Kohlendioxid </strong>- das entspricht etwa fünf Prozent des jährlichen CO2-Ausstoßes Portugals. Umso ärgerlicher ist es deshalb, dass Glas- oder Kunststoffverschlüsse immer häufiger die traditionellen Korken als Verschluss von Weinflaschen ersetzen: Denn das könnte die nachhaltige Pflege der Korkeichen langsam aber sicher in Bedrängnis bringen.</p>
<p><a href="http://earth-condominium.com/port/green.html" title="Green Cork" target="_blank"><img src="http://www.portugalmania.de/wp-content/18_04_greencork.gif" alt="18_04_greencork.gif" align="right" /></a>Die Sorge ums Geschäft, aber auch um die Entwicklung der Korkeichen, hat in Portugal nun eine seltene Allianz zwischen Wirtschaft und Umweltverbänden hervorgebracht: <a href="http://earth-condominium.com/port/green.html" title="Green Cork" target="_blank"><strong>Green Cork</strong></a> heißt das groß angelegte Projekt, in dem sich unter anderem der Korkhersteller <a href="http://www.amorim.com" title="Grupo Amorim" target="_blank">Grupo Amorim</a> und die <a href="http://www.quercus.pt" title="Quercus" target="_blank">Umweltorganisation Quercus</a> zusammengetan haben. Ziel von Green Cork ist es, in den nächsten Jahren den <strong>Bestand von Korkeichen in Portugal weiter aufzustocken</strong> und somit ein Stück Artenvielfalt zu sichern.</p>
<p>Und ein weiterer Aspekt kommt noch hinzu: Quercus und Amorim wollen auch das<strong> Kork-Recycling</strong> in Portugal vorantreiben. Schon nächste Woche fängt Green Cork an, bei Wirten deren gebrauchte Weinkorken einzusammeln und diese einer <strong>Wiederverwertung </strong>zuzuführen. Und bald schon sollen etwa auch in Continente-Supermärkten ganz normale Verbraucher ihre alten Korken abgeben können.</p>
<p>Für neue Flaschenverschlüsse lassen sich die Gebrauchtkorken zwar nicht mehr nutzen &#8211; dafür aber als Granulat etwa als Material für die <strong>ökologische Wärmedämmung</strong> von Häusern oder auch in Automobilen verwenden. Vom Kork-Recycling profitieren also wieder beide Partner: Die Gruppe Amorim erhält kostengünstig neue Rohstoffe, und Quercus kann sich dank der Spenden des Wirtschaftspartners der Aufforstung widmen.</p>
<p>Damit ist die Idee des Recyclings auch im Mutterland des Korks angekommen &#8211; in Deutschland gibt es bereits seit einigen Jahren schon in fast jeder Stadt eine Kork-Sammelstelle. Eine &#8211;  unvollständige &#8211; Liste, wo man gebrauchte Weinkorken abliefern kann, findet sich zum Beispiel auf den <a href="http://www.korkkampagne.de/" title="Korkkampagne" target="_blank">Seiten der Korkkampagne</a> des Naturschutzbundes Deutschland.</p>
<p><a href="http://www.petitionpourleliege.org/" title="Pétition pour le liège" target="_blank"></a></p>
<p style="text-align: center"><a href="http://www.petitionpourleliege.org/" title="Pétition pour le liège" target="_blank"><img src="http://www.portugalmania.de/wp-content/18_04_petition.gif" alt="18_04_petition.gif" border="0" /></a></p>
<p>Kork ist einfach zu schade zum Wegwerfen. Wer sogar mit einem einzigen Mausklick etwas für die Aufforstung von Korkeichen tun möchte, sollte sich auf der französischen Website <a href="http://www.petitionpourleliege.org/" title="Pétition pour le liège" target="_blank"><em>Pétition pour le liège</em> (Petition für den Korken) </a> einklinken: Für jede Unterschrift, die auf dieser Website abgegeben wird, stellen die Sponsoren die <strong>Anpflanzung von 7,5 Quadratmetern Korkeichenwäldern</strong> in Aussicht. Wenn das mal kein Grund ist, auf &#8220;<a href="http://www.petitionpourleliege.org/rubrique1.html" title="Signieren" target="_blank">Je signe la pétition</a>&#8221; zu klicken.</p>
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		<title>Der Lieblings-Strand der Lissaboner schrumpft: Das Meer nagt an der Costa da Caparica</title>
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		<pubDate>Sat, 29 Mar 2008 18:31:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gilberto</dc:creator>
				<category><![CDATA[Meer]]></category>
		<category><![CDATA[almada]]></category>
		<category><![CDATA[Atlantik]]></category>
		<category><![CDATA[Costa da Caparica]]></category>
		<category><![CDATA[Erosion]]></category>
		<category><![CDATA[klimawandel]]></category>
		<category><![CDATA[lissabon]]></category>
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		<description><![CDATA[ 	An schönen Sommerwochenenden gibt es für die Lissaboner kein Halten mehr: Mit Auto, Schiff oder Bus bewegen sie sich in Scharen hinüber zur anderen Tejoseite und belagern die dort liegenden weitläufigen Strände der Costa da Caparica. Doch die Küstenlinie im Bezirk Almada ist in Gefahr: Vor allem im Winter nagt sich das Meer einige [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	An schönen Sommerwochenenden gibt es für die Lissaboner kein Halten mehr: Mit Auto, Schiff oder Bus bewegen sie sich in Scharen hinüber zur anderen Tejoseite und belagern die dort liegenden weitläufigen Strände der Costa da Caparica. Doch die Küstenlinie im Bezirk Almada ist in Gefahr: Vor allem im Winter nagt sich das Meer einige Meter von der Küste ab &#8211; und der Klimawandel könnte den Prozess sogar noch weiter beschleunigen.  <span id="more-328"></span></p>
<p>Fällt sie oder nicht? Die <strong>Pé Nú-Strandbar</strong> an der Costa da Caparica durfte sich vor einigen Wochen eines <strong>ungeahnten Medieninteresses</strong> erfreuen. Nicht die gastronomische Qualität des beliebten Nachtreffs am Strand von São João war das Thema,  sondern der<strong> drohende Absturz</strong> der gefährlich nah an der Küstenlinie gebauten Strandbar. Hohe  Wellen hatten Anfang März immer weitere Teile des Strandes abgenagt, so dass die etwas höher auf einem Felsabhang gebaute Bar fast ins Rutschen geraten wäre. Nur mit Mühe und Not konnten technische Nothelfer die Baracke vor dem Verfall retten.</p>
<p>Die Pé Nú-Bar ist kein Einzelfall. Mittlerweile bedrohen Sturmfluten und<strong> hohe Wellengänge</strong> in fast jedem Winter die Strandbars und küstennahen Gebäude entlang der Costa da Caparica. Besonders hart traf es den Lieblingsstrand der Lissaboner im vergangenen Jahr: Damals überschwemmten riesige Flutwellen einen <strong>direkt am Strand gelegenen Campingplatz</strong>.</p>
<p id="video" align="center">&nbsp;</p>
<p><embed src="http://rd3.videos.sapo.pt/play?file=http://rd3.videos.sapo.pt/AyiUDDz2C96VHL8DV6M6/mov/1" type="application/x-shockwave-flash" height="322" width="400"></embed></p>
<p align="center"><em>Eine Bar zum Abstürzen: Nachrichtenbeitrag über die Bar Pé Nú an der Costa da Caparica.</em></p>
<p>Und genau, wie die Überschwemmungen und Landverluste bald zum <strong>winterlichen Ritual </strong>an der Costa da Caparica dazugehören, so werden auch die lauten Forderungen der betroffenen Bewohner und Unternehmer nach <strong>besseren Küstenschutzmaßnahmen</strong> fast zur Routine. Dabei haben die zuständigen Behörden in den letzten Jahren schon einiges versucht, um die <strong>Erosion an den Stränden</strong> in den Griff zu bekommen.</p>
<p>Mit Hilfe des EU-Förderprogramms <a href="http://www.costapolis.pt" title="Costa Polis Website" target="_blank">Costa Polis</a> werden <strong>durchgängige Dünenlinien</strong> angelegt, um die Küste auf natürliche Art und Weise zu befestigen. Direkt an den Stränden sollen <strong>Buhnen</strong> den Verlust an fortgespültem Sand gering halten. Und viele der zu nah an der Küstenlinie gebauten Bars werden derzeit in sicherere Gefilde ein paar Meter weiter umgesiedelt &#8211; so auch die Pé Nú-Bar. Hier stacheln die Verzögerungen bei den Neubauten die betroffenen  Wirte zu großen Wehklagen an.</p>
<p align="center"><img src="http://www.portugalmania.de/wp-content/29_03_caparica_paraiso.jpg" alt="29_03_caparica_paraiso.jpg" /><br />
<small></small><em>Paradiesisch schön: Doch auch das Meer fordert seinen Anteil an der Costa da Caparica. Foto: </em><small><a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/" title="Attribution-NonCommercial-NoDerivs License" target="_blank"><img src="http://www.portugalmania.de/wp-content/plugins/photo_dropper/images/cc.png" alt="Creative Commons License" align="absmiddle" border="0" height="16" width="16" /></a></small><em> <a href="http://www.flickr.com/photos/gustty/7142812/" title="Flickr-Fotoseite" target="_blank">Gusty auf Flickr</a></em></p>
<p>Doch unter Fachleuten ist es umstritten, ob die <strong>gegenwärtigen Küstenschutzmaßnahmen ausreichen</strong> &#8211; und in wieweit sich die natürlichen Gesetze von Erosion und Sedimenation überhaupt künstlich beeinflussen lassen. Der Ingenieur Fernando Veloso Gomes, der die Küstenschutzprojekte an der Costa da Caparica projektierte, <a href="http://www.portugaldiario.iol.pt/noticia.php?div_id=291&amp;id=884007" title="Beitrag im Portugal Diário" target="_blank">beklagte sich erst im November letzten Jahres</a>, dass <strong>nur ein Sechstel</strong> der vorgesehenen Menge von künstlich aufgeschüttetem Sand an den Stränden von Caparica ausgebracht wurde. Und weiter: &#8220;Was mich besonders schockiert ist, dass man <strong>bereits seit 40 Jahren</strong> von der künstlichen Sandaufschüttung der Costa da Caparica mit Sand aus dem Hafen von Setúbal redet.&#8221;</p>
<p>In der Tat konnten sich in den letzten vier Jahrzehnten die Bewohner und Besucher der Costa da Caparica in einer <strong>trügerischen Sicherheit</strong> wiegen. Nicht zuletzt einige Küstenschutzmaßnahmen aus den 60er Jahren konnten bislang größere Landverluste verhindern. In den 90er Jahren wurden an den Stränden zwischen Lissabon und Setúbal sogar  Sand abgetragen, um das Expo-Gelände in Lissabon aufzuschütten.</p>
<p style="text-align: center"><img src="http://www.portugalmania.de/wp-content/29_03_caparica1.jpg" alt="29_03_caparica1.jpg" /><br />
<em>Tagesausklang an der Costa da Caparica: Zahlreiche Buhnen sollen die Küste vor Erosion schützen. Foto: </em><small><a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/" title="Attribution-NonCommercial-NoDerivs License" target="_blank"><img src="http://www.portugalmania.de/wp-content/plugins/photo_dropper/images/cc.png" alt="Creative Commons License" align="absmiddle" border="0" height="16" width="16" /></a></small><em> </em><em><a href="http://www.flickr.com/photos/gustty/304518279/" title="Flickr-Fotoseite" target="_blank">Gustty auf Flickr</a></em></p>
<p style="text-align: center"><em><a href="http://www.flickr.com/photos/gustty/304518279/" title="Flickr-Fotoseite" target="_blank"></a></em></p>
<p>Diese <strong>goldenen Jahre</strong> ließen anscheinend die Feinfühligkeit beim Umgang mit der Küste schwinden. Entlang der Costa da Caparica schossen <strong>endlose Siedlungen mit Hotelbauten</strong> in die Höhe, immer dichter wurden die Bebauungen und immer näher rückten die verschiedensten Einrichtungen <strong>an die Strände heran</strong> &#8211; und das macht nun anfällig gegen die Kräfte des Meeres.</p>
<p>Die Costa da Caparica und die nördlich gelegene Cova do Vapor sind seit Urzeiten dem <strong>Kommen und Gehen der Erosion</strong> ausgesetzt. Während die aus südlicher Richtung anrollenden Meereswellen immer wieder an der Küstenlinie nagen, sorgen die aus der Tejomündung ausgespülten Sedimente wiederum für eine Befestigung des Landes. Beide Kräfte, die der Zerstörung und der Stabilisierung, fanden ihr <strong>Gleichgewicht</strong> &#8211; das aber immer wieder mit Unterbrechungen.</p>
<p>Vor allem Regulierungsarbeiten an der Tejomündung, die in von den 20er bis in die 50er Jahre hinein vorgenommen wurden, zeigten dramatische Auswirkungen: Die <strong>Sedimentzufuhr</strong> zur Cova do Vapor und zur Costa da Caparica nahm rapide ab, was wiederum zu einer <strong>deutlichen Verkleinerung der Strände</strong> führte. Ein Vergleich historischer Aufnahmen, wie sie die beiden Forscher Fernando Veloso Gomes und Francisco Taveira Pinto von der Universität Porto in ihrer <a href="http://databases.eucc-d.de/files/000146_EUROSION_Cova_do_Vapor.pdf" title="Erosion an der Cova do Vapor / Costa da Caparica" target="_blank">aufschlussreichen Untersuchung zur Erosion an den Küsten südlich von Lissabon</a> vornehmen, veranschaulicht das Ausmaß des Landverlustes auf plastische Weise.</p>
<p style="text-align: center"><img src="http://www.portugalmania.de/wp-content/29_03_caparica2.jpg" alt="29_03_caparica2.jpg" /><br />
<em>Die Küstenlinie der Costa da Caparica heute (Quelle: Google Maps) und der Verlauf im Jahr 1870 (gelbe Linie; eigene Darstellung basierend auf Gomes/Pinto: <a href="http://databases.eucc-d.de/files/000146_EUROSION_Cova_do_Vapor.pdf" title="Eurosion Case Study" target="_blank">Eurosion Case Study &#8211; Cova do Vapor, Costa da Caparica</a></em></p>
<p>Nun, wo die Erosion wieder die Oberhand gewinnt, rächt sich der allzu sorglose Umgang mit der Küste, wie er in den letzten Jahrzehnten gepflegt wurde. Und trotz aller Küstenschutzmaßnahmen, trotz aller Verlagerungen von Bars und Campingplätzen: Die <strong>Probleme </strong>dürften in Zukunft <strong>noch größer</strong> werden. Alle gängigen Studien zum Klimaschutz gehen aufgrund der globalen Erwärmung von einem weltweiten Anstieg des Meeresspiegels aus. In Portugal dürften dieser nach <a href="http://www.cru.uea.ac.uk/~mikeh/research/wwf.iberia.pdf" title="Climate Change Scenarios for the Iberian Peninsula" target="_blank">Berechnungen des WWF</a> <strong>bis zu zehn Zentimeter</strong> pro Jahrzehnt betragen. Eine Zahl, die niedrig erscheint &#8211; aber die dennoch gerade für die Costa da Caparica Bedrohungspotenzial aufweist.</p>
<p>Denn die unter Klimaforschern gängige &#8220;<strong>Brun&#8217;sche Regel</strong>&#8221; besagt, dass <strong>mit jedem Meter Anstieg des Meeresspiegels</strong> eine 50 bis 100 Meter breite Küstenlinie verschwindet. Übertragen auf die Costa da Caparica würde dies bedeuten, dass von den heutigen Stränden schon in ein paar Jahrzehnten nicht mehr viel übrig sein könnte. Und noch mehr: Denn die von Erholungssuchende so geliebten <strong>Sandstrände </strong>der Costa da Caparica übernehmen auch eine natürliche Schutzfunktion: Sie schirmen die geologisch nicht allzu stabile aus Anschwemmungen und Fossilien bestehende Felsformation im Hinterland vor weiteren Abtragungen ab.</p>
<p>Was also tun? Noch begnügen sich Stadt- und Regionalverwaltung mit eher <strong>kosmetischen Maßnahmen</strong>. Nötig wäre dagegen eine Anpassung der Küstenschutzprogramme an die <strong>Herausforderungen des Klimaschutzes</strong>. Doch Portugals Umweltminister Nunes Correia beschwichtigt derzeit lieber: &#8220;<strong>Sturmfluten gibt es immer wieder</strong>, wir müssen mit ihnen leben.&#8221; In zehn, zwanzig Jahren könnte er dann ergänzen: Auch mit dem Klimawandel müssen wir leben. Mal sehen, wie dann die Costa da Caparica aussehen wird.</p>
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		<title>Lissabon unter Wasser</title>
		<link>http://www.portugalmania.de/2008/02/lissabon-unter-wasser/</link>
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		<pubDate>Mon, 18 Feb 2008 22:06:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gilberto</dc:creator>
				<category><![CDATA[Klima]]></category>
		<category><![CDATA[lissabon]]></category>
		<category><![CDATA[Naturkatastrophen]]></category>
		<category><![CDATA[regen]]></category>
		<category><![CDATA[Überschwemmungen]]></category>

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		<description><![CDATA[ 	Feuchter Wochenstart für Lissabon: Heftige Regenfälle haben Teile der portugiesischen Hauptstadt und vieler Umlandgemeinden überflutet. Und auch wenn die Unwetter selbst nicht vermeidbar waren &#8211; die Folgen hätten durch vorausschauendere  Planung  etwas milder ausfallen können. Denn schwere Regenfälle sind in Lissabon eigentlich  nichts Ungewöhnliches. 
 Lissabon unter Wasser. Nachdem die vergangenen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	<img src="http://www.portugalmania.de/wp-content/18_02_cheias3-small.jpg" alt="18_02_cheias3-small.jpg" align="right" />Feuchter Wochenstart für Lissabon: <strong>Heftige Regenfälle</strong> haben Teile der portugiesischen Hauptstadt und vieler Umlandgemeinden überflutet. Und auch wenn die Unwetter selbst nicht vermeidbar waren &#8211; die Folgen hätten durch vorausschauendere  Planung  etwas milder ausfallen können. Denn schwere Regenfälle sind in Lissabon eigentlich  nichts Ungewöhnliches. <span id="more-281"></span></p>
<p><strong> Lissabon unter Wasser.</strong> Nachdem die vergangenen Monate noch als<strong> längste Trockenperiode Portugals</strong> seit den letzten 91 Jahren in die Wettergeschichte eingingen, kam es nun heftig: Starke Regenfälle verursachten vor allem in der Region Lissabon <strong>Überschwemmungen</strong>, die wiederum <a href="http://sonnigersueden.blogspot.com/2008/02/endlich-angekommen.html" title="Bericht auf Sonniger Süden" target="_blank">den Berufsverkehr zum Erliegen brachten</a>.</p>
<p style="text-align: center"><img src="http://www.portugalmania.de/wp-content/18_02_cheias1.jpg" alt="18_02_cheias1.jpg" /><br />
<em>Lissabon unter Wasser. <a href="http://static.publico.clix.pt/docs/sociedade/cheiasgrandelisboa/index.html" title="Leserfotos von den Überschwemmungen in Lissabon" target="_blank">Foto von Pedro Diaz-Berrio auf publico.pt</a></em></p>
<p>Immer mehr verdichten sich die Anzeichen, dass auch in Portugal aufgrund des Klimawechsels in den letzten Jahren die Zahl <strong>extremer Wetterereignisse</strong> &#8211; Hitze, Trockenheit, Überschwemmungen &#8211; deutlich zugenommen hat. Und auch wenn die Regenfälle an sich kaum vermeidbar waren &#8211; die <strong>Auswirkungen der Überschwemmungen</strong> hätten doch um einiges geringer ausfallen können, wären in den Jahren zuvor einige vorausschauende Planungsmaßnahmen umgesetzt worden.</p>
<p>Seit langem beklagen Stadtplaner und Umweltschützer, dass <strong>Gullys und Abwasserrohre</strong> nicht genügend gereinigt würden &#8211; und das Wasser so nicht schnell genug abfließen kann, wenn&#8217;s drauf ankommt. Die <strong>wild wuchernde Verstädterung</strong> und Versiegelung des Bodens und fehlende Überschwemmungsgebiete in den Außenbezirken tun ihr übriges, dass ganze Landstriche und Straßenzüge nach solch heftigen Regenfällen wie ein Stausee auflaufen.</p>
<p>Und schon hat in der portugiesischen Politik ein <strong>Streit eingesetzt</strong>, wer an diesen wohlbekannten Missständen nun Schuld trägt. Umweltminister Nunes Correia beschuldigte gleich die Kommunen, sie hätten ihre Gullys nicht genügend gesäubert. Die <strong>wiesen den Angriff prompt zurück</strong> und verwiesen auf die nicht genügend wahrgenommene Zuständigkeit der Landesregierung bei der Säuberung von Wasserleitungen.</p>
<p style="text-align: center"><img src="http://www.portugalmania.de/wp-content/18_02_cheias2.JPG" alt="18_02_cheias2.JPG" /><br />
<em>Heute wie damals ein Problem: Hier ein Bild aus dem Jahr 1946 von der überschwemmten Estrada de Benfica in Lissabon. <a href="http://carmoeatrindade.blogspot.com/2008/02/inundaes-na-estrada-de-benfica-em-1946.html" title="Beitrag in O Carmo e a Trinidade" target="_blank">Quelle: O Carmo e a Trinidade</a></em></p>
<p>Anscheinend liegt das Problem an der Untätigkeit beider Seiten &#8211; und <strong>alle hätten es besser wissen können</strong>. Lissabon wird immer wieder von heftigen Regenfällen heimgesucht. Als bislang schlimmste Katastrophe gingen die <strong>Überschwemmungen vom November 1967</strong> ins Geschichtsbuch ein: Damals starben etwa 700 Menschen an den Folgen von Überflutungen und Erdrutschen &#8211; die meisten von ihnen in Elendsvierteln am Rande der Hauptstadt, die es heute in dieser Form nicht mehr gibt (<a href="http://www.youtube.com/watch?v=37_fzPIA0bA" title="Youtube-Video" target="_blank">ein Video von diesen Ereignissen gibt es hier</a>).</p>
<p>Trotzdem kein Grund zur Beruhigung: Heute <strong>stehen mehr Gebäude</strong> in den damals so heftig betroffenen Abflussrinnen des Regens als im Jahr 1967 &#8211; das kritisierten erst letzten November anlässlich des 40. Jahrestags der Überschwemmungen die beiden Geografen <span class="arial_11_preto">José Luís Zêzere und Catarina Ramos</span> <a href="http://jn.sapo.pt/2007/11/23/pais/cheias_1967voltariam_a_matarna_grand.html" title="Artikel im JN" target="_blank">im &#8220;Jornal de Notícias&#8221;</a>.</p>
<p>Regenfälle wie 1967 würden statistisch gesehen <strong>nur alle 200 Jahre</strong> vorkommen &#8211; wenn sie aber wieder kämen, wäre Lissabon nicht für die Bewältigung der Folgen gerüstet, so die Warnung von Zêzere und Ramos.</p>
<p>Die heutigen Regenfälle waren nicht so schlimm wie die von vor vierzig Jahren. Sie sind aber ein <strong>Warnzeichen</strong>, dass sich Stadt und Umland besser auf solche Ereignisse vorbereiten müssen als bisher. Schließlich gehören <strong>Niederschläge</strong> schon heute zu den<strong> gefährlichsten Naturkatastrophen</strong> in Portugal. Wie die Umweltorganisation <a href="http://www.quercus.pt/scid/webquercus/defaultArticleViewOne.asp?articleID=2317&amp;categoryID=567" title="Quercus zu den Niederschlägen in Portugal" target="_blank">Quercus herausfand</a>, starben im 20. Jahrhundert in Portugal sieben Mal mehr Menschen an den Folgen von Regenfällen und Überschwemmungen als an den Auswirkungen von Erdbeben.</p>
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		<title>Insel der Seligen? Madeira sagt nein zur Gentechnik</title>
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		<pubDate>Mon, 14 Jan 2008 22:27:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gilberto</dc:creator>
				<category><![CDATA[Madeira]]></category>
		<category><![CDATA[Natur & Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[algarve]]></category>
		<category><![CDATA[Gentechnik]]></category>
		<category><![CDATA[Landwirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[madeira]]></category>

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		<description><![CDATA[ 	Die Atlantikinsel Madeira ist eine wahre Schatzkammer der Artenvielfalt. Wo man auf der Insel auch geht und steht: Überall wuchert und gedeiht es. Wozu bräuchte man in diesem Paradies noch gentechnisch veränderte Organismen? Und so hat die Regionalregierung nun ein Gesetzesvorhaben auf den Weg gebracht, mit dem sich Madeira ganz offiziell als &#8220;gentechnikfrei&#8221; deklarieren [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Die Atlantikinsel Madeira ist eine wahre Schatzkammer der Artenvielfalt. Wo man auf der Insel auch geht und steht: Überall wuchert und gedeiht es. Wozu bräuchte man in diesem Paradies noch gentechnisch veränderte Organismen? Und so hat die Regionalregierung nun ein Gesetzesvorhaben auf den Weg gebracht, mit dem sich Madeira ganz offiziell als &#8220;gentechnikfrei&#8221; deklarieren möchte. Eine gute Idee &#8211; doch das Beispiel der Algarve zeigt, dass eine solch noble Selbstverpflichtung oft nicht das Papier wert ist, auf dem sie steht.    <span id="more-229"></span></p>
<p>Auch wenn kaum ein Verbraucher Lebensmittel mit gentechnisch veränderten Zutaten auf dem Tisch haben möchte &#8211; auf den Äckern in ganz Europa wird immer mehr <span style="font-weight: bold">Gen-Food</span> angebaut. Vor allem <span style="font-weight: bold">gentechnisch veränderter Mais</span>, der für die Viehfütterung verwendet wird (und somit auf indirektem Wege in die menschliche Nahrungskette gelangt), breitet sich mehr und mehr aus &#8211; auch in Portugal.</p>
<p>Das Problem dabei: Wird irgendwo gentechnisch verändertes Saatgut angepflanzt, so ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sich der <span style="font-weight: bold">Samen auch auf die Nachbaräcker</span> ausbreitet. Um eine solch <span style="font-weight: bold">unerwünschte Vermischung</span> zu vermeiden, deklarieren sich immer mehr Regionen in Europa als &#8220;gentechnikfrei&#8221;. Diese großflächigeren Schutzräume sollen gewährleisten, dass die hier erzeugten Pflanzen möglichst frei von Kreuzungen mit gentechnisch verändertem Saatgut bleiben. Und die<span style="font-weight: bold"> Zahl der Regionen</span>, die sich <a href="http://www.gmo-free-regions.org/" title="GMO Free Regions" target="_blank">in Europa</a> als gentechnikfrei deklariert haben, ist durchaus beachtlich: Ganz Griechenland, Österreich und die Schweiz gehören dazu, außerdem weite Teile Frankreichs, Italiens und Polens. Deutschland ist hingegen unter den Schlusslichtern bei dieser Entwicklung (<a href="http://www.gentechnikfreie-regionen.de/" title="Gentechnikfreie Regionen" target="_blank">hier einige Informationen für Deutschland</a>) &#8211; und auch in Portugal hat sich mit der <span style="font-weight: bold">Algarve</span> erst eine Region zu diesem Schritt entschließen können.</p>
<p>Doch nicht mehr lange: Denn nun hat auch die <span style="font-weight: bold">regionale Regierung von Madeira</span> ein Gesetzesvorhaben auf den Weg gebracht, mit dem sich die Insel zum Verzicht von Gentechnik auf allen Äckern verpflichten will. Die Insellage, weit draußen auf dem offenen Meer, begünstigt das Vorhaben: Denn hier ist die Gefahr der Vermischung mit gentechnisch verändertem Saatgut sehr gering. Zudem proklamiert die Regionalregierung seit Jahren die <span style="font-weight: bold">Förderung der biologischen Landwirtschaft</span> auf der Insel: Die nach ökologischen Kriterien bewirtschaftete Ackerfläche auf Madeira hat sich so von 2001 bis 2006 auf <a href="http://www.fcsh.unl.pt/gabi/Madeira/Madeira.html" target="_blank">nun 211 Hektar</a> verdreifacht.</p>
<p>Und was braucht man auch auf Madeira vom Menschen manipulierte Pflanzen? Die Insel ist schon <span style="font-weight: bold">von Natur aus ein wahres Schatzkästchen der Artenvielfalt</span>. Auf kleinem Raum beheimatet Madeira verschiedene Landschaften und Klimazonen, die jeweils unterschiedlich bewirtschaftet werden. So betreiben die Madeirenser Landwirte eine <span style="font-weight: bold">Drei-Stockwerks-Landwirtschaft</span>: In der Küstenebene stehen die Plantagen für die kleinen und besonders aromatischen <span style="font-weight: bold">Madeira-Bananen</span>, für Ananas, Mangos, Maracuja und Zuckerrohr. In mittlerer Höhe wird dann <span style="font-weight: bold">Agrarwirtschaft</span> betrieben (Bananen, Weizen, Mais, Bohnen). Diese Pflanzen werden in Form einer<span style="font-weight: bold"> Polykultur</span> gemeinsam auf den Feldern angepflanzt. Und schließlich finden sich auf den <span style="font-weight: bold">höheren Lagen</span> größere Weidenflächen und Wälder.</p>
<p style="text-align: center"><img src="http://www.portugalmania.de/wp-content/14_01_madeira.jpg" alt="Markt auf Madeira" /><br />
<em>Köstlichkeiten aus Madeira &#8211; und demnächst garantiert ohne Gentechnik? Auf dem Markt von Funchal. Bild: <a href="http://www.flickr.com/photos/billhails/1203997930/in/set-72157601596303470" title="Flickr Fotoseite" target="_blank">Bill Hails auf Flickr</a></em></p>
<p>Die Idee eines <span style="font-weight: bold">gentechnikfreien Madeira </span>trifft sicher auf die Zustimmung einer großen Mehrheit der Inselbevölkerung und Touristen &#8211; die Hotels der Insel sind Hauptabnehmer der hier produzierten landwirtschaftlichen Erzeugnisse. <span style="font-weight: bold">Doch was, wenn sich nur ein Landwirt querstellt?</span> Denn bereits ein einziger Quertreiber genügt, um das Vorhaben einer gentechnikfreien Region zu gefährden &#8211; das muss derzeit zumindest die Algarve erfahren, die sich schon im Jahr 2004 für den Verzicht auf gentechnisch modifizierte Organismen ausgesprochen hat. Das entsprechende Gesetz in Portugal erlaubt zwar die <span style="font-weight: bold">Selbstverpflichtung einer Region</span>, auf den Anbau gentechnisch modifzierter Saaten zu verzichten. Sollte aber auch nur ein Landwirt den Wunsch hegen, doch Gen-Food auf seinen Äckern hochzuziehen, muss ihm dieser Wunsch bewilligt werden &#8211; und die ganze Idee einer &#8220;sauberen&#8221; Region wird ausgehöhlt.</p>
<p>Und ein solcher gentechnikfreundlicher Bauer trat an der Algarve tatsächlich auf den Plan: <span style="font-weight: bold">Nahe Silves</span> sollte gentechnisch veränderter Mais des multinationalen Saatgutunternehmens &#8220;Pioneer&#8221; angebaut werden. Dieser Affront gegen die eigentlich gentechnikfreie Algarve führte im Sommer letzten Jahres zur Eskalation: Am 17. August 2007 versuchten mehrere Dutzend Aktivisten der bis dahin unbekannten Öko-Bewegung &#8220;Movimento Verde Eufémia&#8221;, den <span style="font-weight: bold">Gen-Acker zu zerstören</span> &#8211; eine in Portugal bis dahin ungewohnt radikale Tat. Die teilweise gelungene Ackerzerstörung beherrschte dann auch tagelang die portugiesischen Medien. Und auch wenn man die Radikalität der Tat nicht unterstützen mag &#8211; <span style="font-weight: bold">es bleibt das Ärgernis</span>, dass der Grundsatz einer gentechnikfreien Region so leicht ausgehöhlt werden kann.</p>
<p>Ohnehin stellte sich heraus, dass die <span style="font-weight: bold">Proklamation einer gentechnikfreien Algarve </span>nur als politische Absichtserklärung zu werten ist. <a href="http://www.observatoriodoalgarve.com/cna/noticias_ver.asp?noticia=15784" title="Observatório do Algarve" target="_blank">Die bislang einzige Gemeinde</a> (und nicht Region!), die den offiziellen Weg zur Gentechnikfreiheit ging, ist Lagos, ebenfalls an der Algarve. Bei diesem Verfahren müssen auch die örtlichen Bauernverbände angehört werden, die mehrheitlich dem Plan zum Verzicht auf gentechnisch veränderte Organismen zustimmen müssen. Doch auch hier gilt: Ein einziger Landwirt, der Gen-Saaten anbauen will, kann den ganzen Plan wieder kippen.</p>
<p>Und <span style="font-weight: bold">Madeira</span>? Dort wird sich noch beweisen müssen, wieviel das Prädikat &#8220;gentechnikfrei&#8221; hier wert ist. Doch insgesamt stehen die <span style="font-weight: bold">Chancen etwas besser</span>, dass größere Konflikte dort in Zukunft nicht auftreten werden. Denn die Insel-Landwirtschaft ist recht kleinteilig organisiert &#8211; und außerdem <span style="font-weight: bold">wenig attraktiv</span> für die Sorten, die heute im Fokus der Gentechnik stehen (vor allem Viehfutter wie Mais). Hier, auf der &#8220;Perle des Atlantiks&#8221;, wird sich die Natur also auch in Zukunft so weiterentwickeln dürfen, wie es die <span style="font-weight: bold">Evolution allein für richtig hält</span>.</p>
<p><span style="font-style: italic">In Portugal setzt sich die &#8220;Plataforma Transgénicos Fora&#8221; für den Verzicht auf gentechnisch modifizierte Organismen ein: <a href="http://www.stopogm.net/" title="Stop OGM Portugal" target="_blank">http://www.stopogm.net</a></span></p>
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		<title>Der Lissaboner Zaubergarten des Baron Daupiás wartet noch immer auf sein Erwachen aus dem Dornröschenschlaf</title>
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		<pubDate>Fri, 28 Dec 2007 12:27:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gilberto</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lissabon]]></category>
		<category><![CDATA[Parks und Gärten]]></category>
		<category><![CDATA[Daupiás]]></category>
		<category><![CDATA[Garten]]></category>
		<category><![CDATA[lissabon]]></category>
		<category><![CDATA[São Mamede]]></category>

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		<description><![CDATA[ 	Überwuchert von Pflanzen, zerfressen vom Verfall: Mitten in Lissabon fristet das einstige Anwesen des Barons Frederico Daupiás ein beklagenswertes Dasein. Eine Gruppe engagierter Bürger will nun aus dem zerfallenden Dornröschenschloss mit seiner großen Parkanlage wieder das machen, was es einst war: Ein Zentrum der portugiesischen Gartenkultur, offen für jedermann.   
Frederico Romão Daupiás [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Überwuchert von Pflanzen, zerfressen vom Verfall: Mitten in Lissabon fristet das einstige Anwesen des Barons Frederico Daupiás ein beklagenswertes Dasein. Eine Gruppe engagierter Bürger will nun aus dem zerfallenden Dornröschenschloss mit seiner großen Parkanlage wieder das machen, was es einst war: Ein Zentrum der portugiesischen Gartenkultur, offen für jedermann.   <span id="more-209"></span></p>
<p>Frederico Romão Daupiás d&#8217;Alcochete (1839-1928) war nicht nur ein <strong>weit gereister und wohlhabender Mann</strong>. Der vierte Baron von Alcochete pflegte auch eine <strong>besondere Leidenschaft für Pflanzen</strong>, von denen er sich aus allen Ecken der Welt Setzlinge und Samen mitbrachte. Und als sich Frederico Daupiás im Jahr 1896 entschloss, ein großes Grundstück Grundstück an der <a href="http://maps.google.de/maps?f=q&amp;hl=de&amp;geocode=&amp;time=&amp;date=&amp;ttype=&amp;q=rua+do+arco+de+s%C3%A3o+mamede+6-8,++lissabon&amp;sll=38.717671,-9.1535&amp;sspn=0.011251,0.020084&amp;ie=UTF8&amp;ll=38.717026,-9.154787&amp;spn=0.022502,0.040169&amp;t=p&amp;z=15&amp;iwloc=addr&amp;om=1" title="Google Maps: Rua do Arco à São Mamede" target="_blank">Rua do Arco à São Mamede</a> in Lissabon zu erwerben, so tat er dies nicht nur, um hier ein schmuckes Wohnhaus zu errichten &#8211; sondern auch, um sich und den Bürgern der Stadt eine <strong>einzigartige Gartenanlage</strong> zu schenken.</p>
<p align="center"><iframe src="http://maps.google.de/maps/ms?ie=UTF8&amp;oe=utf-8&amp;client=firefox-a&amp;hl=de&amp;t=h&amp;om=1&amp;s=AARTsJoFQOpCCdilpjUk82kIPgBRdGwLPA&amp;msa=0&amp;msid=115481129020059566322.0004389d20c348e1f1b9e&amp;ll=38.715586,-9.154272&amp;spn=0.01172,0.018239&amp;z=15&amp;output=embed" marginheight="0" marginwidth="0" frameborder="0" height="350" scrolling="no" width="425"></iframe><br />
<small><a href="http://maps.google.de/maps/ms?ie=UTF8&amp;oe=utf-8&amp;client=firefox-a&amp;hl=de&amp;t=h&amp;om=1&amp;msa=0&amp;msid=115481129020059566322.0004389d20c348e1f1b9e&amp;ll=38.715586,-9.154272&amp;spn=0.01172,0.018239&amp;z=15&amp;source=embed" style="color: #0000ff; text-align: left">Größere Kartenansicht</a></small><br />
<em>Parlament, Estrela-Park und Botanischer Garten sind nahe: Der Standort des Casa Daupiás (violett eingefärbt). Quelle: Google Maps</em></p>
<p>Innerhalb kürzester Zeit schaffte es der Baron, das Areal vom <strong>wild wuchernden Gestrüpp zu befreien</strong> und in eine wahrhaftige Parkanlage zu verwandeln. Bereits zum Jahresende von 1896 sorgte der Baron Daupiás mit einer viel besuchten <strong>Chrysanthemen-Ausstellung</strong> für Aufsehen. Und das nicht nur, weil die ausgestellten Blumen so hübsch waren: Nie zuvor hatte in Portugal ein Adliger seinen privaten Garten der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.</p>
<p>Im Laufe der folgenden Jahre entwickelte sich der Park des Casa Daupiás zu einem <strong>kleinen Paradies</strong> inmitten der Stadt, der in Ausstattung und <strong>wissenschaftlichem Anspruch</strong> durchaus mit dem nahe gelegenen und nur wenige Jahre vorher gegründeten Botanischen Garten mithalten konnte. Begünstigt von der <strong>hügeligen Topographie</strong> des Geländes am Rücken des Bairro Alto konnte Daupiás den Garten in mehrere Ebenen mit unterschiedlichen Bepflanzungen unterteilen. Zedern, Palmen, Araukarien, Magnolien und mehr &#8211; alles hatte in diesem so einzigartigen wie großzügigen Stadtgarten seinen Platz. Unten, im ebenen Teil hinter dem im Jahr 1906 errichteten Wohnhaus von Daupiás, errichtete der Baron <strong>verschiedene Gewächshäuser</strong> zur Aufzucht weiterer Pflanzenarten.</p>
<p>Um sein grünes Paradies prächtig gedeihen zu lassen, entwickelte Frederico Daupiás ein <strong>ausgeklügeltes Bewässerungssystem</strong>. Und auch für diese Anforderung zeigte das Grundstück im Stadtteil São Mamede beste Voraussetzungen: Direkt oberhalb des Gartens verläuft die im 19. Jahrhundert angelegte <strong>Wasserleitung</strong> des <em>Aqueduto das Águas Livres</em>. Vor der Haustür des Casa Daupiás befindet sich noch heute der <strong>Brunnen am Arco de São Mamede.</strong></p>
<p style="text-align: center"><img src="http://www.portugalmania.de/wp-content/28_12_daupias-alt.jpg" alt="Der Brunnen am Arco de São Mamede. Im Vordergrund: Die Mauer zum Casa Daupiás" /><br />
<em>Der Brunnen am Arco de São Mamede, mit dem darüber verlaufenden Aquädukt. Im Vordergrund sieht man Mauern und Eingangstor zum Casa Daupiás. Aufnahme aus dem Jahr 1939. Quelle: Eduardo Portugal / <a href="http://arquivomunicipal.cm-lisboa.pt/x-arqweb/(S(ecu45n55fiy5tz2cbgjvwz55))/ContentPage.aspx?ID=9523e17b824f0001e240&amp;Pos=1&amp;Tipo=PCD" title="Link zum Foto im Stadtarchiv von Lissabon" target="_blank">Stadtarchiv von Lissabon</a></em></p>
<p>Mit seinem Werk hier, mitten in der Stadt Lissabon, setzte der Baron Daupiás Maßstäbe. Basierend auf seinen Experimenten und Untersuchungen verfasste er zum Beispiel das <strong>Fachbuch</strong> <em>Guia de Horticultura Práctica</em> (Handbuch des praktischen Gartenbaus), das für viele weitere Generationen von Pflanzenfreunden zur Referenz wurde. In seinem Haus richtete Frederico Daupiás zudem eine <strong>Samenhandlung</strong> ein, damit auch andere Gärten von seiner Arbeit profitieren konnten.</p>
<p>Nach Fredericos Tod im Jahr 1928 übernahm dessen Tochter, die <strong>Vicomtesse von Assentiz</strong>, das Anwesen und die Pflege der Gartenanlagen. Doch im Laufe der Jahre verliert sich Spur und Ruhm der Gärten des Casa Daupiás. Heute befindet sich das Anwesen in einem <strong>beklagenswerten Zustand</strong> &#8211; der Diário de Notícias <a href="http://dn.sapo.pt/2006/02/15/artes/patrimonio_oitocentos_heranca_malama.html" title="Artikel vom 15. Februar 2006 im Diário de Notícias" target="_blank">bezeichnete das Haus</a> sogar als &#8220;<strong>skandalösestes Beispiel </strong>für einen Leerstand in Lissabon&#8221;.</p>
<p>Wer heute ein paar Schritte vom portugiesischen Nationalparlament die <strong>Rua de São Bento</strong> hinauf läuft, trifft bald auf die Rua do Arco de São Mamede, wo sich, versteckt hinter den Hausnummern 6 bis 8, das Casa Daupiás befindet. Hier, geschützt durch eine hohe Mauer, beginnen die Parkanlagen, die sich &#8211; versteckt von Häuserzeilen &#8211; bis hinunter zur Rua da Imprensa Nacional ziehen. Bis vor kurzem lag an diesem Endpunkt des Gartens noch der <em>Pátio do Gil</em>, das Haus des berühmten romantischen Dichters und Historikers <strong>Alexandre Herculano</strong> &#8211; es wurde aber vor einigen Jahren für den Bau eines <strong>gesichtslosen Mehrfamilien-Appartmenthauses </strong>abgerissen. Die Pflanzen wuchern bereits über den Mauern des Parks, ein intensiver Duft erfüllt die Luft. Über dem Chalet von Frederico Daupiás, durch das schmuckvolle schmiedeeiserne Eingangstor gut erkennbar, hat sich jedoch die <strong>Ruhe eines verfallenden Altbaus</strong> gesenkt.</p>
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<div class="mypicsgallery"><a rel="lightbox[daupias]" href="http://www.portugalmania.de/wp-content/myfotos/daupias/28_12_daupias1.jpg"  title=""><img  width="100" height="75" src="http://www.portugalmania.de/wp-content/myfotos/daupias/tumbs/tmb_28_12_daupias1.jpg" alt="" title="" /></a><a rel="lightbox[daupias]" href="http://www.portugalmania.de/wp-content/myfotos/daupias/28_12_daupias2.jpg"  title=""><img  width="100" height="75" src="http://www.portugalmania.de/wp-content/myfotos/daupias/tumbs/tmb_28_12_daupias2.jpg" alt="" title="" /></a><a rel="lightbox[daupias]" href="http://www.portugalmania.de/wp-content/myfotos/daupias/28_12_daupias3.jpg"  title=""><img  width="100" height="75" src="http://www.portugalmania.de/wp-content/myfotos/daupias/tumbs/tmb_28_12_daupias3.jpg" alt="" title="" /></a></div>
<p><em>Trauriger Zustand heute: Bilder des Casa Daupiás von Fernando Jorge, Lissabon &#8211; für größere Ansichten bitte auf ein Bild klicken</em></p>
<p>Ein ähnliches Schicksal drohte auch dem <strong>Casa und Park Daupiás</strong>: Das gesamte Areal befindet sich im Besitz einer Immobiliengesellschaft, die bereits verschiedene Anläufe zu Abriss und Neubau auf dem Gelände startete.</p>
<p>Glücklicherweise ist die portugiesische Denkmalsverwaltung IPPAR dabei, das <a href="http://www.ippar.pt/pls/dippar/pat_pesq_detalhe?code_pass=71862" title="IPPAR-Einstufung des Casa Daupiás" target="_blank">Casa Daupiás mitsamt seinen Park als Kulturerbe zu erklären</a> &#8211; was zunächst aber nichts am beklagenswerten Zustand ändert. Außerdem fällt das Gebiet wegen seiner Nähe zum Aquädukt unter dessen erweiterte Denkmalschutzrichtlinien, was weitere Veränderungen an der Nutzung ebenfalls erschwert. Was also tun?</p>
<p>Eine Gruppe <strong>engagierter Lissaboner Bürger </strong>der Initiative &#8220;Cidadania LX&#8221; will nun Bewegung in die Debatte bringen. Sie haben ein mehrseitiges <a href="http://patrimoniolx.tripod.com/projectodaupias.pdf" title="Papier zum Casa Daupiás" target="_blank">Positions- und Ideenpapier </a>erarbeitet, das das Casa Daupiás endlich <strong>aus dem Dornröschenschlaf aufwecken</strong> soll. So ließe sich das Haus selbst etwa als <strong>Sitz der Stadtteilverwaltung von São Mamede</strong> sowie für verschiedene pädagogische Zwecke rund um die Gartenkultur nutzen. Aber vor allem in der Herrichtung des Gartens liege ein großes Potenzial für Lissabon, so die Autoren. Sie sehen hier die Chance zur Herrichtung eines urbanen Gartens für Lissabon, wie es ihn noch nicht gibt. Eine Idee wäre es zum Beispiel, Flächen des Daupiás-Gelände den <strong>Bürgern zur eigenen Bewirtschaftung</strong> zu überlassen. Diese Idee hätte sich in großen Metropolen wie London oder Paris bewährt, so die Freunde des Casa Daupiás. Außerdem wäre es denkbar, den Garten als Lehreinrichtung für Schulen zu nutzen.</p>
<p>Doch nicht nur das: Mit der Wiedereröffnung der Gärten des Daupiás gewänne Lissabon einen attraktiven neuen Park hinzu, der ein<strong> reizvolles Dreieck</strong> mit dem Botanischen Garten und dem Park am Principé Real &#8211; bekannt für seinen Markt biologischer Erzeugnisse -bilde.</p>
<p>An <strong>prominenten Unterstützern für die Initiative</strong> fehlt es nicht: Neben zahlreichen Universitäts-Professoren spricht sich zum Beispiel auch Nuno Daupiás d&#8217;Alcochete, ein direkter Nachfahre des Barons Frederico Daupiás, für diese <strong>behutsame Wiederherrichtung</strong> des Zaubergartens an der Rua do Arco à São Mamede aus. Nun liegt es an der Lissaboner Stadtpolitik, zu handeln. Noch gäbe es sogar Gelegenheit, <strong>einige alte Bäume und Reste aus dem Garten zu retten</strong> &#8211; ein Gutachten der Stadtverwaltung selbst kam vor einigen Jahren zu dem Schluss, dass sich immerhin noch 15 Bäume in gutem Zustand befänden. Doch mit jedem Jahr, das verloren geht, verfällt der so einzigartige Garten ein Stück weiter in <strong>seinen überwucherten Zustand</strong> zurück, den der Baron Frederic Daupiás 1896 vorfand, als er das Grundstück erwarb.</p>
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		<title>Eine &#8220;Blaue Mauritius&#8221; aus Kork? Mit der ersten Kork-Briefmarke der Welt ehrt die portugiesische Post ein besonderes Naturprodukt</title>
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		<pubDate>Tue, 04 Dec 2007 23:03:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gilberto</dc:creator>
				<category><![CDATA[Natur & Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Briefmarke]]></category>
		<category><![CDATA[Kork]]></category>
		<category><![CDATA[Post]]></category>

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		<description><![CDATA[ 	Vergangene Woche stellte die portugiesische Post die weltweit erste und einzige Briefmarke aus Kork vor. Die Marke, schon jetzt begehrtes Sammlerstück, zeigt: Mit Kork lässt sich weitaus mehr anfangen als nur Weinflaschen zu versiegeln. 
Die portugiesische Post CTT bereichert die Philatelisten dieser Welt mit einer Rarität: Die erste Briefmarke der Welt aus Kork ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Vergangene Woche stellte die portugiesische Post die weltweit erste und einzige Briefmarke aus Kork vor. Die Marke, schon jetzt begehrtes Sammlerstück, zeigt: Mit Kork lässt sich weitaus mehr anfangen als nur Weinflaschen zu versiegeln. <span id="more-162"></span></p>
<p>Die <a href="http://www.ctt.pt" target="_blank" title="CTT - Portugiesische Post">portugiesische Post CTT</a> bereichert die Philatelisten dieser Welt mit einer Rarität: Die <strong>erste Briefmarke der Welt aus Kork</strong> ist da. Gestaltet vom Designer <a href="http://www.joaomachado.com" target="_blank" title="Offizielle Website von Joao Machado">João Machado</a> zeigt die Marke auf<strong> hauchdünnem Korkpapier</strong> einen &#8220;<em>Sobreiro</em>&#8221; &#8211; die charakteristische <strong>Korkeiche</strong>, aus deren Rinde der Kork gewonnen wird.</p>
<p style="text-align: center"><img src="http://www.portugalmania.de/wp-content/04_12_kork-briefmarke.jpg" alt="Die Briefmarke aus Kork" /><br />
<em>Jedes Stück ein Unikat, so wie eine Korkeiche auch einzigartig ist: Die weltweit erste Briefmarke aus Kork. Quelle: <a href="http://www2.ctt.pt/femce/jsp/app/0410-t_category.jsf?shopCode=LOJV&amp;categoryCode=8026" target="_blank">CTT Portugal</a></em></p>
<p>Dass die erste Kork-Briefmarke der Welt aus Portugal stammt, ist kein Zufall: Das Land beherbergt auf einer Fläche von <strong>insgesamt 737.000 Hektar</strong> die größte Korkeichen-Populatione der Welt. Während die meisten Bäume im abgelegenen Alentejo stehen, hat sich die weiter <strong>verarbeitende Industrie</strong> schon seit Jahrhunderten um das nordportugiesische Aveiro angesiedelt &#8211; von hier aus ist es zum Douro, der Anbauregion des Portweins, nicht mehr weit.</p>
<p>Die Wirtschaftskraft der Branche ist beachtlich: Portugal ist heute der größte Korkproduzent der Welt. Insgesamt setzt die Branche rund <strong>900 Millionen Euro</strong> um &#8211; wovon 90 Prozent aus dem Export stammen. Wiederum 75 Prozent dieser Exporte gehen auf das Konto von <strong>Weinverschlüssen</strong>. Diese Abhängigkeit hat in den vergangenen Jahren jedoch für einige Probleme gesorgt: In den letzten fünf Jahren halbierte sich die Zahl der mit Kork verschlossenen Flaschen auf 500 Millionen, wie kürzlich das <a href="http://www.wiesbadener-tagblatt.de/wirtschaft/objekt.php3?artikel_id=3043752" target="_blank" title="Korkindustrie wirbt vehement für den Naturkorken - Artikel im Wiesbadener Tagblatt">Wiesbadener Tagblatt berichtete</a>.</p>
<p>Grund für den Einbruch sind die <strong>Qualitätseinbußen</strong>, die Kork dem Wein zufügen kann: Kork schützt einen Wein nicht nur, sondern kann ihn in ungünstigen Fällen auch <strong>ungenießbar machen</strong>. Der unter Weinliebhabern gefürchtete &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Korkton" target="_blank" title="Korkton in Wikipedia">Korkton</a>&#8221; entsteht durch chemische Prozesse, bei denen &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/2%2C4%2C6-Trichloranisol" target="_blank" title="Trichloranisol in Wikipedia">Trichloranisol</a>&#8221; entsteht. Vor allem bei Korken von Eichen, die mit einem bestimmten Insektizid behandelt wurden, kam es immer wieder zu diesem unerwünschten chemischen Prozess.</p>
<p>Mittlerweile habe die Korkindustrie <strong>diese Probleme aber in den Griff bekommen</strong>, beteuert Antonio Amorim, Präsident des <a href="http://www.apcor.pt/" target="_blank" title="APCOR">portugiesischen Korkverbandes Apcar</a>, ebenfalls im Wiesbadener Tagblatt. <strong>Mehr als 400 Millionen Euro</strong> habe man in Qualitätssicherung und bessere Herstellungsverfahren investiert &#8211; damit der Kork auch weiterhin erste Wahl für beste Weine bleibe.</p>
<p>Dennoch: Der Einbruch beim Korkabsatz für Flaschenverschlüsse zeigt, dass sich die Branche weiter auffächern muss &#8211; die Briefmarke aus Kork sei dafür ein ganz praktisches Beispiel . Und in der Tat ist Kork <strong>ein echtes Multitalent</strong>: Seine Wasserundurchlässigkeit und geringe Wärmeleitfähigkeit machen Kork zum idealen und umweltfreundlichen Dämmstoff. Bodenbeläge aus Kork gewinnen weltweit an Popularität. Selbst in High-Tech-Produkten der Automobil- und Luftfahrtindustrie wird Kork eingesetzt.</p>
<p>Und: Auch <strong>exquisite Designerstücke</strong> lassen sich aus Kork herstellen &#8211; wie kürzlich erst die Ausstellung &#8220;<a href="http://www.portugalmania.de/kultur/design/2007/remade-in-portugal-designer-hauchen-alten-materialien-neues-leben-ein/">Remade in Portugal</a>&#8221; gezeigt hat. Viele solcher origineller Gegenstände aus Kork &#8211; von der Handtasche bis zum Regenschirm &#8211; bietet die portugiesische Firma Pelcor<a href="http://www.pelcor.pt" target="_blank" title="Pelcor"> in ihrem Online-Shop</a> an.</p>
<p style="text-align: center"><a href="http://www.pelcor.pt" target="_blank" title="Pelcor"><img src="http://www.portugalmania.de/wp-content/04_12_pelcor.jpg" alt="Dinge aus Kork von Pelcor" border="0" /></a></p>
<p style="text-align: center"><em>Was man aus Kork nicht alles machen kann: Website von <a href="http://www.pelcor.pt" target="_blank" title="Pelcor">Pelcor</a></em><a href="http://www.pelcor.pt" target="_blank" title="Pelcor"> </a></p>
<p>Und auch die Kork-Briefmarke selbst ist das beste Beispiel für die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten dieses Naturprodukts (<a href="http://wicanderscorkoakblog.com/2007/12/03/cork-stamps-debut-in-portugal/" target="_blank">das meint auch der Korkblog aus dem Hause des portugiesischen Marktführers Grupo Amorim</a>).</p>
<p>Die <strong>Produktion der Marke</strong> war für die Post jedoch alles andere als einfach: &#8220;Wir mussten ein besonders feines Material finden, das dem Bedrucken standhalten kann, das nicht schnell verdirbt und das auf der Rückseite einen Klebestreifen aushält,&#8221; erklärte CTT-Präsident Luis Nazaré bei der <a href="http://ultimahora.publico.clix.pt/noticia.aspx?id=1312177&amp;idCanal=62" target="_blank">Präsentation der Briefmarke</a>.</p>
<p>Über die <strong>Herstellungskosten</strong> für diese Briefmarke schweigt sich die Post denn auch aus: Möglicherweise liegen sie noch über dem offiziellen Ausgabepreis von einem Euro. Für Sammler dürfte der <strong>Wert der Marke aber rasch steigen</strong>. Denn jede der 230.000 angefertigten Kork-Briefmarken ist aufgrund der Textur des Korkpapiers ein <strong>Unikat</strong>. Schon jetzt wird die Marke auf ebay gehandelt &#8211; und ist sie erst einmal in den offiziellen CTT-Verkaufsstellen ausverkauft, dürfte der Wert noch weiter steigen. Eine zweite Auflage schließt die portugiesische Post schon heute kategorisch aus. Nicht nur auf Weinflaschen dürfte Kork künftig die erste Wahl bleiben &#8211; auch auf Briefumschlägen ist seine Verwendung eine edle Wahl.</p>
<p><em>Korkeichen im Alentejo &#8211; Fotos von Lisa Bergheim:  </em></p>
<div class="mypicsgallery"><a rel="lightbox[korkeichen]" href="http://www.portugalmania.de/wp-content/myfotos/korkeichen/img_0114ii.jpg"  title=""><img  width="100" height="75" src="http://www.portugalmania.de/wp-content/myfotos/korkeichen/tumbs/tmb_img_0114ii.jpg" alt="" title="" /></a><a rel="lightbox[korkeichen]" href="http://www.portugalmania.de/wp-content/myfotos/korkeichen/img_0107ii.jpg"  title=""><img  width="100" height="75" src="http://www.portugalmania.de/wp-content/myfotos/korkeichen/tumbs/tmb_img_0107ii.jpg" alt="" title="" /></a><a rel="lightbox[korkeichen]" href="http://www.portugalmania.de/wp-content/myfotos/korkeichen/img_0103ii.jpg"  title=""><img  width="100" height="75" src="http://www.portugalmania.de/wp-content/myfotos/korkeichen/tumbs/tmb_img_0103ii.jpg" alt="" title="" /></a></div>
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