<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>portugalmania.de &#187; Trás-os-Montes</title>
	<atom:link href="http://www.portugalmania.de/category/land-leute/tras-os-montes-land-leute/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.portugalmania.de</link>
	<description>Das portugiesische Logbuch im Netz :: Portugal Blog</description>
	<lastBuildDate>Sun, 31 Jan 2010 17:03:54 +0000</lastBuildDate>
	<generator>http://wordpress.org/?v=2.9</generator>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
			<item>
		<title>Garranos in Nord-Portugal: Die Wildpferde mit keltischem Stammbaum sind vom Aussterben bedroht</title>
		<link>http://www.portugalmania.de/2008/06/garranos-in-nord-portugal-die-sanften-wildpferde-mit-keltischem-stammbaum-sind-vom-aussterben-bedroht/</link>
		<comments>http://www.portugalmania.de/2008/06/garranos-in-nord-portugal-die-sanften-wildpferde-mit-keltischem-stammbaum-sind-vom-aussterben-bedroht/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 28 Jun 2008 11:30:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gilberto</dc:creator>
				<category><![CDATA[Trás-os-Montes]]></category>
		<category><![CDATA[Artenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Garrano]]></category>
		<category><![CDATA[Minho]]></category>
		<category><![CDATA[Nationalpark]]></category>
		<category><![CDATA[naturschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Penada/Gerês]]></category>
		<category><![CDATA[Pferde]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.portugalmania.de/?p=386</guid>
		<description><![CDATA[ 	Seit Jahrzehnten versucht der portugiesische Staat, die einzigartigen Garrano-Pferde im Nationalpark Peneda-Gerês wieder auszuwildern. In der Tat leben heute einige der Wildpferde wieder in Freiheit. Dennoch ist die Zukunft der Garranos bedroht: Schon in wenigen Jahrzehnten könnten die Nachfahren des iberischen Ponys ausgestorben sein. Größte Feinde sind der Wolf &#8211; und ein verbissener Kampf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Seit Jahrzehnten versucht der portugiesische Staat, die einzigartigen <strong><span style="color: #000000;">Garrano-Pferde</span></strong> im Nationalpark Peneda-Gerês wieder auszuwildern. In der Tat leben heute einige der Wildpferde wieder in Freiheit. Dennoch ist die Zukunft der Garranos bedroht: Schon in wenigen Jahrzehnten könnten die Nachfahren des iberischen Ponys ausgestorben sein. Größte Feinde sind der Wolf &#8211; und ein verbissener Kampf um den Lebensraum, der durch die Waldbrände der letzten Jahre weiter zusammenschrumpfte.  <span id="more-386"></span></p>
<p>Nein, so edel wie die eleganten portugiesischen<strong> Lusitanos</strong> sind sie nicht. Aber sie sind auch <strong>keine Ponies</strong>, obwohl ihre geringe Höhe von gerade einmal 1,35 Meter fast darauf schließen ließe: Die <strong>Garrano-Pferd</strong>e, fast ausschließlich im äußersten Norden Portugals beheimatet, sind seit 1993 als <strong>eigenständige Pferderasse</strong> staatlich anerkannt. Klein, kompakt, mit einer konkaven Kopfform tragen die Garranos auch heute noch <strong>das Erbe des iberischen Ponies</strong> aus keltischen Zeiten mit sich &#8211; ein Pony, das man heute noch auf uralten Höhlenzeichnungen bewundern kann.</p>
<p>Im hügeligen und oft kargen Norden Portugals fanden die Garrano-Pferde ihren <strong>idealen Lebensraum</strong>. Sie fügten sich perfekt in die dortige Bergwelt ein. Kantigen Felshänge erklimmen sie mühelos. Und trotz ihres Zwergwuchses erreichen die Garranos oft <strong>erstaunliche Laufgeschwindigkeiten </strong>- die noch heute bei so manch einem Dorf-Pferderennen in der Region Minho bewundert werden können. Hier, in der abgeschiedenen Bergwelt lebten die Garranos so bis ins 20. Jahrhundert hinein ohne größere genetische Mischungen mit anderen Pferderassen. Neben den weiter südlich in Portugal beheimateten Sorraias gilt das Garrano-Pferd als <strong>&#8220;autochthone&#8221; Art </strong>(ohne Einflüsse von außen).</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.portugalmania.de/wp-content/29_06_garrano.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-387" src="http://www.portugalmania.de/wp-content/29_06_garrano.jpg" alt="" width="500" height="356" /><br />
</a><em>Gestatten, ich bin ein Garrano. Foto: <a title="Flickr-Fotoseite" href="http://www.flickr.com/photos/mariovendanova/270548223/" target="_blank">mário venda nova auf Flickr</a></em><a href="http://www.portugalmania.de/wp-content/29_06_garrano.jpg"> </a></p>
<p>Später erkannte freilich auch der Mensch die Vorzüge der kleinen Garranos &#8211; und nutze sie als ebenso <strong>gelehrige wie geduldige Packpferde</strong> sowie für leichtere Arbeiten in der Landwirtschaft. Noch zur Zeit des zweiten Weltkrieges transportierten Garranos Bergarbeiter in die entlegenen Minen von Portugals Nordosten. Die Domestizierung der Rasse ging bis ins 20. Jahrhundert so weit, dass die <strong><span style="color: #000000;">ursprünglichen Wildpferde so gut wie ausgestorben waren</span></strong>.</p>
<p>Erst mit dem Eingreifen des portugiesischen Staates etwa ab dem Jahr 1940 begann wieder ein <strong>umfangreiches Auswilderungsprogramm</strong> der Garranos, vor allem in der Serra do Gerês. Dort, wo 1970 dann auch zum Schutze der Garrano-Pferde der <a title="Parque Nacional da Peneda-Gerês" href="http://www.geira.pt/pnpg/index.html" target="_blank">Nationalpark Peneda-Gerês</a> entstand, leben heute die meisten der verbliebenen 1.600 Garranos. 95 Prozent der Pferde leben in einer &#8220;halb-wilden&#8221; Form in <strong>herumziehenden Herden</strong>, meist aber in Besitz eines privaten Halters. Die einzelnen Herden bestehen aus <strong>30 bis 40 Stuten</strong>, die von einem Hengst begleitet werden. Die Führung und Auswahl der Weideflächen übernimmt jedoch in der Regel eines der weiblichen Pferde, wie Conceição Silva vom Garrano-Züchterverband ACERG <a title="Os últimos cavalos - Diário de Notícias" href="http://dn.sapo.pt/2008/06/08/sociedade/os_ultimos_cavalos.html" target="_blank">kürzlich im Diário de Notícias erklärte</a>. Der Hengst sei vor allem für die Verteidigung der Herde gegenüber Wölfen und anderen Pferden verantwortlich.</p>
<h2>Garrano schon in wenigen Jahrzehnten ausgestorben?</h2>
<p>Doch trotz ihres staatlichen Schutzes sind die Garranos mittlerweile so vielen Gefahren ausgesetzt, dass selbst der stärkste Hengst seine Herde <strong>nicht mehr verteidigen könnte</strong>. Bereits in wenigen Jahrzehnten könnten die <strong>Garranos ausgestorben</strong> sein, befürchtet denn auch José Leite, ebenfalls aktiv im Züchterverband ACERG. Besondere Sorgen macht Leite die geringe Zahl der noch lebenden Garranos &#8211; und die <strong>niedrige Reproduktionsrate</strong>. Eine Stute könnte pro Jahr nur ein Fohlen zur Welt bringen, erklärt José Leite. Die jungen Fohlen sind jedoch besonderen Gefahren ausgesetzt: Etwa die Hälfte von ihnen wird vom Wolf gerissen &#8211; und eine weitere große Gruppe fällt dem Schlachtbeil für Pferdefleisch verarbeitet zu werden. Nach <a title="Artikel auf Naturlink (Portugiesisch)" href="http://www.naturlink.pt/canais/Artigo.asp?iArtigo=6336&amp;iLingua=1" target="_blank">Schätzungen des ACERG</a> sind es mittlerweile <strong>nur noch 15 Prozent der Fohlen</strong>, die letztendlich heil durchkommen.</p>
<p>Und auch in höherem Alter ist das Überleben der Garranos nicht gesichert. Vieles deutet darauf hin, dass im Norden Portugals gerade ein <strong>Kampf um Lebensräume</strong> entstanden ist, den die Pferde mit ihrem Leben bezahlen müssen. Anfang Juni wurden in Paredes de Coura in der Nord-Region Minho zehn mit einem Jagdgewehr erschossene Garrado-Pferde aufgefunden. Auftakt einer schrecklichen Serie? Schon wenige Wochen später, am 25. Juni, gab es im nahen Mourim einen <strong>weiteren Fall </strong>mit fünf erschossenen Garranos.</p>
<h2>Konflikt mit Landwirten</h2>
<p>Allgemein wird davon ausgegangen, dass in beiden Fällen Landwirte zur Waffe gegriffen haben. Viele Bauern ärgert es seit langem, dass die mit EU-Fördermitteln unterstützten Garrano-Herden auf ihren Mais- oder Gemüsefeldern &#8220;wildern&#8221;. Umzäunungen oder Mauern sind für die wendigen Pferde leicht zu überwinden. Erst recht seit den <strong>heftigen Waldbränden</strong> in den vergangenen Jahren verschärfte sich das Problem: Denn die Garranos finden wegen vieler verkohlter Flächen in freier Wildbahn <strong>weniger Weideland </strong>- und tun sich deshalb häufiger auf Gemüseackern gütlich. Dies bringe so manch ein Landwirte derart in Rage, dass er zu den Waffen greife &#8211; und damit ein &#8220;<strong>Verbrechen gegen die Natur</strong>&#8221; anrichte, wie der Umweltschützer und Garranohalter Pedro Alarcão <a title="Mais cinco garranos mortos a tiro no Minho" href="http://dn.sapo.pt/2008/06/26/cidades/mais_cinco_garranos_mortos_a_tiro_mi.html" target="_blank">im Diário de Notícias sagte</a>.</p>
<p style="text-align: center;"><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="344" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/2YNm8-MBtDY&amp;hl=en" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="344" src="http://www.youtube.com/v/2YNm8-MBtDY&amp;hl=en"></embed></object></p>
<h2>Auf dem Rücken der Garrano unterwegs in Peneda-Gerês</h2>
<p>Alarcão ist <strong>selber Halter von Garranopferden</strong>. Gemeinsam mit seiner Frau Anabela Moedas führt er <strong>Wildpferde-Touren</strong> durch das Gebiet von Peneda-Gerês durch &#8211; und setzt sich gleichzeitig für den größten natürlichen Feind der Wildpferde, den in der Region recht unbeliebten Wolf ein. Immerhin: Wenn schon nicht mehr bei den Landwirten, so doch im Fremdenverkehr haben die Garranos <strong>neue Freunde gefunden</strong>. Touren auf dem Rücken der sanften und friedlichen Pferde sind beliebt und lassen sich auch von Reit-Anfängern gut meistern. Die Zahl der Angebote steigt dementsprechend: So von Pedro Alarcãos eigenem Unternehmen <a title="Ecotura" href="http://www.ecotura.com/" target="_blank">Ecotura</a> oder &#8211; für Einsteiger &#8211; als Tagesausflüge von der <a title="Quinta da Caniçada" href="http://www.quintadacanicada.pt/" target="_blank">Quinta da Caniçada</a> aus. In Deutschland kann man Garrano-Touren auch beim Anbieter &#8220;<a href="http://www.urlaubspferd.de/d_reisen_uebersicht2.asp?d_seitenzahlvirtuell=43&amp;d_land=35&amp;d_seitenzaehler=13&amp;d_rid=DU8POR400" target="_blank">Urlaubspferd</a>&#8221; buchen.</p>
<p>Die touristische Nutzung des Garranos scheint derzeit wirklich einer der sinnvollsten Wege zu sein, den Bestand der uralten Garrano-Rasse &#8211; und damit das Erbe des iberischen Ponys &#8211; zu sichern. Denn schon in den Garranos von heute findet sich nicht nur 100 Prozent iberisches Pony &#8211; sondern auch schon ein <strong>paar Gene von Araber-Pferden</strong>, die Mitte des 20. Jahrhunderts auf den staatlichen Gestüten Portugals hineingekreuzt wurden.</p>
<p>Vor allem Herdenbesitzer, die die Garranos für die Erzeugung von Pferdefleisch nutzten, seien an weiteren Züchtungen interessiert, um die Qualität des Fleisches zu verbessern. Dennoch gibt es hier auch eine breite Gegenbewegung: ACERG, das portugiesische Landwirtschaftsministerium, Nationalparkverwaltung sowie das Gestüt der staatlichen Fundação Alter Real arbeiten daran, die Garranos in ihrer <strong>möglichst ursprünglichen Form</strong> weiter zu erhalten. Doch es ist ein Kampf gegen die Zeit: Schon die Tötungen der 15 Tiere im Juni, eigentlich nur zwei Einzelfälle, haben den Bestand der Garrano-Pferde um einen weiteren Prozentpunkt dezimiert &#8211; viel mehr solcher &#8220;Gewalttaten gegen die Natur&#8221; dürfen nicht mehr passieren.</p>
<p><a title="Portugalnyt" href="http://www.portugalnyt.dk"><img src="http://www.portugalmania.de/wp-content/logo-portugalnyt.gif" border="0" alt="logo-portugalnyt.gif" align="right" /></a><em>Ein Artikel in Kooperation mit Portugalnyt, dem führenden skandinavischen Portal zu Portugal (<a title="Vilde heste i Portugal i fare for udryddelse" href="http://www.portugalnyt.dk/blogs/nytfraportugal/archive/2008/06/19/Vilde-heste-Portugal-fare-for-udryddelse-Garrano-hesten-Lusitano-Navarra-Minhohesten-Nordportugal-ferie-Geres-Nationalparken-hestens-farve-andalusier.aspx" target="_blank">Vilde heste i Portugal i fare for udryddelse</a> -  2008, Portugalnyt.dk</em> )</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.portugalmania.de/2008/06/garranos-in-nord-portugal-die-sanften-wildpferde-mit-keltischem-stammbaum-sind-vom-aussterben-bedroht/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Taubenhäuser in Trás-os-Montes: Die Wiederentdeckung eines Stücks Kulturgeschichte</title>
		<link>http://www.portugalmania.de/2007/12/taubenhauser-in-tras-os-montes-die-wiederentdeckung-eines-stucks-kulturgeschichte/</link>
		<comments>http://www.portugalmania.de/2007/12/taubenhauser-in-tras-os-montes-die-wiederentdeckung-eines-stucks-kulturgeschichte/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 30 Dec 2007 21:53:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gilberto</dc:creator>
				<category><![CDATA[Trás-os-Montes]]></category>
		<category><![CDATA[Landwirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Taubenhaus]]></category>
		<category><![CDATA[Terra Fria]]></category>
		<category><![CDATA[trás-os-montes]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.portugalmania.de/land-leute/tras-os-montes-land-leute/2007/taubenhauser-in-tras-os-montes-die-wiederentdeckung-eines-stucks-kulturgeschichte/</guid>
		<description><![CDATA[ 	Über Jahrzehnte hinweg gehörten kleine, weiß gekalkte Taubenhäuschen fest ins Landschaftsbild von Portugals äußerstem Nordosten, dem Terra Fria. Doch dieses Stück Kulturgeschichte befindet sich in akuter Gefahr: Landflucht und EU-Agrarpolitik ließen viele der so charakteristischen Taubenschläge verfallen. Doch in der Region setzt ein Umdenken ein: Immer mehr Taubenhäuser werden restauriert &#8211; und eine kulinarische [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	<img src="http://www.portugalmania.de/wp-content/30_12_pombal_intro.jpg" alt="(c) PALOMBAR, Portugal" align="right" hspace="5" vspace="5" />Über Jahrzehnte hinweg gehörten kleine, weiß gekalkte Taubenhäuschen fest ins Landschaftsbild von Portugals äußerstem Nordosten, dem Terra Fria. Doch dieses Stück Kulturgeschichte befindet sich in akuter Gefahr: Landflucht und EU-Agrarpolitik ließen viele der so charakteristischen Taubenschläge verfallen. Doch in der Region setzt ein Umdenken ein: Immer mehr Taubenhäuser werden restauriert &#8211; und eine kulinarische Woche soll im wahrsten Sinne des Wortes wieder Appetit auf die traditionelle Vogelhaltung machen.     <span id="more-212"></span></p>
<p>Terra Fria nennt sich der Landstrich rund um die Städtchen Bragança, Vimioso und Miranda do Douro im äußersten Nordosten Portugals. <strong>Einsam ist diese Gegend hier</strong>, karg und mühsam zu bewirtschaften &#8211; wie schon der Name &#8220;Kaltes Land&#8221; besagt. Über Jahrhunderte hinweg mussten sich die Bauern der Terra Fria mit einer mühevollen Selbstversorger-Wirtschaft über Wasser halten. Und so war die <strong>Taubenhaltung</strong> für viele Menschen hier ein <strong>willkommenes Zubrot</strong>, die nicht nur den Speisezettel mit zartem Vogelfleisch bereicherte: Ganz nebenbei produzierten die Tauben noch <strong>wertvollen Dünger</strong>.</p>
<p>Die Ursprünge der Taubenhaltung liegen weit zurück: Vermutlich <strong>vor 5.000 Jahren</strong> fingen Menschen im Mittleren Osten an, die Vögel in Taubenschlägen zu halten. In <strong>Europa</strong> entdeckte man allerdings <strong>sehr spät</strong>, etwa ab Einsetzen der Renaissance, die Vorzüge von Taubenhäusern. So breiteten sich auch im Nordosten Portugals erst ab dem 19. Jahrhundert die heute als typisch geltenden <strong>Taubenhäuschen</strong> aus &#8211; dann aber in großer Zahl. Heute gibt es in der dünn besiedelten Nordost-Provinz Trás-os-Montes rund 3.500 Taubenschläge aus der Zeit des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts. Anders als in Spanien oder auch in anderen Regionen Portugals sind sich die Taubenhäuser im Terra Fria in ihrer Baustruktur sehr ähnlich:  Von außen <strong>weiß gekalkt</strong>, errichtet in einer <strong>halbrunden Hufeisenform</strong> (weiter südlich zum Douro hin sind die Taubenhäuser meist konisch-rund oder auch quadratisch). Die Häuser, lokalisiert am Dorfrand oder auf Feldern in der Nähe von Siedlungen, besaßen wenig Schmuck. Allenfalls den <strong>Ein- und Ausflugluken</strong> für die Tauben auf dem Dach wurden hin und wieder ein paar Verzierungen spendiert.</p>
<p style="text-align: center"><img src="http://www.portugalmania.de/wp-content/30_12_pombal1.jpg" alt="Ein Pombal nahe Bragança" /><br />
<em>Ein typisches Pombal nahe Bragança. Foto: <a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/Image:Pombal_Carragosa_2.jpg" target="_blank">Manuel Anastácio auf Wikipedia</a></em></p>
<p>Die Funktionsweise ist denkbar einfach. Denn anders als in der normalen Käfighaltung von Vögeln erforderten die Taubenschläge <strong>nur wenig Pflege von den Bauern</strong>. Die Tauben, die normalerweise in den zerklüfteten Felshöhlen von Trás-os-Montes nisten, werden durch das Futter in den Häuschen angelockt &#8211; und bleiben dort. Denn die &#8220;Pombais&#8221; bieten nicht nur sichere Nahrung,  sondern auch Schutz vor nätürlichen Feinden der Tauben.</p>
<p>Meist wurden die Taubenhäuser <strong>auf felsigem Grund errichtet</strong>, so dass sie dem Bauern noch nicht einmal  Ackerland wegnahmen. Der Nutzen war dagegen groß, denn die hier gehaltenen Felsentauben (<em>pombo-das-rochas</em>) und Hohltauben (<em>pombo-bravo</em>) eigneten sich nicht nur zum Verzehr. Auf dem Boden der Taubenhäuser sammelte sich der Vogelkot zu einem <strong>mineralstoffreichen Dünger</strong>, dem <em>Pombinho</em> (&#8220;Täubchen&#8221;), an.</p>
<p>Die <strong>große Zeit der Taubenhaltung</strong> währte im Terra Fria nur ein gutes Jahrhundert lang. Seit den 1950er Jahren sank die Zahl der bewirtschafteten Taubenhäuser rapide. Landflucht, synthetischen Dünger und seit Mitte der 80er Jahre auch die <strong>neu verteilten Fördermittel der EU-Agrarpolitik </strong>sorgten für den Niedergang der Taubenzucht im Nordosten Portugals. Die meisten Häuschen verfielen: Ein Stück Kultur- und Landschaftsgeschichte <strong>drohte zu verschwinden</strong>.</p>
<p align="center"> <img src="http://www.portugalmania.de/wp-content/30_12_pombal3.jpg" alt="30_12_pombal3.jpg" /><br />
<em>Vom Verfall bedroht: Zerstörtes Taubenhaus in Nordost-Portugal. Foto: <a href="http://www.palombar.org" title="Palombar" target="_blank">PALOMBAR</a></em></p>
<p>Doch Rettung ist in Sicht. Seit ein paar Jahren wächst wieder das Bewusstsein für die alten Taubenhäuser: Sie sind nicht nur ein Anziehungspunkt für Touristen, sondern auch wichtig für die Bewahrung der Landschaftsgeschichte der Region: &#8220;Es sind alte Bauten, <strong>Beispiele für die Volksarchitektur der Region</strong>, errichtet mit heimischen Materialien, und vielfach mit interessanten Standorten &#8211; auch aus landschaftlichen oder ökologischen Gesichtspunkten&#8221;, <a href="http://home.utad.pt/~des/cer/CER/DOWNLOAD/1009.PDF" title="Papier zu den Taubenhäusern des Terra fria" target="_blank">beschreibt zum Beispiel José Carlos Barbosa</a> von der Fachhochschule für Agrarwesen in Bragança die <strong>Bedeutung der Taubenhäuser</strong>. Auf jeden Fall passen die Taubenhäuser bestens in das Leitbild einer nachhaltigen, ökologischen Landwirtschaft.</p>
<p>Und so ist es ein Glücksfall, dass viele der Taubenhäuser nun wieder liebevoll restauriert werden. Gefördert mit Entwicklungsgeldern der EU sorgt der <a href="http://www.palombar.org" title="PALOMBAR" target="_blank">Verband PALOMBAR</a> zusammen mit der regionalen Entwicklungsagentur <a href="http://www.corane.pt/" target="_blank">Corane</a>  für die <strong>Herrichtung alter Taubenschläge</strong>. Rund 60 Häuser wurden &#8211; auch mit Hilfe von Freiwilligen &#8211; bereits in der Region renoviert. In ganz Portugal und den benachbarten spanischen Grenzregionen zusammen genommen sind es sogar 350.</p>
<p>Sicher ein schöner Erfolg: Aber wird mit der Renovierung der Häuser auch wieder die traditionelle Taubenhaltung dauerhaft ins Terra Fria zurückkehren? Oder mutieren die in strahlendem Weiß glänzenden Pombais zu einer pittoresken Fotokulisse für Touristen? PALOMBAR und Corane bemühen sich nach Kräften, bei den Menschen der Region selbst wieder ein Bewusstsein für den  Wert der Taubenhaltung zu schaffen.</p>
<p style="text-align: center"><img src="http://www.portugalmania.de/wp-content/30_12_pombal2.jpg" alt="Pombal 2" /><br />
<em>So soll es sein: Ein restauriertes Taubenhaus. Foto: <a href="http://www.palombar.org">PALOMBAR</a></em></p>
<p>Eine Maßnahme, ebenfalls von der EU gefördert, ist zum Beispiel die Ausrichtung eines <strong>Restaurant-Festivals</strong> (&#8220;Jornadas do Borracho&#8221;), in dem die Wirte des Terra Fria Gerichte rund ums Täubchen anbieten (<a href="http://aeiou.expresso.pt/gen.pl?p=stories&amp;op=view&amp;fokey=ex.stories/203544" title="Jornadas do Borracho" target="_blank">hier ein Bericht im Expresso zum Thema</a>). Das Festival findet noch bis zum 1. Januar 2008 mittlerweile bereits zum dritten Mal statt. Typisch &#8220;transmontanisch&#8221; sind die Tauben, wenn sie mit <strong>Kastanien und Pilzen</strong> serviert werden.</p>
<p>Die Wirte sind mit der Resonanz zufrieden &#8211; und würden ihr Angebot an Taubengerichten gerne auch <strong>auf das ganze Jahr ausdehnen</strong>. Einziges Problem: <strong>Der Nachschub an Täubchen fehlt</strong>. So berichtet der Público, dass es noch an der notwendigen Logistik fehlt, die die Tiere aus den Taubenschlägen zum Schlachter bringt, zumal die Hygienevorschriften sehr hoch sind. Erst, wenn auch dieser Projektschritt erfüllt ist, dürfte der Absatzmarkt für die Tauben weiter wachsen.</p>
<p>Und auch so manch ein Angebot für Touristen rund um die Taubenhäuser ist in Vorbereitung. Gemeinsam mit dem spanischen Nachbarn wurden <strong>drei Routen zu typischen &#8220;Pombais&#8221;</strong> entwickelt (über die sich jedoch leider nichts im Internet finden lässt).  Zusätzlich bietet PALOMBAR auf seiner Website &#8211; allerdings nur auf Portugiesisch &#8211; <a href="http://www.palombar.org/05-vis/nucleos.htm" title="Palombar Percursos" target="_blank">ein paar Wandertipps</a> zu Taubenhäusern. Und nicht zuletzt lassen sich viele Pombais auch an der bereits preisgekrönten Touristenroute &#8220;<a href="http://www.rotaterrafria.com/" title="Rota Terra Fria" target="_blank"><strong>Rota Terra Fria</strong></a>&#8221; erkunden.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.portugalmania.de/2007/12/taubenhauser-in-tras-os-montes-die-wiederentdeckung-eines-stucks-kulturgeschichte/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
