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	<title>portugalmania.de &#187; Madeira</title>
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	<description>Das portugiesische Logbuch im Netz :: Portugal Blog</description>
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		<title>Insel der Seligen? Madeira sagt nein zur Gentechnik</title>
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		<pubDate>Mon, 14 Jan 2008 22:27:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gilberto</dc:creator>
				<category><![CDATA[Madeira]]></category>
		<category><![CDATA[Natur & Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[algarve]]></category>
		<category><![CDATA[Gentechnik]]></category>
		<category><![CDATA[Landwirtschaft]]></category>
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		<description><![CDATA[ 	Die Atlantikinsel Madeira ist eine wahre Schatzkammer der Artenvielfalt. Wo man auf der Insel auch geht und steht: Überall wuchert und gedeiht es. Wozu bräuchte man in diesem Paradies noch gentechnisch veränderte Organismen? Und so hat die Regionalregierung nun ein Gesetzesvorhaben auf den Weg gebracht, mit dem sich Madeira ganz offiziell als &#8220;gentechnikfrei&#8221; deklarieren [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Die Atlantikinsel Madeira ist eine wahre Schatzkammer der Artenvielfalt. Wo man auf der Insel auch geht und steht: Überall wuchert und gedeiht es. Wozu bräuchte man in diesem Paradies noch gentechnisch veränderte Organismen? Und so hat die Regionalregierung nun ein Gesetzesvorhaben auf den Weg gebracht, mit dem sich Madeira ganz offiziell als &#8220;gentechnikfrei&#8221; deklarieren möchte. Eine gute Idee &#8211; doch das Beispiel der Algarve zeigt, dass eine solch noble Selbstverpflichtung oft nicht das Papier wert ist, auf dem sie steht.    <span id="more-229"></span></p>
<p>Auch wenn kaum ein Verbraucher Lebensmittel mit gentechnisch veränderten Zutaten auf dem Tisch haben möchte &#8211; auf den Äckern in ganz Europa wird immer mehr <span style="font-weight: bold">Gen-Food</span> angebaut. Vor allem <span style="font-weight: bold">gentechnisch veränderter Mais</span>, der für die Viehfütterung verwendet wird (und somit auf indirektem Wege in die menschliche Nahrungskette gelangt), breitet sich mehr und mehr aus &#8211; auch in Portugal.</p>
<p>Das Problem dabei: Wird irgendwo gentechnisch verändertes Saatgut angepflanzt, so ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sich der <span style="font-weight: bold">Samen auch auf die Nachbaräcker</span> ausbreitet. Um eine solch <span style="font-weight: bold">unerwünschte Vermischung</span> zu vermeiden, deklarieren sich immer mehr Regionen in Europa als &#8220;gentechnikfrei&#8221;. Diese großflächigeren Schutzräume sollen gewährleisten, dass die hier erzeugten Pflanzen möglichst frei von Kreuzungen mit gentechnisch verändertem Saatgut bleiben. Und die<span style="font-weight: bold"> Zahl der Regionen</span>, die sich <a href="http://www.gmo-free-regions.org/" title="GMO Free Regions" target="_blank">in Europa</a> als gentechnikfrei deklariert haben, ist durchaus beachtlich: Ganz Griechenland, Österreich und die Schweiz gehören dazu, außerdem weite Teile Frankreichs, Italiens und Polens. Deutschland ist hingegen unter den Schlusslichtern bei dieser Entwicklung (<a href="http://www.gentechnikfreie-regionen.de/" title="Gentechnikfreie Regionen" target="_blank">hier einige Informationen für Deutschland</a>) &#8211; und auch in Portugal hat sich mit der <span style="font-weight: bold">Algarve</span> erst eine Region zu diesem Schritt entschließen können.</p>
<p>Doch nicht mehr lange: Denn nun hat auch die <span style="font-weight: bold">regionale Regierung von Madeira</span> ein Gesetzesvorhaben auf den Weg gebracht, mit dem sich die Insel zum Verzicht von Gentechnik auf allen Äckern verpflichten will. Die Insellage, weit draußen auf dem offenen Meer, begünstigt das Vorhaben: Denn hier ist die Gefahr der Vermischung mit gentechnisch verändertem Saatgut sehr gering. Zudem proklamiert die Regionalregierung seit Jahren die <span style="font-weight: bold">Förderung der biologischen Landwirtschaft</span> auf der Insel: Die nach ökologischen Kriterien bewirtschaftete Ackerfläche auf Madeira hat sich so von 2001 bis 2006 auf <a href="http://www.fcsh.unl.pt/gabi/Madeira/Madeira.html" target="_blank">nun 211 Hektar</a> verdreifacht.</p>
<p>Und was braucht man auch auf Madeira vom Menschen manipulierte Pflanzen? Die Insel ist schon <span style="font-weight: bold">von Natur aus ein wahres Schatzkästchen der Artenvielfalt</span>. Auf kleinem Raum beheimatet Madeira verschiedene Landschaften und Klimazonen, die jeweils unterschiedlich bewirtschaftet werden. So betreiben die Madeirenser Landwirte eine <span style="font-weight: bold">Drei-Stockwerks-Landwirtschaft</span>: In der Küstenebene stehen die Plantagen für die kleinen und besonders aromatischen <span style="font-weight: bold">Madeira-Bananen</span>, für Ananas, Mangos, Maracuja und Zuckerrohr. In mittlerer Höhe wird dann <span style="font-weight: bold">Agrarwirtschaft</span> betrieben (Bananen, Weizen, Mais, Bohnen). Diese Pflanzen werden in Form einer<span style="font-weight: bold"> Polykultur</span> gemeinsam auf den Feldern angepflanzt. Und schließlich finden sich auf den <span style="font-weight: bold">höheren Lagen</span> größere Weidenflächen und Wälder.</p>
<p style="text-align: center"><img src="http://www.portugalmania.de/wp-content/14_01_madeira.jpg" alt="Markt auf Madeira" /><br />
<em>Köstlichkeiten aus Madeira &#8211; und demnächst garantiert ohne Gentechnik? Auf dem Markt von Funchal. Bild: <a href="http://www.flickr.com/photos/billhails/1203997930/in/set-72157601596303470" title="Flickr Fotoseite" target="_blank">Bill Hails auf Flickr</a></em></p>
<p>Die Idee eines <span style="font-weight: bold">gentechnikfreien Madeira </span>trifft sicher auf die Zustimmung einer großen Mehrheit der Inselbevölkerung und Touristen &#8211; die Hotels der Insel sind Hauptabnehmer der hier produzierten landwirtschaftlichen Erzeugnisse. <span style="font-weight: bold">Doch was, wenn sich nur ein Landwirt querstellt?</span> Denn bereits ein einziger Quertreiber genügt, um das Vorhaben einer gentechnikfreien Region zu gefährden &#8211; das muss derzeit zumindest die Algarve erfahren, die sich schon im Jahr 2004 für den Verzicht auf gentechnisch modifizierte Organismen ausgesprochen hat. Das entsprechende Gesetz in Portugal erlaubt zwar die <span style="font-weight: bold">Selbstverpflichtung einer Region</span>, auf den Anbau gentechnisch modifzierter Saaten zu verzichten. Sollte aber auch nur ein Landwirt den Wunsch hegen, doch Gen-Food auf seinen Äckern hochzuziehen, muss ihm dieser Wunsch bewilligt werden &#8211; und die ganze Idee einer &#8220;sauberen&#8221; Region wird ausgehöhlt.</p>
<p>Und ein solcher gentechnikfreundlicher Bauer trat an der Algarve tatsächlich auf den Plan: <span style="font-weight: bold">Nahe Silves</span> sollte gentechnisch veränderter Mais des multinationalen Saatgutunternehmens &#8220;Pioneer&#8221; angebaut werden. Dieser Affront gegen die eigentlich gentechnikfreie Algarve führte im Sommer letzten Jahres zur Eskalation: Am 17. August 2007 versuchten mehrere Dutzend Aktivisten der bis dahin unbekannten Öko-Bewegung &#8220;Movimento Verde Eufémia&#8221;, den <span style="font-weight: bold">Gen-Acker zu zerstören</span> &#8211; eine in Portugal bis dahin ungewohnt radikale Tat. Die teilweise gelungene Ackerzerstörung beherrschte dann auch tagelang die portugiesischen Medien. Und auch wenn man die Radikalität der Tat nicht unterstützen mag &#8211; <span style="font-weight: bold">es bleibt das Ärgernis</span>, dass der Grundsatz einer gentechnikfreien Region so leicht ausgehöhlt werden kann.</p>
<p>Ohnehin stellte sich heraus, dass die <span style="font-weight: bold">Proklamation einer gentechnikfreien Algarve </span>nur als politische Absichtserklärung zu werten ist. <a href="http://www.observatoriodoalgarve.com/cna/noticias_ver.asp?noticia=15784" title="Observatório do Algarve" target="_blank">Die bislang einzige Gemeinde</a> (und nicht Region!), die den offiziellen Weg zur Gentechnikfreiheit ging, ist Lagos, ebenfalls an der Algarve. Bei diesem Verfahren müssen auch die örtlichen Bauernverbände angehört werden, die mehrheitlich dem Plan zum Verzicht auf gentechnisch veränderte Organismen zustimmen müssen. Doch auch hier gilt: Ein einziger Landwirt, der Gen-Saaten anbauen will, kann den ganzen Plan wieder kippen.</p>
<p>Und <span style="font-weight: bold">Madeira</span>? Dort wird sich noch beweisen müssen, wieviel das Prädikat &#8220;gentechnikfrei&#8221; hier wert ist. Doch insgesamt stehen die <span style="font-weight: bold">Chancen etwas besser</span>, dass größere Konflikte dort in Zukunft nicht auftreten werden. Denn die Insel-Landwirtschaft ist recht kleinteilig organisiert &#8211; und außerdem <span style="font-weight: bold">wenig attraktiv</span> für die Sorten, die heute im Fokus der Gentechnik stehen (vor allem Viehfutter wie Mais). Hier, auf der &#8220;Perle des Atlantiks&#8221;, wird sich die Natur also auch in Zukunft so weiterentwickeln dürfen, wie es die <span style="font-weight: bold">Evolution allein für richtig hält</span>.</p>
<p><span style="font-style: italic">In Portugal setzt sich die &#8220;Plataforma Transgénicos Fora&#8221; für den Verzicht auf gentechnisch modifizierte Organismen ein: <a href="http://www.stopogm.net/" title="Stop OGM Portugal" target="_blank">http://www.stopogm.net</a></span></p>
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