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	<title>portugalmania.de &#187; Lissabon</title>
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	<description>Das portugiesische Logbuch im Netz :: Portugal Blog</description>
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		<title>Die Bibliothek der Unruhe: In Lissabon treffen Borges und Pessoa endlich zusammen</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Jan 2009 16:48:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gilberto</dc:creator>
				<category><![CDATA[Douro]]></category>
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		<description><![CDATA[ 	Warum führen die Lissaboner Stadtspaziergänge von Literatur-Nobelpreisträger José Saramago neuerdings in den eher unspektakulär daherkommenden Park &#8220;Arco do Cego&#8221;, mitten im Banken- und Geschäftsviertel der Avenidas Novas gelegen? Eine neue Statue zu Ehren des argentinischen Schriftstellers Jorge Luís Borges ist es, die das Interesse Saramagos weckt. Hier, auf dem Gelände eines ehemaligen Busbahnhofs, kann [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Warum führen die Lissaboner Stadtspaziergänge von Literatur-Nobelpreisträger <strong>José Saramago</strong> neuerdings in den eher unspektakulär daherkommenden Park &#8220;Arco do Cego&#8221;, mitten im Banken- und Geschäftsviertel der Avenidas Novas gelegen? Eine <strong>neue Statue</strong> zu Ehren des argentinischen Schriftstellers<strong> Jorge Luís Borges</strong> ist es, die das Interesse Saramagos weckt. Hier, auf dem Gelände eines ehemaligen Busbahnhofs, kann den realen und virtuellen Spuren Portugals im Werk von Borges nachgespürt werden.</p>
<p><span id="more-506"></span></p>
<p>Eine<strong> Wolke</strong> als Sinnbild für grenzenlos umherschweifende Phantasie. Eine <strong>Hand </strong>als Zeichen für die Schaffenskraft des Künstlers. Mit <a title="Bild des Denkmals " href="http://anossalisboa.cm-lisboa.pt/index.php?id=1885&amp;tx_ttnews[tt_news]=2269" target="_blank">diesen zwei Symbolen</a> fängt der aus Buenos Aires stammende und heute in Italien lebende Bildhauer <a href="http://www.federicobrook.com" target="_blank">Federico Brook</a> das Lebenswerk des argentinischen Schriftstellers <strong>Jorge Luís Borges</strong> in Granit und Marmor ein.</p>
<p>So <strong>geheimnisvoll und vieldeutig </strong>wie die literarischen Arbeiten von Borges kommt die Statue daher, die Anfang Dezember im <a title="Jardim Arco do Cego, Lissabon" href="http://jardinsdigitais.cm-lisboa.pt/index.php?id=1158" target="_blank">Lissaboner Park &#8220;Arco do Cego&#8221;</a> offiziell enthüllt wurde &#8211; und etwas <strong>verloren</strong> steht dieses Denkmal auf der großen, mit Palmen umsäumten Grünfläche, die noch vor <strong>wenigen Jahren ein Busbahnhof</strong> gewesen war.</p>
<p><code><br />
<iframe width="425" height="350" frameborder="0" scrolling="no" marginheight="0" marginwidth="0" src="http://maps.google.de/maps?f=q&amp;hl=de&amp;geocode=&amp;q=av+Duque+de+Avila+10,+lisboa&amp;sll=38.735967,-9.142138&amp;sspn=0.003055,0.006974&amp;ie=UTF8&amp;t=h&amp;g=av+Duque+de+Avila+10,+lisboa&amp;ll=38.744645,-9.137878&amp;spn=0.001527,0.003487&amp;z=14&amp;iwloc=addr&amp;output=embed&amp;s=AARTsJqhvR3KjVEoCKMjT0kG2M2kZC7gLw"></iframe><br /><small><a href="http://maps.google.de/maps?f=q&amp;hl=de&amp;geocode=&amp;q=av+Duque+de+Avila+10,+lisboa&amp;sll=38.735967,-9.142138&amp;sspn=0.003055,0.006974&amp;ie=UTF8&amp;t=h&amp;g=av+Duque+de+Avila+10,+lisboa&amp;ll=38.744645,-9.137878&amp;spn=0.001527,0.003487&amp;z=14&amp;iwloc=addr&amp;source=embed" style="color:#0000FF;text-align:left">Größere Kartenansicht</a></small></code></p>
<p>Doch vielleicht ist gerade dieser noch unbestimmte, irreale Raum des Transits die richtige Heimat für eine Statue von Borges in Lissabon. <strong>Viele Verbindungen</strong>, künstlerisch und biographisch, weisen von Jorge Luís Borges nach <strong>Portugal</strong>. Und vom Terminal in Arco do Cego aus fuhren noch vor wenigen Jahren die Busse auch in den Norden Portugals. Der Region, aus der die Familie Borges entstammt.</p>
<h2>Großmeister der phantastischen Literatur &#8211; mit portugiesischer Herkunft</h2>
<p><a title="Wikipedia über Borges" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jorge_Luis_Borges" target="_blank">Jorge Luís Borges (1899-1986)</a>, gilt als einer der bedeutendsten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Borges etablierte einen neuen Typ <strong>phantastischer, &#8220;virtueller Literatur&#8221;</strong>, die auch heute auf einen stetig wachsenden Freundeskreis bauen kann.</p>
<p>Die <strong>Spuren der Familie</strong> von Borges führen in das nordportugiesische Örtchen <a title="Torre de Moncorvo" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Torre_de_Moncorvo" target="_blank">Torre de Moncorvo am Fluss Douro</a>, von wo aus der Urgroßvater des Dichters vermutlich Anfang des 19. Jahrhunderts nach Argentinien emigierte.</p>
<p>Über das Leben der Familie Borges in Nordportugal ist wenig bekannt. Auch dem gut 100 Jahre nach der Emigration nach Argentinien geborenen Jorge Luís Borges blieb die <strong>Familiengeschichte ein Rätsel</strong>, wie er selbst in dem Gedicht &#8220;<strong>Los Borges</strong>&#8221; schreibt:</p>
<blockquote><p>Nichts oder wenig weiß ich von meinen portugiesischen<br />
Ahnen, den Borges: Unbestimmte Menschen,<br />
die in meinem Fleisch fortbestehen, unklar,<br />
ihre Gewohnheiten, ihre Haltungen und Ängste.</p></blockquote>
<p><a title="Los Borges" href="http://www.poema-de-amor.com.ar/mostrar-poema.php?poema=3390" target="_blank"><em>Zum vollständigen Gedicht auf Spanisch</em></a></p>
<h2>Saudade im Blut</h2>
<p>So sehr sich die Familiengeschichte im Dunkeln verliert, so sehr war Borges doch davon überzeugt, von seiner portugiesischen Herkunft geprägt worden zu sein. Vor allem das <strong>so typisch portugiesische Gefühl der &#8220;Saudade&#8221;</strong> beschäftigte ihn, ja, bestimmte sogar einen Teil seines Schaffens &#8211; so berichtete es zumindest <strong>Maria Kodama</strong>, die Witwe von Borges, die neben Literatur-Nobelpreisträger José Saramago bei der Enthüllung der Borges-Statue Anfang Dezember in Lissabon als Ehrengast anwesend war.</p>
<p>Mit dieser Würdigung in Stein kommt Jorge Luís Borges in der Stadt an, die auch das Spielfeld seines großen und doch unbekannten <strong>Freundes Fernando Pessoa</strong> war. Obwohl sich die beiden Künstler nie kennengelernt haben (Fernando Pessoa dürfte noch nicht einmal etwas von Borges gewusst haben), so ähneln sich auf verblüffende Weise <strong>grundlegende Linien in ihren Werken</strong>.</p>
<h2>Pessoa und Borges: Zwei Geistesverwandte</h2>
<p>Die Saudade, die wehmütige Lust an der Sehnsucht. Die <strong>Auflösung des Autors</strong> in verschiedene Persönlichkeiten. Das Misstrauen gegen die nur scheinbar reale Welt, gegen das ach so Dingliche. <strong>Ähnlichkeiten, Kreuzungen</strong>, die nicht unentdeckt blieben &#8211; in der <strong>Forschung</strong>, die bereits mehrere Disserationen dem Thema widmete, aber auch bei den <a title="Literaturlandkarte Borges" href="http://www.literaturlandkarte.de/fernando+pessoa.html" target="_blank">Lesern</a>.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-508" title="pessoa-borges" src="http://www.portugalmania.de/wp-content/pessoa-borges.jpg" alt="" width="500" height="156" /></p>
<p style="text-align: center;"><em>Wer Pessoa kauft, der mag auch Borges (und Hesse): Screenshot von <a href="http://www.amazon.de" target="_blank">Amazon.de</a></em></p>
<p>Borges muss sein &#8220;Heteronym&#8221; Fernando Pessoa <strong>erst spät en</strong><strong>tdeckt haben</strong>.  Noch 1968 reagierte Borges <a title="Art &amp; Culture über Pessoa" href="http://www.artandculture.com/cgi-bin/WebObjects/ACLive.woa/wa/artist?id=1404" target="_blank">nach Angaben des  Portals art &amp; culture</a> auf die Frage nach Fernando Pessoa mit der Antwort: &#8220;<strong>Who is he?</strong>&#8221; &#8211; wer ist er? (Eine Antwort, die man freilich auch angesichts der vielen Persönlichkeiten von Pessoa auch als subtile Anspielung auf die <strong>Unbestimmbarkeit Pessoas</strong> interpretieren könnte). Aber auch in der in den 40er Jahren von Borges zusammengestellten &#8220;<a title="Bibliothek von Babel" href="http://www.bibliothekvonbabel.de/" target="_blank">Bibliothek von Babel</a>&#8220;, die 30 Meisterwerke der phantastischen Literatur versammelte, fand kein Werk Pessoas seinen Platz. Hätte Borges Pessoa damals schon gekannt, wäre dies sicherlich anders gewesen.</p>
<h2>Lass mich dein Freund sein!</h2>
<p>Doch Jahre später war alles anders. Pessoa war im <strong>Universum Borges</strong> angekommen. Am 2. Januar 1985 schrieb Jorge Luís Borges sogar einen Brief an Fernando Pessoa:</p>
<blockquote><p>Du hast für dich geschrieben, nicht für den Ruhm&#8230; lass mich dein Freund sein!!! (Quelle: <a title="Carta a Fernando Pessoa" href="http://www.pessoa.art.br/?p=551" target="_blank">pessoa.art.br</a>)</p></blockquote>
<p>Nun treffen sich die beiden unbekannten und doch vertrauten Freunde in <strong>Lissabon </strong>- der Stadt, ohne die das Werk Fernando Pessoas nicht denkbar wäre. <strong></strong></p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-509" title="Pessoa in Lissabon" src="http://www.portugalmania.de/wp-content/496784954_2a8515ea1b_m.jpg" alt="" width="240" height="172" /></p>
<p style="text-align: center;"><em>Begegnung mit Fernando Pessoa in Lissabon. Nun ist auch Borges in der Stadt angekommen&#8230;<br />
<a href="http://www.flickr.com/photos/arteurbana/496784954/" target="_blank">Foto: Graffiti Land auf Flickr</a></em> (Creative Commons)</p>
<p><strong>Noch so eine Parallele</strong>: Ohne Buenos Aires, die argentinische Schwester von Lissabon, wäre Jorge Luís Borges ebenfalls kaum vorstellbar. Es scheint, als ob beide in ihren Städten das <strong>geheime Tor zur magischen und phantastischen Welt</strong> gefunden haben. Ein Tor, dessen Schlüssel die Leser beider Autoren nun in Lissabon weiter suchen müssen, um es aufzuschließen.</p>
<p><em>Buenos Aires in Lissabon: Wer auch kulinarisch die Spuren Argentininens in Portugal sucht, dem sei das <a title="Restaurant Buenos Aires" href="http://www.lifecooler.com/edicoes/lifecooler/desenvRegArtigo.asp?reg=385522" target="_blank">Restaurant Buenos Aires </a>oberhalb des Rossio-Bahnhofs (Calçada do Duque 31B) empfohlen. Den Park Arco do Cego erreicht man am besten mit der Metrohaltestelle Alameda (rote und grüne Linie). </em></p>
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		<title>20 Jahre nach dem Brand: Lissabons neues altes Herz versucht die Wiederbelebung</title>
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		<pubDate>Mon, 25 Aug 2008 18:08:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gilberto</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lissabon]]></category>
		<category><![CDATA[baixa]]></category>
		<category><![CDATA[Chiado]]></category>
		<category><![CDATA[Feuer]]></category>
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		<description><![CDATA[ 	Seit dem Erdbeben von 1755 war dies wohl die schlimmste Katastrophe, von der die Stadt Lissabon heimgesucht wurde: Am 25. August 1988 zerstörte ein Feuer weite Teile des Stadtviertels Chiado. Heute, genau zwanzig Jahre später, ist der Wiederaufbau der zerstörten Häuser weitgehend abgeschlossen &#8211; und doch sucht das Herz Lissabons weiterhin nach seiner alten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Seit dem Erdbeben von 1755 war dies wohl die schlimmste Katastrophe, von der die Stadt Lissabon heimgesucht wurde: Am <strong>25. August 1988</strong> zerstörte ein Feuer <strong>weite Teile des Stadtviertels Chiado</strong>. Heute, genau zwanzig Jahre später, ist der Wiederaufbau der zerstörten Häuser weitgehend abgeschlossen &#8211; und doch sucht das Herz Lissabons weiterhin nach seiner alten Seele. <span id="more-474"></span></p>
<p>Wer hätte erwarten sollen, dass der <strong>25. August 1988 </strong>im Lissaboner Einkaufs- und Intellektuellenviertel Chiado ein anderer Tag werden sollte wie etwa der 24. oder 23. August? Wie an jedem anderen Morgen standen die Inhaber der <strong>zahlreichen Traditionsgeschäfte</strong> des Chiado früh auf, um zu ihren Läden zu gelangen. Um die neue Ware auszulegen, um Kunden zu beraten, und um einfach ein paar Menschen zu sehen. Doch als die Geschäftsleute in der Frühe ihre Läden erreichten, war alles ganz anders: Ganze Straßenzüge des Viertels standen in Flammen.</p>
<p>Es war im Morgengrauen, <strong>um 5:17 Uhr</strong>, als bei der Feuerwehr der erste Hilferuf einging: In den Räumen des traditionsreichen Kaufhauses Grandella brennt es. Wie spätere Untersuchungen zeigten, brach das Feuer eine gute dreiviertel Stunde vor dem ersten Notruf aus &#8211; und setzte sich dann, angeheizt von explodierenden Gasflaschen, in<strong> rasender Geschwindigkeit </strong>auf die eng anliegenden Nachbargebäude fort.</p>
<p style="text-align: center;"><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="344" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="wmode" value="transparent" /><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/JDrDUzfBg1I&amp;color1=11645361&amp;color2=13619151&amp;fs=1" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="344" src="http://www.youtube.com/v/JDrDUzfBg1I&amp;color1=11645361&amp;color2=13619151&amp;fs=1" allowfullscreen="true" wmode="transparent"></embed></object></p>
<p style="text-align: center;"><em>Feuer im Chiado: Originalberichte und Bilder vom großen Brand im Jahr 1988. </em></p>
<p>Für die Feuerwehrmänner wurde dieser Brand zur fast unlösbaren Aufgabe: Die gerade zu Verschönerungszwecken verengte Rua Garrett erwies sich als <strong>kritisches Nadelöhr,</strong> das den Feuerwehrautos den direkten Zugang zum Brandherd verweigerte. Die Straßen waren überfüllt von Menschen, und die <strong>Wucht der explodierenden Gasflaschen</strong> machten ein rasches Eingreifen unmöglich &#8211; und das, obwohl die Feuerwehr mit 1.150 Männern gegen die Zerstörung des Lissaboner Stadtzentrums ankämpfte. Einer der &#8220;Bombeiros&#8221; bezahlte den Einsatz sogar mit seinem Leben, 60 weitere Kollegen wurden verletzt.</p>
<p>Erst in den Mittagsstunden konnte das Feuer unter Kontrolle gebracht werden, und noch Tage später hing <strong>Brandgeruch über der Stadt</strong>. Innerhalb weniger Stunden verwandelte sich das Herz von Lissabon in eine <strong>unwirtliche urbane Wüste</strong>.  18 Gebäude, meist aus dem 18. Jahrhundert, mit einer Grundfläche von 7.500 Quadratmetern brannten bis auf die Grundmauern nieder. Zwischen 200 und 300 Menschen verloren ihre Wohnung.</p>
<h2>Einst das kommerzielle Zentrum der Stadt</h2>
<p>Und auch wirtschaftlich war das Feuer eine Katastrophe für das Stadtviertel: Über Nacht <strong>verloren rund 2.000 Menschen ihren Arbeitsplatz</strong>, vor allem in den ruinierten Kaufhäusern &#8220;Grandella&#8221; und &#8220;Grandes Armazéns do Chiado&#8221;. Die Flammen zerstörten schließlich eines der kommerziellen Zentren des alten Lissabons. Hier, in den Straßen, die sich von der Baixa hoch ins Bairro Alto ziehen, entstand während der Wende zum 20. Jahrhundert <strong>das beste und nobelste Einkaufsviertel von Lissabon</strong>.</p>
<p>Wer den <strong>neuesten Chic aus Paris </strong>suchte, wurde im Chiado fündig &#8211; und das nicht nur in den nach Lafayette-Vorbild errichteten Warenhäusern, sondern auch in <strong>Dutzenden kleiner Fachgeschäfte</strong>, von denen die meisten nach dem Brand nicht mehr wiedereröffneten.</p>
<p>Und obwohl der <strong>Glanz dieser alten Einkaufswelt</strong> in den achtziger Jahren schon etwas ramponiert war, so lebte hier der alte Chiado noch weiter. Heute erhalten gebliebene Geschäfte, wie &#8220;<strong>Paris em Lisboa</strong>&#8220;, das Casa Perreira oder auch das für seine Fernando Pessoa-Statue bekannte Café Brasileira stehen als letzte <strong>verbliebene Botschafter</strong> für den Charme der vergangenen Tage &#8211; aber sie stehen allein, schon umzingelt und bedrängt von den gesichtslosen Filialen der internationalen Handelsketten.</p>
<h2>Schleppender Wiederaufbau</h2>
<p>In den Jahren der Wiederaufbauzeit hat sich Lissabon insgesamt verändert:<strong> Neue Shopping-Malls</strong> am Stadtrand zogen die Kundschaft an und auch in traditionellen Einkaufsvierteln setzten sich die finanzkräftigen internationalen Konzerne durch. So <strong>veränderten sich die Besucherströme</strong> in Lissabon weg vom Chiado hin zu anderen Vierteln &#8211; zumal sich der Wiederaufbau nicht zuletzt wegen zahlreicher Besitzstreitigkeiten vor Gericht lange hinzog.</p>
<p>Doch immerhin: Der<strong> Wiederaufbau des Chiado</strong>, geleitet vom Architekten Álvaro Siza aus Porto, ist trotz etlicher Verzögerungen im Großen und Ganzen abgeschlossen &#8211; und auch recht gelungen. Siza sorgte dafür, dass die<strong> alten Fassaden im Chiado möglichst originalgetreu</strong> wieder errichtet werden. Im Inneren der Häuser entstanden jedoch moderne Büro- und Geschäftsflächen.</p>
<p>So locken heute wieder die Art-Deco-Fassaden der &#8220;<strong>Grandes Armazéns do Chiado</strong>&#8221; und von Grandella die Kundenströme an &#8211; doch im Gegensatz zu früher ist im Inneren der Häuser ein <strong>modernes Einkaufszentrum </strong>entstanden, das sich im Besitz einer Tochterfirma der deutschen Commerzbank befindet.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-480" title="25_08_armazens-chiado" src="http://www.portugalmania.de/wp-content/25_08_armazens-chiado.jpg" alt="" width="375" height="500" /><br />
<em>Die Armazéns do Chiado: Als Shopping-Center wiedereröffnet. Foto: <a title="Flickr-Fotoseite" href="http://www.flickr.com/photos/scalleja/460895414/" target="_blank">(cc) scalleja auf Flickr </a></em></p>
<p>Kommerziell erwies sich der Wiederaufbau des Chiado für die internationalen und portugiesischen Investoren durchaus als<strong> lohnende Wertanlage</strong>. Nach<a title="Diário Económico" href="http://diarioeconomico.sapo.pt/edicion/diarioeconomico/edicion_impresa/politica/pt/desarrollo/1157209.html" target="_blank"> Informationen des &#8220;Diário Económico&#8221;</a> haben sich die Immobilienpreise in der vom Brand betroffenen Gegend seit 1988 mehr als verdoppelt &#8211; ein höherer Anstieg als in anderen Teilen Lissabons.</p>
<p>Häuser wiederaufgebaut, Geschäfte und Büros vermietet: <strong>Eigentlich eine Erfolgsgeschichte</strong>. Und doch denken viele Lissaboner <strong>mit Wehmut an die alten Zeiten</strong> des Chiado zurück. Denn mögen heute die meisten Spuren des Großbrandes verschwunden sein (nur in wenigen Häusern wie etwa der Fassade des Restaurants Palmeira in der Rua do Crucifixo lassen sich noch Zeugnisse des Feuers erkennen), so spürbar ist die Katastrophe weiterhin im <strong>Lebensfluss des Viertels</strong>.</p>
<p>Vor allem <strong>nach Ladenschluss</strong> sind zahlreiche Straßen im Chiado wie leer gefegt: Noch fehlt es an Möglichkeiten für Nachtschwärmer, noch haben die alten Besucherströme nicht zurückgefunden. Aber vielleicht braucht die Wiederbelebung des alten Herzens von Lissabon einfach noch etwas mehr Zeit. Und in vielen Nebensträßchen, da spürt man schon wieder <strong>etwas Aufbruchsstimmung</strong> und den kreativen Geist alter Tage: Neue, spezialisierte Geschäfte wie etwa die Spezialitätenhandlung &#8220;A Vida Portuguesa&#8221; haben sich hier etabliert, interessante <strong>Cafés und Kneipen</strong> entwickeln sich &#8211; und ein regelmäßiges Fest auf den Straßen des Chiado versucht auch wieder, mit Kultur und Kommerz die werte Kundschaft anzulocken.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-481" title="25_08_chiado" src="http://www.portugalmania.de/wp-content/25_08_chiado.jpg" alt="" width="500" height="375" /></p>
<p style="text-align: center;"><em>Chiado, onde estás &#8211; Chiado, wo bist Du? Ein wehmütiges Graffitti erinnert auf den neu errichteten Mauern an alte Zeiten. Foto: <a title="Flickr-Fotoseite" href="http://www.flickr.com/photos/svensson/45392580/" target="_blank">asvensson auf Flickr</a></em></p>
<p>Der Chiado wurde nach jahrzehntelangen Reparaturarbeiten <strong>wieder in die Freiheit entlassen</strong> &#8211; und das Augenmerk der Lissaboner Stadtplaner richtet sich nun vor allem auf die angrenzenden Viertel wie der Baixa oder den Straßen um die Avenida da Liberdade. Denn hier gab es zwar keinen Großbrand &#8211; doch die Viertel leiden unter einem nicht weniger zerstörerischen, <strong>schleichenden Verfall </strong>ihrer historischen Bausubstanz.</p>
<p>Tausende Häuser stehen leer und sind oftmals einsturzgefährdet. Einst blühende Ausgehviertel wie etwa der Parque Mayer an der Avenida da Liberdade sind Dauerstreitthema in der Stadtpolitik &#8211; und verkommen mit jedem Tag ein Stückchen weiter. Der <strong>Leerstand schadet nicht nur dem Leben in der Stadt</strong> &#8211; sondern ist, im wahrsten Sinne des Wortes, auch brandgefährlich.</p>
<h2>Weiterhin bestehendes Brandrisiko in Lissabon</h2>
<p>Die leer stehenden, ungepflegten Gebäude erhöhen das Brandrisiko und die Wahrscheinlichkeit für eine <strong>flächendeckendere Ausbreitung von Feuern</strong> in der Stadt. Lissabons Stadtplaner Manuel Salgado bringt diese Gefahr klar auf den Punkt: &#8220;Wir haben die große Befürchtung, dass es in der Baixa zu einer ähnlich großen Katastrophe kommen kann wie beim Brand im Chiado&#8221;, <a title="TSF" href="http://tsf.sapo.pt/PaginaInicial/Portugal/Interior.aspx?content_id=984120" target="_blank">sagte Salgado heute erst wieder dem Radiosender TSF</a>.</p>
<p>Und die Bilder des Chiado-Feuers tauchen mit schöner Regelmäßigkeit wieder in der Vorstellung der Lissaboner auf &#8211; zuletzt vor wenigen Wochen bei <a title="Feuer in der Avenida da Liberdade" href="http://pt-blogger.blogspot.com/2008/07/lissabon-feuer-in-der-avenida-da.html" target="_blank">einem Brand an der Avenida da Liberdade</a>, der glücklicherweise recht glimpflich ausging.</p>
<p>Immerhin, im <strong>Chiado sollte eine solche Katastrophe</strong> nicht mehr möglich sein. Hier hat sich in Sachen Feuerprävention seit dem 25. August 1988 viel verändert: Die Feuerwehr ist wesentlich besser ausgerüstet und auch der Brandschutz der neu errichteten Häuser selbst wurde mit viel Aufwand verbessert. Der Chiado, er hat nun zwanzig Jahre nach der großen Katastrophe die Zeit, seine alte Seele wiederzufinden.</p>
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		<title>Mit verbundenen Augen durch Lissabon</title>
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		<pubDate>Thu, 31 Jul 2008 20:46:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gilberto</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lissabon]]></category>
		<category><![CDATA[alfama]]></category>
		<category><![CDATA[Blinde]]></category>
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		<category><![CDATA[Stadtführung]]></category>

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		<description><![CDATA[ 	Das Licht! Die Sonne! Die Farben! Lissabon ist eine Stadt fürs Auge. Und doch gibt es jetzt eine Möglichkeit, Portugals Hauptstadt auch einmal mit allen anderen Sinnen zu erleben: Führungen mit verbundenen Augen durch die Alfama, Lissabons ältestem Stadtteil. 
&#8220;Cheira bem, cheira a Lisboa&#8221; heißt es in einer von Lissabonern gern zitierten Alltagsweisheit: Es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Das Licht! Die Sonne! Die Farben! Lissabon ist eine Stadt fürs Auge. Und doch gibt es jetzt eine Möglichkeit, Portugals Hauptstadt auch einmal mit allen anderen Sinnen zu erleben: Führungen mit verbundenen Augen durch die Alfama, Lissabons ältestem Stadtteil. <span id="more-462"></span></p>
<p><strong>&#8220;Cheira bem, cheira a Lisboa&#8221;</strong> heißt es in einer von Lissabonern gern zitierten Alltagsweisheit: Es riecht gut, es riecht nach Lissabon. Wie <strong>Lissabon wirklich riecht</strong>, wie die Stadt klingt, wie sie sich anfühlt &#8211; das lässt sich mit den Führungen des Programms &#8220;<a title="Lisboa Sensorial" href="http://www.cabracega.org/lisboa-sensorial" target="_blank">Lisboa Sensorial</a>&#8221; intensiv erleben.</p>
<p>Die Idee ist so einfach wie genial: Den Teilnehmern dieser etwas anderen Stadtführung spazieren <strong>mit verbundenen Augen durch Lissabons Altstadt</strong>, der Alfama. Gestützt durch noch &#8220;sehende&#8221; Begleiter beginnt ein neues Lissabon-Erlebnis: Lauschend, tastend, erspürend, riechend.</p>
<p>An vielen Orten der Welt gab es ein ähnliches Konzept in Form von <strong>Dunkel-Restaurants</strong>, in denen das Essen im Dunkeln serviert wird (zum Beispiel die &#8220;<a title="Unsicht-Bar" href="http://www.unsicht-bar.de/" target="_blank">unsicht-bar</a>&#8221; in Berlin, Köln und Hamburg &#8211; oder das <a title="Bem me quer Restaurant, Lissabon" href="http://www.lifecooler.com/edicoes/lifecooler/desenvRegArtigo.asp?reg=356588" target="_blank">Restaurant &#8220;Bem Me Quer&#8221; in Lissabon</a> mit seinem Jantar Sensorial). Neu ist die Übertragung der Idee vom Lokal hinaus auf die Straße.</p>
<p style="text-align: center;"><a title="Lisboa Sensorial" href="http://www.cabracega.org/lisboa-sensorial" target="_blank"><img class="aligncenter size-full wp-image-465" title="31_07_lisboa-sensorial" src="http://www.portugalmania.de/wp-content/31_07_lisboa-sensorial.jpg" alt="" width="411" height="273" /></a><br />
<em>Lisboa erfühlen&#8230;: Die Homepage von <a title="Lisboa Sensorial" href="http://www.cabracega.org/lisboa-sensorial" target="_blank">Lisboa Sensorial.</a> Hier finden sich auch immer die aktuellen Termine der nächsten Touren. </em></p>
<p>Gestützt auf Hör-, Tast- und Riechsinn erschließt sich die Stadt ganz neu, wie es auch etwa Daniel Lam, Reporter des <a title="De olhos bem fechados a passear por Alfama" href="http://dn.sapo.pt/2008/07/06/sociedade/de_olhos_fechados_a_passear_alfama.html" target="_blank">Diário de Notícias selbst erfahren hat</a>: &#8220;Man hört den <strong>Gesang der Vögel </strong>und die Geräusche tropfenden Wassers oder ein vorüberziehender Lufthauch und viele andere Kleinigkeiten, die wir niemals hören.&#8221; Und was würde sich besser für eine <strong>Stadtführung mit den anderen Sinnen</strong> eignen als die Alfama, Lissabons Altstadt, deren Häusermauern noch so viele unerzählte Begebenheiten mitteilen möchten? Deren Geräusche, hier in den autofreien Gassen, vielleicht noch die gleichen sind, wie sie schon vor Jahrhunderten erklangen?</p>
<p>Ein <strong>tieferes Erspüren Lissabons</strong> ist sicherlich eines der Ziele, die die Macher der &#8220;Lisboa Sensorial&#8221;-Touren erreichen möchten. Ein anderes ist jedoch viel ernsterer Art: Denn &#8220;Lisboa Sensorial&#8221; will über den Weg direkter Erfahrung auch <strong>mehr Verständnis für das Leben von Blinden </strong>wecken. Blinde und Sehbehinderte haben es in Lissabon oft nicht einfach: Der Straßenverkehr ist immer wieder rücksichtlos und die Gehwege nicht klar abgegrenzt. Zudem ist die<strong> finanzielle Situation</strong> von Behinderten im Land weiterhin  prekär: Noch immer ziehen blinde Männer und Frauen durch Lissabons Metrozüge, um hier um eine Spende zu bitten.</p>
<p>Jede Tour wird deshalb von einem <strong>blinden Stadtführer des Verbands ACAPO</strong> geleitet. Die Einnahmen aus den Führungen &#8211; die Kosten liegen bei etwa 20 Euro pro Person &#8211; fließen komplett in die Arbeit von ACAPO. Mit dabei sind auch Stadtführer einer Bürgerbewegung für die Alfama, sowie ein professioneller Guide der &#8220;<a title="Lisbon Walker" href="http://www.lisbonwalker.com/" target="_blank">Lisbon Walker</a>&#8220;.</p>
<p>Das Konzept, entwickelt von der <strong>jungen Ideenschmiede &#8220;Cabracega&#8221;</strong>, scheint aufzugehen: Die ersten im Juni und Juli durchgeführten Touren waren vollkommen ausgebucht. Doch Fortsetzung folgt: Weitere Termine für &#8220;Lisboa Sensorial&#8221; stehen im September an.</p>
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		<title>Lissabon im Sommer</title>
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		<pubDate>Wed, 16 Jul 2008 18:08:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gilberto</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lissabon]]></category>
		<category><![CDATA[lissabon]]></category>
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		<description><![CDATA[ 	Die Temperaturen steigen, das Leben in der Stadt verlangsamt sich: Portugal-Blogger Bryan Marovich hat im letzten Jahr einige Eindrücke aus dem Lissaboner Sonner als Online-Video zusammengestellt. Ruhig, mit langsamen Schnitten &#8211; und doch atmosphärisch dicht. 
Die Hundstage rücken näher, Lissabon heizt sich auf.  Wer kann, flieht an die Strände der Algarve &#8211; oder zumindest [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Die Temperaturen steigen, das Leben in der Stadt verlangsamt sich: Portugal-Blogger Bryan Marovich hat im letzten Jahr einige Eindrücke aus dem Lissaboner Sonner als Online-Video zusammengestellt. Ruhig, mit langsamen Schnitten &#8211; und doch atmosphärisch dicht. <span id="more-402"></span></p>
<p>Die Hundstage rücken näher, <strong>Lissabon heizt sich auf</strong>.  Wer kann, flieht an die Strände der Algarve &#8211; oder zumindest an die Küste von Caparica, um etwas Seeluft einzufangen.</p>
<p>Lisboa kommt zur Ruhe &#8211; und verfällt in den <strong>trägen Rhythmus des Sommers</strong>. Wer jetzt nicht in Lissabon ist, kann in diesem Video vom <a title="See Portugal-Blog" href="http://seeportugal.org/2008/04/26/verao-na-cidade-summer-in-the-city-a-film/" target="_blank">englischen Blogger Bryan Marovich</a> einige schöne Eindrücke des &#8220;Verão na cidade&#8221; (Sommer in der Stadt) gewinnen.</p>
<p>Wenig Aufregung, viel Atmosphäre &#8211; und gegen Ende des Films noch mit schöner Musik: Das Lied <strong>Onça</strong>, gesungen von <strong>Ricardo Candety</strong> aus Guinea-Bissau. Ricardo Candety, so schreibt Bryan Marovich auf seinem Blog, spielt seine Musik normalerweise am offenen Fenster mit Blick auf die Stadt.</p>
<p>Öffnen wir auch unsere Fenster, lassen wir die<strong> warme Sommerluft</strong> einströmen &#8211; und genießen wir ein paar Impressionen aus Lisboa. Viel Spaß!</p>
<h2>Verão na cidade</h2>
<p><a href="http://vids.myspace.com/index.cfm?fuseaction=vids.individual&amp;videoid=13875301">Verão na Cidade</a><br />
<object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="360" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="src" value="http://mediaservices.myspace.com/services/media/embed.aspx/m=13875301,t=1,mt=video" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="360" src="http://mediaservices.myspace.com/services/media/embed.aspx/m=13875301,t=1,mt=video" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
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		<title>Garantiert das falsche Souvenir aus Lissabon</title>
		<link>http://www.portugalmania.de/2008/07/garantiert-das-falsche-souvenir-aus-lissabon/</link>
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		<pubDate>Thu, 03 Jul 2008 20:46:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gilberto</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lissabon]]></category>
		<category><![CDATA[Design]]></category>
		<category><![CDATA[lissabon]]></category>
		<category><![CDATA[Souvenirs]]></category>

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		<description><![CDATA[ 	Nie war es einfacher, bei der Auswahl von Souvenirs falsch zu liegen. Nein, nicht der schlechte Geschmack des Käufers ist schuld: Ein schriller Design-Laden im Lissaboner Stadtteil Chiado bietet aus Prinzip nur noch &#8220;falsche Souvenirs&#8221; an. Doch selbst wenn alles falsch ist, fällt die Auswahl des richtigen Geschenks schwer. 
Ob dies nicht sogar der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Nie war es einfacher, bei der Auswahl von Souvenirs falsch zu liegen. Nein, nicht der schlechte Geschmack des Käufers ist schuld: Ein schriller Design-Laden im Lissaboner Stadtteil Chiado bietet aus Prinzip nur noch &#8220;<strong>falsche Souvenirs</strong>&#8221; an. Doch selbst wenn alles falsch ist, fällt die Auswahl des richtigen Geschenks schwer. <span id="more-391"></span></p>
<p>Ob dies nicht sogar der <strong>ungewöhnlichste Souvenirladen der Welt </strong>ist? Immerhin setzt das Lissaboner Geschäft &#8220;<a title="The Wrong Shop" href="http://www.thewrongshop.com/" target="_blank">The Wrong Shop</a>&#8220;, beheimatet im Herzen des trendigen Stadtviertels Chiado, konsequent auf das Prinzip des Gegensatzes &#8211; und führt die Fälschung sogar stolz im Namen.</p>
<p>Kein Souvenir ist hier so, wie wir es uns eigentlich vorstellen. Die <strong>T-Shirts</strong> zeigen nicht berühmte Bauwerke Lissabons, sondern den <strong>Eiffelturm</strong>, das Londoner Riesenrad &#8220;London Eye&#8221; oder den schiefen Turm von Pisa &#8211; jeweils verziert mit dem Untertitel &#8220;<strong>This is not Lisbon</strong>&#8220;.</p>
<p>Ähnlich hintergründig geht es bei einem anderen populären Souvenir &#8220;made in Portugal&#8221; zu, dem <strong>Hahn von Barcelos</strong>: In &#8220;The Wrong Shop&#8221; gibt es diesen Hahn in Acrylvariante zu verkaufen, allerdings mit dem Spruch: &#8220;<strong>Beware of the rooster</strong>&#8220;, hüte dich vor dem Hahn: Eine ironische Anspielung auf die Legende, nach der der Hahn von Barcelos einem unschuldig angeklagten Bauern zu einem Freispruch verhalf.</p>
<p style="text-align: center;"><a title="The Wrong Shop" href="http://www.thewrongshop.com/" target="_blank"><img class="aligncenter size-full wp-image-392" src="http://www.portugalmania.de/wp-content/03_07_wrongshop.jpg" alt="" width="411" height="271" /></a><br />
<em>&#8220;Strategische Souvenirs&#8221; verspricht &#8220;The Wrong Shop&#8221;. Jedenfalls war es nie einfacher, bei der Auswahl der Souvenirs falsch zu liegen. </em></p>
<p>So groß die <strong>Spaß am Spiel mit dem Falschen, Hässlichen, Bösen</strong> auch ist, in einem Punkt bleibt sogar ein poppig-moderner Laden wie &#8220;The Wrong Shop&#8221; der Tradition treu. Teil des festen Sortiments sind auch die Keramiken von der Töpferei &#8220;<a title="Faianças Artísticas Boradlo Pinheiro" href="http://www.fabordalopinheiro.pt/" target="_blank">Faianças Artísticas Bordalo Pinheiro</a>&#8221; aus Caldas da Rainha. Das Unternehmen wurde vor mehr als einhundert Jahren vom Karikaturisten und Komiker <strong>Rafael Bordalo Pinheiro</strong> gegründet, der als einer der Vorväter der komischen Kunst in Portugal gilt.</p>
<p>Ein gutes Vorbild also für einen Laden, der die Ironie schon im Namen trägt &#8211; und der vielleicht aus Verehrung des großen Vorbildes die Bordalo-Keramiken als einzige <strong>Nicht-Fälschung</strong> im Sortiment führt.</p>
<p><em>The Wrong Shop befindet sich in der <a title="Karte bei Google Maps" href="http://www.google.com/maps?f=q&amp;hl=en&amp;geocode=&amp;q=calcada+do+sacramento+25,+lisboa&amp;sll=39.95225,-75.16237&amp;sspn=0.667438,1.18103&amp;ie=UTF8&amp;ll=38.712078,-9.140174&amp;spn=0.005308,0.009227&amp;t=h&amp;z=17" target="_blank">Calçada do Sacramento 25</a> in Lissabon (nahe der Ruine von Carmo). Geöffnet montags bis freitags von 10 bis 20 Uhr, samstags von 11 bis 22 Uhr. Infos unter: </em><a title="The Wrong Shop" href="http://www.thewrongshop.com/" target="_blank">http://www.thewrongshop.com/</a></p>
<p><em><a title="Go Lisbon Blog über The Wrong Shop" href="http://www.golisbon.com/blog/2008/07/03/the-perfectly-wrong-souvenirs-from-lisbon/" target="_blank">Den Hinweis auf The Wrong Shop hat Gilberto im Go Lisbon Blog gefunden. </a></em></p>
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		<title>Zeitlos schön: &#8220;Casa Lisboa&#8221; lüftet die Geheimnisse eines alten Palastes</title>
		<link>http://www.portugalmania.de/2008/06/zeitlos-schon-eine-design-ausstellung-luftet-die-geheimnisse-eines-alten-palastes/</link>
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		<pubDate>Sun, 08 Jun 2008 16:37:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gilberto</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lissabon]]></category>
		<category><![CDATA[bairro alto]]></category>
		<category><![CDATA[Design]]></category>
		<category><![CDATA[kunst]]></category>
		<category><![CDATA[lissabon]]></category>

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		<description><![CDATA[ 	Über Jahre hinweg hasteten Fußgänger an den verschlossenen Toren des vor sich hinschlummernden Stadtpalastes Ribeiro da Cunha in Lissabon vorbei &#8211; ohne zu ahnen, welch orientalischer Prunk sich hinter den Fassaden verbirgt. Und nun das: Plötzlich standen die Tore offen, eine mit Teelichtern dekorierte Treppe lockte ins Innere des Hauses.   &#8220;Casa Lisboa&#8221; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	<img style="float: right;" title="13_06_eingang" src="http://www.portugalmania.de/wp-content/13_06_eingang.jpg" alt="" width="105" height="139" />Über Jahre hinweg hasteten Fußgänger an den verschlossenen Toren des vor sich hinschlummernden Stadtpalastes Ribeiro da Cunha in Lissabon vorbei &#8211; ohne zu ahnen, welch <strong>orientalischer Prunk</strong> sich hinter den Fassaden verbirgt. Und nun das: Plötzlich standen die Tore offen, eine mit Teelichtern dekorierte Treppe lockte ins Innere des Hauses.   &#8220;<strong>Casa Lisboa</strong>&#8221; nennt sich das Designprojekt, das einmal im Jahr alten Häusern neues Leben einhaucht &#8211;  und nun  dem Palacete Ribeiro da Cunha  zumindest für drei Wochen seine alte Würde zurückgab. <span id="more-368"></span></p>
<p>Draußen herrscht noch der Lärm der <strong>Rua da Escola Politeécnica</strong>, eine der vielbefahrenen Verkehrsarterien im Stadtteil Bairro Alto. Aber das ist Draußen. Hier drinnen ruht ein Palast. Nur noch gedämpft dringt das Brummen der Autos und Busse von der Straße hinein. Hinter den dicken Mauern des im neo-orientalischen Stil gehaltenen &#8220;Palacete Ribeiro da Cunha&#8221;, herrschen<strong> andere Regeln</strong>.</p>
<p>Noch zögerlich sind die ersten Schritte, die der neugierige Besucher in diesen Palast setzt. Denn es scheint, als ob jede Treppestufe ins Hochparterre des Hauses in eine<strong> fremde Welt</strong> hineinführt. Eine Welt mit eigener Zeit &#8211; und eigenen Abläufen. Obwohl das 1877 für den Tabakhändler José Ribeiro da Cunha errichtete Haus, opulent verziert mit orientalischen Ornamenten, seit Jahren leersteht, scheint der Palast Besucher zu erwarten. Im Speisesaal sind die <strong>Tische bereits gedeckt</strong> &#8211; Kerzen flackern, gedämpfte Musik spielt im Hintergrund. Ist es eine Geistermahlzeit, die hier angeboten wird?</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-371" title="13_06_speisesaal" src="http://www.portugalmania.de/wp-content/13_06_speisesaal.jpg" alt="" width="480" height="360" /><em>Im Palacete Ribeiro da Cunha ist bereits gedeckt. Eigene Aufnahme. </em></p>
<p><em>N</em>och geheimnisvoller wird es dann im <strong>Badezimmer</strong>. Auch hier ist Leben eingezogen &#8211; aber anders, als man es sich vorstellt. Die Badewanne ist gefüllt mit Erde. Aus dem Waschbecken dringen Zweige hervor. Scharfkantige schwarze Wände teilen das Zimmer auf, ein großer Spiegel wirft die Eindrücke zurück.</p>
<p>&#8220;Die Natur hat die Herrschaft über dieses Haus zurückerobert&#8221; &#8211; das sagt Francisco Plácido, einer von drei Architekten, die sich diese Kunstinstallation ausgedacht haben. Durch den jahrelangen Leerstand hätten die Räume des Stadtpalastes Ribeiro da Cunha eine <strong>zeitlose Bedeutung</strong> erhalten, herausgerissen aus dem Hier und Jetzt. Mit ihrem Werk wollten die drei Teammitglieder der &#8220;<a title="Equipa Casa Lisboa" href="http://equipacl.com.sapo.pt/" target="_blank">Equipa Casa Lisboa</a>&#8221; (Franciso Plácido, Janine Ribeiro und Joana Marcelino) dem Haus eine zeitlose Bedeutung zurückgeben. Ein Raum, der mit seinen vielen Schwarztönen noch Platz für Interpretationen lässt.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-373" title="13_06_badezimmer" src="http://www.portugalmania.de/wp-content/13_06_badezimmer.jpg" alt="" width="480" height="360" /><em>Zweige im Waschbecken? Die Natur ist zurück im Palacete Ribeiro da Cunha. Foto: Eigene Aufnahme</em></p>
<p>Möglich wurde diese Kunstinstallation im Rahmen des Projekts <strong>&#8220;Casa Lisboa&#8221;</strong>, die dieses Jahr vom 20. Mai bis 01. Juni im Palacete Ribeiro da Cunha stattfand. &#8220;Casa Lisboa&#8221; ist eine <strong>Designausstellung</strong>, die &#8211; mittlerweile zum achten Mal &#8211; jedes Jahr sich von einem anderen <strong>Gebäude in Lissabon inspirieren</strong> lässt und dort Räume in eine Bühne für die Wohndesigner verwandelt. Primär ist &#8220;Casa Lisboa&#8221; vor allem eine <strong>Ideenschau für Konzepthotels</strong>. Die Ausstellungen stehen aber auch allen Besuchern offen, und verfolgen generell das Ziel, mit dem &#8220;Genius Loci&#8221; der alten Gebäude in Dialog zu treten.</p>
<p>Und während die Künstler auf ungewöhnlichem Wege die &#8220;Zeitlosigkeit&#8221; eines Hauses zu erforschen versuchten, so setzten die Designer alles daran, mit <strong>zeitlos schönem Design</strong> in das Palacete Ribeiro da Cunha einzuziehen. Jedes der beteiligten Designer-Team bekam einen Raum zugewiesen &#8211; und versuchte, die Atmosphäre richtig einzufangen. Ein Raum war <strong>komplett in Schwarz- und Weißtönen</strong> gehalten &#8211; ein Kontrast zum satten Grün, wie es aus dem Garten des Palacete hineinleuchtete. In anderen Räumen luden Möbel zum Verweilen ein, appetitlich gedeckte Tische, ganze Kücheneinrichtungen der Sponsorfirmen wurden aufgebaut.</p>
<h2>Palast wird zum Hotel umgebaut</h2>
<p>In so einem geschmackvoll eingerichteten <strong>Hotel </strong>ließe es sich schon gut aushalten &#8211; und vermutlich wird dies auch die weitere Bestimmung des Palacete Ribeiro da Cunha sein. Nach jahrelangem Rätselraten über das weitere Schicksal des Hauses <strong>konkretisiert </strong>sich die weitere Nutzung der zentral gelegenen Villa mit ihrem weitläufigen, 3.000 Quadratmeter großen Garten als Luxushotel.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-374" title="13_06_palacete" src="http://www.portugalmania.de/wp-content/13_06_palacete.jpg" alt="" width="480" height="360" /><br />
<em>Vom Leerstand zum Hotel: Der Palacete Ribeiro da Cunha in Lissabon. Eigene Aufnahme</em></p>
<p>Damit war die &#8220;Casa Lisboa&#8221; vermutlich auch die letzte Gelegenheit für eine breitere Öffentlichkeit, sich im Palast Ribeiro da Cunha umsehen zu können (eine Gelegenheit, die allerdings in viel zu geringer Zahl genutzt wurde!). <strong>Nächstes Jahr zieht &#8220;Casa Lisboa&#8221; weiter:</strong> An geeigneten Orten dürfte kein Mangel herrschen. Denn noch immer stehen Tausende historische Bauten in Lissabon leer, warten auf eine neue Aufgabe &#8211; darunter auch zahlreiche architektonische Schätze von Rang (<a title="Portugalmania-Artikel über das Casa Daupias" href="http://www.portugalmania.de/land-leute/lissabon-land-leute/2007/der-lissaboner-zaubergarten-des-baron-daupias-wartet-noch-immer-auf-sein-erwachen-aus-dem-dornroschenschlaf/" target="_self">siehe auch den Artikel über das Casa Daupias</a>). Man darf gespannt sein, wohin es die Initiatoren dann ziehen wird.</p>
<p><em>Informationen zu Casa Lisboa unter <a title="Casa Lisboa" href="http://www.casalisboa.net/" target="_blank">www.casalisboa.net</a>. Die nächste Casa Lisboa-Ausstellung wird im Frühjahr 2009 stattfinden. Bereits zum vierten Mal wird im kommenden November auch eine Schwesterveranstaltung in Porto folgen.</em></p>
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		<title>Expo98, zehn Jahre danach: Ein &#8220;Ghetto&#8221; auf der Suche nach Anschluss</title>
		<link>http://www.portugalmania.de/2008/05/expo98-zehn-jahre-danach-ein-ghetto-auf-der-suche-nach-anschluss/</link>
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		<pubDate>Sun, 18 May 2008 12:20:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gilberto</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lissabon]]></category>
		<category><![CDATA[expo]]></category>
		<category><![CDATA[lissabon]]></category>
		<category><![CDATA[meer]]></category>
		<category><![CDATA[Parque das Nações]]></category>
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		<description><![CDATA[ 	Vor zehn Jahren eröffnete in Lissabon die Weltausstellung Expo98. Es war ein Ereignis der Superlative: Während der 132  Expo-Tage strömten über zehn Millionen Menschen zu der mit Milliardenaufwand hochgezogenen Weltausstellung im Nordosten Lissabons. Und heute? Noch immer zehrt das Expo-Gelände vom alten Glanz &#8211; und sucht dennoch seine Rolle in der Stadt.

Acht Kilometer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Vor zehn Jahren eröffnete in Lissabon die Weltausstellung Expo98. Es war ein Ereignis der Superlative: Während der 132  Expo-Tage strömten über zehn Millionen Menschen zu der mit Milliardenaufwand hochgezogenen Weltausstellung im Nordosten Lissabons. Und heute? Noch immer zehrt das Expo-Gelände vom alten Glanz &#8211; und sucht dennoch seine Rolle in der Stadt.</p>
<p><span id="more-357"></span></p>
<p>Acht Kilometer trennen das <strong>alte und das neue Lissabon</strong>. Das alte Lissabon, das ist <strong>Belém</strong>: Der historische Stadtteil mit prunkvollen manuelinischen Klosteranlagen, von dem aus die Seefahrer in unentdeckte Welten aufbrachen und Portugal zu einer &#8211; längst untergegangenen &#8211; Größe führten.</p>
<p>Hier, vor dieser historischen Kulisse, versuchte Diktator António Salazar im Jahr 1940, eine <strong>Huldigung an das Portugiesentum</strong> zu veranstalten: Mit der Ausstellung  &#8220;Exposição do Mundo Português&#8221;, die &#8220;Ausstellung der portugiesischen Welt&#8221;. Doch so wenig, wie vom portugiesischen Imperium übrig blieb, so <strong>kümmerlich sind auch die Reste</strong> dieser recht eingeschränkten &#8220;Weltausstellung&#8221;: Von den alten Ausstellungshallen ist kaum etwas übrig geblieben &#8211; und selbst diese Bauten, wie etwa das Museu de Arte Popular, sind stets latent vom Abriss bedroht.</p>
<p>Wie anders sieht das <strong>hypermoderne Lissabon</strong> aus, das sich acht Kilometer weiter flussaufwärts befindet: Wo über Jahrzehnte  ein brachliegendes und ökologisch verwüstetes Industriegelände vor sich hingammelte, öffneten sich am 22. Mai 1998 die Tore zur Expo98. Ein Gelände, in dem alles neu war: Großzügig, weltoffen, glitzernd. Eine tatsächliche Weltausstellung, mit der Portugal sich selbst und der Welt versichern konnte, in der Globalisierung angekommen zu sein.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-358" title="18_05_expo1" src="http://www.portugalmania.de/wp-content/18_05_expo1.jpg" alt="" width="400" height="293" /><br />
<em>Zwei Weltausstellungen, zwei Ideen: Links der Führer der &#8220;portugiesischen Ausstellung&#8221; in Belém aus dem Jahr 1940 (<a title="Wikipedia" href="http://pt.wikipedia.org/wiki/Imagem:Exposicaomundoportugues1940.jpg" target="_blank">Quelle: Wikipedia</a>), rechts Gil, das muntere Maskottchen der Expo98 (<a title="Wikipedia" href="http://pt.wikipedia.org/wiki/Imagem:Parque_das_Na%C3%A7%C3%B5es_-_Lisboa_%28Portugal%29.jpg" target="_blank">Quelle: Wikipedia</a>). </em>
</p>
<p>Genau zehn Jahre ist es nun also her, dass die &#8220;Expo98 als <strong>Zündschnur für das Selbstbewusstsein</strong> der Portugiesen&#8221; diente, wie die Journalistin Mario Lopes kürzlich in der Wochenzeitung &#8220;Sexta&#8221; schrieb. Kaum jemand hätte damals für möglich gehalten, dass Portugal ein solches <strong>Mega-Ereignis</strong> schultern könnte: Innerhalb weniger Jahre wurden auf dem 70 Hektar großen Expo-Areal architektonisch anspruchsvolle Gebäude und Pavillions hochgezogen. Ein <strong>ganz neues Stadtviertel</strong> entstand, das heute den Namen &#8220;Parque das Nações&#8221; trägt.</p>
<p>Mehr als <strong>zehn Millionen Menschen</strong> zahlten Eintrittspreise von umgerechnet 25 Euro, um an den 132 Expo98-Tagen mit dabei zu sein. Und die Expo98 wirkt noch weiter: Viele Attraktionen der damaligen Weltausstellung dienen <strong>bis heute als Publikumsmagnet</strong>. Allen voran das <a title="Ozeanarium von Lissabon" href="http://www.oceanario.pt" target="_blank">Ozeanarium von Lissabon</a>, das zweitgrößte Meerwasseraquarium der Welt.</p>
<p>Aber auch in anderen Ecken der alten Expo blüht das Leben: Restaurants und Clubs ziehen die Nachtschwärmer an, das <strong>Casino von Lissabon</strong> hat hier Quartier bezogen, ebenso wie das Camões-Theater und die Ballett-Kompagnie der Stadt. Und nicht nur das: In den umliegenden <strong>Wohnblocks</strong> leben mittlerweile mehr als 20.000 Menschen. Innerhalb von zehn Jahren hat sich dort, wo einst kein Leben mehr möglich schien, tatsächlich ein ganz neues Stadtviertel etabliert.</p>
<p>Und doch: So vielversprechend die Zündschnur der Expo98 auch funkelte &#8211; das große und erhoffte <strong>Feuerwerk ist bislang ausgeblieben</strong>. Noch immer liegt im Dunkeln, ob sich die geschätzten Kosten von 1,8 Milliarden Euro wieder eingespielt haben. Und auch städtebaulich hat der Parque das Nações bislang seinen Platz in Lissabon nicht so recht gefunden: Er ist weiterhin eine <strong>Stadt in der Stadt</strong> &#8211; ein &#8220;Ghetto&#8221;, wie kürzlich selbst der für die Expo-Bauten verantwortliche Chef-Planer Manuel Salgado <a title="Zona da Expo-98 continua a ser um &quot;gueto&quot;" href="http://aeiou.expresso.pt/gen.pl?p=stories&amp;op=view&amp;fokey=ex.stories/312190" target="_blank">im &#8220;Expresso&#8221; einräumte</a>. Ist diese<strong> Insel aus Shopping, Entertainment und teuren Wohnanlagen</strong> wirklich der Entwicklungspol, der Lissabon den Weg in die Zukunft weisen sollte? Oder ist der Parque das Nações einfach ein Stadtviertel unter vielen?</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-360" title="18_05_parquedasnacoes" src="http://www.portugalmania.de/wp-content/18_05_parquedasnacoes.jpg" alt="" width="500" height="333" /></p>
<p style="text-align: center;"><em>Eine neue Welt im Nordosten Lissabons: Der Parque das Nações, das ehemalige Expo-Gelände. Foto: <a title="Flickr Fotoseite" href="http://www.flickr.com/photos/ivogomes/496327081/" target="_blank">Ivo Gomes auf Flickr</a></em></p>
<p>Nüchtern betrachtet ist der Parque das Nações heute ein Gelände, das von einem Privatunternehmen gemanagt wird und das für Sauberkeit und Serviceleistungen sorgt. Eine Gegend, in der die Wohnungspreise überdurchschnittlich hoch liegen &#8211; und das als &#8220;chic&#8221; gilt. Ein Areal, das sich vielleicht auch aus diesem Grund fast <strong>mutwillig von den umgrenzenden Stadtvierteln abgrenzt</strong>.</p>
<p>Und das hat auch seinen Grund: Denn rings um das Expo-Gelände liegen Gegenden von Lissabon, die nicht so recht ins Bild des wohlhabenden und modernen Portugal passen wollen: In angrenzenden Siedlungen wie Chelas oder Marvila leben mehr als zwei Drittel der Einwohner in den <strong>grauen, gesichtslosen Hochhausblocks des sozialen Wohnungsbaus</strong>. Die Kriminalitätsrate, vor allem getrieben durch Jugendbanden, ist hoch, die Perspektiven für die Einwohner sind niedrig.</p>
<p><strong>Zwei Welten, zwei Lissabons:</strong> Auch die Stadtverwaltung von Lissabon hat längst erkannt, dass der Parque das Nações besser an den Rest der Stadt angekoppelt werden muss. Vor allem die <strong>Uferlinie des Tejo </strong>soll hier wiederum einmal als &#8220;Zündschnur&#8221; dienen: Entlang des fünf Kilometer langen Saums von Expo bis Innenstadt, heute vielfach ungenutztes Industrie- und Hafengelände,  möchte die Stadtverwaltung viele neue Bauten entwickeln und so eine Brücke zwischen altem und neuem Lissabon schaffen.</p>
<p><em>Plano de Urbanização da Zona Oriental de Lisboa</em>, kurz <strong>PUZRO</strong>, heißt der Plan, mit dem sich Lissabon den Nordosten der Stadt neu erschließen will. Ein Plan, der schon lange mit den Fallstricken von Bürokratie und wirtschaftlichen Interessen kämpft: Denn neben vielen noch <strong>offenen Finanzierungsfragen</strong> sorgen auch ungeklärte Zuständigkeiten &#8211; etwa von Seiten der notorisch unberechenbaren und machtbewussten Hafenverwaltung Lissabons &#8211; immer wieder für Streit.</p>
<p>Immerhin, zwei Punkte des PUZRO gelten mittlerweile als sicher: Südlich angrenzend zum Expo-Gelände wird wohl eine <strong>weitere Anlage mit Luxus-Appartments</strong> hochgezogen. Die sich aus dem Kauf ergebenen Kompensationsflächen rund um die ehemaligen Gasbehälter von Marvila wird dann eine neue, 11.000 Quadratmeter große <strong>Kathedrale von Lissabon</strong> einnehmen.</p>
<p>Luxus und Glaube, Armut und Shopping: Ob sich das alles so vertragen wird? Skepsis ist angebracht. Viel interessanter sind ohnehin die Entwicklungen, die sich <strong>ganz ohne öffentliche Intervention</strong> rund um den Parque das Nações ergeben haben. Zum Beispiel die &#8220;<a href="http://www.bracodeprata.org/" target="_blank">Fábrica Braço de Prata</a>&#8220;: Dieses <strong>Kulturzentrum </strong>entstand vor einigen Jahren in den Räumen einer alten Munitionsfabrik &#8211; und war eher der Initiative von zwei Buchhandlungen zu verdanken als dem Einsatz von Politikern. Heute gilt die Fábrica als einer der interessantesten und lebendigsten Orte der Kultur in der Hauptstadt.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-359" title="18_05_pavilhaoportugal" src="http://www.portugalmania.de/wp-content/18_05_pavilhaoportugal.jpg" alt="" width="500" height="375" /><em>Schön anzusehen, aber ohne Funktion: Pavilhão de Portugal. Foto: <a title="Flickr Fotoseite" href="http://www.flickr.com/photos/athilaarmstrong/342947985/" target="_blank">Athila Armstrong auf Flickr</a></em></p>
<p>Während im unkonventionell entstandenen Braço de Prata die <strong>Improvisation </strong>regiert und das Leben pulsiert, kämpft das offizielle Expo-Gelände an vielen Stellen mit <strong>Leerstand</strong>. Völlig unklar ist beispielsweise das Schicksal des architektonisch interessanten, von Álvaro Siza Vieira errichteten &#8220;<strong>Pavilhão de Portugal</strong>&#8220;. Das Gebäude mit seiner<strong> faszinierend geschwungenen Betondecke </strong>steht seit Jahren leer &#8211; eine sinnvolle Nutzung ist nicht in Sicht. Auch für ein weiteres Wahrzeichen der ehemaligen Expo98, dem <strong>Torre Vasco da Gama</strong>, wird weiterhin nach Verwendungsmöglichkeiten gesucht: Bisherige Ideen, hier ein Hotel unterzubringen, haben sich immer wieder zerschlagen.</p>
<p>Doch Chefplaner Manuel Salgado sieht diese Probleme eher gelassen: Die Expo-Gebäude seien schließlich für eine Lebenszeit <strong>von 100, 200 oder 300 Jahren projektiert </strong>worden. Sie könnten also sofort wieder in Betrieb genommen werden. Und in der Tat: Dass sich ganze Stadtteile neu erfinden können, dafür ist der Parque das Nações lebender Beweis.</p>
<p>Und so überwiegen in der einhelligen Meinung von Medien und Fachleuten eher die <strong>positiven Wirkungen</strong> der Expo98. Und das erste Jahrzehnt des neuen Lebens im Lissaboner Nordosten soll dieses Jahr auch einmal gebührend gefeiert werden: Mit dem im August stattfindenden <a title="Festival dos Oceanos" href="http://festivaldosoceanos.com/" target="_blank">Festival dos Oceanos</a> (Festival der Ozeane), das nochmals an das alte Motto der Expo98 erinnert, die sich damals schwerpunktmäßig dem<strong> Schutz der Weltmeere</strong> widmete.</p>
<p>Konferenzen, Konzerte, Ausstellungen und weitere Straßenveranstaltungen sollen sich wie zu den bereits nostalgisch verklärten Expo-Zeiten dem Thema &#8220;Meere&#8221; annähern. Viele der Aktionen werden dabei im Parque das Nações stattfinden &#8211; aber längst nicht alle: Zu den <strong>Veranstaltungsorten </strong>gehört auch Belém, wo unter anderem die Museen eine Woche lang bis Mitternacht geöffnet haben werden.</p>
<p>Ein Info-Bus mit Animationen und Unterhaltung wird dann auch Tag für Tag am Tejoufer von Belém bis zum Parque das Nações entlang pendeln &#8211; und so schon einmal<strong> eine erste Verbindung </strong>zwischen dem alten und dem neuen Lissabon schaffen. Weitere müssen folgen.</p>
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		<title>15 Jahre CCB: Ein Kulturzentrum wird zum Monument</title>
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		<pubDate>Sun, 20 Apr 2008 20:50:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gilberto</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
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		<description><![CDATA[ 	Fast hätte es niemand mitbekommen: Im letzten Monat feierte das Centro Cultural im Lissaboner Stadtteil Belém (CCB) seinen 15. Geburtstag. Vielleicht ist die Heimlichtuerei bei den Geburtstagsfeiern Symptom einer  Art Midlife-Crisis, die das Haus derzeit durchlebt. Schon seit der Eröffnung im Jahr 1993 war das CCB dem Wohlwollen der Politik ausgesetzt &#8211; und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Fast hätte es niemand mitbekommen: Im letzten Monat feierte das Centro Cultural im Lissaboner Stadtteil Belém (CCB) seinen <strong>15. Geburtstag</strong>. Vielleicht ist die Heimlichtuerei bei den Geburtstagsfeiern Symptom einer  Art <strong>Midlife-Crisis, </strong>die das Haus derzeit durchlebt.<strong> </strong>Schon seit der Eröffnung im Jahr 1993 war das CCB dem Wohlwollen der Politik ausgesetzt &#8211; und ächzt immer mehr unter anhaltenden Mittelkürzungen. <span id="more-344"></span></p>
<p>Direkt neben dem filigranen Mosteiro dos Jeronimos im Lissaboner Stadtteil Belém ragt eine kantige, mit hellem Kalkstein verkleidete Trutzburg empor: Groß, unmissverständlich und wuchtig beansprucht das <strong>Centro Cultural de Belém</strong> dort seinen Platz. Entlang einer <strong>200 Meter langen Achse</strong> bietet das CCB Raum für ein Konferenzzentrum, Schauspielhäuser und einen Museumskomplex.</p>
<p>Und trotz seines <strong>massiven Auftretens</strong>, für den das CCB lange heftig kritisiert wurde, ist das Haus noch immer nicht fertig: Schon in den Ursprungsplanungen für das Zentrum haben die ausführenden Architekten Manuel Salgado und Vittorio Gregotti zwei zusätzliche &#8220;Module&#8221; für das CCB vorgesehen: Eine Bibliothek und eine Hotelkomplex. Zu diesen sagt die <a href="http://www.ccb.pt/" title="CCB-Website" target="_blank">Website des Kulturzentrums</a>, diese seien &#8220;<em>currently under way</em>&#8221; &#8211; eine vornehme Formulierung für einen Zustand, der auch &#8220;man weiß es nicht&#8221; lauten könnte.</p>
<p align="left">Pünktlich zu seinem 15. Geburtstag scheint das Centro Cultural de Belém <strong>mitten in der Midlife-Crisis</strong> zu stecken. Wo soll es hin? Was soll es bieten? Einen Raum für die teils hochkreative, vibrierende urbane Sub-Kultur Lissabons war das CCB nie &#8211; diese Szene hat seit kurzem auch einen idealen Raum in der <a href="http://www.bracodeprata.org/" target="_blank">Fábrica Braço de Prata</a> gefunden. Ein Ort der künstlerischen Debatte, ein <strong>Treffpunkt der Hochkultur</strong> war es aber auch noch nie so recht &#8211; zumal die Mittelkürzungen in den letzten Jahren zu <strong>empfindlichen Einschnitten</strong> in der Programmgestaltung von Konzerthalle führten.</p>
<p style="text-align: center"><img src="http://www.portugalmania.de/wp-content/20_04_ccb.jpg" alt="20_04_ccb.jpg" /><br />
<em>Trutzburg der Kultur oder Ort immerwährender Sinnsuche? Das Centro Cultural de Belém. Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/vitor107/97839923/" title="Flickr Fotoseite" target="_blank">Portuguese Eyes auf Flickr</a></em></p>
<p>Vielleicht liegt die latente Unbestimmtheit auch daran, dass die Gründung des CCB nicht aufgrund kultureller Notwendigkeiten erfolgte &#8211; sondern aus <strong>politischem Willen</strong> heraus. Ende der 80er Jahre merkte die Regierung unter dem heutigen Präsidenten Aníbal Cavaco Silva, dass es Portugal an einem geeigneten Austragungsort für die vielen Versammlungen während der <strong>EU-Ratspräsidentschaft 1992</strong> mangele. Der stets ehrgeizige Cavaco Silva wollte der Welt zudem beweisen, wie weit Portugal in seinem Aufholprozess zu den wohlhabenden Staaten der EU gekommen war &#8211; und so leitete er den Bau des CCB ein: Als architektonisch herausragender Treffpunkt für die europäische Politikelite auf historisch symbolischen Boden  &#8211; von Belém aus brachen einst die portugiesischen Seefahrer zu ihren Entdeckungsreisen auf. Und da ein solcher Monumentalbau nicht einfach abgerissen werden kann, wurde er zur weiteren Nutzung als Kultur- und Kongresszentrum konzipiert.</p>
<p>So blieb das CCB <strong>immer ein wenig steril</strong>, immer ein wenig kalt, auch wenn es für Besucher mit seinen inliegenden Parks und Gärten ein faszinierender Ort ist (und die <strong>Bar im Kongresszentrum</strong> mit Balkon zum Tejo hinaus ist noch immer ein feiner Geheimtipp für Lissabon-Besucher!).</p>
<p>Die Fragen über den kulturellen Standort des Zentrums sollen nicht darüber hinwegtäuschen, dass das CCB gerade auch unter ihrem heutigen Leiter António Mega Ferreira eine <strong>anerkennenswerte Arbeit für das Lissaboner Kulturleben</strong> leistet. Noch immer ist das Centro Cultural de Belém einer der meistbesuchten Orte für Konzertaufführungen speziell von klassischer Musik in der Stadt. Und das im vergangenen Jahr im CCB eröffnete <a href="http://www.museuberardo.com/" title="Museu Berardo" target="_blank">Museum Berardo</a> hat sich als wahrer Publikumsmagnet erwiesen: 250.000 Menschen zog es in den ersten sechs Monaten seit der Eröffnung der Colecção Berardo in diese Dauerausstellung von Meisterwerken moderner Kunst.</p>
<p>Andererseits ist gerade das Museu Berardo ein <strong>Symptom für die heutige Krise des CCB</strong>: Denn das Museum mit seiner Dauerausstellung belegt die Räume, die das einstige <strong>Centro das Exposições</strong> des Kulturzentrums beanspruchte. Hier fanden  oft ambitionierte Wechselausstellungen statt, die etwa auch weltweite Debatten und neueste Trends aus Malerei, Fotografie und anderen Kunstrichtungen nach Lissabon brachten. Doch im Jahr 2006 sorgten die anhaltenden Mittelkürzungen vom Staat für ein<strong> Aus des Ausstellungszentrums </strong>- und eher lieblos wurde im CCB das Lissaboner Design-Museum untergebracht, das dann schon ein Jahr später von der Sammlung des Unternehmers Joe Berardo abgelöst wurde.</p>
<p>Bei allen immer wieder aufkommenden Zweifeln über seine Funktion erhält das CCB nun <strong>Rückendeckung von unerwarteter Seite</strong> &#8211; der Denkmalschutzbehörde IPPAR. Die will das Kulturzentrum in Kürze als &#8220;<strong>nationales Monument</strong>&#8221; klassifzieren &#8211; eine hohe Ehre, die nur den wenigsten modernen Bauten Portugals bislang zugekommen ist. Für eine derartige Klassifizierung sei es notwendig, dass die Menschen eine Einrichtung nutzen würden und dies täten, &#8220;<strong>weil sie den Ort mögen</strong>, und das, was er ihnen bietet&#8221; &#8211; so der IPPAR-Direktor Elísio de Summavielle in der Wochenzeitung Sexta. Geht es nach der IPPAR, hat das Publikum das Centro Cultural de Belém in ihr Herz geschlossen &#8211; nun müssen das Kulturzentrum und seine Geldgeber nur noch sehen, was sie mit diesem Zuspruch anfangen: Ob sie das CCB also in Ehren <strong>zum Monument erstarren</strong> lassen oder doch wieder mehr Gedankenanstöße in die Stadt geben wollen.</p>
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		<title>Neues Leben für die Baixa: Vier Großprojekte geplant</title>
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		<pubDate>Thu, 20 Mar 2008 22:37:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gilberto</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lissabon]]></category>
		<category><![CDATA[baixa]]></category>
		<category><![CDATA[Burg]]></category>
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		<description><![CDATA[ 	Nach dem Erdbeben von 1755 war Lissabons Unterstadt, die Baixa, das Symbol für Wiederaufbau und Wiederaufstieg der Kapitale. Über Jahrhunderte hinweg das unangefochtene Geschäfts- und Machtzentrum der Stadt, befindet sich die Baixa seit einiger Zeit aber in einem Selbstfindungsprozess. Büros und Läden sind an die Peripherie der Stadt gezogen &#8211; geblieben sind die Touristen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Nach dem Erdbeben von 1755 war Lissabons Unterstadt, die Baixa, das Symbol für <strong>Wiederaufbau und Wiederaufstieg der Kapitale</strong>. Über Jahrhunderte hinweg das unangefochtene Geschäfts- und Machtzentrum der Stadt, befindet sich die Baixa seit einiger Zeit aber in einem<strong> Selbstfindungsprozess</strong>. Büros und Läden sind an die Peripherie der Stadt gezogen &#8211; geblieben sind die Touristen. Geht es nach dem Willen des Bürgermeisters, sollen sie bald zwei neue Museen in der Baixa vorfinden &#8211; und über sechs Aufzüge <strong>bis hinauf zur Burg schweben</strong> können.  <span id="more-319"></span></p>
<p>Was tun mit der Baixa? Das <strong>einst so strahlende Geschäftszentrum</strong> Lissabons hat in den vergangenen Jahrzehnten arg an Glanz eingebüßt. Und während Touristen noch immer durch die &#8211; von immer mehr internationalen  Handelsketten besetzten &#8211; Straßen der Unterstadt schlendern, haben andere längst das Weite gesucht: Büros und Banken sind in glitzernde Türme am Stadtrand gezogen, und auch die Zahl der hier lebenden Menschen ging drastisch zurück.</p>
<p>Der Zahn der Zeit hat der Baixa doch recht stark zugesetzt. Rund<strong> 65 Prozent aller Gebäude</strong> in der Unterstadt sind <strong>renovierungsbedürftig</strong>, schätzt Lissabons Stadtplaner Manuel Salgado &#8211; dies entspreche einer bebauten Fläche von 14,4 Millionen Quadratmetern.</p>
<p align="center"><a href="http://www.flickr.com/photos/91252496@N00/2116238968/" title="where the streets all have names!!!" target="_blank"><img src="http://farm3.static.flickr.com/2383/2116238968_453674a8cf.jpg" alt="where the streets all have names!!!" border="0" /></a><br />
<small><a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/" title="Attribution-NonCommercial-NoDerivs License" target="_blank"><img src="http://www.portugalmania.de/wp-content/plugins/photo_dropper/images/cc.png" alt="Creative Commons License" align="absmiddle" border="0" height="16" width="16" /></a> <a href="http://www.photodropper.com/photos/" target="_blank">photo</a> credit: <a href="http://www.flickr.com/photos/91252496@N00/2116238968/" title="Supermariolxpt" target="_blank">Supermariolxpt</a></small></p>
<p>Mit einem <strong>groß angelegten Aktionsplan</strong> will die Stadt Lissabon nun ihrem Zentrum <strong>neues Leben einhauchen</strong>. Vorrangiges Ziel ist es, die Menschen wieder dazu begeistern, in der Innenstadt zu wohnen. Und auch den Touristen soll mehr geboten werden als die eintönige Aneinanderreihung der Filialen von H&amp;M, Zara &amp; Co.</p>
<p>Bis zum Jahr 2020 will Bürgermeister Antonio Costa mehr als 700 Millionen Euro in die Wiederherrichtung der Baixa pumpen &#8211; ein<strong> gigantisches Wiederaufprogramm</strong>, das schon fast an den Kraftakt des Wiederaufbaus Lissabons nach dem Erdbeben von 1755 erinnert. Mehr als zwei Drittel dieser Summe soll durch<strong> private Investoren </strong>bestritten werden &#8211; ein<strong> reduzierter Mehrwertsteuersatz</strong> auf dem Gebiet der Baixa könnte hier als Lockmittel wirken.</p>
<p>Das meiste Geld dürfte in die Sanierung der Bausubstanz fließen. Und außerdem hat der Stadtrat in seiner letzten Sitzung beschlossen, <strong>vier besonders dringliche Großprojekte</strong> vorzuziehen. Dabei handelt es sich um den Bau eines Aufzugs zur Burg, die Einrichtung von zwei neuen Museen in der Baixa und dem Anlegen eines neuen Parks am Carmo-Kloster.</p>
<p>Gerade der <strong>Bau eines Aufzugs</strong> von der Unterstadt bis zur Burg ist seit Jahren hochumstritten. Noch im Jahr 2001 sorgte der damalige Bürgermeister João Soares für Aufregung, als er Pläne für einen <strong>gigantomanischen Lift</strong> zum Castelo vorstellte, der die sanfte Silhouette Lissabons hart durchkreuzt hätte.</p>
<p>Nun ist das Thema Castelo-Aufzug zurück: Die neuen Pläne seien jedoch, so beteuert Manuel Salgado, weitaus bescheidener. Nach Medienberichten plant die Stadt nun eine <strong>Folge von sechs Aufzügen und Rolltreppen</strong>, um den Aufstieg zur Burg künftig zu erleichtern. Einstiegspunkt wird die Rua dos Fanqueiros sein &#8211; von dort geht es über die Rua da Madalena und dem <strong>Mercado Chão de Loureiro</strong> hinauf bis zur Costa do Castelo.</p>
<p align="center"><img src="http://www.portugalmania.de/wp-content/20_03_castelo.jpg" alt="20_03_castelo.jpg" /><br />
Bald ein Aufzug zur Burg? Dies wäre ein Bestandteil des Plans zur Revitalisierung der Baixa<br />
<small><a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/" title="Attribution-NonCommercial License" target="_blank"><img src="http://www.portugalmania.de/wp-content/plugins/photo_dropper/images/cc.png" alt="Creative Commons License" align="absmiddle" border="0" height="16" width="16" /></a> Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/jamesg/9718030/" title="Flickr Fotoseite" target="_blank">jamesg auf Flickr</a></small></p>
<p>Ein schöner Plan &#8211; wäre da nicht das Unbehagen, das einen bei der <strong>Vorstellung von öffentlichen Aufzügen</strong> in Großstädten beschleicht. Vandalismus ist auch in Lissabon ein gut bekanntes Problem: Schnell könnten sich die Elevadores zur Burg in eine verschmutzte, selten funktionierende Investitionsruine verwandeln. Wäre hier nicht vielleicht die <strong>Einrichtung einer neuen Standseilbahn </strong>vorteilhafter gewesen? Die Frage des Aufzugs wird die Lissaboner Stadtpolitik wahrscheinlich auch über die nächsten Jahre hinweg begleiten.</p>
<p>Unstrittiger sind die weiteren Projekte. So soll der ehemalige Sitz der <strong>Banco Nacional Ultramarino</strong> nahe dem Praça do Comércio die neue Heimat für das aus dem Centro Cultural de Belém verbannte <strong>Design-Museum</strong> werden.</p>
<p>Und in die <strong>einstige Kirche São Julião</strong> nahe der Rua de Ouro zieht das <strong>Museum der Nationalbank</strong> ein. Ein Ausstellungshaus für den Mammon in einer Kirche? Ein seltsamer Gedanke &#8211; doch schlimmer, als mit der in den 30er Jahren entweihten Kirche São Julião heute umgegangen wird, kann es eigentlich nicht mehr kommen. Spötter nennen die Kirche schon lange <strong>Nossa Senhora dos Mercedes</strong>: Denn der ehemalige Kirchenraum wird von der Nationalbank als Garage genutzt, wie auch <a href="http://videos.sapo.pt/K8Gl7DWUtW4kUNsFekLD" title="Video bei SAPO" target="_blank">dieser Filmbeitrag von SIC Notícias</a> zeigt. Die Banco de Portugal hat sich nun ein Herz gefasst und will São Julião nun zum repräsentativen Haupteingang ihres Stammhauses umgestalten und dort auch ihr Museum unterbringen.</p>
<p style="text-align: center"><a href="http://videos.sapo.pt/K8Gl7DWUtW4kUNsFekLD" title="Video bei SAPO" target="_blank"><img src="http://www.portugalmania.de/wp-content/20_03_igrejajuliao.jpg" alt="20_03_igrejajuliao.jpg" border="0" /></a><br />
<em>Museumsbesucher statt Autos: Heute dient die einstige Igreja de São Julião noch als Garage der Nationalbank. Bild: <a href="http://videos.sapo.pt/K8Gl7DWUtW4kUNsFekLD" title="SIC Notícias Video" target="_blank">SIC Notícias</a></em></p>
<p align="left"> Und schließlich, Projekt Nummer Vier, sollen nahe den Ruinen des Carmo-Klosters noch einige alte und illegal errichtete Polizei-Barracken abgerissen werden, an deren Stelle ein <strong>Park </strong>treten soll &#8211; sicher ein unstrittiger Vorschlag.</p>
<p>Jedes dieser Vorhaben ist sicher ein Gewinn für die Baixa. Doch der Erfolg des gesamten Plans dürfte letztendlich weniger von diesen kostspieligen &#8220;Leuchttürmen&#8221; abhängen als vom Umsetzen eines <strong>durchdachten Gesamtkonzepts</strong>. Darauf weist seit Jahren die Bürgerinitiative Cidadania LX hin &#8211; und fordert dafür auch ein entschlosseneres Handeln zur Verkehrsberuhigung der Baixa.</p>
<p>Immerhin &#8211; die Stadtverwaltung scheint begriffen zu haben, dass die <strong>Lage ernst ist</strong>. Das zeigt schon die geografische Eingrenzung des Aktionsplanes: Er umfasst exakt das Gebiet, das 1755 durch das Erdbeben zerstört wurde. Wir werden sehen, ob Bürgermeister Antonio Costa sich als <strong>neuer Marquês de Pombal</strong> erweist, der vor 250 Jahren für den ersten Wiederaufbau der Baixa sorgte.</p>
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		<title>Ai, Mouraria! Ein Traditions-Stadtviertel kämpft gegen den Niedergang</title>
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		<pubDate>Wed, 19 Mar 2008 22:37:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gilberto</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lissabon]]></category>
		<category><![CDATA[lissabon]]></category>
		<category><![CDATA[Mouraria]]></category>

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		<description><![CDATA[ 	Ein Reichen-Viertel war die Mouraria noch nie. Und doch ist der Zustand des Lissaboner Traditions-Stadtteils besorgniserregend: Immer mehr Bauten verfallen, immer mehr Menschen &#8211; vor allem junge &#8211; verlassen das Viertel. Basta, das reicht: So sagen es sich nun viele Bewohner der Mouraria &#8211; und fordern mit einer agilen Bürgerinitiative die Renovierung des so [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Ein Reichen-Viertel war die Mouraria noch nie. Und doch ist der <strong>Zustand des Lissaboner Traditions-Stadtteils</strong> besorgniserregend: Immer mehr Bauten verfallen, immer mehr Menschen &#8211; vor allem junge &#8211; verlassen das Viertel. Basta, das reicht: So sagen es sich nun viele Bewohner der Mouraria &#8211; und fordern mit einer <strong>agilen Bürgerinitiative</strong> die Renovierung des so charakteristischen Stadtteils von Lissabon ein.     <span id="more-316"></span></p>
<p>Wer hätte das gedacht? <strong>Es steckt noch Leben in der Mouraria!</strong> Wer am vergangenen Samstag durch die Gassen des historischen Stadtteils ging, durfte Zeuge einer farbenfrohen und lauten Parade der Mouraria-Bewohner werden. Auf den Straßen herrschte<strong> munteres Treiben</strong>, in den Restaurants gab es Fado: Endlich konnte die Mouraria wieder einmal sich und ihre Kultur feiern.</p>
<p>Freude, Leben, Bewegung: Das ist es, was der Mouraria in letzter Zeit gefehlt hat. Fast schon schicksalhaft schien sich das Viertel seinem <strong>lethargischen Untergang</strong> hingegeben zu haben. Immer mehr Häuser verfielen, und spätestens seit dem bedrohlichen Anwachsen der Drogenszene an vielen Ecken des Viertels schien klar zu sein: Die Mouraria hat keine Zukunft mehr.</p>
<p style="text-align: center"><img src="http://www.portugalmania.de/wp-content/19_03_mouraria1.jpg" alt="19_03_mouraria1.jpg" />&#8216;<br />
<em>Laute Töne für die Mouraria: Die Parade am 15. März. Foto: <a href="http://renovaramouraria.blogspot.com/" title="Renovar A Mouraria" target="_blank">Renovar A Mouraria</a></em></p>
<p>Die <strong>Gratwanderung zwischen Überleben und Niedergang</strong>, das war schon immer das Schicksal der Mouraria. Dieses Viertel im Schatten der Burg, das schöne und bis heute viel zu wenig beachtete Aschenputtel Lissabons, war bereits zu seiner Entstehung die <strong>Heimat der Armen</strong> und Verlierer. Gegründet wurde die Mouraria im Jahr 1170: Damals fanden hier die nach der christlichen Rückeroberung noch in Lissabon verbliebenen Mauren ihre neue Heimstatt &#8211; und gaben dem neuen Stadtteil gleich noch seinen Namen.</p>
<p>Und auch später, vor allem im 20. Jahrhundert, war die Mouraria immer der Mittelpunkt des anderen, des <strong>multikulturellen Lissabons</strong>. Hier lebten viele Afrikaner aus den (ehemaligen) portugiesischen Kolonien, hier sind heute immer mehr Chinesen zu Hause. In diesem geheimnisvoll, dunkel-schillernden Treffpunkt der Kulturen gedieh ein Musikstil so wunderbar, den Portugal heute als den seinen verkauft: Der <strong>Fado</strong>.</p>
<p>Heute ist der Fado chic &#8211; Sängerinnen wie Mísia, Mariza oder Cristina Branco haben ihn weltweit populär gemacht. Entstanden ist der Fado jedoch als die <strong>melancholische Musik der Armen</strong>, der Benachteiligten &#8211; und die hatten in der Mouraria ihre Heimat. So erstaunt es nicht, dass unzählige Fados die <strong>Mouraria besingen</strong>. Nicht nur das: Zwei der größten Fado-Interpretinnen unserer Zeiten, die unvergessliche Amália Rodrigues und die heute weltweit bekannte Mariza &#8211; stammen aus diesem Teil Lissabons.</p>
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<p><embed src="http://www.youtube.com/v/1qzzH6z9DGc&amp;hl=en" type="application/x-shockwave-flash" wmode="transparent" height="355" width="425"></embed></p>
<p align="center"><em>Amália Rodrigues mit dem Fado Ai, Mouraria! (Aus dem Jahr 1982 &#8211; <a href="http://www.youtube.com/watch?v=1qzzH6z9DGc" title="Youtube-Video" target="_blank">Video bei Youtube</a>)</em></p>
<p>Zu viel beschönigende Nostalgie ist nicht angebracht, wenn es um die Mouraria geht. Doch die heutigen Zustände sind in der Tat besorgniserregend. Der Verfall von Häusern ist ein allgegenwärtiges Phänomen. Und die vielfach <strong>unhaltbaren Wohnzustände</strong> sorgen dafür, dass immer weniger junge Familien hier leben. Was also tun?</p>
<p>Seit einigen Wochen tut sich nun eine<strong> Initiative von Bürgern der Mouraria</strong> mit viel Engagement für ihren Stadtteil hervor: Mit dem <a href="http://renovaramouraria.blogspot.com/" title="Renovar A Mouraria" target="_blank">Blog Renovar A Mouraria</a> haben die Freunde des Stadtteils eine interessante Internet-Plattform geschaffen und auch eine <strong>Online-Petition</strong> ist am Laufen, die die verantwortlichen Politiker endlich zum Handeln antreiben soll (<a href="http://www.petitiononline.com/renovar/petition.html" title="Petition zur Rettung der Mouraria" target="_blank">bitte hier unterzeichnen!</a>).</p>
<p style="text-align: center"><img src="http://www.portugalmania.de/wp-content/19_03_mouraria2.jpg" alt="19_03_mouraria2.jpg" /><br />
<em>Hier muss etwas geschehen: Viele Häuser der Mouraria sind bereits unbewohnbar. Foto: <a href="http://renovaramouraria.blogspot.com/" title="Renovar A Mouraria" target="_blank">Renovar A Mouraria</a></em></p>
<p>Schön zu sehen ist aber, dass die Initiative nun auch Wirkung weit über die virtuelle Welt hinaus zeigt &#8211; wie die Parade am 15. März bewies. Und auch andernorts regt sich hier und da <strong>neues Leben in der Mouraria</strong>. Künstler finden hier ihre (günstige) Heimat &#8211; neue Ateliers und Galerien wie die <a href="http://www.colorida.pt/" title="Galeria Colorida" target="_blank">Galeria Colorida</a> sind dafür ein erstes Anzeichen. Und weiterhin gilt: Wer <strong>wirklich einmal exotisch essen</strong> möchte, muss in der Mouraria auf Entdeckungstour gehen. Nur hier wartet ein <a href="http://saboresdegoa.restaunet.pt/" title="Sabores de Goa" target="_blank">Restaurant für goanesische Spezialitäten</a> auf seine Gäste. Und nur hier gibt es die <strong>wirklich afrikanische Küche</strong> zu probieren.</p>
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