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	<title>portugalmania.de &#187; Land &amp; Leute</title>
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	<description>Das portugiesische Logbuch im Netz :: Portugal Blog</description>
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		<title>Natur, Kultur, Hotels: 10 Portugal-Ziele für 2010</title>
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		<pubDate>Fri, 01 Jan 2010 18:50:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gilberto</dc:creator>
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		<description><![CDATA[ 	Ein neues Jahr bricht an. Das bedeutet 365 neue Gelegenheiten, um Portugal zu entdecken.  Nutzen wir die Zeit: Hier sind 10 Ideen für Ziele in Portugal 2010. Unter anderem mit: Algarve, Lissabon, Porto, Azoren.

Wohin in Portugal im Jahr 2010? Auch in diesem Jahr gibt es wieder hervorragende Gelegenheiten, das Land im Südwesten Europas von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Ein neues Jahr bricht an. Das bedeutet 365 neue Gelegenheiten, um Portugal zu entdecken.  Nutzen wir die Zeit: Hier sind <strong>10 Ideen</strong> für Ziele in Portugal 2010. Unter anderem mit: Algarve, Lissabon, Porto, Azoren.</p>
<p><span id="more-546"></span></p>
<p><strong>Wohin in Portugal im Jahr 2010? </strong>Auch in diesem Jahr gibt es wieder hervorragende Gelegenheiten, das Land im Südwesten Europas von oben bis unten zu erkunden.</p>
<p>Ein Trend aus den letzten Jahren dürfte sich im Tourismus weiter verstärken: <strong>Zurück zur Natur.</strong> Portugal bietet eine Vielzahl von gut erhaltenen natürlichen Refugien &#8211; und das nicht nur in den offiziell deklarierten Nationalparks. Oft nur wenige Kilometer von den Ballungszentren der Tourismusindustrie entfernt, tun sich dem aufmerksamen Reisenden einsame, grüne Welten auf.  Zudem gibt es eine Vielzahl höchst engagierter und phantasievoller Initiativen und Unternehmen, die sich im &#8220;sanften Tourismus&#8221; tummeln.</p>
<p>Zurück zur Natur, das geht auch zum Beispiel <strong>direkt an der Algarve</strong>:</p>
<p><strong>1. Via Algarviana, Algarve</strong></p>
<p>Dieses Projekt kann man nicht oft genug loben: Parallel zur Küstenlinie  schlängelt sich der<strong> Wanderweg Via Algarviana</strong> auf 14 Etappen durch das Hinterland der Algarve. Neben Passagen durch ruhige Korkwälder, über Hügel und entlang von klaren Bachläufen macht der Weg Station in kleinen Dörfern und Städtchen, in denen sich noch viel von der ursprünglichen Lebensweise der Menschen erfahren lässt.</p>
<p><a title="Via Algarviana" href="http://www.viaalgarviana.org/" target="_blank">Alle Infos zur Via Algarviana</a></p>
<p><a title="Die Algarve, wild und wanderbar (DIE ZEIT)" href="http://www.zeit.de/2009/48/Via-Algarviana" target="_blank">Und hier gibt es noch einen Beitrag aus DIE ZEIT zur Via Algarviana</a></p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="344" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/ZJXDVo71iro&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="344" src="http://www.youtube.com/v/ZJXDVo71iro&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p><strong>2. Der Himmel ist das Dach: Öko-Camping bei Odemira</strong></p>
<p>Ganz im Westen der Algarve, wo die Via Algarviana ihrem Endpunkt zustrebt, lässt sich ein<strong> Naturparadies ersten Ranges </strong>finden. Die gesamte Westküste der Algarve steht unter strengem Naturschutz. Eine faszinierende, karge und weite Küstenlandschaft.</p>
<p>Gerade in dieser Kante Portugals wird ernsthaft versucht, den Tourismus mit dem Naturschutz zu versöhnen. Dies versucht auch der <strong>Öko-Camping-Platz Zmar</strong> in der Nähe von Odemira.  Neben Zeltplätzen und Abstellmöglichkeiten für Wohnwagen und Wohnmobile bietet Zmar auch einige feste Chalets und Hütten für Familien, allesamt aus nachhaltig gewonnenem Holz errichtet. Sämtliche Einrichtungen des Resorts, wie etwa die großzügigen Schwimmbäder, werden nach <strong>ökologischen Richtlinien </strong>betrieben.</p>
<p><a title="Zmar Eco Camping Resort" href="http://www.zmar.eu/" target="_blank">Website des Eco-Camping Resorts Zmar</a></p>
<p><strong>3. Zurück zur Natur auf den Azoren</strong></p>
<p>Im September 2010 werden im Rahmen eines Wettbewerbs die <strong>7 schönsten Naturwunder Portugals</strong> gekürt. Da dürfte es schon einige feste Kandidaten auf den Sieg geben &#8211; zum Beispiel das Douro-Tal in Nordportugal. Schon der Ort, wo die Preisvergabe stattfinden wird, ist bereits preiswürdig: Die Azoren. Ursprüngliche Naturlandschaft, geprägt von rasch wechselnden Wetterformationen (und nicht nur Hochdruckgebieten!). Und trotz ihrer einsamen und abgeschlossenen Lage im Atlantik bietet die Inselgruppe der Azoren eine beeindruckende Artenvielfalt &#8211; passend zum <strong>Jahr der Biodiversität 2010</strong>.</p>
<p>Wer die Azoren auf ursprüngliche Weise erfahren möchte, sollte sich in eines der vielen kleinen Casas Açorianas einmieten:</p>
<p><a title="Casas Acorianas" href="http://www.casasacorianas.com/" target="_blank">Casas Açorianas  finden und buchen</a></p>
<p><strong>4. Die Metamorphose von Tróia</strong></p>
<p>&#8220;Zurück zur Natur&#8221; &#8211; das hat nicht nur Bedeutung für die Naturparadiese der Azoren oder in Portugals Hinterland. Ökotourismus &#8211; das wird gerade in den hochbelasteten Zonen <strong>rund um die Bettenburgen</strong> immer wichtiger und zum Qualitätsmerkmal. Nicht nur Palma de Mallorca erfindet sich derzeit neu als grünes Reiseziel &#8211; auch die in Portugal als Sommerpartystrand  etwas in Verruf geratene<strong> Halbinsel Tróia </strong>vor der Stadt Sétubal bemüht sich um ein neues Ökobewusstsein. Im letzten Jahr frisch wiedereröffnet, versucht das luxuriöse und teure Hotel Tróia Design Hotel mit avantgardistischem Stil und <strong>grünem Image</strong> zu punkten.  Wir werden abwarten müssen, wie ernst der Imagewandel gemeint ist (oder, der Kalauer sei erlaubt, nur ein troianisches Pferd dahinter steckt). Ganz abgesehen vom Hotel: Die Strände von Tróia und die wunderschöne Landschaft der Halbinsel sind definitiv eine  oder einen Ausflug von Lissabon aus wert.</p>
<p><a href="http://www.troiadesignhotel.com" target="_blank">Tróia Design Hotel Blue &amp; Green</a></p>
<p><strong>5. Wein im Alentejo</strong></p>
<p>Richtet man von Tróia aus den Blick in Richtung Osten, so hat man die Region des Alentejo fest im Blick. Lange Zeit nur für ihre Armut und Landflucht berühmt, sorgt das Alentejo mittlerweile auch für positivere Schlagzeilen.</p>
<p>Nicht nur im Tourismus konnte die große Region im Südosten Portugals <strong>Zuwächse </strong>vermelden &#8211; auch ihr Ruf als Heimat für die innovativsten Winzer der gesamten iberischen Halbinsel hat sich weiter gefestigt. Und wie man so hört, dürfte auch der <strong>Weinjahrgang 2009 </strong>ein ganz vorzüglicher werden &#8211; Zeit also für eine Probereise durch das Alentejo. Zum Beispiel entlang der &#8220;Rota dos Vinhos do Alentejo&#8221;.</p>
<p><a title="Alentejo Weinroute" href="http://www.viniportugal.pt/index.php?option=com_content&amp;task=view&amp;id=28&amp;Itemid=315" target="_blank">Weinroute durch das Alentejo</a></p>
<p><strong>6. Kunst statt Kommerz in Lissabon</strong></p>
<p>Natur mag die eine Antwort auf die Krisen des Jahres 2010 sein. Doch Landschaft ist nicht alles, es gibt ja immerhin noch die Hauptstadt Lissabon. Und wie geht man hier auf die Herausforderungen der Zeit ein? <strong>Kunst statt Kommerz</strong>, könnte die Devise lauten. Reihenweise werden die alten Bankgebäude in der Baixa zu Museen umgebaut. Definitiv eine Chance, wieder mehr Leben in die streckenweise etwas erkaltete Innenstadt Lissabons zu bringen.</p>
<p>Seit Frühling 2009 hat das <a title="MUDE Lisboa" href="http://www.mude.pt/" target="_blank">Design- und Modemuseum MUDE</a> in einem einstigen Gebäude der staatlichen Sparkasse Caixa Geral de Depositos Quartier bezogen. Nun hat die Stadt Lissabon der Bank für 21 Millionen Euro das Haus abgekauft und will das Museum schrittweise erweitern und modernisieren. Das Wort MUDE, eigentlich die Abkürzung für &#8220;Museu do Design e Moda, nimmt dann wieder seine eigentliche Bedeutung an: <strong>Verändere dich</strong>.</p>
<p>Und noch ein Bankhaus soll für die Kunst genutzt werden: In den ehemaligen Räumen der Banco Borges &amp; Irmão am Praca do Municipio wird wohl die <a title="Fundacao Serralves" href="http://www.serralves.pt/" target="_blank">Fundação Serralves</a> aus Porto eine Dependance ihrer Sammlung einrichten. Eine<strong> kecke künstlerische Entwicklungshilfe</strong> aus der ewig rivalisierenden Handelsstadt im Norden? Den Lissabonern soll&#8217;s recht sein &#8211; erweitert sich ihre Museumslandschaft um eine weitere Perle.</p>
<p><strong>7. Der Papst und die Republik auf dem Schlossplatz</strong></p>
<p>Und noch ein weiteres Großprojekt beschäftigt die Lissaboner: Am 5. Oktober 2010 soll der <strong>100. Geburtstag der portugiesischen Republik</strong> groß gefeiert werden. Einer der historisch wichtigsten Plätze in der Geschichte dieser Republik ist der &#8220;Terreiro do Paço&#8221; (Schlossplatz), oder offiziell: Praça do Comérçio direkt am Tejoufer.</p>
<p>In den letzten Jahren ist der riesige Platz in der öffentlichen Wahrnehmung etwas ins Abseits geraten. Alle Wiederbelebungsversuche blieben bislang erfolglos &#8211; sei es die Sperrung vom Autoverkehr an Sonntagen oder die Eröffnung einer Metrostation. Kommt im Jahr 2010 dann der große Wurf? Zum 5. Oktober 2010 soll der<strong> Terreiro do Paço in neuem Glanz</strong> erstrahlen, mit neuen Hotels, Geschäften und Restaurants. Ob das zeitlich klappt? Schon gibt es die ersten Streitigkeiten mit den künftigen Pächtern, doch das gehört wohl zum Spiel dazu.</p>
<p>Garantiert gut bevölkert dürfte der Platz schon am <strong>11. Mai 2010 </strong>sein. Für diesen Tag ist hier ein großer <strong>Gottesdienst mit Papst Benedikt XVI. </strong>vorgesehen, der dieses Jahr Portugal besuchen will. Weitere geplante Reiseziele von &#8220;Papa Bento&#8221; sind Fátima und Porto.</p>
<p>Dass der Terreiro do Paço ausgerechnet Austragungsort der Gedenkveranstaltungen für die in ihren Anfängen stark antiklerikale Republik und für ein religiöses Großereignis sein wird, dürfte kein Zufall sein &#8211; sondern eine weitere Spielart der politischen Auseinandersetzungen im  Portugal von heute.</p>
<p><a href="http://www.centenariorepublica.pt/" target="_blank">Informationen zum Centenário der Republik (portugiesisch)</a></p>
<p><a title="Papstbesuch Portugal 2010" href="http://www.agencia.ecclesia.pt/papaemportugal2010/" target="_blank">Informationen zum Papstbesuch 2010 in Portugal (portugiesisch)</a></p>
<p><strong>8. Neue historische Unterkünfte in Porto</strong></p>
<p>Wenn sich Lissabon weiter entwickelt, darf Porto natürlich nicht hinten an stehen. Nicht nur die Kulturszene, sondern auch die Unterkunftsmöglichkeiten in modernen Hotels hat sich in den letzten Jahren spürbar verbessert. Und immer mehr rückt auch hier die <strong>Verbindung zur Vergangenheit </strong>in den Blickpunkt. Unter den Hotel-Neueröffnungen des Jahres 2009 hat der Besucher die Wahl zwischen ganz groß und ganz klein:</p>
<p>So hat im barocken <strong>Palácio do Freixo</strong> die größte Pousada Portugals ihre Tore geöffnet. Die Lage im Osten der Stadt am Douro, ein spektakulärer Swimming Pool direkt am Flussufer, die großzügige Anlage &#8211; dies macht die neue Pousada zu einem interessanten Ziel für Portoreisende.</p>
<p>Im <strong>kleineren Maßstab</strong> arbeitet hingegen das &#8220;Guest House Douro&#8221;, mitten in der historischen Altstadt von Porto gelegen. Die 8 Zimmer des Hauses sind allesamt liebevoll renoviert und warten mit hohem Komfort auf.</p>
<p>In beiden Fällen muss der Besucher jedoch mit Preisen ab 130 Euro für das Doppelzimmer rechnen.</p>
<p><a title="Guest House Douro" href="http://guesthousedouro.com/" target="_blank">Guest House Douro</a></p>
<p><a title="Pousada Porto" href="http://www.pousadas.pt/historicalhotels/EN/pousadas/Portugal/Norte/PalaciodoFreixo/home/PalaciodoFreixoHOME.htm" target="_blank">Pousada Palácio do Freixo, Porto</a></p>
<p><strong>9. Eine ganze Museumslandschaft am Douro</strong></p>
<p>Im <strong>Dourotal </strong>treffen sich Natur und Kultur. Die Kulturlandschaft hier im Norden Portugals ist geprägt vom Weinbau. Eine Bahnfahrt entlang des Rio Douro ist ein eindrucksvolles Erlebnis. Mittlerweile wird auch das <strong>Kulturangebot</strong> im Dourotal weiter ausgebaut.  Motor für die Entwicklung soll das &#8220;<strong>Museu do Douro</strong>&#8221; mit Hauptsitz in Peso da Régua sein. Hier gibt es im Jahr 2010 auch die große Ausstellung &#8220;Rio Douro&#8221; zu sehen. Abgesehen vom Museumszentren gibt es weitere Zweigstellen des Museums, die sich an verschiedenen Standorten im Dourotal bestimmten Themen widmen, wie zum Beispiel der Gastronomie, der Eisenbahn oder dem Weinbau.</p>
<p><a href="http://www.museudodouro.pt/" target="_blank">Museu do Douro, Peso da Régua</a></p>
<p><strong>10.  Der Platz in der ersten Reihe</strong></p>
<p>Wenn es um einen Ausblick auf das Jahr 2010 geht, darf gerade für Portugal ein Termin nicht fehlen: Der <strong>15. Juni 2010</strong>. An diesem Tag beginnt das erste Gruppenspiel von Portugal bei der <strong>Fußball-Weltmeisterschaft 2010</strong> in Südafrika (gegen die Elfenbeinküste). Mit Mühe und Not hat sich die portugiesische Fußball-Nationalmannschaft in das Weltturnier hineingezittert. So darf nun gewiss sein, dass das ganze Land gebannt dem Schicksal der &#8220;Selecção&#8221; folgen wird. <strong>Der beste Ort</strong>, um die Spiele zu verfolgen: Eine Bar oder Pastelaria um die Ecke, die kleine Bühne für die ganz großen Emotionen.</p>
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		<title>Die Bibliothek der Unruhe: In Lissabon treffen Borges und Pessoa endlich zusammen</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Jan 2009 16:48:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gilberto</dc:creator>
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		<description><![CDATA[ 	Warum führen die Lissaboner Stadtspaziergänge von Literatur-Nobelpreisträger José Saramago neuerdings in den eher unspektakulär daherkommenden Park &#8220;Arco do Cego&#8221;, mitten im Banken- und Geschäftsviertel der Avenidas Novas gelegen? Eine neue Statue zu Ehren des argentinischen Schriftstellers Jorge Luís Borges ist es, die das Interesse Saramagos weckt. Hier, auf dem Gelände eines ehemaligen Busbahnhofs, kann [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Warum führen die Lissaboner Stadtspaziergänge von Literatur-Nobelpreisträger <strong>José Saramago</strong> neuerdings in den eher unspektakulär daherkommenden Park &#8220;Arco do Cego&#8221;, mitten im Banken- und Geschäftsviertel der Avenidas Novas gelegen? Eine <strong>neue Statue</strong> zu Ehren des argentinischen Schriftstellers<strong> Jorge Luís Borges</strong> ist es, die das Interesse Saramagos weckt. Hier, auf dem Gelände eines ehemaligen Busbahnhofs, kann den realen und virtuellen Spuren Portugals im Werk von Borges nachgespürt werden.</p>
<p><span id="more-506"></span></p>
<p>Eine<strong> Wolke</strong> als Sinnbild für grenzenlos umherschweifende Phantasie. Eine <strong>Hand </strong>als Zeichen für die Schaffenskraft des Künstlers. Mit <a title="Bild des Denkmals " href="http://anossalisboa.cm-lisboa.pt/index.php?id=1885&amp;tx_ttnews[tt_news]=2269" target="_blank">diesen zwei Symbolen</a> fängt der aus Buenos Aires stammende und heute in Italien lebende Bildhauer <a href="http://www.federicobrook.com" target="_blank">Federico Brook</a> das Lebenswerk des argentinischen Schriftstellers <strong>Jorge Luís Borges</strong> in Granit und Marmor ein.</p>
<p>So <strong>geheimnisvoll und vieldeutig </strong>wie die literarischen Arbeiten von Borges kommt die Statue daher, die Anfang Dezember im <a title="Jardim Arco do Cego, Lissabon" href="http://jardinsdigitais.cm-lisboa.pt/index.php?id=1158" target="_blank">Lissaboner Park &#8220;Arco do Cego&#8221;</a> offiziell enthüllt wurde &#8211; und etwas <strong>verloren</strong> steht dieses Denkmal auf der großen, mit Palmen umsäumten Grünfläche, die noch vor <strong>wenigen Jahren ein Busbahnhof</strong> gewesen war.</p>
<p><code><br />
<iframe width="425" height="350" frameborder="0" scrolling="no" marginheight="0" marginwidth="0" src="http://maps.google.de/maps?f=q&amp;hl=de&amp;geocode=&amp;q=av+Duque+de+Avila+10,+lisboa&amp;sll=38.735967,-9.142138&amp;sspn=0.003055,0.006974&amp;ie=UTF8&amp;t=h&amp;g=av+Duque+de+Avila+10,+lisboa&amp;ll=38.744645,-9.137878&amp;spn=0.001527,0.003487&amp;z=14&amp;iwloc=addr&amp;output=embed&amp;s=AARTsJqhvR3KjVEoCKMjT0kG2M2kZC7gLw"></iframe><br /><small><a href="http://maps.google.de/maps?f=q&amp;hl=de&amp;geocode=&amp;q=av+Duque+de+Avila+10,+lisboa&amp;sll=38.735967,-9.142138&amp;sspn=0.003055,0.006974&amp;ie=UTF8&amp;t=h&amp;g=av+Duque+de+Avila+10,+lisboa&amp;ll=38.744645,-9.137878&amp;spn=0.001527,0.003487&amp;z=14&amp;iwloc=addr&amp;source=embed" style="color:#0000FF;text-align:left">Größere Kartenansicht</a></small></code></p>
<p>Doch vielleicht ist gerade dieser noch unbestimmte, irreale Raum des Transits die richtige Heimat für eine Statue von Borges in Lissabon. <strong>Viele Verbindungen</strong>, künstlerisch und biographisch, weisen von Jorge Luís Borges nach <strong>Portugal</strong>. Und vom Terminal in Arco do Cego aus fuhren noch vor wenigen Jahren die Busse auch in den Norden Portugals. Der Region, aus der die Familie Borges entstammt.</p>
<h2>Großmeister der phantastischen Literatur &#8211; mit portugiesischer Herkunft</h2>
<p><a title="Wikipedia über Borges" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jorge_Luis_Borges" target="_blank">Jorge Luís Borges (1899-1986)</a>, gilt als einer der bedeutendsten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Borges etablierte einen neuen Typ <strong>phantastischer, &#8220;virtueller Literatur&#8221;</strong>, die auch heute auf einen stetig wachsenden Freundeskreis bauen kann.</p>
<p>Die <strong>Spuren der Familie</strong> von Borges führen in das nordportugiesische Örtchen <a title="Torre de Moncorvo" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Torre_de_Moncorvo" target="_blank">Torre de Moncorvo am Fluss Douro</a>, von wo aus der Urgroßvater des Dichters vermutlich Anfang des 19. Jahrhunderts nach Argentinien emigierte.</p>
<p>Über das Leben der Familie Borges in Nordportugal ist wenig bekannt. Auch dem gut 100 Jahre nach der Emigration nach Argentinien geborenen Jorge Luís Borges blieb die <strong>Familiengeschichte ein Rätsel</strong>, wie er selbst in dem Gedicht &#8220;<strong>Los Borges</strong>&#8221; schreibt:</p>
<blockquote><p>Nichts oder wenig weiß ich von meinen portugiesischen<br />
Ahnen, den Borges: Unbestimmte Menschen,<br />
die in meinem Fleisch fortbestehen, unklar,<br />
ihre Gewohnheiten, ihre Haltungen und Ängste.</p></blockquote>
<p><a title="Los Borges" href="http://www.poema-de-amor.com.ar/mostrar-poema.php?poema=3390" target="_blank"><em>Zum vollständigen Gedicht auf Spanisch</em></a></p>
<h2>Saudade im Blut</h2>
<p>So sehr sich die Familiengeschichte im Dunkeln verliert, so sehr war Borges doch davon überzeugt, von seiner portugiesischen Herkunft geprägt worden zu sein. Vor allem das <strong>so typisch portugiesische Gefühl der &#8220;Saudade&#8221;</strong> beschäftigte ihn, ja, bestimmte sogar einen Teil seines Schaffens &#8211; so berichtete es zumindest <strong>Maria Kodama</strong>, die Witwe von Borges, die neben Literatur-Nobelpreisträger José Saramago bei der Enthüllung der Borges-Statue Anfang Dezember in Lissabon als Ehrengast anwesend war.</p>
<p>Mit dieser Würdigung in Stein kommt Jorge Luís Borges in der Stadt an, die auch das Spielfeld seines großen und doch unbekannten <strong>Freundes Fernando Pessoa</strong> war. Obwohl sich die beiden Künstler nie kennengelernt haben (Fernando Pessoa dürfte noch nicht einmal etwas von Borges gewusst haben), so ähneln sich auf verblüffende Weise <strong>grundlegende Linien in ihren Werken</strong>.</p>
<h2>Pessoa und Borges: Zwei Geistesverwandte</h2>
<p>Die Saudade, die wehmütige Lust an der Sehnsucht. Die <strong>Auflösung des Autors</strong> in verschiedene Persönlichkeiten. Das Misstrauen gegen die nur scheinbar reale Welt, gegen das ach so Dingliche. <strong>Ähnlichkeiten, Kreuzungen</strong>, die nicht unentdeckt blieben &#8211; in der <strong>Forschung</strong>, die bereits mehrere Disserationen dem Thema widmete, aber auch bei den <a title="Literaturlandkarte Borges" href="http://www.literaturlandkarte.de/fernando+pessoa.html" target="_blank">Lesern</a>.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-508" title="pessoa-borges" src="http://www.portugalmania.de/wp-content/pessoa-borges.jpg" alt="" width="500" height="156" /></p>
<p style="text-align: center;"><em>Wer Pessoa kauft, der mag auch Borges (und Hesse): Screenshot von <a href="http://www.amazon.de" target="_blank">Amazon.de</a></em></p>
<p>Borges muss sein &#8220;Heteronym&#8221; Fernando Pessoa <strong>erst spät en</strong><strong>tdeckt haben</strong>.  Noch 1968 reagierte Borges <a title="Art &amp; Culture über Pessoa" href="http://www.artandculture.com/cgi-bin/WebObjects/ACLive.woa/wa/artist?id=1404" target="_blank">nach Angaben des  Portals art &amp; culture</a> auf die Frage nach Fernando Pessoa mit der Antwort: &#8220;<strong>Who is he?</strong>&#8221; &#8211; wer ist er? (Eine Antwort, die man freilich auch angesichts der vielen Persönlichkeiten von Pessoa auch als subtile Anspielung auf die <strong>Unbestimmbarkeit Pessoas</strong> interpretieren könnte). Aber auch in der in den 40er Jahren von Borges zusammengestellten &#8220;<a title="Bibliothek von Babel" href="http://www.bibliothekvonbabel.de/" target="_blank">Bibliothek von Babel</a>&#8220;, die 30 Meisterwerke der phantastischen Literatur versammelte, fand kein Werk Pessoas seinen Platz. Hätte Borges Pessoa damals schon gekannt, wäre dies sicherlich anders gewesen.</p>
<h2>Lass mich dein Freund sein!</h2>
<p>Doch Jahre später war alles anders. Pessoa war im <strong>Universum Borges</strong> angekommen. Am 2. Januar 1985 schrieb Jorge Luís Borges sogar einen Brief an Fernando Pessoa:</p>
<blockquote><p>Du hast für dich geschrieben, nicht für den Ruhm&#8230; lass mich dein Freund sein!!! (Quelle: <a title="Carta a Fernando Pessoa" href="http://www.pessoa.art.br/?p=551" target="_blank">pessoa.art.br</a>)</p></blockquote>
<p>Nun treffen sich die beiden unbekannten und doch vertrauten Freunde in <strong>Lissabon </strong>- der Stadt, ohne die das Werk Fernando Pessoas nicht denkbar wäre. <strong></strong></p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-509" title="Pessoa in Lissabon" src="http://www.portugalmania.de/wp-content/496784954_2a8515ea1b_m.jpg" alt="" width="240" height="172" /></p>
<p style="text-align: center;"><em>Begegnung mit Fernando Pessoa in Lissabon. Nun ist auch Borges in der Stadt angekommen&#8230;<br />
<a href="http://www.flickr.com/photos/arteurbana/496784954/" target="_blank">Foto: Graffiti Land auf Flickr</a></em> (Creative Commons)</p>
<p><strong>Noch so eine Parallele</strong>: Ohne Buenos Aires, die argentinische Schwester von Lissabon, wäre Jorge Luís Borges ebenfalls kaum vorstellbar. Es scheint, als ob beide in ihren Städten das <strong>geheime Tor zur magischen und phantastischen Welt</strong> gefunden haben. Ein Tor, dessen Schlüssel die Leser beider Autoren nun in Lissabon weiter suchen müssen, um es aufzuschließen.</p>
<p><em>Buenos Aires in Lissabon: Wer auch kulinarisch die Spuren Argentininens in Portugal sucht, dem sei das <a title="Restaurant Buenos Aires" href="http://www.lifecooler.com/edicoes/lifecooler/desenvRegArtigo.asp?reg=385522" target="_blank">Restaurant Buenos Aires </a>oberhalb des Rossio-Bahnhofs (Calçada do Duque 31B) empfohlen. Den Park Arco do Cego erreicht man am besten mit der Metrohaltestelle Alameda (rote und grüne Linie). </em></p>
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		<title>20 Jahre nach dem Brand: Lissabons neues altes Herz versucht die Wiederbelebung</title>
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		<pubDate>Mon, 25 Aug 2008 18:08:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gilberto</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lissabon]]></category>
		<category><![CDATA[baixa]]></category>
		<category><![CDATA[Chiado]]></category>
		<category><![CDATA[Feuer]]></category>
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		<description><![CDATA[ 	Seit dem Erdbeben von 1755 war dies wohl die schlimmste Katastrophe, von der die Stadt Lissabon heimgesucht wurde: Am 25. August 1988 zerstörte ein Feuer weite Teile des Stadtviertels Chiado. Heute, genau zwanzig Jahre später, ist der Wiederaufbau der zerstörten Häuser weitgehend abgeschlossen &#8211; und doch sucht das Herz Lissabons weiterhin nach seiner alten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Seit dem Erdbeben von 1755 war dies wohl die schlimmste Katastrophe, von der die Stadt Lissabon heimgesucht wurde: Am <strong>25. August 1988</strong> zerstörte ein Feuer <strong>weite Teile des Stadtviertels Chiado</strong>. Heute, genau zwanzig Jahre später, ist der Wiederaufbau der zerstörten Häuser weitgehend abgeschlossen &#8211; und doch sucht das Herz Lissabons weiterhin nach seiner alten Seele. <span id="more-474"></span></p>
<p>Wer hätte erwarten sollen, dass der <strong>25. August 1988 </strong>im Lissaboner Einkaufs- und Intellektuellenviertel Chiado ein anderer Tag werden sollte wie etwa der 24. oder 23. August? Wie an jedem anderen Morgen standen die Inhaber der <strong>zahlreichen Traditionsgeschäfte</strong> des Chiado früh auf, um zu ihren Läden zu gelangen. Um die neue Ware auszulegen, um Kunden zu beraten, und um einfach ein paar Menschen zu sehen. Doch als die Geschäftsleute in der Frühe ihre Läden erreichten, war alles ganz anders: Ganze Straßenzüge des Viertels standen in Flammen.</p>
<p>Es war im Morgengrauen, <strong>um 5:17 Uhr</strong>, als bei der Feuerwehr der erste Hilferuf einging: In den Räumen des traditionsreichen Kaufhauses Grandella brennt es. Wie spätere Untersuchungen zeigten, brach das Feuer eine gute dreiviertel Stunde vor dem ersten Notruf aus &#8211; und setzte sich dann, angeheizt von explodierenden Gasflaschen, in<strong> rasender Geschwindigkeit </strong>auf die eng anliegenden Nachbargebäude fort.</p>
<p style="text-align: center;"><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="344" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="wmode" value="transparent" /><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/JDrDUzfBg1I&amp;color1=11645361&amp;color2=13619151&amp;fs=1" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="344" src="http://www.youtube.com/v/JDrDUzfBg1I&amp;color1=11645361&amp;color2=13619151&amp;fs=1" allowfullscreen="true" wmode="transparent"></embed></object></p>
<p style="text-align: center;"><em>Feuer im Chiado: Originalberichte und Bilder vom großen Brand im Jahr 1988. </em></p>
<p>Für die Feuerwehrmänner wurde dieser Brand zur fast unlösbaren Aufgabe: Die gerade zu Verschönerungszwecken verengte Rua Garrett erwies sich als <strong>kritisches Nadelöhr,</strong> das den Feuerwehrautos den direkten Zugang zum Brandherd verweigerte. Die Straßen waren überfüllt von Menschen, und die <strong>Wucht der explodierenden Gasflaschen</strong> machten ein rasches Eingreifen unmöglich &#8211; und das, obwohl die Feuerwehr mit 1.150 Männern gegen die Zerstörung des Lissaboner Stadtzentrums ankämpfte. Einer der &#8220;Bombeiros&#8221; bezahlte den Einsatz sogar mit seinem Leben, 60 weitere Kollegen wurden verletzt.</p>
<p>Erst in den Mittagsstunden konnte das Feuer unter Kontrolle gebracht werden, und noch Tage später hing <strong>Brandgeruch über der Stadt</strong>. Innerhalb weniger Stunden verwandelte sich das Herz von Lissabon in eine <strong>unwirtliche urbane Wüste</strong>.  18 Gebäude, meist aus dem 18. Jahrhundert, mit einer Grundfläche von 7.500 Quadratmetern brannten bis auf die Grundmauern nieder. Zwischen 200 und 300 Menschen verloren ihre Wohnung.</p>
<h2>Einst das kommerzielle Zentrum der Stadt</h2>
<p>Und auch wirtschaftlich war das Feuer eine Katastrophe für das Stadtviertel: Über Nacht <strong>verloren rund 2.000 Menschen ihren Arbeitsplatz</strong>, vor allem in den ruinierten Kaufhäusern &#8220;Grandella&#8221; und &#8220;Grandes Armazéns do Chiado&#8221;. Die Flammen zerstörten schließlich eines der kommerziellen Zentren des alten Lissabons. Hier, in den Straßen, die sich von der Baixa hoch ins Bairro Alto ziehen, entstand während der Wende zum 20. Jahrhundert <strong>das beste und nobelste Einkaufsviertel von Lissabon</strong>.</p>
<p>Wer den <strong>neuesten Chic aus Paris </strong>suchte, wurde im Chiado fündig &#8211; und das nicht nur in den nach Lafayette-Vorbild errichteten Warenhäusern, sondern auch in <strong>Dutzenden kleiner Fachgeschäfte</strong>, von denen die meisten nach dem Brand nicht mehr wiedereröffneten.</p>
<p>Und obwohl der <strong>Glanz dieser alten Einkaufswelt</strong> in den achtziger Jahren schon etwas ramponiert war, so lebte hier der alte Chiado noch weiter. Heute erhalten gebliebene Geschäfte, wie &#8220;<strong>Paris em Lisboa</strong>&#8220;, das Casa Perreira oder auch das für seine Fernando Pessoa-Statue bekannte Café Brasileira stehen als letzte <strong>verbliebene Botschafter</strong> für den Charme der vergangenen Tage &#8211; aber sie stehen allein, schon umzingelt und bedrängt von den gesichtslosen Filialen der internationalen Handelsketten.</p>
<h2>Schleppender Wiederaufbau</h2>
<p>In den Jahren der Wiederaufbauzeit hat sich Lissabon insgesamt verändert:<strong> Neue Shopping-Malls</strong> am Stadtrand zogen die Kundschaft an und auch in traditionellen Einkaufsvierteln setzten sich die finanzkräftigen internationalen Konzerne durch. So <strong>veränderten sich die Besucherströme</strong> in Lissabon weg vom Chiado hin zu anderen Vierteln &#8211; zumal sich der Wiederaufbau nicht zuletzt wegen zahlreicher Besitzstreitigkeiten vor Gericht lange hinzog.</p>
<p>Doch immerhin: Der<strong> Wiederaufbau des Chiado</strong>, geleitet vom Architekten Álvaro Siza aus Porto, ist trotz etlicher Verzögerungen im Großen und Ganzen abgeschlossen &#8211; und auch recht gelungen. Siza sorgte dafür, dass die<strong> alten Fassaden im Chiado möglichst originalgetreu</strong> wieder errichtet werden. Im Inneren der Häuser entstanden jedoch moderne Büro- und Geschäftsflächen.</p>
<p>So locken heute wieder die Art-Deco-Fassaden der &#8220;<strong>Grandes Armazéns do Chiado</strong>&#8221; und von Grandella die Kundenströme an &#8211; doch im Gegensatz zu früher ist im Inneren der Häuser ein <strong>modernes Einkaufszentrum </strong>entstanden, das sich im Besitz einer Tochterfirma der deutschen Commerzbank befindet.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-480" title="25_08_armazens-chiado" src="http://www.portugalmania.de/wp-content/25_08_armazens-chiado.jpg" alt="" width="375" height="500" /><br />
<em>Die Armazéns do Chiado: Als Shopping-Center wiedereröffnet. Foto: <a title="Flickr-Fotoseite" href="http://www.flickr.com/photos/scalleja/460895414/" target="_blank">(cc) scalleja auf Flickr </a></em></p>
<p>Kommerziell erwies sich der Wiederaufbau des Chiado für die internationalen und portugiesischen Investoren durchaus als<strong> lohnende Wertanlage</strong>. Nach<a title="Diário Económico" href="http://diarioeconomico.sapo.pt/edicion/diarioeconomico/edicion_impresa/politica/pt/desarrollo/1157209.html" target="_blank"> Informationen des &#8220;Diário Económico&#8221;</a> haben sich die Immobilienpreise in der vom Brand betroffenen Gegend seit 1988 mehr als verdoppelt &#8211; ein höherer Anstieg als in anderen Teilen Lissabons.</p>
<p>Häuser wiederaufgebaut, Geschäfte und Büros vermietet: <strong>Eigentlich eine Erfolgsgeschichte</strong>. Und doch denken viele Lissaboner <strong>mit Wehmut an die alten Zeiten</strong> des Chiado zurück. Denn mögen heute die meisten Spuren des Großbrandes verschwunden sein (nur in wenigen Häusern wie etwa der Fassade des Restaurants Palmeira in der Rua do Crucifixo lassen sich noch Zeugnisse des Feuers erkennen), so spürbar ist die Katastrophe weiterhin im <strong>Lebensfluss des Viertels</strong>.</p>
<p>Vor allem <strong>nach Ladenschluss</strong> sind zahlreiche Straßen im Chiado wie leer gefegt: Noch fehlt es an Möglichkeiten für Nachtschwärmer, noch haben die alten Besucherströme nicht zurückgefunden. Aber vielleicht braucht die Wiederbelebung des alten Herzens von Lissabon einfach noch etwas mehr Zeit. Und in vielen Nebensträßchen, da spürt man schon wieder <strong>etwas Aufbruchsstimmung</strong> und den kreativen Geist alter Tage: Neue, spezialisierte Geschäfte wie etwa die Spezialitätenhandlung &#8220;A Vida Portuguesa&#8221; haben sich hier etabliert, interessante <strong>Cafés und Kneipen</strong> entwickeln sich &#8211; und ein regelmäßiges Fest auf den Straßen des Chiado versucht auch wieder, mit Kultur und Kommerz die werte Kundschaft anzulocken.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-481" title="25_08_chiado" src="http://www.portugalmania.de/wp-content/25_08_chiado.jpg" alt="" width="500" height="375" /></p>
<p style="text-align: center;"><em>Chiado, onde estás &#8211; Chiado, wo bist Du? Ein wehmütiges Graffitti erinnert auf den neu errichteten Mauern an alte Zeiten. Foto: <a title="Flickr-Fotoseite" href="http://www.flickr.com/photos/svensson/45392580/" target="_blank">asvensson auf Flickr</a></em></p>
<p>Der Chiado wurde nach jahrzehntelangen Reparaturarbeiten <strong>wieder in die Freiheit entlassen</strong> &#8211; und das Augenmerk der Lissaboner Stadtplaner richtet sich nun vor allem auf die angrenzenden Viertel wie der Baixa oder den Straßen um die Avenida da Liberdade. Denn hier gab es zwar keinen Großbrand &#8211; doch die Viertel leiden unter einem nicht weniger zerstörerischen, <strong>schleichenden Verfall </strong>ihrer historischen Bausubstanz.</p>
<p>Tausende Häuser stehen leer und sind oftmals einsturzgefährdet. Einst blühende Ausgehviertel wie etwa der Parque Mayer an der Avenida da Liberdade sind Dauerstreitthema in der Stadtpolitik &#8211; und verkommen mit jedem Tag ein Stückchen weiter. Der <strong>Leerstand schadet nicht nur dem Leben in der Stadt</strong> &#8211; sondern ist, im wahrsten Sinne des Wortes, auch brandgefährlich.</p>
<h2>Weiterhin bestehendes Brandrisiko in Lissabon</h2>
<p>Die leer stehenden, ungepflegten Gebäude erhöhen das Brandrisiko und die Wahrscheinlichkeit für eine <strong>flächendeckendere Ausbreitung von Feuern</strong> in der Stadt. Lissabons Stadtplaner Manuel Salgado bringt diese Gefahr klar auf den Punkt: &#8220;Wir haben die große Befürchtung, dass es in der Baixa zu einer ähnlich großen Katastrophe kommen kann wie beim Brand im Chiado&#8221;, <a title="TSF" href="http://tsf.sapo.pt/PaginaInicial/Portugal/Interior.aspx?content_id=984120" target="_blank">sagte Salgado heute erst wieder dem Radiosender TSF</a>.</p>
<p>Und die Bilder des Chiado-Feuers tauchen mit schöner Regelmäßigkeit wieder in der Vorstellung der Lissaboner auf &#8211; zuletzt vor wenigen Wochen bei <a title="Feuer in der Avenida da Liberdade" href="http://pt-blogger.blogspot.com/2008/07/lissabon-feuer-in-der-avenida-da.html" target="_blank">einem Brand an der Avenida da Liberdade</a>, der glücklicherweise recht glimpflich ausging.</p>
<p>Immerhin, im <strong>Chiado sollte eine solche Katastrophe</strong> nicht mehr möglich sein. Hier hat sich in Sachen Feuerprävention seit dem 25. August 1988 viel verändert: Die Feuerwehr ist wesentlich besser ausgerüstet und auch der Brandschutz der neu errichteten Häuser selbst wurde mit viel Aufwand verbessert. Der Chiado, er hat nun zwanzig Jahre nach der großen Katastrophe die Zeit, seine alte Seele wiederzufinden.</p>
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		<title>Mit verbundenen Augen durch Lissabon</title>
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		<pubDate>Thu, 31 Jul 2008 20:46:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gilberto</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lissabon]]></category>
		<category><![CDATA[alfama]]></category>
		<category><![CDATA[Blinde]]></category>
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		<category><![CDATA[Stadtführung]]></category>

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		<description><![CDATA[ 	Das Licht! Die Sonne! Die Farben! Lissabon ist eine Stadt fürs Auge. Und doch gibt es jetzt eine Möglichkeit, Portugals Hauptstadt auch einmal mit allen anderen Sinnen zu erleben: Führungen mit verbundenen Augen durch die Alfama, Lissabons ältestem Stadtteil. 
&#8220;Cheira bem, cheira a Lisboa&#8221; heißt es in einer von Lissabonern gern zitierten Alltagsweisheit: Es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Das Licht! Die Sonne! Die Farben! Lissabon ist eine Stadt fürs Auge. Und doch gibt es jetzt eine Möglichkeit, Portugals Hauptstadt auch einmal mit allen anderen Sinnen zu erleben: Führungen mit verbundenen Augen durch die Alfama, Lissabons ältestem Stadtteil. <span id="more-462"></span></p>
<p><strong>&#8220;Cheira bem, cheira a Lisboa&#8221;</strong> heißt es in einer von Lissabonern gern zitierten Alltagsweisheit: Es riecht gut, es riecht nach Lissabon. Wie <strong>Lissabon wirklich riecht</strong>, wie die Stadt klingt, wie sie sich anfühlt &#8211; das lässt sich mit den Führungen des Programms &#8220;<a title="Lisboa Sensorial" href="http://www.cabracega.org/lisboa-sensorial" target="_blank">Lisboa Sensorial</a>&#8221; intensiv erleben.</p>
<p>Die Idee ist so einfach wie genial: Den Teilnehmern dieser etwas anderen Stadtführung spazieren <strong>mit verbundenen Augen durch Lissabons Altstadt</strong>, der Alfama. Gestützt durch noch &#8220;sehende&#8221; Begleiter beginnt ein neues Lissabon-Erlebnis: Lauschend, tastend, erspürend, riechend.</p>
<p>An vielen Orten der Welt gab es ein ähnliches Konzept in Form von <strong>Dunkel-Restaurants</strong>, in denen das Essen im Dunkeln serviert wird (zum Beispiel die &#8220;<a title="Unsicht-Bar" href="http://www.unsicht-bar.de/" target="_blank">unsicht-bar</a>&#8221; in Berlin, Köln und Hamburg &#8211; oder das <a title="Bem me quer Restaurant, Lissabon" href="http://www.lifecooler.com/edicoes/lifecooler/desenvRegArtigo.asp?reg=356588" target="_blank">Restaurant &#8220;Bem Me Quer&#8221; in Lissabon</a> mit seinem Jantar Sensorial). Neu ist die Übertragung der Idee vom Lokal hinaus auf die Straße.</p>
<p style="text-align: center;"><a title="Lisboa Sensorial" href="http://www.cabracega.org/lisboa-sensorial" target="_blank"><img class="aligncenter size-full wp-image-465" title="31_07_lisboa-sensorial" src="http://www.portugalmania.de/wp-content/31_07_lisboa-sensorial.jpg" alt="" width="411" height="273" /></a><br />
<em>Lisboa erfühlen&#8230;: Die Homepage von <a title="Lisboa Sensorial" href="http://www.cabracega.org/lisboa-sensorial" target="_blank">Lisboa Sensorial.</a> Hier finden sich auch immer die aktuellen Termine der nächsten Touren. </em></p>
<p>Gestützt auf Hör-, Tast- und Riechsinn erschließt sich die Stadt ganz neu, wie es auch etwa Daniel Lam, Reporter des <a title="De olhos bem fechados a passear por Alfama" href="http://dn.sapo.pt/2008/07/06/sociedade/de_olhos_fechados_a_passear_alfama.html" target="_blank">Diário de Notícias selbst erfahren hat</a>: &#8220;Man hört den <strong>Gesang der Vögel </strong>und die Geräusche tropfenden Wassers oder ein vorüberziehender Lufthauch und viele andere Kleinigkeiten, die wir niemals hören.&#8221; Und was würde sich besser für eine <strong>Stadtführung mit den anderen Sinnen</strong> eignen als die Alfama, Lissabons Altstadt, deren Häusermauern noch so viele unerzählte Begebenheiten mitteilen möchten? Deren Geräusche, hier in den autofreien Gassen, vielleicht noch die gleichen sind, wie sie schon vor Jahrhunderten erklangen?</p>
<p>Ein <strong>tieferes Erspüren Lissabons</strong> ist sicherlich eines der Ziele, die die Macher der &#8220;Lisboa Sensorial&#8221;-Touren erreichen möchten. Ein anderes ist jedoch viel ernsterer Art: Denn &#8220;Lisboa Sensorial&#8221; will über den Weg direkter Erfahrung auch <strong>mehr Verständnis für das Leben von Blinden </strong>wecken. Blinde und Sehbehinderte haben es in Lissabon oft nicht einfach: Der Straßenverkehr ist immer wieder rücksichtlos und die Gehwege nicht klar abgegrenzt. Zudem ist die<strong> finanzielle Situation</strong> von Behinderten im Land weiterhin  prekär: Noch immer ziehen blinde Männer und Frauen durch Lissabons Metrozüge, um hier um eine Spende zu bitten.</p>
<p>Jede Tour wird deshalb von einem <strong>blinden Stadtführer des Verbands ACAPO</strong> geleitet. Die Einnahmen aus den Führungen &#8211; die Kosten liegen bei etwa 20 Euro pro Person &#8211; fließen komplett in die Arbeit von ACAPO. Mit dabei sind auch Stadtführer einer Bürgerbewegung für die Alfama, sowie ein professioneller Guide der &#8220;<a title="Lisbon Walker" href="http://www.lisbonwalker.com/" target="_blank">Lisbon Walker</a>&#8220;.</p>
<p>Das Konzept, entwickelt von der <strong>jungen Ideenschmiede &#8220;Cabracega&#8221;</strong>, scheint aufzugehen: Die ersten im Juni und Juli durchgeführten Touren waren vollkommen ausgebucht. Doch Fortsetzung folgt: Weitere Termine für &#8220;Lisboa Sensorial&#8221; stehen im September an.</p>
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		<title>Die &#8220;andere Algarve&#8221; im Aufbruch: Der neue Öko-Tourismus punktet mit Pfiff und Kreativität</title>
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		<pubDate>Tue, 29 Jul 2008 21:48:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gilberto</dc:creator>
				<category><![CDATA[Algarve]]></category>
		<category><![CDATA[algarve]]></category>
		<category><![CDATA[Olhão]]></category>
		<category><![CDATA[Tourismus]]></category>
		<category><![CDATA[via algarviana]]></category>
		<category><![CDATA[wandern]]></category>
		<category><![CDATA[Wanderwege]]></category>

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		<description><![CDATA[ 	Ja, es gibt sie, die Algarve jenseits der Bettenburgen und Hotel-Resorts. Vor allem im Westen und im Hinterland von Portugals beliebtester Tourismusregion warten unzählige Kultur- und Naturschätze auf ihre Entdeckung. Viele junge Öko-Tourismus-Anbieter machen sich gerade daran, auch diese unbekannte Seite der Algarve für Reisende zugänglich zu machen. Doch reichen Kreativität und Enthusiasmus, um [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Ja, es gibt sie, die Algarve jenseits der Bettenburgen und Hotel-Resorts. Vor allem im Westen und im Hinterland von Portugals beliebtester Tourismusregion warten unzählige Kultur- und Naturschätze auf ihre Entdeckung. Viele junge Öko-Tourismus-Anbieter machen sich gerade daran, auch diese unbekannte Seite der Algarve für Reisende zugänglich zu machen. Doch reichen Kreativität und Enthusiasmus, um dem Massentourismus alter Prägung eine &#8220;andere Algarve&#8221; entgegensetzen zu können? <span id="more-426"></span></p>
<p>Nuno Guimarães ist ein Mann, der seinen <strong>Platz in der Welt</strong> gefunden zu haben scheint. Und dieser Platz, der ist genau hier, im Westen der Algarve, an der urtümlichen <strong>Costa Vicentina</strong>: &#8220;Spürt Ihr, wie gut die Luft hier riecht?&#8221;, ruft er seiner Wandergruppe zu, die er an den Klippen der nahezu unberührten Steilküste im äußersten Westen der Algarve entlangführt. &#8220;Hier leben die Menschen noch im Gleichgewicht mit der Natur&#8221;.</p>
<p>Vor drei Jahren zog es Guimarães nun von der Großstadt Porto ins<strong> ländliche Städtchen Aljezur</strong> &#8211; einen Schritt, den er nie bereut hat. Denn Nuno Guimarães hat hier, wo der Tourismus bislang kaum Spuren hinterließ, sein eigenes kleines Unternehmen &#8220;<a title="Carpe Vita" href="http://www.carpe-vita.com/" target="_blank">Carpe Vita</a>&#8221; aufgebaut: Mit <strong>Wander- und Trekkingtouren</strong>, Surfkursen und auch <strong>vier kleinen Ferienhäusern</strong> in Aljezur, die der Jung-Unternehmer mit traditionellen Techniken und Materialien der Algarve restauriert hat.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-457" title="29_07_algarve11" src="http://www.portugalmania.de/wp-content/29_07_algarve11.jpg" alt="" width="454" height="309" /></p>
<p style="text-align: center;"><em>Wandern im Einklang mit der Natur: Unterwegs mit Nuno Guimarães an der Costa Vicentina</em></p>
<p>Die Rückbesinnung auf die Tradition der Region betreibt Nuno Guimarães jedoch <strong>nicht aus Folklore</strong>. Seine Ideen gehen weiter: Er will den Bewohnern von Aljezur selbst wieder ein <strong>Gefühl für den Wert der Tradition</strong>, der eigenen Kultur vermitteln. Und das ist fast schon ein <strong>revolutionärer Gedanke</strong>, auch hier im äußersten Westen der Algarve.</p>
<h2>Schlechte Zeiten für Natur-Tourismus</h2>
<p>Denn schon über Jahrzehnte hinweg droht ein immer wieder allzu gefräßiger Tourismus, die Region ihrer Identität zu berauben. Urlaubszentren wie<strong> Albufeira oder Portimão</strong> erinnern mit ihren <strong>Hochhäusern </strong>eher an Manhattan als an die kleinen Fischerorte, die sie einst einmal waren. Und auch heute noch dreht sich allüberall der Betonmischer: Derzeit <a title="Tourismusprojekte an der Algarve" href="http://www.portugalmania.de/tourismus/2007/mehr-beton-weniger-grun-wird-die-algarve-zubetoniert/" target="_self">befindet sich fast ein Dutzend neuer Hotelprojekte im Bau</a> &#8211; ein Teil von ihnen sogar in <strong>ausgewiesenen Naturschutzgebieten</strong>. Die Baugenehmigung wurde trotzdem erteilt: Die Schaffung von Arbeitsplätzen sei schließlich im nationalen Interesse.</p>
<p>Für die Natur scheint das &#8220;<strong>nationale Interesse</strong>&#8221; hingegen deutlich geringer ausgeprägt zu sein. Die Naturparks der Region stöhnen unter einer <strong>notorisch schlechten Finanzsituation</strong> &#8211; und selbst die Quinta Marim, das Besucherzentrum des Naturparks Ria Formosa, kann sich nur mit Mühe dem Zerfall entziehen.</p>
<p>Geht es nach Portugals <strong>Masterplan für die landesweite Tourismusentwicklung</strong>, dem &#8220;<span class="title"><a title="Plano Estratégico Nacional para o Turismo (Portugal)" href="http://www.turismodeportugal.pt/Portugu%C3%AAs/turismodeportugal/estrategianacionalparaoturismo/Pages/EstrategiaNacionalparaoTurismo.aspx" target="_blank">Plano Estratégico Nacional para o Turismo</a>&#8220;, d</span>ann steht für die weitere Entwicklung der Algarve die Natur ohnehin nicht im Vordergrund. Natur findet auf den Azoren und Madeira statt &#8211; die Algarve soll hingegen verstärkt als<strong> luxuriöse Event- und Partymeile </strong>glänzen. Da passen neue Hotels, aber auch die kurz vor der Fertigstellung stehende Formel 1-Rennstrecke <strong>&#8220;Autódromo do Algarve&#8221;</strong> bei Portimão perfekt ins Bild.</p>
<p>Keine Frage &#8211; die Weichenstellungen der Tourismuspolitik haben schon ihre Wirkung gezeigt.Besuchten <a title="Observatório do Algarve" href="http://www.observatoriodoalgarve.com/cna/noticias_ver.asp?noticia=23792" target="_blank">nach Angaben der Zeitung &#8220;Observatório do Algarve</a>&#8221; im Jahr 2000 noch <strong>8.000 &#8220;Natur-Touristen&#8221; </strong>die Region, so waren es im vergangenen Jahr nur<strong> noch kaum messbare 2.300</strong> &#8211; ein Bruchteil der Hunderttausenden an Urlaubern, die Jahr für Jahr die Strände der Algarve bevölkern.</p>
<p>Alles verloren also an der Algarve? Nicht unbedingt. Trotz des immensen Drucks durch die finanzkräftigen Investoren bewahrte sich die Algarve an zahlreichen Stellen ihren eigenen Charakter mit <strong>faszinierenden Naturlandschaften</strong> und reichhaltiger Flora und Fauna. Die gerade einmal rund 150 Kilometer lange Algarve bildet die Heimat von vier großen Naturschutzgebieten, einige davon unter besonderem europäischen Natura 2000-Schutz. Und nicht nur das: Abseits der Souvenir-Läden leben bis heute einige<strong> handwerkliche Traditionen</strong> weiter, die auch von Urlaubern neu entdeckt werden wollen: Seien es die Korkgewinnung, die <strong>Salzfelder von Olhão und Tavira</strong> oder die Herstellung von Olivenöl. Gut versteckt, jenseits der Touristenströme wartet die &#8220;andere Algarve&#8221; auf ihre Entdeckung.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-458" title="29_07_algarve2" src="http://www.portugalmania.de/wp-content/29_07_algarve2.jpg" alt="" width="300" height="225" /><br />
<em>Treffpunkt des Öko-Tourismus: Die Feira Nacional de Parques Naturais in Olhão. Foto: © <a title="Feira Nacional de Parques Naturais e Ambientais, Olhão" href="http://www.feiranacionaldeparques.com/?nav=1&amp;pag=media&amp;dir=agenda1&amp;dia=" target="_blank">Feira Nacional de Parques Naturais</a></em></p>
<p>Es sind vorwiegend junge Unternehmer wie Nuno Guimarães, die dieses Potenzial in Portugals Süden entdeckt haben &#8211; und die es nun für einen <strong>naturnahen Tourismus erschließen</strong> möchten. Ob Wanderungen, Radfahrten oder Bootstouren: So vielfältig die Angebote sind, so vereint sind ihre Anbieter doch in ihrem <strong>Enthusiasmus und ihrer Kreativität</strong>.</p>
<p>Schon zum dritten Mal ließ sich nun in <strong>Olhão an der Westalgarve</strong> die ganze Vielfalt der aufstrebenden Öko-Branche bewundern &#8211; und zwar bei der &#8220;<a title="Feira Nacional de Parques Naturais e Ambientais, Olhão" href="http://www.feiranacionaldeparques.com/" target="_blank">Feira Nacional de Parques Naturais e Ambientais</a>&#8220;, Portugals größtem Treffpunkt der grünen Urlaubsszene. Und was gab es dort nicht alles <strong>an neuen Angeboten zu bestaunen</strong>: Touren mit geländegängigen <strong>Segway-Gefährten</strong> durch Wald und Wiesen (<a title="Silence Tour" href="http://www.silencetour.pt/" target="_blank">Silence Tour</a>). Bequeme Vogelbeobachtung von den weißen Ledersofas des in Olhão beheimateten &#8220;<a title="Natura Algarve" href="http://www.natura-algarve.com/" target="_blank">Natura Algarve</a>&#8220;-Katamarans aus. Kurse zum Erlernen von Brotbacken. Tauchkurse mit historischem Hintergrund : An Ideen herrscht weiß Gott kein Mangel.</p>
<h2>Viele Angebote&#8230; und das Konzept?</h2>
<p>So vielfältig diese Aktivitäten jedoch sind, so gut die dahinterstehenden Ideen erscheinen mögen: Noch immer sind die meisten dieser Anbieter <strong>Einzelkämpfer</strong>, die ihren Platz in der Nische zu finden hoffen. Zudem kommen unterschiedliche Einschätzungen, was der Begriff &#8220;Öko-Tourismus&#8221; wirklich bedeutet: Steht Öko nur für einen Ausflug in die Natur? Oder gar für eine Jeep-Safari? Oder steht doch ein ganzheitlicher Aspekt dahinter?</p>
<p>Selbst wenn diese Frage ausgeklammert bleibt: Ein weiterer Schwachpunkt bleibt weiterhin die <strong>Vermarktung der Angebote</strong> &#8211; vor allem im Ausland, wo sich die größte Zielgruppe für Urlaubsangebote der anderen Art befindet. Klar, Portugal und die Algarve bieten <strong>zahlreiche verborgene Schätze.</strong> Aber:</p>
<blockquote><p>&#8220;Diese Schätze sind nicht immer sichtbar, und es gibt keine klare Karte, die Einwohnern, Touristen und Investoren zeigt, wo diese zu finden sind.&#8221;</p></blockquote>
<p>So schreiben es die &#8220;Bienen&#8221; der <a title="Portugal’s Hidden Treasures: How will they be discovered?" href="http://3ecobees.com/blog/portugals-hidden-treasures-how-will-they-be-discovered" target="_blank">neuen Öko-Consultingfirma &#8220;3 Ecobees&#8221;</a> auf ihrer Website, auch so ein Geschöpf des frischen, unverbrauchten Öko-Erwachens an der Algarve. <strong>Etwas drastischer </strong>drückt es Adão Flores, Professor an der &#8220;Universidade do Algarve&#8221;, nach Angaben des Observatório do Algarve aus: Ja, die Algarve habe Potenzial. Aber ihre Konzepte für Naturtourismus seien &#8220;<strong>desorganisiert</strong>&#8220;, ohne &#8220;gemeinsame Strategie&#8221;.</p>
<h2>Via Algarviana als Wegbereiter</h2>
<p>Da ist es gut, dass bereits in wenigen Monaten möglicherweise der <strong>entscheidende Wegbereiter</strong> für einen erstarkenden Öko-Tourismus an den Start geht: <strong><a title="Via Algarviana" href="http://www.portugalmania.de/land-leute/algarve-land-leute/2007/der-neue-wanderweg-via-algarviana-erschliest-das-unbekannte-hinterland-der-algarve/" target="_self">Der Wanderweg Via Algarviana</a>.</strong></p>
<p>Die Via Algarviana schlängelt sich über 240 Kilometer und 14 Etappen von Alcoutim an der spanischen Grneze bis hin zum Cabo de São Vicente im äußersten Westen der Algarve. Die Strecke zieht vor allem durch das dünn besiedelte und touristisch bislang <strong>kaum erschlossene Hinterland der Algarve</strong>. Ganz bewusst passiert die Route des Wanderwegs immer wieder Stationen, an denen sich kulturelle<strong> Anknüpfungspunkte zur Tradition und Leben an der Algarve</strong> finden lassen: Sei es bei der Herstellung des Medronho-Schnapses, bei steinzeitlichen Fundstätten oder an den weiterhin bewirtschafteten Korkplantagen &#8211; hier lässt sich ein Stück des Landes, auch aus menschlicher Sicht, erleben.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-medium wp-image-456 aligncenter" title="pict0243" src="http://www.portugalmania.de/wp-content/pict0243-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /><br />
<em>Korkeichen: Auch ein Stück Kulturlandschaft an der Algarve (hier bei Monchique)</em></p>
<p>Projektleiter João Ministro und seine Mitstreiter der <a title="Almargem" href="http://www.almargem.org" target="_blank">Umweltschutzorganisation Almargem</a>, die die Via Algarviana aufbauen, haben mit diesem Wanderweg<strong> etwas Neues geleistet</strong>: Ein <strong>durchdachtes Konzept</strong> für den Öko-Tourismus, der über einzelne Ortschaften weit hinaus geht &#8211; und dementsprechend auch mit vielen Problemen und Widerständen zu kämpfen hatte. Und die Via Algarviana ist weit mehr als ein Wanderweg: Sie könnte zum <strong>Rückgrat eines naturnahen Tourismus &#8220;der Erfahrungen&#8221; </strong>werden, der das teilweise etwas ramponierte Image der Algarve zu verbessern vermag.</p>
<p><strong>Erste Ideen sind schon da</strong>: So plant die bei Aljezur lebende Deutsche Sofia von Mentzingen für nächstes Jahr die Durchführung von <a title="Burros &amp; Artes" href="http://burros-artes.blogspot.com/" target="_blank">Eselswanderungen auf einigen Teiletappen der Via Algarviana</a>. Das dürfte nur der Auftakt für weitere Angebote sein, sobald die Via Algarviana im Herbst diesen Jahres endgültig beschildert und eröffnet sein wird. <span style="font-weight: bold; color: #660000;"> </span></p>
<p>Folge dieser Fährte lautet der Werbespruch der Via Algarviana. Und wer weiß, vielleicht könnte dieses Motto viel umfassender wirken, als es die Projektentwickler am Anfang geglaubt haben. Die <strong>andere Algarve</strong>, sie ist im Aufbruch.</p>
<ul>
<li><a title="Via Algarviana" href="http://www.viaalgarviana.org/" target="_blank">Offizielle Website der Via Algarviana</a></li>
<li><a title="Reisebericht Via Algarviana" href="http://www.wandern-in-portugal.de/reisebericht.php" target="_blank">Ein Erfahrungsbericht von der Erstbegehung der Via Algarviana auf &#8220;Wandern in Portugal&#8221;</a></li>
</ul>
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		<title>Lissabon im Sommer</title>
		<link>http://www.portugalmania.de/2008/07/lissabon-im-sommer/</link>
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		<pubDate>Wed, 16 Jul 2008 18:08:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gilberto</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lissabon]]></category>
		<category><![CDATA[lissabon]]></category>
		<category><![CDATA[Video]]></category>

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		<description><![CDATA[ 	Die Temperaturen steigen, das Leben in der Stadt verlangsamt sich: Portugal-Blogger Bryan Marovich hat im letzten Jahr einige Eindrücke aus dem Lissaboner Sonner als Online-Video zusammengestellt. Ruhig, mit langsamen Schnitten &#8211; und doch atmosphärisch dicht. 
Die Hundstage rücken näher, Lissabon heizt sich auf.  Wer kann, flieht an die Strände der Algarve &#8211; oder zumindest [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Die Temperaturen steigen, das Leben in der Stadt verlangsamt sich: Portugal-Blogger Bryan Marovich hat im letzten Jahr einige Eindrücke aus dem Lissaboner Sonner als Online-Video zusammengestellt. Ruhig, mit langsamen Schnitten &#8211; und doch atmosphärisch dicht. <span id="more-402"></span></p>
<p>Die Hundstage rücken näher, <strong>Lissabon heizt sich auf</strong>.  Wer kann, flieht an die Strände der Algarve &#8211; oder zumindest an die Küste von Caparica, um etwas Seeluft einzufangen.</p>
<p>Lisboa kommt zur Ruhe &#8211; und verfällt in den <strong>trägen Rhythmus des Sommers</strong>. Wer jetzt nicht in Lissabon ist, kann in diesem Video vom <a title="See Portugal-Blog" href="http://seeportugal.org/2008/04/26/verao-na-cidade-summer-in-the-city-a-film/" target="_blank">englischen Blogger Bryan Marovich</a> einige schöne Eindrücke des &#8220;Verão na cidade&#8221; (Sommer in der Stadt) gewinnen.</p>
<p>Wenig Aufregung, viel Atmosphäre &#8211; und gegen Ende des Films noch mit schöner Musik: Das Lied <strong>Onça</strong>, gesungen von <strong>Ricardo Candety</strong> aus Guinea-Bissau. Ricardo Candety, so schreibt Bryan Marovich auf seinem Blog, spielt seine Musik normalerweise am offenen Fenster mit Blick auf die Stadt.</p>
<p>Öffnen wir auch unsere Fenster, lassen wir die<strong> warme Sommerluft</strong> einströmen &#8211; und genießen wir ein paar Impressionen aus Lisboa. Viel Spaß!</p>
<h2>Verão na cidade</h2>
<p><a href="http://vids.myspace.com/index.cfm?fuseaction=vids.individual&amp;videoid=13875301">Verão na Cidade</a><br />
<object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="360" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="src" value="http://mediaservices.myspace.com/services/media/embed.aspx/m=13875301,t=1,mt=video" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="360" src="http://mediaservices.myspace.com/services/media/embed.aspx/m=13875301,t=1,mt=video" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
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		<title>Garantiert das falsche Souvenir aus Lissabon</title>
		<link>http://www.portugalmania.de/2008/07/garantiert-das-falsche-souvenir-aus-lissabon/</link>
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		<pubDate>Thu, 03 Jul 2008 20:46:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gilberto</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lissabon]]></category>
		<category><![CDATA[Design]]></category>
		<category><![CDATA[lissabon]]></category>
		<category><![CDATA[Souvenirs]]></category>

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		<description><![CDATA[ 	Nie war es einfacher, bei der Auswahl von Souvenirs falsch zu liegen. Nein, nicht der schlechte Geschmack des Käufers ist schuld: Ein schriller Design-Laden im Lissaboner Stadtteil Chiado bietet aus Prinzip nur noch &#8220;falsche Souvenirs&#8221; an. Doch selbst wenn alles falsch ist, fällt die Auswahl des richtigen Geschenks schwer. 
Ob dies nicht sogar der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Nie war es einfacher, bei der Auswahl von Souvenirs falsch zu liegen. Nein, nicht der schlechte Geschmack des Käufers ist schuld: Ein schriller Design-Laden im Lissaboner Stadtteil Chiado bietet aus Prinzip nur noch &#8220;<strong>falsche Souvenirs</strong>&#8221; an. Doch selbst wenn alles falsch ist, fällt die Auswahl des richtigen Geschenks schwer. <span id="more-391"></span></p>
<p>Ob dies nicht sogar der <strong>ungewöhnlichste Souvenirladen der Welt </strong>ist? Immerhin setzt das Lissaboner Geschäft &#8220;<a title="The Wrong Shop" href="http://www.thewrongshop.com/" target="_blank">The Wrong Shop</a>&#8220;, beheimatet im Herzen des trendigen Stadtviertels Chiado, konsequent auf das Prinzip des Gegensatzes &#8211; und führt die Fälschung sogar stolz im Namen.</p>
<p>Kein Souvenir ist hier so, wie wir es uns eigentlich vorstellen. Die <strong>T-Shirts</strong> zeigen nicht berühmte Bauwerke Lissabons, sondern den <strong>Eiffelturm</strong>, das Londoner Riesenrad &#8220;London Eye&#8221; oder den schiefen Turm von Pisa &#8211; jeweils verziert mit dem Untertitel &#8220;<strong>This is not Lisbon</strong>&#8220;.</p>
<p>Ähnlich hintergründig geht es bei einem anderen populären Souvenir &#8220;made in Portugal&#8221; zu, dem <strong>Hahn von Barcelos</strong>: In &#8220;The Wrong Shop&#8221; gibt es diesen Hahn in Acrylvariante zu verkaufen, allerdings mit dem Spruch: &#8220;<strong>Beware of the rooster</strong>&#8220;, hüte dich vor dem Hahn: Eine ironische Anspielung auf die Legende, nach der der Hahn von Barcelos einem unschuldig angeklagten Bauern zu einem Freispruch verhalf.</p>
<p style="text-align: center;"><a title="The Wrong Shop" href="http://www.thewrongshop.com/" target="_blank"><img class="aligncenter size-full wp-image-392" src="http://www.portugalmania.de/wp-content/03_07_wrongshop.jpg" alt="" width="411" height="271" /></a><br />
<em>&#8220;Strategische Souvenirs&#8221; verspricht &#8220;The Wrong Shop&#8221;. Jedenfalls war es nie einfacher, bei der Auswahl der Souvenirs falsch zu liegen. </em></p>
<p>So groß die <strong>Spaß am Spiel mit dem Falschen, Hässlichen, Bösen</strong> auch ist, in einem Punkt bleibt sogar ein poppig-moderner Laden wie &#8220;The Wrong Shop&#8221; der Tradition treu. Teil des festen Sortiments sind auch die Keramiken von der Töpferei &#8220;<a title="Faianças Artísticas Boradlo Pinheiro" href="http://www.fabordalopinheiro.pt/" target="_blank">Faianças Artísticas Bordalo Pinheiro</a>&#8221; aus Caldas da Rainha. Das Unternehmen wurde vor mehr als einhundert Jahren vom Karikaturisten und Komiker <strong>Rafael Bordalo Pinheiro</strong> gegründet, der als einer der Vorväter der komischen Kunst in Portugal gilt.</p>
<p>Ein gutes Vorbild also für einen Laden, der die Ironie schon im Namen trägt &#8211; und der vielleicht aus Verehrung des großen Vorbildes die Bordalo-Keramiken als einzige <strong>Nicht-Fälschung</strong> im Sortiment führt.</p>
<p><em>The Wrong Shop befindet sich in der <a title="Karte bei Google Maps" href="http://www.google.com/maps?f=q&amp;hl=en&amp;geocode=&amp;q=calcada+do+sacramento+25,+lisboa&amp;sll=39.95225,-75.16237&amp;sspn=0.667438,1.18103&amp;ie=UTF8&amp;ll=38.712078,-9.140174&amp;spn=0.005308,0.009227&amp;t=h&amp;z=17" target="_blank">Calçada do Sacramento 25</a> in Lissabon (nahe der Ruine von Carmo). Geöffnet montags bis freitags von 10 bis 20 Uhr, samstags von 11 bis 22 Uhr. Infos unter: </em><a title="The Wrong Shop" href="http://www.thewrongshop.com/" target="_blank">http://www.thewrongshop.com/</a></p>
<p><em><a title="Go Lisbon Blog über The Wrong Shop" href="http://www.golisbon.com/blog/2008/07/03/the-perfectly-wrong-souvenirs-from-lisbon/" target="_blank">Den Hinweis auf The Wrong Shop hat Gilberto im Go Lisbon Blog gefunden. </a></em></p>
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		<title>Garranos in Nord-Portugal: Die Wildpferde mit keltischem Stammbaum sind vom Aussterben bedroht</title>
		<link>http://www.portugalmania.de/2008/06/garranos-in-nord-portugal-die-sanften-wildpferde-mit-keltischem-stammbaum-sind-vom-aussterben-bedroht/</link>
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		<pubDate>Sat, 28 Jun 2008 11:30:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gilberto</dc:creator>
				<category><![CDATA[Trás-os-Montes]]></category>
		<category><![CDATA[Artenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Garrano]]></category>
		<category><![CDATA[Minho]]></category>
		<category><![CDATA[Nationalpark]]></category>
		<category><![CDATA[naturschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Penada/Gerês]]></category>
		<category><![CDATA[Pferde]]></category>

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		<description><![CDATA[ 	Seit Jahrzehnten versucht der portugiesische Staat, die einzigartigen Garrano-Pferde im Nationalpark Peneda-Gerês wieder auszuwildern. In der Tat leben heute einige der Wildpferde wieder in Freiheit. Dennoch ist die Zukunft der Garranos bedroht: Schon in wenigen Jahrzehnten könnten die Nachfahren des iberischen Ponys ausgestorben sein. Größte Feinde sind der Wolf &#8211; und ein verbissener Kampf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Seit Jahrzehnten versucht der portugiesische Staat, die einzigartigen <strong><span style="color: #000000;">Garrano-Pferde</span></strong> im Nationalpark Peneda-Gerês wieder auszuwildern. In der Tat leben heute einige der Wildpferde wieder in Freiheit. Dennoch ist die Zukunft der Garranos bedroht: Schon in wenigen Jahrzehnten könnten die Nachfahren des iberischen Ponys ausgestorben sein. Größte Feinde sind der Wolf &#8211; und ein verbissener Kampf um den Lebensraum, der durch die Waldbrände der letzten Jahre weiter zusammenschrumpfte.  <span id="more-386"></span></p>
<p>Nein, so edel wie die eleganten portugiesischen<strong> Lusitanos</strong> sind sie nicht. Aber sie sind auch <strong>keine Ponies</strong>, obwohl ihre geringe Höhe von gerade einmal 1,35 Meter fast darauf schließen ließe: Die <strong>Garrano-Pferd</strong>e, fast ausschließlich im äußersten Norden Portugals beheimatet, sind seit 1993 als <strong>eigenständige Pferderasse</strong> staatlich anerkannt. Klein, kompakt, mit einer konkaven Kopfform tragen die Garranos auch heute noch <strong>das Erbe des iberischen Ponies</strong> aus keltischen Zeiten mit sich &#8211; ein Pony, das man heute noch auf uralten Höhlenzeichnungen bewundern kann.</p>
<p>Im hügeligen und oft kargen Norden Portugals fanden die Garrano-Pferde ihren <strong>idealen Lebensraum</strong>. Sie fügten sich perfekt in die dortige Bergwelt ein. Kantigen Felshänge erklimmen sie mühelos. Und trotz ihres Zwergwuchses erreichen die Garranos oft <strong>erstaunliche Laufgeschwindigkeiten </strong>- die noch heute bei so manch einem Dorf-Pferderennen in der Region Minho bewundert werden können. Hier, in der abgeschiedenen Bergwelt lebten die Garranos so bis ins 20. Jahrhundert hinein ohne größere genetische Mischungen mit anderen Pferderassen. Neben den weiter südlich in Portugal beheimateten Sorraias gilt das Garrano-Pferd als <strong>&#8220;autochthone&#8221; Art </strong>(ohne Einflüsse von außen).</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.portugalmania.de/wp-content/29_06_garrano.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-387" src="http://www.portugalmania.de/wp-content/29_06_garrano.jpg" alt="" width="500" height="356" /><br />
</a><em>Gestatten, ich bin ein Garrano. Foto: <a title="Flickr-Fotoseite" href="http://www.flickr.com/photos/mariovendanova/270548223/" target="_blank">mário venda nova auf Flickr</a></em><a href="http://www.portugalmania.de/wp-content/29_06_garrano.jpg"> </a></p>
<p>Später erkannte freilich auch der Mensch die Vorzüge der kleinen Garranos &#8211; und nutze sie als ebenso <strong>gelehrige wie geduldige Packpferde</strong> sowie für leichtere Arbeiten in der Landwirtschaft. Noch zur Zeit des zweiten Weltkrieges transportierten Garranos Bergarbeiter in die entlegenen Minen von Portugals Nordosten. Die Domestizierung der Rasse ging bis ins 20. Jahrhundert so weit, dass die <strong><span style="color: #000000;">ursprünglichen Wildpferde so gut wie ausgestorben waren</span></strong>.</p>
<p>Erst mit dem Eingreifen des portugiesischen Staates etwa ab dem Jahr 1940 begann wieder ein <strong>umfangreiches Auswilderungsprogramm</strong> der Garranos, vor allem in der Serra do Gerês. Dort, wo 1970 dann auch zum Schutze der Garrano-Pferde der <a title="Parque Nacional da Peneda-Gerês" href="http://www.geira.pt/pnpg/index.html" target="_blank">Nationalpark Peneda-Gerês</a> entstand, leben heute die meisten der verbliebenen 1.600 Garranos. 95 Prozent der Pferde leben in einer &#8220;halb-wilden&#8221; Form in <strong>herumziehenden Herden</strong>, meist aber in Besitz eines privaten Halters. Die einzelnen Herden bestehen aus <strong>30 bis 40 Stuten</strong>, die von einem Hengst begleitet werden. Die Führung und Auswahl der Weideflächen übernimmt jedoch in der Regel eines der weiblichen Pferde, wie Conceição Silva vom Garrano-Züchterverband ACERG <a title="Os últimos cavalos - Diário de Notícias" href="http://dn.sapo.pt/2008/06/08/sociedade/os_ultimos_cavalos.html" target="_blank">kürzlich im Diário de Notícias erklärte</a>. Der Hengst sei vor allem für die Verteidigung der Herde gegenüber Wölfen und anderen Pferden verantwortlich.</p>
<h2>Garrano schon in wenigen Jahrzehnten ausgestorben?</h2>
<p>Doch trotz ihres staatlichen Schutzes sind die Garranos mittlerweile so vielen Gefahren ausgesetzt, dass selbst der stärkste Hengst seine Herde <strong>nicht mehr verteidigen könnte</strong>. Bereits in wenigen Jahrzehnten könnten die <strong>Garranos ausgestorben</strong> sein, befürchtet denn auch José Leite, ebenfalls aktiv im Züchterverband ACERG. Besondere Sorgen macht Leite die geringe Zahl der noch lebenden Garranos &#8211; und die <strong>niedrige Reproduktionsrate</strong>. Eine Stute könnte pro Jahr nur ein Fohlen zur Welt bringen, erklärt José Leite. Die jungen Fohlen sind jedoch besonderen Gefahren ausgesetzt: Etwa die Hälfte von ihnen wird vom Wolf gerissen &#8211; und eine weitere große Gruppe fällt dem Schlachtbeil für Pferdefleisch verarbeitet zu werden. Nach <a title="Artikel auf Naturlink (Portugiesisch)" href="http://www.naturlink.pt/canais/Artigo.asp?iArtigo=6336&amp;iLingua=1" target="_blank">Schätzungen des ACERG</a> sind es mittlerweile <strong>nur noch 15 Prozent der Fohlen</strong>, die letztendlich heil durchkommen.</p>
<p>Und auch in höherem Alter ist das Überleben der Garranos nicht gesichert. Vieles deutet darauf hin, dass im Norden Portugals gerade ein <strong>Kampf um Lebensräume</strong> entstanden ist, den die Pferde mit ihrem Leben bezahlen müssen. Anfang Juni wurden in Paredes de Coura in der Nord-Region Minho zehn mit einem Jagdgewehr erschossene Garrado-Pferde aufgefunden. Auftakt einer schrecklichen Serie? Schon wenige Wochen später, am 25. Juni, gab es im nahen Mourim einen <strong>weiteren Fall </strong>mit fünf erschossenen Garranos.</p>
<h2>Konflikt mit Landwirten</h2>
<p>Allgemein wird davon ausgegangen, dass in beiden Fällen Landwirte zur Waffe gegriffen haben. Viele Bauern ärgert es seit langem, dass die mit EU-Fördermitteln unterstützten Garrano-Herden auf ihren Mais- oder Gemüsefeldern &#8220;wildern&#8221;. Umzäunungen oder Mauern sind für die wendigen Pferde leicht zu überwinden. Erst recht seit den <strong>heftigen Waldbränden</strong> in den vergangenen Jahren verschärfte sich das Problem: Denn die Garranos finden wegen vieler verkohlter Flächen in freier Wildbahn <strong>weniger Weideland </strong>- und tun sich deshalb häufiger auf Gemüseackern gütlich. Dies bringe so manch ein Landwirte derart in Rage, dass er zu den Waffen greife &#8211; und damit ein &#8220;<strong>Verbrechen gegen die Natur</strong>&#8221; anrichte, wie der Umweltschützer und Garranohalter Pedro Alarcão <a title="Mais cinco garranos mortos a tiro no Minho" href="http://dn.sapo.pt/2008/06/26/cidades/mais_cinco_garranos_mortos_a_tiro_mi.html" target="_blank">im Diário de Notícias sagte</a>.</p>
<p style="text-align: center;"><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="344" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/2YNm8-MBtDY&amp;hl=en" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="344" src="http://www.youtube.com/v/2YNm8-MBtDY&amp;hl=en"></embed></object></p>
<h2>Auf dem Rücken der Garrano unterwegs in Peneda-Gerês</h2>
<p>Alarcão ist <strong>selber Halter von Garranopferden</strong>. Gemeinsam mit seiner Frau Anabela Moedas führt er <strong>Wildpferde-Touren</strong> durch das Gebiet von Peneda-Gerês durch &#8211; und setzt sich gleichzeitig für den größten natürlichen Feind der Wildpferde, den in der Region recht unbeliebten Wolf ein. Immerhin: Wenn schon nicht mehr bei den Landwirten, so doch im Fremdenverkehr haben die Garranos <strong>neue Freunde gefunden</strong>. Touren auf dem Rücken der sanften und friedlichen Pferde sind beliebt und lassen sich auch von Reit-Anfängern gut meistern. Die Zahl der Angebote steigt dementsprechend: So von Pedro Alarcãos eigenem Unternehmen <a title="Ecotura" href="http://www.ecotura.com/" target="_blank">Ecotura</a> oder &#8211; für Einsteiger &#8211; als Tagesausflüge von der <a title="Quinta da Caniçada" href="http://www.quintadacanicada.pt/" target="_blank">Quinta da Caniçada</a> aus. In Deutschland kann man Garrano-Touren auch beim Anbieter &#8220;<a href="http://www.urlaubspferd.de/d_reisen_uebersicht2.asp?d_seitenzahlvirtuell=43&amp;d_land=35&amp;d_seitenzaehler=13&amp;d_rid=DU8POR400" target="_blank">Urlaubspferd</a>&#8221; buchen.</p>
<p>Die touristische Nutzung des Garranos scheint derzeit wirklich einer der sinnvollsten Wege zu sein, den Bestand der uralten Garrano-Rasse &#8211; und damit das Erbe des iberischen Ponys &#8211; zu sichern. Denn schon in den Garranos von heute findet sich nicht nur 100 Prozent iberisches Pony &#8211; sondern auch schon ein <strong>paar Gene von Araber-Pferden</strong>, die Mitte des 20. Jahrhunderts auf den staatlichen Gestüten Portugals hineingekreuzt wurden.</p>
<p>Vor allem Herdenbesitzer, die die Garranos für die Erzeugung von Pferdefleisch nutzten, seien an weiteren Züchtungen interessiert, um die Qualität des Fleisches zu verbessern. Dennoch gibt es hier auch eine breite Gegenbewegung: ACERG, das portugiesische Landwirtschaftsministerium, Nationalparkverwaltung sowie das Gestüt der staatlichen Fundação Alter Real arbeiten daran, die Garranos in ihrer <strong>möglichst ursprünglichen Form</strong> weiter zu erhalten. Doch es ist ein Kampf gegen die Zeit: Schon die Tötungen der 15 Tiere im Juni, eigentlich nur zwei Einzelfälle, haben den Bestand der Garrano-Pferde um einen weiteren Prozentpunkt dezimiert &#8211; viel mehr solcher &#8220;Gewalttaten gegen die Natur&#8221; dürfen nicht mehr passieren.</p>
<p><a title="Portugalnyt" href="http://www.portugalnyt.dk"><img src="http://www.portugalmania.de/wp-content/logo-portugalnyt.gif" border="0" alt="logo-portugalnyt.gif" align="right" /></a><em>Ein Artikel in Kooperation mit Portugalnyt, dem führenden skandinavischen Portal zu Portugal (<a title="Vilde heste i Portugal i fare for udryddelse" href="http://www.portugalnyt.dk/blogs/nytfraportugal/archive/2008/06/19/Vilde-heste-Portugal-fare-for-udryddelse-Garrano-hesten-Lusitano-Navarra-Minhohesten-Nordportugal-ferie-Geres-Nationalparken-hestens-farve-andalusier.aspx" target="_blank">Vilde heste i Portugal i fare for udryddelse</a> -  2008, Portugalnyt.dk</em> )</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Zeitlos schön: &#8220;Casa Lisboa&#8221; lüftet die Geheimnisse eines alten Palastes</title>
		<link>http://www.portugalmania.de/2008/06/zeitlos-schon-eine-design-ausstellung-luftet-die-geheimnisse-eines-alten-palastes/</link>
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		<pubDate>Sun, 08 Jun 2008 16:37:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gilberto</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lissabon]]></category>
		<category><![CDATA[bairro alto]]></category>
		<category><![CDATA[Design]]></category>
		<category><![CDATA[kunst]]></category>
		<category><![CDATA[lissabon]]></category>

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		<description><![CDATA[ 	Über Jahre hinweg hasteten Fußgänger an den verschlossenen Toren des vor sich hinschlummernden Stadtpalastes Ribeiro da Cunha in Lissabon vorbei &#8211; ohne zu ahnen, welch orientalischer Prunk sich hinter den Fassaden verbirgt. Und nun das: Plötzlich standen die Tore offen, eine mit Teelichtern dekorierte Treppe lockte ins Innere des Hauses.   &#8220;Casa Lisboa&#8221; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	<img style="float: right;" title="13_06_eingang" src="http://www.portugalmania.de/wp-content/13_06_eingang.jpg" alt="" width="105" height="139" />Über Jahre hinweg hasteten Fußgänger an den verschlossenen Toren des vor sich hinschlummernden Stadtpalastes Ribeiro da Cunha in Lissabon vorbei &#8211; ohne zu ahnen, welch <strong>orientalischer Prunk</strong> sich hinter den Fassaden verbirgt. Und nun das: Plötzlich standen die Tore offen, eine mit Teelichtern dekorierte Treppe lockte ins Innere des Hauses.   &#8220;<strong>Casa Lisboa</strong>&#8221; nennt sich das Designprojekt, das einmal im Jahr alten Häusern neues Leben einhaucht &#8211;  und nun  dem Palacete Ribeiro da Cunha  zumindest für drei Wochen seine alte Würde zurückgab. <span id="more-368"></span></p>
<p>Draußen herrscht noch der Lärm der <strong>Rua da Escola Politeécnica</strong>, eine der vielbefahrenen Verkehrsarterien im Stadtteil Bairro Alto. Aber das ist Draußen. Hier drinnen ruht ein Palast. Nur noch gedämpft dringt das Brummen der Autos und Busse von der Straße hinein. Hinter den dicken Mauern des im neo-orientalischen Stil gehaltenen &#8220;Palacete Ribeiro da Cunha&#8221;, herrschen<strong> andere Regeln</strong>.</p>
<p>Noch zögerlich sind die ersten Schritte, die der neugierige Besucher in diesen Palast setzt. Denn es scheint, als ob jede Treppestufe ins Hochparterre des Hauses in eine<strong> fremde Welt</strong> hineinführt. Eine Welt mit eigener Zeit &#8211; und eigenen Abläufen. Obwohl das 1877 für den Tabakhändler José Ribeiro da Cunha errichtete Haus, opulent verziert mit orientalischen Ornamenten, seit Jahren leersteht, scheint der Palast Besucher zu erwarten. Im Speisesaal sind die <strong>Tische bereits gedeckt</strong> &#8211; Kerzen flackern, gedämpfte Musik spielt im Hintergrund. Ist es eine Geistermahlzeit, die hier angeboten wird?</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-371" title="13_06_speisesaal" src="http://www.portugalmania.de/wp-content/13_06_speisesaal.jpg" alt="" width="480" height="360" /><em>Im Palacete Ribeiro da Cunha ist bereits gedeckt. Eigene Aufnahme. </em></p>
<p><em>N</em>och geheimnisvoller wird es dann im <strong>Badezimmer</strong>. Auch hier ist Leben eingezogen &#8211; aber anders, als man es sich vorstellt. Die Badewanne ist gefüllt mit Erde. Aus dem Waschbecken dringen Zweige hervor. Scharfkantige schwarze Wände teilen das Zimmer auf, ein großer Spiegel wirft die Eindrücke zurück.</p>
<p>&#8220;Die Natur hat die Herrschaft über dieses Haus zurückerobert&#8221; &#8211; das sagt Francisco Plácido, einer von drei Architekten, die sich diese Kunstinstallation ausgedacht haben. Durch den jahrelangen Leerstand hätten die Räume des Stadtpalastes Ribeiro da Cunha eine <strong>zeitlose Bedeutung</strong> erhalten, herausgerissen aus dem Hier und Jetzt. Mit ihrem Werk wollten die drei Teammitglieder der &#8220;<a title="Equipa Casa Lisboa" href="http://equipacl.com.sapo.pt/" target="_blank">Equipa Casa Lisboa</a>&#8221; (Franciso Plácido, Janine Ribeiro und Joana Marcelino) dem Haus eine zeitlose Bedeutung zurückgeben. Ein Raum, der mit seinen vielen Schwarztönen noch Platz für Interpretationen lässt.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-373" title="13_06_badezimmer" src="http://www.portugalmania.de/wp-content/13_06_badezimmer.jpg" alt="" width="480" height="360" /><em>Zweige im Waschbecken? Die Natur ist zurück im Palacete Ribeiro da Cunha. Foto: Eigene Aufnahme</em></p>
<p>Möglich wurde diese Kunstinstallation im Rahmen des Projekts <strong>&#8220;Casa Lisboa&#8221;</strong>, die dieses Jahr vom 20. Mai bis 01. Juni im Palacete Ribeiro da Cunha stattfand. &#8220;Casa Lisboa&#8221; ist eine <strong>Designausstellung</strong>, die &#8211; mittlerweile zum achten Mal &#8211; jedes Jahr sich von einem anderen <strong>Gebäude in Lissabon inspirieren</strong> lässt und dort Räume in eine Bühne für die Wohndesigner verwandelt. Primär ist &#8220;Casa Lisboa&#8221; vor allem eine <strong>Ideenschau für Konzepthotels</strong>. Die Ausstellungen stehen aber auch allen Besuchern offen, und verfolgen generell das Ziel, mit dem &#8220;Genius Loci&#8221; der alten Gebäude in Dialog zu treten.</p>
<p>Und während die Künstler auf ungewöhnlichem Wege die &#8220;Zeitlosigkeit&#8221; eines Hauses zu erforschen versuchten, so setzten die Designer alles daran, mit <strong>zeitlos schönem Design</strong> in das Palacete Ribeiro da Cunha einzuziehen. Jedes der beteiligten Designer-Team bekam einen Raum zugewiesen &#8211; und versuchte, die Atmosphäre richtig einzufangen. Ein Raum war <strong>komplett in Schwarz- und Weißtönen</strong> gehalten &#8211; ein Kontrast zum satten Grün, wie es aus dem Garten des Palacete hineinleuchtete. In anderen Räumen luden Möbel zum Verweilen ein, appetitlich gedeckte Tische, ganze Kücheneinrichtungen der Sponsorfirmen wurden aufgebaut.</p>
<h2>Palast wird zum Hotel umgebaut</h2>
<p>In so einem geschmackvoll eingerichteten <strong>Hotel </strong>ließe es sich schon gut aushalten &#8211; und vermutlich wird dies auch die weitere Bestimmung des Palacete Ribeiro da Cunha sein. Nach jahrelangem Rätselraten über das weitere Schicksal des Hauses <strong>konkretisiert </strong>sich die weitere Nutzung der zentral gelegenen Villa mit ihrem weitläufigen, 3.000 Quadratmeter großen Garten als Luxushotel.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-374" title="13_06_palacete" src="http://www.portugalmania.de/wp-content/13_06_palacete.jpg" alt="" width="480" height="360" /><br />
<em>Vom Leerstand zum Hotel: Der Palacete Ribeiro da Cunha in Lissabon. Eigene Aufnahme</em></p>
<p>Damit war die &#8220;Casa Lisboa&#8221; vermutlich auch die letzte Gelegenheit für eine breitere Öffentlichkeit, sich im Palast Ribeiro da Cunha umsehen zu können (eine Gelegenheit, die allerdings in viel zu geringer Zahl genutzt wurde!). <strong>Nächstes Jahr zieht &#8220;Casa Lisboa&#8221; weiter:</strong> An geeigneten Orten dürfte kein Mangel herrschen. Denn noch immer stehen Tausende historische Bauten in Lissabon leer, warten auf eine neue Aufgabe &#8211; darunter auch zahlreiche architektonische Schätze von Rang (<a title="Portugalmania-Artikel über das Casa Daupias" href="http://www.portugalmania.de/land-leute/lissabon-land-leute/2007/der-lissaboner-zaubergarten-des-baron-daupias-wartet-noch-immer-auf-sein-erwachen-aus-dem-dornroschenschlaf/" target="_self">siehe auch den Artikel über das Casa Daupias</a>). Man darf gespannt sein, wohin es die Initiatoren dann ziehen wird.</p>
<p><em>Informationen zu Casa Lisboa unter <a title="Casa Lisboa" href="http://www.casalisboa.net/" target="_blank">www.casalisboa.net</a>. Die nächste Casa Lisboa-Ausstellung wird im Frühjahr 2009 stattfinden. Bereits zum vierten Mal wird im kommenden November auch eine Schwesterveranstaltung in Porto folgen.</em></p>
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		<title>Expo98, zehn Jahre danach: Ein &#8220;Ghetto&#8221; auf der Suche nach Anschluss</title>
		<link>http://www.portugalmania.de/2008/05/expo98-zehn-jahre-danach-ein-ghetto-auf-der-suche-nach-anschluss/</link>
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		<pubDate>Sun, 18 May 2008 12:20:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gilberto</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lissabon]]></category>
		<category><![CDATA[expo]]></category>
		<category><![CDATA[lissabon]]></category>
		<category><![CDATA[meer]]></category>
		<category><![CDATA[Parque das Nações]]></category>
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		<description><![CDATA[ 	Vor zehn Jahren eröffnete in Lissabon die Weltausstellung Expo98. Es war ein Ereignis der Superlative: Während der 132  Expo-Tage strömten über zehn Millionen Menschen zu der mit Milliardenaufwand hochgezogenen Weltausstellung im Nordosten Lissabons. Und heute? Noch immer zehrt das Expo-Gelände vom alten Glanz &#8211; und sucht dennoch seine Rolle in der Stadt.

Acht Kilometer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Vor zehn Jahren eröffnete in Lissabon die Weltausstellung Expo98. Es war ein Ereignis der Superlative: Während der 132  Expo-Tage strömten über zehn Millionen Menschen zu der mit Milliardenaufwand hochgezogenen Weltausstellung im Nordosten Lissabons. Und heute? Noch immer zehrt das Expo-Gelände vom alten Glanz &#8211; und sucht dennoch seine Rolle in der Stadt.</p>
<p><span id="more-357"></span></p>
<p>Acht Kilometer trennen das <strong>alte und das neue Lissabon</strong>. Das alte Lissabon, das ist <strong>Belém</strong>: Der historische Stadtteil mit prunkvollen manuelinischen Klosteranlagen, von dem aus die Seefahrer in unentdeckte Welten aufbrachen und Portugal zu einer &#8211; längst untergegangenen &#8211; Größe führten.</p>
<p>Hier, vor dieser historischen Kulisse, versuchte Diktator António Salazar im Jahr 1940, eine <strong>Huldigung an das Portugiesentum</strong> zu veranstalten: Mit der Ausstellung  &#8220;Exposição do Mundo Português&#8221;, die &#8220;Ausstellung der portugiesischen Welt&#8221;. Doch so wenig, wie vom portugiesischen Imperium übrig blieb, so <strong>kümmerlich sind auch die Reste</strong> dieser recht eingeschränkten &#8220;Weltausstellung&#8221;: Von den alten Ausstellungshallen ist kaum etwas übrig geblieben &#8211; und selbst diese Bauten, wie etwa das Museu de Arte Popular, sind stets latent vom Abriss bedroht.</p>
<p>Wie anders sieht das <strong>hypermoderne Lissabon</strong> aus, das sich acht Kilometer weiter flussaufwärts befindet: Wo über Jahrzehnte  ein brachliegendes und ökologisch verwüstetes Industriegelände vor sich hingammelte, öffneten sich am 22. Mai 1998 die Tore zur Expo98. Ein Gelände, in dem alles neu war: Großzügig, weltoffen, glitzernd. Eine tatsächliche Weltausstellung, mit der Portugal sich selbst und der Welt versichern konnte, in der Globalisierung angekommen zu sein.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-358" title="18_05_expo1" src="http://www.portugalmania.de/wp-content/18_05_expo1.jpg" alt="" width="400" height="293" /><br />
<em>Zwei Weltausstellungen, zwei Ideen: Links der Führer der &#8220;portugiesischen Ausstellung&#8221; in Belém aus dem Jahr 1940 (<a title="Wikipedia" href="http://pt.wikipedia.org/wiki/Imagem:Exposicaomundoportugues1940.jpg" target="_blank">Quelle: Wikipedia</a>), rechts Gil, das muntere Maskottchen der Expo98 (<a title="Wikipedia" href="http://pt.wikipedia.org/wiki/Imagem:Parque_das_Na%C3%A7%C3%B5es_-_Lisboa_%28Portugal%29.jpg" target="_blank">Quelle: Wikipedia</a>). </em>
</p>
<p>Genau zehn Jahre ist es nun also her, dass die &#8220;Expo98 als <strong>Zündschnur für das Selbstbewusstsein</strong> der Portugiesen&#8221; diente, wie die Journalistin Mario Lopes kürzlich in der Wochenzeitung &#8220;Sexta&#8221; schrieb. Kaum jemand hätte damals für möglich gehalten, dass Portugal ein solches <strong>Mega-Ereignis</strong> schultern könnte: Innerhalb weniger Jahre wurden auf dem 70 Hektar großen Expo-Areal architektonisch anspruchsvolle Gebäude und Pavillions hochgezogen. Ein <strong>ganz neues Stadtviertel</strong> entstand, das heute den Namen &#8220;Parque das Nações&#8221; trägt.</p>
<p>Mehr als <strong>zehn Millionen Menschen</strong> zahlten Eintrittspreise von umgerechnet 25 Euro, um an den 132 Expo98-Tagen mit dabei zu sein. Und die Expo98 wirkt noch weiter: Viele Attraktionen der damaligen Weltausstellung dienen <strong>bis heute als Publikumsmagnet</strong>. Allen voran das <a title="Ozeanarium von Lissabon" href="http://www.oceanario.pt" target="_blank">Ozeanarium von Lissabon</a>, das zweitgrößte Meerwasseraquarium der Welt.</p>
<p>Aber auch in anderen Ecken der alten Expo blüht das Leben: Restaurants und Clubs ziehen die Nachtschwärmer an, das <strong>Casino von Lissabon</strong> hat hier Quartier bezogen, ebenso wie das Camões-Theater und die Ballett-Kompagnie der Stadt. Und nicht nur das: In den umliegenden <strong>Wohnblocks</strong> leben mittlerweile mehr als 20.000 Menschen. Innerhalb von zehn Jahren hat sich dort, wo einst kein Leben mehr möglich schien, tatsächlich ein ganz neues Stadtviertel etabliert.</p>
<p>Und doch: So vielversprechend die Zündschnur der Expo98 auch funkelte &#8211; das große und erhoffte <strong>Feuerwerk ist bislang ausgeblieben</strong>. Noch immer liegt im Dunkeln, ob sich die geschätzten Kosten von 1,8 Milliarden Euro wieder eingespielt haben. Und auch städtebaulich hat der Parque das Nações bislang seinen Platz in Lissabon nicht so recht gefunden: Er ist weiterhin eine <strong>Stadt in der Stadt</strong> &#8211; ein &#8220;Ghetto&#8221;, wie kürzlich selbst der für die Expo-Bauten verantwortliche Chef-Planer Manuel Salgado <a title="Zona da Expo-98 continua a ser um &quot;gueto&quot;" href="http://aeiou.expresso.pt/gen.pl?p=stories&amp;op=view&amp;fokey=ex.stories/312190" target="_blank">im &#8220;Expresso&#8221; einräumte</a>. Ist diese<strong> Insel aus Shopping, Entertainment und teuren Wohnanlagen</strong> wirklich der Entwicklungspol, der Lissabon den Weg in die Zukunft weisen sollte? Oder ist der Parque das Nações einfach ein Stadtviertel unter vielen?</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-360" title="18_05_parquedasnacoes" src="http://www.portugalmania.de/wp-content/18_05_parquedasnacoes.jpg" alt="" width="500" height="333" /></p>
<p style="text-align: center;"><em>Eine neue Welt im Nordosten Lissabons: Der Parque das Nações, das ehemalige Expo-Gelände. Foto: <a title="Flickr Fotoseite" href="http://www.flickr.com/photos/ivogomes/496327081/" target="_blank">Ivo Gomes auf Flickr</a></em></p>
<p>Nüchtern betrachtet ist der Parque das Nações heute ein Gelände, das von einem Privatunternehmen gemanagt wird und das für Sauberkeit und Serviceleistungen sorgt. Eine Gegend, in der die Wohnungspreise überdurchschnittlich hoch liegen &#8211; und das als &#8220;chic&#8221; gilt. Ein Areal, das sich vielleicht auch aus diesem Grund fast <strong>mutwillig von den umgrenzenden Stadtvierteln abgrenzt</strong>.</p>
<p>Und das hat auch seinen Grund: Denn rings um das Expo-Gelände liegen Gegenden von Lissabon, die nicht so recht ins Bild des wohlhabenden und modernen Portugal passen wollen: In angrenzenden Siedlungen wie Chelas oder Marvila leben mehr als zwei Drittel der Einwohner in den <strong>grauen, gesichtslosen Hochhausblocks des sozialen Wohnungsbaus</strong>. Die Kriminalitätsrate, vor allem getrieben durch Jugendbanden, ist hoch, die Perspektiven für die Einwohner sind niedrig.</p>
<p><strong>Zwei Welten, zwei Lissabons:</strong> Auch die Stadtverwaltung von Lissabon hat längst erkannt, dass der Parque das Nações besser an den Rest der Stadt angekoppelt werden muss. Vor allem die <strong>Uferlinie des Tejo </strong>soll hier wiederum einmal als &#8220;Zündschnur&#8221; dienen: Entlang des fünf Kilometer langen Saums von Expo bis Innenstadt, heute vielfach ungenutztes Industrie- und Hafengelände,  möchte die Stadtverwaltung viele neue Bauten entwickeln und so eine Brücke zwischen altem und neuem Lissabon schaffen.</p>
<p><em>Plano de Urbanização da Zona Oriental de Lisboa</em>, kurz <strong>PUZRO</strong>, heißt der Plan, mit dem sich Lissabon den Nordosten der Stadt neu erschließen will. Ein Plan, der schon lange mit den Fallstricken von Bürokratie und wirtschaftlichen Interessen kämpft: Denn neben vielen noch <strong>offenen Finanzierungsfragen</strong> sorgen auch ungeklärte Zuständigkeiten &#8211; etwa von Seiten der notorisch unberechenbaren und machtbewussten Hafenverwaltung Lissabons &#8211; immer wieder für Streit.</p>
<p>Immerhin, zwei Punkte des PUZRO gelten mittlerweile als sicher: Südlich angrenzend zum Expo-Gelände wird wohl eine <strong>weitere Anlage mit Luxus-Appartments</strong> hochgezogen. Die sich aus dem Kauf ergebenen Kompensationsflächen rund um die ehemaligen Gasbehälter von Marvila wird dann eine neue, 11.000 Quadratmeter große <strong>Kathedrale von Lissabon</strong> einnehmen.</p>
<p>Luxus und Glaube, Armut und Shopping: Ob sich das alles so vertragen wird? Skepsis ist angebracht. Viel interessanter sind ohnehin die Entwicklungen, die sich <strong>ganz ohne öffentliche Intervention</strong> rund um den Parque das Nações ergeben haben. Zum Beispiel die &#8220;<a href="http://www.bracodeprata.org/" target="_blank">Fábrica Braço de Prata</a>&#8220;: Dieses <strong>Kulturzentrum </strong>entstand vor einigen Jahren in den Räumen einer alten Munitionsfabrik &#8211; und war eher der Initiative von zwei Buchhandlungen zu verdanken als dem Einsatz von Politikern. Heute gilt die Fábrica als einer der interessantesten und lebendigsten Orte der Kultur in der Hauptstadt.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-359" title="18_05_pavilhaoportugal" src="http://www.portugalmania.de/wp-content/18_05_pavilhaoportugal.jpg" alt="" width="500" height="375" /><em>Schön anzusehen, aber ohne Funktion: Pavilhão de Portugal. Foto: <a title="Flickr Fotoseite" href="http://www.flickr.com/photos/athilaarmstrong/342947985/" target="_blank">Athila Armstrong auf Flickr</a></em></p>
<p>Während im unkonventionell entstandenen Braço de Prata die <strong>Improvisation </strong>regiert und das Leben pulsiert, kämpft das offizielle Expo-Gelände an vielen Stellen mit <strong>Leerstand</strong>. Völlig unklar ist beispielsweise das Schicksal des architektonisch interessanten, von Álvaro Siza Vieira errichteten &#8220;<strong>Pavilhão de Portugal</strong>&#8220;. Das Gebäude mit seiner<strong> faszinierend geschwungenen Betondecke </strong>steht seit Jahren leer &#8211; eine sinnvolle Nutzung ist nicht in Sicht. Auch für ein weiteres Wahrzeichen der ehemaligen Expo98, dem <strong>Torre Vasco da Gama</strong>, wird weiterhin nach Verwendungsmöglichkeiten gesucht: Bisherige Ideen, hier ein Hotel unterzubringen, haben sich immer wieder zerschlagen.</p>
<p>Doch Chefplaner Manuel Salgado sieht diese Probleme eher gelassen: Die Expo-Gebäude seien schließlich für eine Lebenszeit <strong>von 100, 200 oder 300 Jahren projektiert </strong>worden. Sie könnten also sofort wieder in Betrieb genommen werden. Und in der Tat: Dass sich ganze Stadtteile neu erfinden können, dafür ist der Parque das Nações lebender Beweis.</p>
<p>Und so überwiegen in der einhelligen Meinung von Medien und Fachleuten eher die <strong>positiven Wirkungen</strong> der Expo98. Und das erste Jahrzehnt des neuen Lebens im Lissaboner Nordosten soll dieses Jahr auch einmal gebührend gefeiert werden: Mit dem im August stattfindenden <a title="Festival dos Oceanos" href="http://festivaldosoceanos.com/" target="_blank">Festival dos Oceanos</a> (Festival der Ozeane), das nochmals an das alte Motto der Expo98 erinnert, die sich damals schwerpunktmäßig dem<strong> Schutz der Weltmeere</strong> widmete.</p>
<p>Konferenzen, Konzerte, Ausstellungen und weitere Straßenveranstaltungen sollen sich wie zu den bereits nostalgisch verklärten Expo-Zeiten dem Thema &#8220;Meere&#8221; annähern. Viele der Aktionen werden dabei im Parque das Nações stattfinden &#8211; aber längst nicht alle: Zu den <strong>Veranstaltungsorten </strong>gehört auch Belém, wo unter anderem die Museen eine Woche lang bis Mitternacht geöffnet haben werden.</p>
<p>Ein Info-Bus mit Animationen und Unterhaltung wird dann auch Tag für Tag am Tejoufer von Belém bis zum Parque das Nações entlang pendeln &#8211; und so schon einmal<strong> eine erste Verbindung </strong>zwischen dem alten und dem neuen Lissabon schaffen. Weitere müssen folgen.</p>
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