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	<title>portugalmania.de &#187; Sprache</title>
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	<description>Das portugiesische Logbuch im Netz :: Portugal Blog</description>
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		<title>Brasilianisch oder Portugiesisch: Wie viel Vielfalt verträgt eine Weltsprache?</title>
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		<pubDate>Sun, 06 Jul 2008 19:55:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gilberto</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sprache]]></category>
		<category><![CDATA[Acordo Ortográfico]]></category>
		<category><![CDATA[Brasilianisch]]></category>
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		<category><![CDATA[Sprachpolitik]]></category>

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		<description><![CDATA[ 	Ist die &#8220;Weltsprache&#8221; Portugiesisch in Wahrheit gar keine? Obwohl bis zu 230 Millionen Menschen welweit Portugiesisch als Muttersprache verwenden, ist der internationale Einfluss der Sprache gering. Wie kann sich die international verwendete Sprache Portugiesisch nun also tatsächlich zu einer Weltsprache mausern?  Während in Portugal Politiker und Sprachwissenschaftler noch über diese Frage streiten, hat Brasilien [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Ist die &#8220;Weltsprache&#8221; Portugiesisch in Wahrheit gar keine? Obwohl bis zu 230 Millionen Menschen welweit Portugiesisch als Muttersprache verwenden, ist der <strong>internationale Einfluss der Sprache gering</strong>. Wie kann sich die international verwendete Sprache Portugiesisch nun also tatsächlich zu einer Weltsprache mausern?  Während in Portugal Politiker und Sprachwissenschaftler noch über diese Frage streiten, hat Brasilien längst das <strong>Heft des Handelns</strong> in die Hand genommen.<span id="more-393"></span></p>
<p>Viel ist vom alten portugiesischen Weltreich wirklich nicht mehr übrig geblieben. Und doch verweisen traditionsbewusste Portugiesen gerne auf ihre Sprache, die &#8211; ausgehend von Portugal &#8211; auch heute noch auf drei Kontinenten gesprochen wird. <strong>Zwischen 200 und 230 Millionen Menschen</strong> verwenden weltweit die Sprache, die ihnen Bartolomeu Dias und Pedro Álvares Cabral vor fünf Jahrhunderten gebracht haben. Damit belegt das Portugiesische heute<strong> Platz sechs</strong> auf der Weltrangliste der meistgesprochenen Sprachen.</p>
<p>Das Attribut &#8220;<strong>meistgesprochen</strong>&#8221; sagt jedoch noch lange nichts darüber aus, wie viele Nicht-Muttersprachler sich davon begeistern lassen, diese Sprache auch zu lernen. Und so hält der Rektor der Universidade Aberta in Coimbra, Carlos Reis, den <strong>Stolz auf die weite Verbreitung des Portugiesischen</strong> einzig und allein für &#8220;<strong>triumphalistische Rhethorik</strong>&#8220;.</p>
<p>Carlos Reis weiß, wovon er spricht: Denn er hat dem Außenministerium in Lissabon vor wenigen Wochen eine <strong>umfangreiche Studie</strong> über die &#8220;Internationalisierung der portugiesischen Sprache&#8221; vorgelegt &#8211; und die Ergebnisse sind ernüchternd:</p>
<ul>
<li>Zwar gehört Portugiesisch zu den meistgesprochenen Sprachen der Welt &#8211; der tatsächliche Einfluss auf der Weltbühne ist jedoch, vor allem verglichen mit dem Spanischen, gering.</li>
<li>Portugal hat über Jahre hinweg die Etablierung einer internationalen Sprachpolitik versäumt &#8211; und hat damit wertvolle Zeit verspielt.</li>
<li>Nachholbedarf gibt es auch bei der Unterrichtung des Portugiesischen im Ausland. Es fehlen portugiesische Schulen und genügend gut ausgebildete Lehrkräfte jenseits der Landesgrenzen.</li>
</ul>
<p>Ganz neu sind diese Erkenntnisse eigentlich nicht. Bereits 1998 kam der schweizerische Sprachforscher George Weber in seiner immer noch viel zitierten Studie <a title="The World's 10 most influential Languages" href="http://www.andaman.org/BOOK/reprints/weber/rep-weber.htm" target="_blank">&#8220;The World&#8217;s 10 most influential Languages&#8221;</a> zu ähnlichen Ergebnissen: Liegt das Portugiesische bei der Zahl der Sprecher weltweit auf Platz sechs, so landet es beim <strong>tatsächlichen Einfluss</strong> abgeschlagen auf Platz neun &#8211; in dieses Ranking fließen nämlich neben der Zahl der Muttersprachler noch andere Faktoren, wie die Wirtschaftskraft der Länder oder das <strong>sozio-literarische &#8220;Prestige&#8221;</strong> einer Sprache ein.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-394" src="http://www.portugalmania.de/wp-content/06_07_lingua1.jpg" alt="" width="500" height="375" /><em><br />
Die Liebe? Vogel, der Eier aus Eisen legt&#8230; so schön kann nur Portugiesisch sein. Aufnahme aus dem &#8220;<a title="Museu da Língua Portuguesa" href="http://www.estacaodaluz.org.br/" target="_blank">Museu da Língua Portuguesa</a>&#8221; in São Paulo, Brasilien. Foto: <a title="Flickr-Fotoseite" href="http://www.flickr.com/photos/mooranguinho/352014137/" target="_blank">mOOrango* auf Flickr</a></em></p>
<p>Auch Carlos Reis weist in einem <a title="Expresso-Interview mit Carlos Reis" href="http://clix.expresso.pt/gen.pl?p=stories&amp;op=view&amp;fokey=ex.stories/359202" target="_blank">ausführlichen Gespräch mit dem Expresso</a> auf den Unterschied zwischen Quantität und Qualität hin:</p>
<blockquote><p>&#8220;Die Sprecher [des Portugiesischen] leben zu einem Großteil (&#8230;) in Ländern, die im internationalen Konzert leider nur über eine leise Stimme verfügen. Eine Sprache hat nur wenig Möglichkeiten sich zu internationalisieren, solange sich nicht-linguistische Instanzen (Politik, Wirtschaft, Wissenschaft) nicht behaupten können.&#8221;</p></blockquote>
<h2>Portugiesisch-Boom in China</h2>
<p>Ein Faktor, der nicht zu unterschätzen ist. Dort, wo portugiesischsprachige Länder als Handelspartner attraktiv werden, <strong><span style="color: #000000;">erwacht </span><span style="color: #000000;">fast automatisch ein Interesse</span></strong> am Erlernen der portugiesischen Sprache. In China &#8211; und nicht nur in Portugals ehemaliger Kolonie Macau &#8211; hat sich sogar ein kleiner Portugiesisch-Boom entwickelt, der mit vorhandenen Lehrkräften kaum bedient werden kann. Kein Wunder: Schließlich sind chinesische Firmen in den rohstoffreichen Ländern Afrikas äußerst aktiv &#8211; und wer in Moçambique oder Angola als Handelspartner Erfolg haben möchte, muss eben die <strong>Sprache des Marktes</strong> beherrschen.</p>
<p>Doch <strong>welches Portugiesisch</strong> lernen eigentlich die Chinesen? Die Frage ist schwerer zu beantworten als es zunächst scheint. Zwar können sich portugiesischsprechende Menschen weltweit, gleich ob sie aus Afrika, Europa oder Südamerika kommen, durchaus gut verständigen &#8211; und dennoch gibt es, von Land zu Land viele regionale Eigenheiten der Sprache. Über Jahrzehnte hinweg konkurrierten sogar<strong> zwei Schriftsprachen</strong> miteinander: Eine europäisch-afrikanische Variante und eine brasilianische des Portugiesischen.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-396" title="Museu da Língua Portuguesa" src="http://www.portugalmania.de/wp-content/06_07_lingua3.jpg" alt="" width="500" height="375" /><br />
<em>Museu da Língua Portuguesa, Brasilien. </em><em>Foto: </em><a title="Flickr-Fotoseite" href="http://www.flickr.com/photos/mooranguinho/351938370/" target="_blank"><em>mOOrango* auf Flickr</em></a></p>
<p>Spätestens die von Portugal nicht mitgetragene <strong>erste brasilianische Rechtschreibreform im Jahr 1911</strong> markiert den Beginn eines jahrzehntelang anhaltenden Bruchs. Bis heute kam es so, vor allem zwischen Brasilien und Portugal, zu Auseinandersetzungen über das &#8220;<strong>richtige Portugiesisch</strong>&#8220;.  Diskussionen, die manchmal übertrieben erscheinen &#8211; schließlich sind die Unterschiede in der Schriftsprache eher gering und betreffen maximal zwei Prozent des Wortschatzes.</p>
<p>Unterschwellig geht es bei den Debatten jedoch um eine andere Frage: Nämlich um die Deutungshoheit über das Portugiesische. Portugal sieht sich als <strong>&#8220;Geberland&#8221; der Sprache</strong> in einer priviligierten Situation, während Brasilien mit der faktischen Macht von 190 Millionen Sprechern argumentiert.</p>
<p>Ein Konflikt, den etwa Portugals Nachbarland Spanien in dieser Form nie ausfechten musste: <strong>Spanien </strong>setzte in seiner Sprachpolitik traditionell eher auf eine Zusammenarbeit mit den süd- und mittelamerikanischen Ländern. Dieser Gleichklang, verbunden mit der starken hispanischen Präsenz in den USA und einer geschickten Sprachpolitik, katapultierte das Spanische heute zu einer der <strong>einflussreichsten Sprachen der Welt </strong>ganz nach oben. In Webers &#8220;Einfluss-Liste&#8221; belegt das Spanische heute noch Platz drei, während andere Sprachforscher bereits den Titel des <strong>Vize-Meisters</strong> nach dem Englischen und noch vor dem Französischen zusprechen wollen.</p>
<p>Das Beispiel Spanien zeigt auch: Je <strong>größer der Einfluss der Sprache</strong> ist, desto stärker wächst der politische, wirtschaftliche und kulturelle Einfluss in der Welt &#8211; und längst gilt Spanisch weltweit als &#8220;Mode-Sprache&#8221;, die man auch lernt, weil es einfach chic und mondän ist.</p>
<h2>Brasilien will den Sprachvorteil nutzen</h2>
<p>Dieser Erfolg ist auch in den portugiesischsprechenden Ländern nicht unbemerkt geblieben. Und gerade das politisch wie wirtschaftlich <strong>stark aufstrebende Brasilien </strong>pocht nun immer lautstärker darauf, das Lernen von Portugiesisch weltweit zu fördern. Schließlich hat Brasilien noch <strong>große Pläne</strong>: Ein ständiger Sitz im Weltsicherheitsrat steht schon lange auf der Agenda, das Land betreibt ein eigenes Raumfahrtprogramm und sieht sich auch als entscheidender Energielieferant der Zukunft. Zur Untermauerung dieser Rolle muss freilich auch eine <strong>starke Sprachpräsenz </strong>her.</p>
<p>So setzte in den letzten Jahren Brasilien fast immer im Alleingang immer wieder<strong> Initiativen zur Förderung des Portugiesischen</strong> in der Welt in Gang: Erst im April kündigte Brasiliens Außenminister Celso Amorim die Gründung der &#8220;<strong>Universidade da CPLP</strong>&#8221; an &#8211; einer im Nordosten Brasiliens beheimatete Hochschule, die für <strong>alle Studenten</strong> aus der Gemeinschaft der portugiesischsprachigen Länder (CPLP) offenstehe. Eine <strong>kalte Dusche für Portugals Politiker</strong>, die von den Plänen nicht informiert waren &#8211; obwohl sie doch traditionell den Führungsanspruch für solche Gemeinschaftsinitiativen eher im &#8220;Mutterland&#8221; der Sprache angesiedelt sehen.</p>
<p>Angestachelt von den Aktivitäten jenseits des Atlantiks kommt nun auch wieder <strong>Bewegung in die portugiesische Politik</strong>. Auf Basis der Ergebnisse aus der Studie von Carlos Reis will die Regierung am kommenden Donnerstag erstmals in der Geschichte des Landes einen Entwurf für die <strong>internationale Sprachpolitik Portugals</strong> verabschieden.</p>
<p>Ob national oder international &#8211; eins ist dabei ganz klar: Eine internationale Sprachpolitik von Portugal kann <strong>nur im Verbund mit Brasilien</strong> Erfolg haben. Und Carlos Reis schlägt noch weitere ungewöhnliche Allianzen vor &#8211; etwa mit Spanien: In Universitäten könnte man etwa die Fakultäten für spanische und portugiesische Sprache zusammenlegen und so die Studenten animieren, doch gleich<strong> beide Sprachen zu lernen</strong>.</p>
<h2>Unterwerfung oder Kooperation?</h2>
<p>Ein Bündnis mit Brasilien heißt für Carlos Reis jedoch nicht unbedingt &#8220;<strong>Unterwerfung</strong>&#8221; &#8211; eine in Portugal weit verbreitete Furcht. Zwar solle eine internationale Sprachpolitik Portugals immer die Gesamtheit der portugiesisch sprechenden Menschen weltweit im Blick behalten. Doch:</p>
<blockquote><p>&#8220;Auf der anderen Seite wollen wir auch die lokalen Besonderheiten stärker hervorheben, die Kreativität im Wortschatz und den Reichtum der lokalen Sprachformen. Die Botschaft ist jedoch die, sei es gut oder schlecht, dass wir nicht alles tun können.&#8221;</p></blockquote>
<p>So vielfältig das Portugiesische in seiner weltweiten Verwendung auch bleiben soll: Zumindest in der Schriftsprache stehen die <strong>Zeichen derzeit auf Vereinheitlichung</strong>. Nach mehrfachen Anläufen haben sich Ende letzten Jahres alle portugiesischsprachige Länder mit dem &#8220;Acordo Ortográfico&#8221; auf die <a title="Acordo Ortográfico" href="http://www.portugalmania.de/kultur/sprache/2007/rechtschreibreform-auf-portugiesisch-tudo-correcto/" target="_self">Einführung einer gemeinsamen Schriftsprache</a> geeinigt.</p>
<p style="text-align: center;"><em><img class="aligncenter size-full wp-image-395" title="Portugiesisch lernen" src="http://www.portugalmania.de/wp-content/06_07_lingua2.jpg" alt="" width="374" height="500" /><br />
Ob das Portugiesischlernen mit Einführung des Acordo Ortográfico etwas einfacher wird&#8230;? Foto: <a title="Flickr-Fotoseite" href="http://www.flickr.com/photos/markblogt/123940920/" target="_blank">mark ponte auf Flickr</a></em></p>
<p>Diese Einigung beendet die<strong> jahrhundertealte Trennung</strong> der Schreibweisen diesseits und jenseits des Atlantiks. Mit dieser gemeinsamen Schriftsprache schreitet aber auch die &#8220;Brasilianisierung&#8221; des Portugiesischen voran. Denn während sich die Brasilianer mit dem Acordo Ortográfico in der Schreibweise von 0,43 Prozent ihres Wortschatzes umstellen müssen, sind es für die Portugiesen immerhin 1,42 Prozent der Wörter.</p>
<p>Doch den Acordo Ortográfico als <strong>Einfallstor für ein &#8220;brasilianisiertes Portugiesisch&#8221; </strong>zu begreifen sei ein Trugschluss, argumentiert Carlos Reis. Da seien <strong>ganz andere Kräfte</strong> am Wirken: Es sind die Kultur, Mode und vor allem die unzähligen <strong>brasilianischen Telenovelas</strong>, die Tag für Tag auch über die portugiesischen Bildschirme flimmern &#8211; und schon so manch eine Verschiebung in der Alltagssprache bewirkten.</p>
<p>Vielleicht ist in dieser Frage einfach <strong>mehr Gelassenheit</strong> gefordert &#8211; und eine Konzentration auf die wirklich wichtigen Aufgaben: Mehr Möglichkeiten zum Portugiesischlernen im Ausland schaffen, mehr auf lokale Besonderheiten eingehen, Allianzen mit Partnern schmieden. Dann profitieren Portugal und Brasilien gemeinsam vom wachsenden Einfluss einer <strong>&#8220;echten&#8221; Weltsprache Portugiesisch</strong>.</p>
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		<title>Mac-ão? Warum so viele portugiesische Wörter auf ão enden</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Jul 2008 22:01:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gilberto</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sprache]]></category>
		<category><![CDATA[Macau]]></category>
		<category><![CDATA[portugiesisch]]></category>

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		<description><![CDATA[ 	&#8220;Viele portugiesische Wörter wie Portimão oder Olhão enden auf &#8216;-ao&#8217; &#8211; und verweisen auf die lange Verbindung Portugals mit der Kolonie Macau&#8221; &#8211; so steht&#8217;s im Bordmagazin der Fluggesellschaft EasyJet. Kann nicht sein? Hier kommt die richtige Erklärung. 
Ausländer wundern sich häufig über das Portugiesische. Diese seltsame Aussprache! Und dann noch die merkwürdigen Endungen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	&#8220;Viele portugiesische Wörter wie Portimão oder Olhão enden auf &#8216;-ao&#8217; &#8211; und verweisen auf die<strong> lange Verbindung Portugals </strong>mit der Kolonie Macau&#8221; &#8211; so steht&#8217;s im Bordmagazin der Fluggesellschaft EasyJet. <strong>Kann nicht sein?</strong> Hier kommt die richtige Erklärung. <span id="more-389"></span></p>
<p>Ausländer wundern sich häufig über das Portugiesische. Diese seltsame Aussprache! Und dann noch die merkwürdigen Endungen von Namen und Begriffen mit einem Doppelvokal: Jo<span style="color: #888888;">ão</span> etwa, die portugiesische Form von Johannes. Oder Ortsnamen: Olh<strong>ão</strong> an der Algarve. Oder in Sachbegriffen wie algod<strong>ão</strong>, Baumwolle.</p>
<p>Klar, dass man vor lauter -ão und -ões schnell einmal durcheinanderkommen kann. Oder wie sonst lässt es sich erklären, dass die Autorin des <strong><span style="color: #000000;">EasyJet-Bordmagazins &#8220;Inflight&#8221;</span></strong> sich eine <a title="EasyJet-Inflight" href="http://easyjetinflight.com/destination/2008/05/Faro" target="_blank"><strong>äußerst verwegene Antwortmöglichkeit</strong></a> für dieses Phänomen einfallen ließ (oder hat sie etwa einen Schluck zuviel aus einer Garraf<strong>ão</strong> Wein getrunken?):</p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-390" title="01_07_inflight" src="http://www.portugalmania.de/wp-content/01_07_inflight.jpg" alt="" width="422" height="70" /></p>
<p><em>(gefunden im Blog <a title="devaneios lowcost" href="http://devaneioslowcost.blogspot.com/2008/06/lies-de-lingustica-portuguesa-by.html" target="_blank">devaneios lowcost</a>)</em></p>
<p>Nun, so fantasievoll diese Interpretation auch ist: An diesem Text stimmt lediglich, dass viele portugiesische Wörter auf -ão enden. Dies liegt aber nicht an Macau, das sich ja &#8211; <a title="Macau-Artikel / Museu do Oriente" href="http://www.portugalmania.de/kultur/museen/2008/lissabon-blickt-nach-osten-das-neue-museu-do-oriente-bringt-asien-nach-portugal/#comments" target="_self">wie ich selbst schon durch aufmerksame Leserinnen korrigiert wurde</a> &#8211; auch mit &#8220;<strong>au</strong>&#8221; und nicht mit &#8220;ão&#8221; am Ende schreibt. Der Grund fürs -ão findet sich viel mehr in der <strong>historischen Entwicklung der portugiesischen Sprache</strong>, die in ihren Ursprüngen auf das Lateinische zurückgeht.</p>
<p>Folgt man <strong>Paul Teyssier</strong> in seiner ebenso kompakten wie exzellenten <a title="Das Buch bei TFM" href="http://www.tfmonline.de/tfm/htm/item.php?id=4457" target="_blank">&#8220;Geschichte der portugiesischen Sprache&#8221; (História da Língua Portuguesa)</a>, so entstanden die -ão-Endungen mit dem <strong>Galego-Portugiesischen</strong> (von 1200 bis etwa 1350). Während dieser Zeit &#8211; die Reconquista war noch im vollen Gange &#8211; entwickelte sich im heutigen Nord-Portugal so etwas wie der Vorläufer des modernen Portugiesisch. Und zu dieser Zeit kam es auch zur Verschiebungen in der Morphologie bei Nomen und Adjektiven.</p>
<p>Vor allem die Wörter, die im Lateinischen mit <em>-anus </em>endeten (z.B. manus, die Hand), erfuhren eine Veränderung in der Aussprache. Aus dem Stamm <strong>manu-</strong> entwickelte sich zunächst <strong>mano</strong> (so, wie &#8220;Hand&#8221; heute noch im Spanischen heißt). Im Galego-Portugiesischen fiel jedoch auch das &#8220;n&#8221; zwischen zwei Vokalen weg, so dass das Wort &#8220;mão&#8221; (Portugiesisch: Hand) entstand &#8211; damals jedoch wohl noch <strong>getrennt mã-o ausgesprochen</strong>. Eine ähnliche Entwicklung zeigt Teyssier für die Endungen -ães (von lateinisch -ane) und -eões (von lateinisch -eone) auf.</p>
<p>Erst ab dem <strong>Jahr 1500</strong> wurden dann die Endungen auf &#8220;-ão&#8221; tatsächlich auch zusammen geschrieben und ausgesprochen. Warum es zu diesem<strong> letzten Schritt der Vereinigung</strong> kam, ist bis heute noch nicht geklärt: Hier reichen die Erklärungsversuche von <strong>rein phonetischen Ansätze</strong>n (wie sie der portugiesische Ethnograph <a title="José Leite de Vasconcelos" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Jos%C3%A9_Leite_de_Vasconcelos" target="_blank">José Leite de Vasconcelos</a> vertrat) bis hin zum Resultat von <strong>komplexen Analogien</strong>.</p>
<p>Wie dem auch sei: Heute gehört das -ão dazu, und hat mehr mit dem Lateinischen und der späteren Sprachentwicklung des Portugiesischen zu tun als mit Macau. <strong>Und wie kam Macau zu seinem Namen?</strong> <a title="Macau auf Wikipedia" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Macau" target="_blank">Wie uns Wikipedia erklärt</a>, befand sich hier zur Zeit der Ankunft der portugiesischen Seefahrer ein<strong> Tempel A-Má</strong>, der der Fischer- und Seefahrer-Gottheit Matsu gewidmet war. Die Seefahrer aus Portugal landeten wohl nahe diesem Tempel an &#8211; und als sie die Einheimischen fragten, wie dieser Ort heiße, erhielten sie als Antwort: &#8220;<strong>A-Ma-Gao</strong>&#8221; &#8211; die Bucht von A-Má. Aus A-Ma-Gao wurde dann schnell Macau &#8211; und das hängt nun gar nicht mit der Verschiebung aus dem Lateinischen -anu zusammen.</p>
<p>Viele Wurzeln, ähnlicher Klang: Bleibt am Ende nur noch &#8211; die Confus<strong>ão</strong>!</p>
<p><img src="file:///C:/Users/Gilbert/AppData/Local/Temp/moz-screenshot-2.jpg" alt="" /></p>
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		<title>Das portugiesische Alphabet</title>
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		<pubDate>Sun, 06 Jan 2008 11:42:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gilberto</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sprache]]></category>
		<category><![CDATA[Alphabet]]></category>
		<category><![CDATA[Aussprache]]></category>
		<category><![CDATA[portugiesisch]]></category>

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		<description><![CDATA[ 	Die Aussprache und Verwendung der Buchstaben des portugiesischen Alphabets folgt seinen eigenen Regeln. Ein schönes Internet-Video des Blogs &#8220;In Love With Lisbon&#8221; gibt eine praktische Starthilfe in die Hürden der Aussprache &#8211; und dient auch bestens zum Auffrischen von bereits Gelerntem.

Und hier geht&#8217;s gleich los mit der Sprachlektion&#8230;:

(Link, falls sich das Video nicht öffnet)
Auf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Die Aussprache und Verwendung der Buchstaben des <strong>portugiesischen Alphabets</strong> folgt seinen eigenen Regeln. Ein schönes Internet-Video des Blogs &#8220;In Love With Lisbon&#8221; gibt eine <strong>praktische Starthilfe</strong> in die Hürden der Aussprache &#8211; und dient auch bestens zum Auffrischen von bereits Gelerntem.</p>
<p><span id="more-223"></span></p>
<p>Und hier geht&#8217;s gleich los mit der <strong>Sprachlektion&#8230;</strong>:</p>
<p><embed src="http://www.youtube.com/v/Bg6nm39FtqM&amp;rel=1" type="application/x-shockwave-flash" wmode="transparent" height="355" width="425"></embed><br />
<br />(<a href="http://www.youtube.com/watch?v=Bg6nm39FtqM&amp;eurl=http://www.inlovewithlisbon.com/2008/01/06/the-portuguese-alphabet-video/" title="Link zum Video auf YouTube">Link, falls sich das Video nicht öffnet</a>)</p>
<p>Auf den Seiten von In Love With Lisbon gibt es zudem noch eine <a href="http://www.inlovewithlisbon.com/2007/07/08/33/" title="In Love With Lisbon" target="_blank">geschriebene Fassung des Textes mit weiteren Tonproben</a>. Wie das Video sagt, besteht das portugiesische Alphabet<strong> offiziell aus 23 Buchstaben</strong>. K, W und Y gehören nicht zum &#8220;Kanon&#8221;, werden nur bei importierten, ausländischen Wörtern verwendet. Mit der möglichen <a href="http://www.portugalmania.de/kultur/sprache/2007/rechtschreibreform-auf-portugiesisch-tudo-correcto/" title="Portugiesische Rechtschreibreform - Acordo Ortográfico (portugalmania)">Einführung des Acordo Ortográfico</a>, der Rechtschreibreform in Portugal, könnten diese Buchstaben dann aber ganz offiziell ins Alphabet aufgenommen werden.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Portugiesisch lernen in Paris: Männer im Nachteil</title>
		<link>http://www.portugalmania.de/2007/12/portugiesisch-lernen-in-paris-manner-im-nachteil/</link>
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		<pubDate>Fri, 14 Dec 2007 23:28:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gilberto</dc:creator>
				<category><![CDATA[Amigos]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
		<category><![CDATA[portugiesisch]]></category>
		<category><![CDATA[Sprachkurs]]></category>

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		<description><![CDATA[ 	Linktipp. Hat eigentlich schon jemand mal die Soziologie von Sprachkursen untersucht? Hier treffen sich, in kleinem Kreis, illustre Gesellschaften &#8211; zumindest vordergründig zum Erwerb einer neuen Sprache. Portugiesisch-Kurse können ganz besonders interessant sein: Darüber berichtet Lisa Louis, Bloggerin beim Stern, in einem so empfehlenswerten wie amüsanten Beitrag. 
Warum soll man eine neue Sprache lernen? Aus [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	<font color="#003366">Linktipp. </font>Hat eigentlich schon jemand mal die Soziologie von Sprachkursen untersucht? Hier treffen sich, in kleinem Kreis, illustre Gesellschaften &#8211; zumindest vordergründig zum Erwerb einer neuen Sprache. Portugiesisch-Kurse können ganz besonders interessant sein: Darüber berichtet Lisa Louis, Bloggerin beim Stern, in einem so empfehlenswerten wie amüsanten Beitrag. <span id="more-180"></span></p>
<p>Warum soll man eine neue Sprache lernen? Aus Neugierde? Für die Karriere? Für die Liebe? Oder einfach so? So viele Gründe es zum<strong> Erwerb einer neuen Sprache</strong> gibt, so viele verschiedene Teilnehmer und Charaktere finden sich auch in den Sprachkursen dieser Welt zusammen. Und spätestens seit dem Film &#8220;<a target="_blank" href="http://german.imdb.com/title/tt0243862/" title="Italienisch für Anfänger in der Internet Movie Database">Italienisch für Anfänger</a>&#8221; ist klar, dass Sprachkurse <strong>weit mehr als die dröge Zusammenkunft trockener Pauker </strong>sind &#8211; sondern oft ein Miteinander ziemlich schräger Charaktere.</p>
<p>Portugiesisch-Kurse sind übrigens besonders interessant. Denn welchen Grund gibt es schon, Portugiesisch zu lernen? Spanisch ist verbreiteter, und mit Englisch kommt man ohnehin überall durch. So treffen sich in Portugiesischkursen vorwiegend <strong>Menschen mit Mission</strong>: Exzentriker mit einer persönlichen Leidenschaft für die lusitanische Kultur oder Menschen, die es in eines der neun portugiesischsprachigen Länder dieser Welt verschlägt.</p>
<p>Was einem in einem Portugiesischkurs, zumal noch in Paris, widerfahren kann, <a target="_blank" href="http://www.stern.de/blog/16_caf_au_lait/archive/1380_2mal_pro_woche_nach_portugal.html" title="2 Mal pro Woche nach Portugal (stern-Blog)">berichtet die Stern-Bloggerin Lisa Louis in ihrem Beitrag &#8220;2mal pro Woche nach Portugal&#8221;.</a> Sehr lesenswert &#8211; und unterhaltsam &#8211; bis hin zum Fazit: <strong>&#8220;Männer sind zwar nicht intelligent, aber dafür haben es Frauen faustdick hinter den Ohren&#8230;&#8221;.</strong> Die Beschreibungen erinnerte mich an so manch eine selbst erlebte kuriose Portugiesisch-Stunde &#8211; zum Beispiel als die Lehrerin intensiv diskutierte, ob all die schönen Segelboote durch die bösen Dampfboote verdrängt würden.</p>
<p>Da Lisa Louis ja nun Portugiesisch lernt &#8211; vielleicht <strong>bloggt sie ja bald aus Portugal</strong> oder einem anderen portugiesischen Land? Wir sind gespannt!</p>
<p><a target="_blank" href="http://www.stern.de/blog/16_caf_au_lait/archive/1380_2mal_pro_woche_nach_portugal.html">Hier geht&#8217;s zum Blog-Beitrag: 2mal pro Woche nach Portugal</a></p>
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		<title>Rechtschreibreform auf Portugiesisch: Tudo corre(c)to?</title>
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		<pubDate>Tue, 11 Dec 2007 22:36:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gilberto</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sprache]]></category>
		<category><![CDATA[Acordo Ortográfico]]></category>
		<category><![CDATA[portugiesisch]]></category>

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		<description><![CDATA[ 	Neun Länder, eine Sprache &#8211; und bald auch eine gemeinsame Schreibweise? Nach jahrzehntelangem Zögern scheint nun die Zeit für eine gemeinsame Rechtschreibreform des Portugiesischen gekommen zu sein. Doch der &#8220;Acordo Ortográfico&#8221; stößt vor allem in Portugal noch auf viele Vorbehalte: Die Ängste vor der &#8220;Brasilianisierung&#8221; der Sprache sind groß. Wir Deutsche wissen um die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Neun Länder, eine Sprache &#8211; und bald auch eine gemeinsame Schreibweise? Nach jahrzehntelangem Zögern scheint nun die Zeit für eine gemeinsame Rechtschreibreform des Portugiesischen gekommen zu sein. Doch der &#8220;Acordo Ortográfico&#8221; stößt vor allem in Portugal noch auf viele Vorbehalte: Die Ängste vor der &#8220;Brasilianisierung&#8221; der Sprache sind groß. <span id="more-176"></span>Wir Deutsche wissen um die <strong>Schwierigkeit</strong> einer <strong>gelingenden Rechtschreibreform</strong>: Was gab es nicht alles für Aufregungen, bis die heute gültige Form in Blei und Duden-Lettern gegossen wurde. Nun steht auch das Portugiesische vor einer <strong>heiß umstrittenen Anpassung seiner Ortografie</strong>. Und das unter noch komplizierteren Voraussetzungen als es im Deutschen der Fall war: Denn gab es hier nur drei Länder und knapp 90 Millionen Muttersprachler unter einen Hut zu bringen, so ist die Situation beim Portugiesischen komplexer:</p>
<p>Weit über <strong>200 Millionen Menschen </strong>verwenden Portugiesisch als ihre Muttersprache &#8211; Platz 8 in der Weltrangliste der Sprachen. In neun Ländern ist Portugiesisch Amtssprache. Und, ungewöhnlich für eine Weltsprache und auch anders als im Spanischen: Die <strong>Ortografie unterscheidet sich von Kontinent zu Kontinent</strong>. Denn die Welt des Portugiesischen ist drei geteilt &#8211; bei Schreibweise wie auch Aussprache:</p>
<p>Auf der einen Seite steht mit zehn Millionen Einwohnern <strong>das kleine Portugal,</strong> das aber immer noch gerne auf seine Deutungshoheit in Sachen Portugiesisch pocht. Die Sprache &#8220;gemacht&#8221; wird aber vor allem in <strong>Brasilien</strong>: Hier leben 190 Millionen Menschen, die Portugiesisch sprechen und schreiben &#8211; dies allerdings nicht so, wie es im Lehrbuch aus Portugal steht.</p>
<p>Längst hat sich das <strong>brasilianische Portugiesisch</strong> in vielen Weisen <strong>von seiner &#8220;Mutternation&#8221;  abgekoppelt</strong>. Nicht nur die etwas klarer, spanischer anmutende Aussprache unterscheidet sich: Auch in der Schreibweise setzt Brasilien seit jeher auf viele Vereinfachungen.</p>
<p>Und irgendwo, etwas<strong> zwischen den Stühlen</strong>, versuchen noch afrikanische Staaten wie Angola und Moçambique ihre Rolle im portugiesischen Sprachkosmos zu finden: Traditionell lehnten sie sich jedoch eher an das europäische Portugiesisch an.</p>
<p>Angesichts dieses wenig einheitlichen Umgangs mit dem Portugiesischen keimte in den verschiedenen lusitanischen Ländern schon lange der <strong>Wunsch nach einer gemeinsamen Rechtschreibung</strong> auf. Nicht nur idealistische Ideen, sondern auch Machtpolitik spielt hier eine Rolle: Ausgerüstet mit einer einheitlichen Schreibweise könnte das Portugiesische seine Rolle als <strong>bedeutende Weltsprache weiter ausbauen</strong>, so das Kalkül. 1990 schien es dann so weit zu sein: Damals verabschiedete die <em>Comunidade dos Países da Língua Portuguesa</em> (Gemeinschaft der Länder portugiesischer Sprache) den &#8220;<a href="http://www.cplp.org/docs/documentacao/Acordo%20ortográfico%20retirado%20internet.pdf" title="Acordo Ortográfico" target="_blank">Acordo Ortográfico</a>&#8220;, der nach langer Vorarbeit die zukünftige, weltweit einheitliche Rechtschreibung regeln sollte.</p>
<p style="text-align: center"><img src="http://www.portugalmania.de/wp-content/11_12_acordo-ortografico.JPG" alt="Alles in Ordnung? Der Acordo Ortográfico" /><br />
<em>Ist correto auch wirklich korrekt? Die Rechtschreibreform wirft neue Fragen auf. Foto: GS</em></p>
<p>Der Acordo wurde zwar heftig diskutiert, kam aber nie so recht aus den Gängen: Nur drei Länder &#8211; Portugal, Brasilien  und die Kapverden  &#8211; unterzeichneten den Vertrag.  In den Folgejahren quälte sich die Diskussion weiter hin. Ein <a href="http://www.cplp.org/docs/documentacao/Acordo%202o%20Protocolo%20Modificatv%20Acordo%20ortogr%20LP.pdf" title="2. Modifikation des Acordo Ortográfico" target="_blank">Ergänzungsabkommen  zum Acordo Ortográfico</a> aus dem Jahr 2004 schält sich nun aber als <strong>Basis für einen Konsens</strong> heraus: Ende November kündigte Portugals Außenminister Luís Amado an, die Rechtschreibreform auch in Portugal umzusetzen. Laut Kultusministerin Isabel Pires de Lima sei für die Einführung eine <a href="http://diariodigital.sapo.pt/news.asp?section_id=4&amp;id_news=304383" title="Diário Digital: Acordo Ortográfico: Portugal vai pedir moratória de 10 anos" target="_blank">Übergangszeit von zehn Jahren vorgesehen</a>.</p>
<p>Die Reaktionen in Portugal waren &#8211; und sind &#8211; gespalten. Viele Portugiesen sehen mit der neuen Rechtschreibung die oft noch ein wenig belächelte brasilianische Variante als Sieger &#8211; und fürchten die Aushöhlung des traditionellen Portugiesischen. In der Tat ist <strong>Brasilien wirklich Sieger nach Punkten</strong>: Müssen Portugiesen <strong>künftig 1,6 Prozent</strong> ihres Wortschatzes anders schreiben als gewohnt, so liegt ergibt sich für Brasilianer bei nur <strong>0,45 Prozent</strong> der Worte Änderungsbedarf.</p>
<p>Die augenfälligste Änderung ist mit Sicherheit <strong>das Verschwinden der &#8220;stummen Konsonanten&#8221;</strong>: Buchstaben, die nicht mehr ausgesprochen, aber (in Portugal und Afrika) noch geschrieben werden: <em>Correcto</em> (richtig) heißt demzufolge künftig <em>correto</em>, <em>óptimo</em> (bestens) verkürzt sich zu <em>ótimo</em>. Für Brasilianer ist das schon längst Usus, für portugiesische Leseraugen noch sehr ungewohnt. Einige Ausnahmen werden auch hier bleiben: Der Acordo Ortográfico gibt der <strong>gesprochenen Sprache</strong> eine Vorrangstellung über der Schriftsprache. Das heißt: Wird in einem Land ein Konsonant noch ausgesprochen, in einem anderen aber nicht, so sind unterschiedliche Schreibweisen erlaubt.</p>
<p>Für Brasilianer ergeben sich hingegen nur relativ unbedeutende Änderungen, vor allem bezogen auf die Verwendung bestimmter Akzente.  Für alle hingegen neu: Die Buchstaben &#8220;k&#8221;, &#8220;w&#8221; und &#8220;y&#8221; werden erstmals in das offizielle Alphabet der portugiesischen Sprache aufgenommen &#8211; verwendet wurden sie faktisch hingegen schon länger.</p>
<p>Wer die deutschen Erfahrungen kennt, darf sich auch in Portugal auf <strong>lange Debatten über die &#8220;richtige&#8221; Schreibweise</strong> vorbereiten. Vor allem in den beiden großen Schulbuchverlagen des Landes &#8211; <a href="http://www.portugalmania.de/wp-admin/Acordo%20Ortogr%C3%A1fico:%20Portugal%20vai%20pedir%20morat%C3%B3ria%20de%2010%20anos" title="Porto Editora" target="_blank">Porto</a> und <a href="http://textoeditora.pt/" title="Texto Editora" target="_blank">Texto Editora</a> &#8211; haben sich<strong> erbitterte Gegner des Reformprojekts</strong> gefunden. Es sind jedoch weniger die Umstellungskosten der Schulbücher, die die Verlage schrecken: Sie fürchten eher um ihre <strong>Quasi-Monopolstellung</strong> in Portugal und den afrikanischen Ländern portugiesischer Sprache. Denn wenn auch Angola und Moçambique die Schreibreform ratifizieren ergibt sich für die starken brasilianischen Verlage ein lukrativer Absatzmarkt, der bislang fast komplett von Porto und Texto dominiert wird.</p>
<p>Womöglich ist das <strong>ein letztes Aufbäumen</strong> &#8211; verhindern dürfte es die gemeinsame Schreibweise nicht mehr. Denn was wäre, wenn der Acordo Ortográfico ein zweites Mal scheitert? Dann würde Brasilien mit seinen 190 Menschen seinen eigenen Weg gehen &#8211; und Portugal hätte es schwer, &#8220;sein&#8221; Portugiesisch noch weiter verteidigen zu können. So bleibt immerhin noch eine Mitsprachemöglichkeit. Und: Die typisch weiche portugiesische Aussprache bleibt erhalten. Daran wird keine Ortografie etwas ändern können.</p>
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		<title>Saudade: Das portugiesischste aller Gefühle gehört zu den „schönsten Wörtern der Welt“</title>
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		<pubDate>Mon, 29 Oct 2007 22:04:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gilberto</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sprache]]></category>
		<category><![CDATA[portugiesisch]]></category>
		<category><![CDATA[saudade]]></category>
		<category><![CDATA[saudosismo]]></category>

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		<description><![CDATA[ 	
Saudade ist mehr als ein Wort. Der Begriff steht auf Portugiesisch für ein unübersetzbares Gefühl aus Sehnsucht, Melancholie, Schmerz, Nostalgie und Einsamkeit &#8211; und doch ist die Saudade so wunderschön. Nicht zuletzt aus diesem Grund hat eine deutsche Jury nun die Saudade zu einem der schönsten Wörter der Welt gekürt.

Was ist wohl das schönste [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	<!--[CDATA[Was ist wohl das schönste Wort der Welt? Diese gar nicht so einfache Frage stellte sich das Berliner Institut für Auslandsbeziehungen zu Beginn diesen Jahres - und erhielt daraufhin Antworten von 2.469 Menschen aus 58 Ländern. Aus allen Ecken dieser Erde drang das Gewisper und Gemurmel der schöner, geheimnisvoller und ausdrucksstarker Wörter nach Berlin.</p>
<p>Die vom Institut für...]]--></p>
<p>Saudade ist mehr als ein Wort. Der Begriff steht auf Portugiesisch für ein unübersetzbares Gefühl aus Sehnsucht, Melancholie, Schmerz, Nostalgie und Einsamkeit &#8211; und doch ist die Saudade so wunderschön. Nicht zuletzt aus diesem Grund hat eine deutsche Jury nun die Saudade zu einem der schönsten Wörter der Welt gekürt.</p>
<p><span id="more-22"></span></p>
<p><strong>Was ist wohl das schönste Wort der Welt?</strong> Diese gar nicht so einfache Frage stellte sich das Berliner<a href="http://cms.ifa.de/" target="_blank" title="Insititut für Auslandsbeziehungen, Berlin"> <em>Institut für Auslandsbeziehungen</em></a> zu Beginn diesen Jahres &#8211; und erhielt daraufhin Antworten von 2.469 Menschen aus 58 Ländern. Aus allen Ecken dieser Erde drang das Gewisper und Gemurmel der schöner, geheimnisvoller und ausdrucksstarker Wörter nach Berlin.</p>
<p>Die vom Institut für Auslandsbeziehungen eingesetzte dreiköpfige Jury hatte also keine leichte Aufgabe zu bewältigen. Die ihrer Ansicht nach schönsten Wörter sammelte sie im &#8220;<strong>schönsten ABC der Welt</strong>&#8221; (<a href="http://cms.ifa.de/fileadmin/content/informationsforum/images/abc/abc_broschuere.pdf" target="_blank" title="Broschüre: Das schönste ABC der Welt (PDF)">hier geht es zum Download der Broschüre</a>). Zehn Wörter aus diesem Weltalphabet wurden besonders hervorgehoben: Das Rennen um das schönste Wort der Welt machte das türkische <em>Yakamoz </em>(„die Widerspiegelung des Mondes im Wasser&#8221;). Doch auch ein Beitrag aus Portugal landete weit vorne, auf dem sechsten Platz: Die <strong>Saudade</strong>.</p>
<p>Zu Recht. Denn Saudade ist ein unübersetzbares Wort &#8211; und doch ein universelles Gefühl, das wir alle vielleicht schon einmal verspürt haben. Das Wort Saudade spürt der <strong>Melancholie, dem gefühlten Loch im Herzen nach</strong>, das uns bei der Sehnsucht nach einem Menschen oder einer geliebten Sache beschleicht. Besser also, man nähert sich der Saudade nicht mit dem Wörterbuch &#8211; sondern lässt sich <strong>vom Klang des Wortes treiben</strong>: Sau &#8211; da &#8211; de. Oder, wie die Brasilianer sagen, Sau &#8211; da &#8211; <strong>dadʒi. </strong>Da klingt bereits viel durch: Einsamkeit (abgeleitet vom lateinischen <em>solitate</em>), Ferne, abgerundet mit dem weichen, versöhnlichen Klang des Portugiesischen.</p>
<p>Entstanden ist der Begriff der Saudade vermutlich irgendwann zwischen dem 12. und 15. Jahrhundert. Ihre erste große Blüte erlebte die Saudade während der <strong>großen portugiesischen Entdeckungsreisen</strong>, als Seefahrer wie Daheimgebliebene den Schmerz der Entfernung und Einsamkeit verarbeiten mussten. Später sprang die Saudade auch nach Brasilien über, wo das Gefühl ebenso wie in Portugal mit Hingabe gepflegt wird. Saudade ist also immer auch die Einsamkeit und Sehnsucht nach jemand oder nach etwas. Nach dem nicht ganz Fertigen, das einem zum Ganzsein fehlt. Und damit ist die Saudade auch ein <strong>positives Gefühl</strong>, denn in ihr schwingt eine tiefe Verbundenheit mit anderen Menschen über die weitesten Entfernungen hinweg mit.</p>
<p style="text-align: center"><img src="http://www.portugalmania.de/wp-content/29_10_saudade_-_kopie.jpg" alt="29_10_saudade_-_kopie.jpg" /></p>
<p style="text-align: center"><em>Portugiesische Boote tragen oft den Namen Saudade &#8211; und hier, auf dem Meer, ist die Saudade wohl auch entstanden. Foto: Luís Sobral, </em><a href="http://www.sxc.hu/profile/LS72" target="_blank"><em>veröffentlicht auf stock.xchng</em></a></p>
<p style="text-align: center" align="left">&nbsp;</p>
<p style="text-align: center" align="left">&nbsp;</p>
<p>Viel später, im 19. und 20. Jahrhundert, griffen auch die <strong>portugiesische Musik und Literatur</strong> das Motiv für sich auf. Die ganze Idee des Fados basiert letztendlich auf Saudade &#8211; und nicht wenige Stücke führen sie im Titel oder im Text. Und auch so manch ein Dichter spielte mit dem sehnsuchtsvollen Gefühl: Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelte der Poet <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Teixeira_de_Pascoaes" target="_blank" title="Teixeira de Pascoaes in  Wikipedia">Teixeira de Pascoaes</a> mit einigen Gesinnungsgenossen die Bewegung des <em>Saudosismo, </em>die eine Wiedererweckung der portugiesischen Kultur zum Ziel hatte. Einer der gemeinsamen Nenner in dieser Bewegung war die Rückbesinnung auf das Gefühl der Saudade, das hier bis hin zur Rolle als &#8220;<strong>vergeistigte Liebe</strong>&#8221; weit überhöht wurde.</p>
<p>Und auch heute gehört die Saudade zu den <strong>Mysterien der portugiesischen Kultur</strong>. Noch immer suchen die Übersetzer dieser Welt nach geeigneten Entsprechungen: Ist es das finnische <em>kaiho</em>, das ein ähnlich gelagertes Gefühl ausdrückt? Oder die vielleicht dann doch sehr deutsche, romantisch überlagerte Sehnsucht? Jede Annäherung ist unzureichend &#8211; und so gilt &#8220;Saudade&#8221; nicht nur als eines der schönsten, sondern auch als<strong> eines der &#8220;unübersetzbarsten&#8221; Wörter der Welt</strong>: In dieser, <a href="http://www.todaytranslations.com/index.asp?PageKind=NewsItem&amp;RefID=37203181&amp;PageNumber=1" target="_blank">vor drei Jahren von britischen Linguisten entwickelten Liste</a>, belegte die Saudade ebenfalls einen Spitzenrang: Platz sieben, nur knapp hinter der holländischen Gemütlichkeitswelt von &#8220;gezellig&#8221; &#8211; welch ein Gegensatz.</p>
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