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	<title>portugalmania.de &#187; Museen</title>
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	<description>Das portugiesische Logbuch im Netz :: Portugal Blog</description>
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		<title>Lissabon blickt nach Osten: Das neue Museu do Oriente bringt Asien nach Portugal</title>
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		<pubDate>Thu, 01 May 2008 20:40:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gilberto</dc:creator>
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		<description><![CDATA[ 	Im Hafen von Lissabon, am westlichen Rand der Stadt, weist ein neues Museum den Blick in Richtung Osten: Nach zwei Jahrzehnten Vorbereitungszeit eröffnet am 9. Mai das &#8220;Museu do Oriente&#8220;. Dort, wo einst Stockfisch gelagert wurde, warten künftig fast 15.000 Ausstellungsstücke aus verschiedenen Ländern Asiens, von der Türkei bis nach Japan, auf ihre Entdeckung. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Im Hafen von Lissabon, am westlichen Rand der Stadt, weist ein neues Museum den Blick in Richtung Osten: Nach zwei Jahrzehnten Vorbereitungszeit eröffnet am 9. Mai das &#8220;<strong>Museu do Oriente</strong>&#8220;. Dort, wo einst Stockfisch gelagert wurde, warten künftig fast 15.000 Ausstellungsstücke aus verschiedenen Ländern Asiens, von der Türkei bis nach Japan, auf ihre Entdeckung. <span id="more-347"></span></p>
<p>Lange mussten die Lissaboner auf dieses Museum warten. Doch nun erhält Portugal mit dem &#8220;<strong>Museu do Oriente</strong>&#8221; endlich einen Ort, an dem die <strong>luso-asiatischen Beziehungen</strong> in ihrer ganzen Bandbreite gewürdigt werden. Ein Museum, dem es um den <strong>Dialog zwischen Ost und West </strong>geht. Und gerade in unseren Tagen, in denen die westlichen Länder der Welt mit einer Mischung aus Faszination und Unbehagen auf die boomenden Wirtschaften im Fernen Osten schauen, kommt das Gesprächsangebot des Museu do Oriente wie gerufen.</p>
<p><strong>Faszination und Neugierde</strong> auf der einen Seite, <strong>Unbehagen und Misstrauen</strong> auf der anderen: Das waren auch stets die Pole, zwischen denen die Beziehungen zwischen Portugal und seinen asiatischen Handelspartnern oszillierten. Zwar traten die portugiesischen Seefahrer in Asien &#8211; anders als in Afrika und Südamerika &#8211; nicht als Eroberer ganzer Territorien auf, sondern beschränkten sich auf die <strong>Gründung einzelner Handelsstützpunkte</strong> etwa in Goa, Malakka oder Macau. Und doch trauten die Asiaten diesem Frieden nie so recht und befürchteten immer wieder die Überformung ihrer Kultur durch die neuen, fremden Nachbarn.</p>
<p>Und so ist eines der <strong>ersten Ausstellungsstücke</strong>, dem die Gäste des &#8220;Museu do Oriente&#8221; während ihres Besuches begegnen werden,<strong> fast programmatisch</strong> zu verstehen: Es ist eine der ersten Ausgaben von Luis de Camões Meisterwerk &#8220;<strong>Os Lusíadas</strong>&#8220;. Die Lusiaden bestehen aus verschiedenen Gesängen, die vorwiegend von den Heldentaten der glorreichen portugiesischen Seefahrer in Asien berichten &#8211; von der Größe der Kultur und Religion, die sie nach Asien brachten, aber auch von den Nöten des Seefahrertums. Camões war ein <strong>großer Patriot</strong>, der mit diesem Werk die portugiesische Kultur glorifizierte. Andererseits tat sich der Schriftsteller während seiner &#8211; zum Teil zwangsweise verlängerten Aufenthalte in Goa und Macau &#8211; auch als <strong>interessierter Beobachter und Dokumentar</strong> der fremden Kulturen hervor.</p>
<p>Beiden Perspektiven, die portugiesische und die asiatische, will das Museu do Oriente seine Aufmerksamkeit schenken. Und wagt vor allem im zweiten Teil der Dauerausstellung dann doch den Blickwechsel und widmet sich in der <strong>Sammlung &#8220;Kwok On&#8221;</strong> ausschließlich der asiatischen Kultur.</p>
<p>Die <strong>Sammlung &#8220;Kwok On&#8221;</strong> ist ohne Zweifel <strong>das größte Pfund</strong>, mit dem das neue Museum wuchern kann: Sie umfasst rund 13.000 Stücke aus allen Ländern von der Türkei bis Japan: Masken, Kunstwerke aus Elfenbein und Jade, Möbelstücke, Trachten, religiöse Gegenstände &#8211; es ist eine<strong> riesige Schatzkammer der asiatischen Kultur</strong>, die der französische Sinologe Jacques Pimpaneau hier zusammengetragen und der Fundação Oriente als Betreiberin des Museums übergeben hat. Öffentlich zugänglich sind 650 Stücke aus Pimpaneaus Sammlung, der Rest schlummert in den Magazinen.</p>
<p>Ein weiterer Pfeiler des neuen Orient-Museums ist die<strong> hauseigene Sammlung</strong> mit rund 1.400 Ausstellungsstücken, die den portugiesischen Einfluss in Asien dokumentieren. Über Jahre hinweg ist die Fundação Oriente weltweit bei Antiquaren und auf Auktionen auf Einkaufstour gegangen, um ihre Sammlung zu bestücken. Einzelteile aus anderen Museen und Sammlungen kommen ergänzend hinzu.</p>
<p style="text-align: center"><img src="http://www.portugalmania.de/wp-content/01_05_orientmuseum1.jpg" alt="01_05_orientmuseum1.jpg" /><br />
<em>Bald eröffnet: Das Museu do Oriente in Lissabon. Foto: Fundação Oriente</em></p>
<p>Das Museu do Oriente wartet von Beginn an mit einer außergewöhnlichen Fülle an Ausstellungsstücken auf. Und da wundert es nicht, dass es bis zur Eröffnung eine lange Zeit brauchte: <strong>Exakt 20 Jahre</strong> dauerte es von der Idee bis zur Umsetzung.</p>
<p>Das Museum ist ein <strong>Projekt der Fundação Oriente</strong>, die im Jahr 1988 in Lissabon gegründet wurde &#8211; eine Stiftung, die lange Zeit finanziell bestens durch <strong>sprudelnde Einnahmen aus den Spielcasinos von Macau</strong> versorgt war. Diese Gelder werden zwar nun schon länger nicht mehr nach Lissabon überwiesen, aber für den Aufbau eines gut bestückten Kapitalstocks der Stiftung hat es wohl gereicht &#8211; denn die Fundação Oriente bezahlt sowohl die fast <strong>30 Millionen Euro</strong> für den Bau des Museums und übernimmt auch den jährlichen Etat des Hauses von knapp <strong>vier Millionen Euro</strong>.</p>
<p>Schon im Jahr 1988, als die Fundação Oriente als kultureller Brückenbauer zwischen Orient und Okzident gegründet wurde, gab es die ersten Ideen für die Einrichtung eines Museums. Doch wo sollte es entstehen? Das in Lissabon immer wieder beliebte <strong>Immobilien-Roulette </strong>wurde angestoßen.</p>
<p>Was wurde da nicht schon alles vorgeschlagen: Der <strong>Pavilhão do Futuro</strong> auf dem Lissaboner Expo-Gelände, der nun aber das Lissaboner Spielcasino beherbergt. Ein Grundstück auf dem verkehrsumtosten Praça da Espanha, das die Oriente-Stiftung sogar bereits aufgekauft hatte. Das <strong>Cinema São Jorge</strong> an der Avenida da Liberdade, das von der Stadt Lissabon doch weiter als Kino betrieben wird. Zu guter Letzt fiel die Wahl dann aber auf das<strong> ehemalige Lagerhaus für Stockfische</strong> (Armazém de bacalhau) direkt am Tejoufer in den Docks de Alcântara.</p>
<p>Die <strong>Notlösung </strong>erweist sich im Nachhinein als gar nicht so schlechte Wahl. Das knapp hundert Meter lange Kühlhaus wurde in den dreißiger Jahren vom Architekten João Simões im typischen Stil des Estado Novo errichtet &#8211; und nahm im Herzen der Lissaboner lange einen festen Platz ein, sicherte es doch den <strong>Nachschub für das portugiesische Leibgericht</strong> &#8220;Bacalhau&#8221;. Und so ist es vielleicht gar nicht falsch, dass an diesem alten Ort des Handels und des Austauschs nun das Museu do Oriente eingerichtet wurde, für das das Lagerhaus allerdings zunächst aufwändig umgebaut werden musste.</p>
<p>Und nun, mit saftiger Verspätung bei der Fertigstellung der Bauarbeiten, dafür aber gut ausgestattet mit den Millionen der Fundação Oriente, ist vom Museu  do Oriente in Zukunft einiges zu erwarten: Als Ausstellungshaus, aber auch als Zentrum der asiatischen Kultur in Lissabon allgemein.</p>
<p style="text-align: center"><img src="http://www.portugalmania.de/wp-content/01_05_orientmuseum2.jpg" alt="01_05_orientmuseum2.jpg" /><br />
<em>Das Tor nach Asien: Der Eingangsbereich des neuen Museu do Oriente. Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/migufu/2416384528/">Miguel A. Lopes &#8220;Migufu&#8221; auf Flickr</a></em></p>
<p>Denn selbst mit der für sich allein schon beeindruckenden Sammlung möchte sich das Museum nicht zufrieden geben: Regelmäßige <strong>Weltmusik-Konzerte</strong>, Führungen, Kinovorstellungen und Wechselausstellungen sollen das Museu do Oriente <strong>immer wieder ins Gespräch</strong> bringen &#8211; und die Portugiesen und Besucher Lissabons für die asiatischen Kulturen begeistern. Damit erhält Lissabon direkt am Tejoufer, auf halbem Wege zwischen Belém und der Innenstadt, ein <strong>neues Kulturzentrum</strong>, das mit Sicherheit auch weltweit von sich reden machen wird. Denn begreift das Museu do Oriente sich tatsächlich eher als <strong>Ort des Dialogs</strong> denn als Schatztruhe alter Ausstellungsstücke, so könnten von diesem alten Lagerhaus mit seinen aufgebrochenen dicken Wänden interessante Impulse ausgehen.</p>
<p>Und so hat der ferne Orient in Lissabon <strong>einen neuen Ankerplatz </strong>gefunden  &#8211; nur wenige Kilometer von dem Ort entfernt, von dem aus Vasco da Gama am 8. Juli 1497 aufbrach, um den Seeweg nach Indien zu finden &#8211; und damit die Grundlagen für Jahrhunderte währende Beziehungen Portugals mit Asien schuf. Der Osten, er beginnt hier ganz im Westen.</p>
<p><em>Das Museu do Oriente befindet sich im ehemaligen Lagerhaus für Stockfisch (Armazém de bacalhau) am Dock von Alcântara. Der Eintrittspreis wird 4 Euro für einen Erwachsenen betragen. Das Museum ist vom Praça do Comércio oder dem Bahnhof Cais do Sodré mit der Buslinie 12 erreichbar, außerdem mit der Vorort-Bahn nach Cascais (Station Alcântara Mar). Offizielle Homepage unter <a href="http://www.foriente.pt/194/the-museum.htm" title="Museu do Oriente" target="_blank">http://www.foriente.pt/194/the-museum.htm</a> </em><span id="artlead"><span id="Lead"></span></span></p>
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		<title>Museu Serralves: Der komplette Bestand jetzt online abrufbar</title>
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		<pubDate>Thu, 20 Dec 2007 18:41:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gilberto</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Porto]]></category>
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		<category><![CDATA[Museu Serralves]]></category>

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		<description><![CDATA[ 	Das Museu Serralves in Porto, spezialisiert auf zeitgenössische Kunst seit 1968, erlaubt nun auch virtuelle Besuche: Seit heute stehen 3.300 Werke aus dem Fundus in einem Internetkatalog zur Recherche bereit. Und ganz nebenbei zeigt das Museum so auch einem ungeliebten Konkurrenten aus Lissabon, wer die wahre Nummer Eins im Lande ist. 
Ein Jahr lang [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Das Museu Serralves in Porto, spezialisiert auf zeitgenössische Kunst seit 1968, erlaubt nun auch virtuelle Besuche: Seit heute stehen 3.300 Werke aus dem Fundus in einem Internetkatalog zur Recherche bereit. Und ganz nebenbei zeigt das Museum so auch einem ungeliebten Konkurrenten aus Lissabon, wer die wahre Nummer Eins im Lande ist. <span id="more-200"></span></p>
<p>Ein Jahr lang liefen im <strong>Museu Serralves </strong>die Scanner und Digitalkameras auf Hochtouren &#8211; doch jetzt ist&#8217;s geschafft. <strong>Seit heute</strong> steht nahezu der <strong>gesamte Bestand</strong> des Museums in Porto in einem <strong>Internetkatalog</strong> bereit. Rund 3.300 Werke zeitgenössischer Kunst lassen sich nun unter <a href="http://www.serralves.com/gca/?id=65" title="Museu Serralves" target="_blank">dieser Adresse</a> recherchieren. Gut vertreten sind übrigens auch <strong>deutsche Künstler</strong> &#8211; darunter Jörg Immendorf, A.R. Penck oder Georg Baselitz.</p>
<p>Mit dem neuen Internetkatalog &#8211; die Digitalisierung hat laut <a href="http://dn.sapo.pt/2007/12/20/artes/fundacao_serralves_coloca_internet_t.html" title="Diário de Notícias" target="_blank">Diário de Notícias</a> immerhin 192.000 Euro verschlungen &#8211; schickt sich das Museu Serralves an, auch im Internet <strong>Besuchermagnet Nummer Eins</strong> unter den portugiesischen Museen zu werden. Im wirklichen Leben ist es das 1999 in Porto eröffnete Kunsthaus schon.</p>
<p style="text-align: center"><a href="http://www.serralves.com/gca/?id=65" title="Museu Serralves" target="_blank"><img src="http://www.portugalmania.de/wp-content/20_12_serralves1.jpg" alt="20_12_serralves1.jpg" border="0" /></a></p>
<p align="center"><em>Alles drin: Hier zum Beispiel die Immendorf-Werke im Katalog des Museu Serralves</em></p>
<p><strong>350.000 Besucher strömen pro Jahr</strong> in die auch europaweit beachteten Ausstellungen des Museu Serralves &#8211; derzeit sorgt vor allem eine Ausstellung des amerikanischen Künstlers <strong>Robert Rauschenberg</strong> für Furore. Umso irritierter reagierte man wohl in Porto, als in Lissabon vor einigen Monaten mit der <a href="http://www.museuberardo.com/" title="Museu Berardo" target="_blank">Colecção Berardo</a> ebenfalls ein Museum für zeitgenössische Kunst eingerichtet wurde. Und vor allem die Rede von Portugals Ministerpräsident José Socrates zur Eröffnung des Berardo-Museums im Juni sorgte bei den stolzen Kunstfreunden von Porto für Stirnrunzeln. Socrates sagte damals, bislang hätten die Routen der zeitgenössischen Kunst in Madrid geendet: &#8220;Nun aber beginnen sie hier&#8221; &#8211; also in Lissabon. Hatte er bis dahin nichts von dem bereits seit acht Jahren erfolgreich arbeitenden Serralves in Porto gehört?</p>
<p>Heute holte António Gomes de Pinto, Präsident der Fundação Serralves, <a href="http://www.portugaldiario.iol.pt/noticia.php?id=895170&amp;div_id=291#" title="Meldung im Portugal Diário" target="_blank">denn auch zum Gegenschlag aus</a>: Er werte die Äußerungen von Socrates <strong>eher als eine &#8220;Höflichkeit&#8221;</strong>, die man zur Eröffnung eines Museums so sage. Seine Institution, so Gomes de Pinto, lasse sich jedoch <strong>nicht mit &#8220;geschmeichelten Referenzen&#8221; vergleichen</strong>. Die Sammlung von Serralves sei &#8220;die einzige&#8221;, die nach museologischen Gesichtspunkten zusammen gestellt wurde. Die Colecção Berardo ist hingegen nur die Privatsammlung eines kunstbegeisterten Unternehmers. Kurz: &#8220;<strong>Serralves ist wichtiger als Berardo</strong>&#8220;.</p>
<p>Von der Wichtigkeit des Museums kann man sich jetzt, wie gesagt, im Internet selbst informieren: Unter <a href="http://www.serralves.com/gca/?id=65" title="Fundação Serralves" target="_blank">www.serralves.pt</a></p>
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		<title>Tiepolo, Rubens und Brueghel sind nur einige der Schätze, die in Lissabons unbekanntestem Museum entdeckt werden wollen</title>
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		<pubDate>Mon, 17 Dec 2007 22:26:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gilberto</dc:creator>
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		<description><![CDATA[ 	Mitten in Lissabon steht ein Museum, vollgepackt mit Kunstschätzen &#8211; und kaum einer kennt es. Dabei beherbergt die Fundação Medeiros e Almeida Werke höchsten Wertes &#8211; und doch gibt es Tage, in denen noch nicht einmal ein einziger Besucher auftaucht. Ein echter Geheimtipp, den es zu erkunden lohnt&#8230;Manchmal ist es schon verrückt: Da besitzt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Mitten in Lissabon steht ein Museum, vollgepackt mit Kunstschätzen &#8211; und kaum einer kennt es. Dabei beherbergt die <strong>Fundação Medeiros e Almeida</strong> Werke höchsten Wertes &#8211; und doch gibt es Tage, in denen noch nicht einmal ein einziger Besucher auftaucht. Ein echter Geheimtipp, den es zu erkunden lohnt&#8230;<span id="more-189"></span>Manchmal ist es schon verrückt: Da besitzt eine Stadt ein Museum, das Kunstgegenstände ersten Ranges zeigt. Und doch kennen nur die Wenigsten diesen Ort. So ergeht es der <strong>Fundação Medeiros e Almeida</strong> in Lissabon: Das Museum, nur ein paar Fußminuten vom Praça Marquês de Pombal entfernt, zieht pro Monat im Schnitt gerade einmal 500 Besucher an. &#8220;An manchen Tagen kommt kein einziger&#8221;, klagte gar Museumsdirektorin Teresa Vilaça <a target="_blank" href="http://jornal.publico.clix.pt/magoo/noticias.asp?a=2007&amp;m=12&amp;d=16&amp;uid=&amp;id=241708&amp;sid=51043" title="Público: Tiepolo, Rubens e Brueghel sem terem quem os contemple">in der gestrigen Ausgabe des Público</a>.</p>
<p>Das ist die Gelegenheit: Abseits von den großen, überfüllten Ausstellungen wartet fast ein Privatmuseum auf den Besucher &#8211; in dem man ungestört durch die hochherrschaftlichen Räume der Stadtvilla aus dem 19. Jahrhundert schlendern kann. 2.000 öffentlich zugängliche Kunstwerke warten darauf, bewundert zu werden.</p>
<p style="text-align: center"><img src="http://www.portugalmania.de/wp-content/17_12_medeiros-almeida.jpg" alt="Fundação Medeiros e Almeida" /></p>
<p>Das Museum wartet mit echten Schätzen auf, die auch so manch einen Vergleich mit größeren Einrichtungen nicht zu scheuen braucht. Werke von <strong>Tiepolo, Rubens, Brueghel und Gainsborough</strong> lassen sich in den insgesamt 22 Ausstellungsräumen bewundern. Dazu eine große Sammlung an Silberwaren, Porzellan (darunter ein Service, das einst Napoleon Bonaparte gehörte) und Tabakdosen. Die <strong>Uhrensammlung</strong> des Hauses gehört zu den wichtigsten ganz Portugals.</p>
<p>Zusammengetragen wurde der ganze Reichtum von <strong>António de Medeiros e Almeida</strong> (1895-1986) &#8211; lange Zeit einer der reichsten Unternehmer Portugals, dessen breit gestreute Firmenbeteiligungen ihm zu erheblichen Reichtum verhalfen. Unter anderem war Medeiros e Almeida zum Beispiel an der Gründung der nationalen Fluggesellschaft TAP beteiligt. Zeit seines Lebens sammelte António de Medeiros e Almeida in seiner Lissaboner Stadtvilla, einst vatikanische Nuntiatur und heute Heimat des Museums, verschiedene Kunstwerke &#8211; vornehmlich aus der Zeit des 17. bis 20. Jahrhunderts.</p>
<p>Während des Estado Novo betrieb der Unternehmer einen unter Portugals Unternehmern dieser Zeit nicht unüblichen Schlingerkurs aus <strong>Anpassung und Offenheit</strong>. So pflegte er lange einen engen Umgang mit Staatschef António Oliveira de Salazar: Noch 1974 saß er einer Wohnungsbaugesellschaft vor, die den Namen des damals schon verstorbenen Diktators trug. Andererseits pflegte der Sammler auch enge Beziehungen zum anderen großen Kunstmäzen Portugals: Dem Armenier <strong>Calouste Gulbenkian</strong> &#8211; ein Mann, der vom Salazar-Regime geschnitten und immer wieder gedemütigt wurde.</p>
<p>Heute ist die Kunstsammlung Calouste Gulbenkians in der ganzen Welt berühmt &#8211; diejenige von António de Medeiros e Almeida will hingegen erst noch entdeckt werden. Dabei hat der Unternehmer seine insgesamt 9.000 Gegenstände der Sammlung durch harte Zeiten hindurch gerettet: Nach der Nelkenrevolution 1974 drohte ihm jahrelang die Verstaatlichung seines Besitzes. Nun ist die Sammlung in der Hand einer eher <strong>verschwiegenen Stiftung</strong>, die &#8211; wie Museumsdirektorin Teresa Vilaça im Público einräumte &#8211; <strong>kaum einen Cent für Öffentlichkeitsarbeit ausgibt</strong>. Das öffentlich zugängliche Museum hat seit gut sechs Jahren seine Tore geöffnet.</p>
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<p><small></small></p>
<p align="left"><em>Das Museum der Fundação António de Medeiros e Almeida (Rua Rosa Araújo 41)</em><em> hat Montags bis Freitags von 13 Uhr bis 17:30 Uhr geöffnet, Samstags von 10 bis 17:30 Uhr. Sonntags und an Feiertagen geschlossen. Samstags ist von 10 bis 13 Uhr der Eintritt frei. Metro: Marquês Pombal. <a href="http://www.fundacaomedeirosealmeida.pt/">http://www.fundacaomedeirosealmeida.pt</a> </em></p>
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		<title>Der Kyneten-Code: Portugals älteste bekannte Schrift ist bis heute nicht komplett entziffert</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Oct 2007 21:56:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gilberto</dc:creator>
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		<description><![CDATA[ 	Das südportugiesische Städtchen Almodôvar, rund 70 Kilometer nördlich von Faro gelegen, gilt als Heimat der ältesten Schrift Portugals &#8211; der &#8220;Escrita do Sudoeste&#8221;. Sowohl die mutmaßlichen Erfinder &#8211; das Volk der Kyneten &#8211; wie auch die Schrift selbst sind geheimnisumwittert. Ein neues Museum will nun Licht ins Dunkel der alten Schriften bringen &#8211; und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Das südportugiesische Städtchen Almodôvar, rund 70 Kilometer nördlich von Faro gelegen, gilt als Heimat der ältesten Schrift Portugals &#8211; der &#8220;Escrita do Sudoeste&#8221;. Sowohl die mutmaßlichen Erfinder &#8211; das Volk der Kyneten &#8211; wie auch die Schrift selbst sind geheimnisumwittert. Ein neues Museum will nun Licht ins Dunkel der alten Schriften bringen &#8211; und wartet mit wertvollen Exponaten auf.<span id="more-32"></span></p>
<p>Almodôvar, heute ein verschlafenes 4.000-Einwohner-Städtchen, kann auf eine <strong>reiche Geschichte</strong> zurückblicken. Hier, am Übergang vom <strong>Alentejo zur Algarve-Region</strong>, begegneten sich schon lange vor Ankunft der Römer die unterschiedlichsten Völker: <strong>Kelten trafen auf Iberer</strong>, und auch die Anwesenheit von <strong>Phöniziern und Karthagern</strong> lässt sich nachweisen. Diese Vielfalt macht Historikern und Archäologen heute auch das Leben schwer &#8211; denn nicht immer lässt sich genau sagen, wer wann wo gewesen ist.</p>
<p>Und so gibt es auch bei den <strong>ältesten Schriftzeugnissen</strong> aus dieser Zeit  &#8211; der &#8220;Südwest-Schrift&#8221; (<em>Escrita do Sudoeste</em>) oder &#8220;südlusitanische Schrift&#8221; - <strong>viele offene Fragen</strong>. So wurden rund um Almodôvar in den letzten Jahrzehnten Dutzende Schiefer-Stelen gefunden, die mit einer geheimnisvollen, fast an Hieroglyphen erinnernden Schriftart beschrieben sind. Meist enthalten die Stelen nur kleine, kurze Texte, andere sind mit einer Zeichnung illustriert &#8211; so wie die bedeutende <em><a target="_blank" href="http://escritadosudoeste.no.sapo.pt/abobada1.html" title="Informationen zur Stele von Abóbada">Stele von Abóbada</a></em>, die auch mit 60 Zeichen den längsten bekannten Text der Südwest-Sprache enthält.</p>
<p style="text-align: center"><img src="http://www.portugalmania.de/wp-content/02_10_aboboda.jpg" alt="02_10_aboboda.jpg" /></p>
<p style="text-align: center"><em>Die Stele von Abóbada &#8211; Texte mit einer Menschenzeichnung in der Mitte. Quelle: <a target="_blank" href="http://escritadosudoeste.no.sapo.pt/" title="Portal da Escrita do Sudoeste">Portal da Escrita do Sudoeste</a></em></p>
<p style="text-align: center">&nbsp;</p>
<p align="left" style="text-align: center">&nbsp;</p>
<p><strong>Die Faktenlage ist dürr:</strong> Sicher ist nur, dass die Stelen in der Zeit zwischen dem 7. und 5. Jahrhundert vor Christus entstanden sind. Und obwohl die Südwest-Schrift eindeutig unter <strong>Einfluss des phönizischen Alphabets</strong> entstanden ist, ist sie doch schon weiter entwickelt: Kannte die phönizische Schriftsprache nur Konsonanten (wie das Hebräische), verwendet die Südwest-Schrift auch Vokale. Deshalb gehen Archäologen davon aus, dass weniger die Phönizier als die im gesamten Süden der iberischen Halbinsel lebenden <strong>Tartesser</strong> die Entwicklung der Schrift geprägt haben. Manche portugiesische Quellen sehen die Südwest-Schrift auch als identisch mit der tartessischen Schrift an.</p>
<p>Ähnlich geheimnisvoll steht es um die <strong>Schöpfer der Escrita do Sudoeste</strong>: Niemand weiß anscheinend so genau, ob es Iberer, Kelten, eine Mischvolk aus Ibero-Kelten oder vielleicht sogar eine eigene Volksgruppe &#8211; die <strong>Kyneten oder Konier</strong> &#8211; waren, die die Stelen beschrifteten. Die Texte selbst geben wenig Auskunft &#8211; in den allermeisten Fällen sind es Grabbeschriftungen, über deren korrekte Übersetzung noch immer gestritten wird.</p>
<p>Das Übersetzen gestaltet sich auch deshalb so schwierig, weil das Schöpfervolk der Südwest-Schrift vor vielen Jahrhunderten wieder so <strong>spurlos verschwand</strong>, wie es aufgetaucht ist. Niemand weiß, was mit ihm geschah oder welche Entwicklung es nahm.</p>
<p style="text-align: center"><img src="http://www.portugalmania.de/wp-content/02_10_mesa.jpg" alt="02_10_mesa.jpg" /></p>
<p style="text-align: center"><em>MESA &#8211; Museu da Escrita do Sudoeste Almodôvar: In Kürze eröffnet das neue Museum rund um die Südwestschrift. Quelle: <a target="_blank" href="http://www.cm-almodovar.pt/" title="Stadtverwaltung von Almodôvar">Câmara Municipal Almodôvar</a></em></p>
<p align="left" style="text-align: center">&nbsp;</p>
<p>So schien es denn auch lange Zeit, dass gemeinsam mit dem Volk der Kyneten auch die Schrift im Dunkel der Geschichte verschwinden sollte. <strong>Ein neues Museum in Almodôvar will das ändern</strong> &#8211; und uns Besuchern von heute zumindest die Schriftzeugnisse aus den alten Zeiten zugänglich machen.</p>
<p>Das &#8220;MESA&#8221; (Museu da Escrita de Sudoeste) genannte Museum präsentiert 16 der in der Umgebung von Almodôvar gefundenen Stelen, ergänzt um einige auswärtige Funde. Mit diesen <strong>einzigartigen Original-Zeugnissen</strong> ergibt sich erstmals die Gelegenheit, einen direkten Blick auf die<strong> älteste, in Portugal bekannte Schrift</strong> werfen zu können.</p>
<p>Wann das in einem ehemaligen Kino untergebrachte Museum allerdings genau seinen Betrieb aufnehmen wird, ist noch nicht ganz klar. Lange dürfte es nicht mehr dauern &#8211; zu den Tagen des kulturellen Erbes am 29. und 30. September luden die Museumsmacher rund um wissenschaftlichen Koordinator Amílcar Guerra schon einmal zur<strong> Vorpremiere</strong>. Nach rund 2500 Jahren des Wartens kommt es auf ein paar Tage Verzögerung dann auch nicht mehr an.</p>
<ul>
<li>Die Stadtverwaltung von Almodôvar bietet auf ihrer Homepage einen <a target="_blank" href="http://www.cm-almodovar.pt/videos/2500_anos_escrita.htm" title="Film zur Geschichte der Schrift in Almodôvar">kurzen Film über &#8220;2500 Jahre Schrift&#8221;</a> an &#8211; nur auf Portugiesisch verfügbar.</li>
<li>Das <a target="_blank" href="http://escritadosudoeste.no.sapo.pt/" title="Portal da Escrita do Sudoeste">Portal da Escrita do Sudoeste</a> bietet Bilder und Informationen zu zahlreichen Fundstücken an</li>
</ul>
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		<title>Der Neandertaler lebte auch am Tejo</title>
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		<pubDate>Thu, 06 Sep 2007 21:10:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gilberto</dc:creator>
				<category><![CDATA[Museen]]></category>
		<category><![CDATA[Ribatejo]]></category>
		<category><![CDATA[Urgeschichte]]></category>
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		<description><![CDATA[ 	Der Tejo, einer der wichtigsten Flüsse Portugals, war bereits seit Jahrtausenden Lebensader der Menschen auf der iberischen Halbinsel. Ein portugiesisch-italienisches Forscherteam hat nun sogar die nachweislich ältesten Funde in Portugal machen können: Schon vor 300.000 könnten Neandertaler am Tejo gelebt haben. Einige Kilometer flussabwärts sorgen zudem Funde aus jüngerer Zeit für Furore&#8230;  				
Archäologen einer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Der Tejo, einer der wichtigsten Flüsse Portugals, war bereits seit Jahrtausenden Lebensader der Menschen auf der iberischen Halbinsel. Ein portugiesisch-italienisches Forscherteam hat nun sogar die nachweislich ältesten Funde in Portugal machen können: Schon vor 300.000 könnten Neandertaler am Tejo gelebt haben. Einige Kilometer flussabwärts sorgen zudem Funde aus jüngerer Zeit für Furore&#8230;  				<span id="more-44"></span></p>
<p>Archäologen einer Projektgruppe rund um die <a href="http://www.estt.ipt.pt/" target="_blank" title="Escola Superior de Tecnologia de Tomar">Fachhochschule von Tomar</a> sind möglicherweise auf die <strong>ältesten nachweisbaren Funde von menschlichem Leben in Portugal</strong> gestoßen. Bei ihren <a href="http://www.estt.ipt.pt/default.asp?s=1&amp;t=1&amp;n=724" target="_blank" title="Bericht von der ESTT Tomar">Ausgrabungen in Ribeira da Atalaia</a> am Oberlauf des Tejo fanden die Forscher aus Portugal und Italien <strong>Spuren von Gebrauchsgegenständen der Neandertaler</strong>, deren Alter mit radiografischen Methoden auf <strong>300.000 Jahre</strong> geschätzt wird. Ein absoluter Beweis für die Anwesenheit von Menschen zu dieser Zeit im Ribatejo-Gebiet ist damit noch nicht erbracht: Zunächst sagt der Befund nur, dass die untersuchten Objekte vor rund 300.000 Jahren mit dem Sonnenlicht in Berührung kamen. Die Wahrscheinlichkeit ist jedoch sehr hoch, dass man auf das Leben von Menschen &#8211; und hier vor allem Neandertaler &#8211; am Tejo schließen kann.</p>
<p>Der 40 Meter lange Graben, den die Archäologen diesen Sommer unter brütenden Temperaturen aushoben, barg noch weitere <strong>interessante Fundstücke</strong>. So konnten die Forscher aus dem Projektteam &#8220;TEMPOAR&#8221; (&#8220;Território,Mobilidade e Povoamento do Alto Ribatejo&#8221; / &#8220;Land, Mobilität und Bevölkerung des Alto Ribatejo&#8221;) den seltenen Nachweis für eine <strong>Feuerstelle von vor 24.000 Jahren</strong> erbringen. Wegen des säurehaltigen Bodens in der Region kann zwar nicht mehr bestimmt werden, ob das Feuer zum Heizen oder Zubereiten von Essen genutzt wurde. Sicher ist jedoch, dass sich die Feuerstelle nicht in einer Höhle befand, sondern unter offenem Himmel auf einer Flussterrasse. Solche frei stehenden Feuerstellen wurden bislang nur wenige in Portugal gefunden.</p>
<p>Die Funde in Ribeira da Atalaia deuten auf einen besonders &#8220;alten&#8221; Neandertaler hin. Doch wie die vor knapp zehn Jahren in Leiria gemachte Knochenfunde des &#8220;<strong>Kindes von Lagar Velho</strong>&#8221; zeigen, lebte möglicherweise auch einer der &#8220;<strong>letzten Neandertaler</strong>&#8221; auf der iberischen Halbinsel. Das Alter des Kindes von Lagar Velho wurde auf <strong>25.000 Jahre taxiert</strong>. Das bedeutet: Es lebte schon zu einer Zeit, als unsere Vorfahren &#8211; die Vorläufer des modernen Menschen &#8211; bereits in dieses Gebiet eingewandert sind. Dies würde wiederum bedeuten, dass der Neandertaler nicht einfach ausgestorben ist, wie bislang vermutet wurde. Vielmehr wäre der Neandertaler mit dem Homo Sapiens durch <strong>Vermischung langsam in unser Erbgut aufgegangen</strong>. Noch streiten die Fachleute über diese These, die vor allem von dem an der Ausgrabung beteiligten Archäologie-Professor Joao Zilhao von der Universität Bristol engagiert vertreten wird (<a href="http://www.wdr.de/tv/quarks/sendungsbeitraege/2006/0718/006_neandertaler.jsp" target="_blank" title="Quarks &amp; Co über das Kind von Lagar Velho">hier ein ausführlicher Bericht des TV-Magazins Quarks &amp; Co zu dem Thema</a>).</p>
<p>Fast zeitgleich mit den Funden in Ribeira da Atalaia hat ein anderes Archäologen-Team am <strong>Unterlauf des Tejo</strong> wesentlich jüngere, aber nicht weniger faszinierende Funde ans Tageslicht gebracht. In <strong>Vila Franca de Xira</strong>, kurz vor der Mündung des Tejo in sein großes Flussdelta bei Lissabon, kamen rund 3.000 Jahre alte Scherben ans Tageslicht, deren Herkunft auf <strong>Phönizier</strong> schließen lässt.</p>
<p>Dass die Phönizier im Tejo-Delta aktiv waren, ist bekannt: So waren Lissabon (Olisipo), Almada (Almarez) und Santarém <strong>florierende phönizische Handelsstandorte</strong>. Die Funde von Vila Franca de Xira sind aber deshalb interessant, weil sie aus der Zeit <em>vor</em> Gründung der phönizischen Handelsstützpunkte stammen. Sie zeigen also, dass die Phönizier bereits vorher Kontakte mit den hier lebenden Einwohnern hatten.</p>
<p>Damit sei es nun also möglich, die Geschichte dieser Epoche <strong>nicht nur aus Sicht der Kolonisatoren</strong> &#8211; der Phönizier &#8211; zu schreiben, sondern auch aus Sicht der Ur-Einwohner, den &#8220;Kolonisierten&#8221;, erklärte Archäologe João Pimenta dem <em>Público</em> die Bedeutung der Funde.</p>
<p>Ausflugstipp:</p>
<p>Das archäologische Museum von Maçao gibt einen <strong>Überblick über prähistorische Funde</strong> am oberen Tejo. <a href="http://www.cm-macao.pt/%7Emuseu/" target="_blank" title="Archäologisches Museum Macao">Nähere Infos (auf portugiesisch) hier&#8230;</a></p>
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