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	<title>portugalmania.de &#187; Kultur</title>
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	<description>Das portugiesische Logbuch im Netz :: Portugal Blog</description>
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		<title>Zerbrechliche Schönheit: Zwei außergewöhnliche Fotoserien zeigen ein Portugal zwischen den Zeiten</title>
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		<pubDate>Fri, 23 Oct 2009 12:18:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gilberto</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fotografie]]></category>
		<category><![CDATA[Gastão Brito e Silva]]></category>
		<category><![CDATA[landschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Mel Sewell]]></category>
		<category><![CDATA[quercus]]></category>
		<category><![CDATA[Ruinen]]></category>

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		<description><![CDATA[ 	So klein Portugal auch sein mag: Für Fotografen bietet das Land immer wieder neue, interessante Perspektiven. Zwei neue Fotoserien, beide auch online zu besichtigen, werfen ganz unterschiedliche Blicke auf Portugal: Während der Brite Mel Sewell ein beeindruckendes Portfolio aus zwölf Jahren Reisetätigkeit durch Portugal vorstellt, hat sich sein portugiesischer Kollege Gastão Brito e Silva [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	So klein Portugal auch sein mag: Für Fotografen bietet das Land immer wieder neue, interessante Perspektiven. Zwei neue Fotoserien, beide auch online zu besichtigen, werfen ganz unterschiedliche Blicke auf Portugal: Während der Brite Mel Sewell ein beeindruckendes Portfolio aus zwölf Jahren Reisetätigkeit durch Portugal vorstellt, hat sich sein portugiesischer Kollege Gastão Brito e Silva in der Serie Ruin&#8217;Arte auf ein Motiv konzentriert: Ruinen. Beide Fotoserien vereint der Blick auf ein Portugal im Wandel der Zeit. <span id="more-528"></span></p>
<p>Mit Wucht wurde Portugal in den vergangenen Jahrzehnten in die Zukunft geschleudert &#8211; und vor lauter Veränderung scheint das Land bis heute nicht mehr ganz zu wissen, wo es steht. Irgendwo zwischen den ultramodernen Shoppingmalls und Bürohochhäusern Lissabons und verfallenden Bauernhäusern im Alentejo scheint sich der Strom der Zeit noch einen Weg zu suchen. Kann  hier die Fotografie helfen, die Veränderungen zu dokumentieren? <strong>Ist es möglich, in den Millisekunden, die ein Bild einfängt, den Lauf der Dinge darzustellen? </strong>Ja, es geht. Es kommt nur auf die Aussage an. Zwei neue Fotoserien, die sich beide online studieren lassen, fangen den Lauf der Dinge ganz unterschiedlich ein &#8211; und zeigen ein Portugal im Wandel.</p>
<p>Und suchen sich zum Beispiel Botschafter für den Wandel der Zeit: Ruinen. So tut es der Fotograf Gastão Brito e Silva in seiner Sammlung &#8220;Ruin&#8217;Arte&#8221; ,<a title="Ruin'Arte" href="http://galerias.escritacomluz.com/gaston/album18" target="_blank">die hier online zu besichtigen ist</a>.</p>
<p>Zwei <strong>Momentaufnahmen</strong> aus dieser Serie:</p>
<p>Ein <a href="http://galerias.escritacomluz.com/gaston/album18/aab" target="_blank">herrschaftliches Haus, fotografiert vom Fuße eines Hügels aus</a>. Hier, von unten, scheinen die Wände des Gebäudes noch kraftvoll in die Höhe zu streben. Die Perspektive führt nach oben, in Richtung des grauen, wolkendurchwebten Himmels. Wäre dies ein Farbfoto, so müsste der Himmel wahrscheinlich strahlend blau scheinen. Farbe gibt es in diesem Bild aber nur an einer Stelle: Die Sonne strahlt auf die offenen, sandfarbenen Mauern, an denen der blätternde Putz nur noch spärlich die Mauersteine verbergen kann. Fensterscheiben gibt es in diesem Haus nicht mehr: Dort, wo einst Menschen aus dem Haus nach draußen geschaut haben, geben die verbliebenen Höhlen nur noch den Blick auf den grauen Himmel frei. Das Dach ist weggebrochen: Eine Ruine, die sich in ihre eigene Zeit geflüchtet hat.</p>
<p><a href="http://galerias.escritacomluz.com/gaston/album18/aak" target="_blank">Ein anderes Bild:</a> Kein stolzes Haus, sondern eine Baracke. Dieser Kasten war schon in seinem intakten Zustand kein Schmuckstück: Und jetzt ist er zur Ruine geworden. Mauern ohne Fenster, nur zwei große, weit aufgerissene Türeingänge, aus die sich ein Strom aus Steinen ergießt. Draußen, ein paar Meter vor der Bude, liegt ein alter, kaputter Fernseher. Auch hier alles Grau in Grau. Nur eine Sache strahlt farbig, türkisblau wie das Meer: Die Graffiti-Zeichen an der Hauswand: Unverständlich in ihrer Aussage, aber mit Zeichen von Leben.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-539  aligncenter" title="2009-10-26-image001" src="http://www.portugalmania.de/wp-content/2009-10-26-image001.jpg" alt="2009-10-26-image001" width="499" height="265" /></p>
<p style="text-align: center;"><em>Ruinensammlung: Die <a href="http://galerias.escritacomluz.com/gaston/album18" target="_blank">Website zu Ruin&#8217;Arte</a></em></p>
<p><strong>Zwei Mal Ruinen, zwei Mal ein Stück Portugal.</strong> Zwei Motive aus der Serie &#8220;Ruin&#8217;Arte&#8221;. Ob bei Spaziergängen durch Lissabon oder bei Reisen durch Portugal: Immer wieder traf Gastão Brito e Silva auf Ruinen &#8211; Fabriken, Wohnhäuser, Schlösser, Baracken, Türme. Und so griff der ausgebildete Fotograf zur Kamera, versuchte die eigenständige Ausstrahlung jeden einzelnes Gebäude einzufangen. Seine Aufnahmen sind immer in Schwarz-Weiß gehalten &#8211; und wurden zudem digital mit raffinierten Farbeffekten angereichert. Das Ergebnis sind Bilder, die den Ruinen zum einen Würde geben &#8211; und sie als vergessene Botschafter einer alter Zeiten darstellen.</p>
<h2>Ruinen als Sehnsuchtsort?</h2>
<p>An dieser Stelle könnte man so einige Klischees weiterspinnen: Und sich Gedanken hingeben über das portugiesische Verhältnis zu Vergangenheit und Vergänglichkeit, zu Sehnsucht und Saudade. Ähnlich wie die deutschen Romantiker Ruinen als Botschafter eines &#8220;natürlichen Mittelalters&#8221; glorifizierten, gibt es auch in der portugiesischen Kultur immer wieder besondere Ansichten über die Symbolik der verfallenden Bauten. Man denke nur verfallenden Bauten. Ein typisches Beispiel findet sich in jedem Lissabon-Reiseführer: Dort, mitten in der Stadt, stehen die Überreste der beim großen  Erdbeben 1755 zusammengestürzten Karmeliter-Kirche (Igreja do Carmo). Niemals wurde dieses gotische Schmuckstück wieder aufgebaut, die übrig gebliebenen Bögen stehen bis heute als Mahnmal für die Wucht und Gewalt der damaligen Naturkatastrophe.</p>
<p>Andererseits: Zu viel Verklärung sollte man den Ruinen auch nicht beimessen &#8211; und das ist sicherlich auch nicht in Gastão de Brito e Silvas Absicht. Immerhin erlaubte er den Machern des Blogs <a title="Lisboa SOS" href="http://lisboasos.blogspot.com/2009/06/ruinarte_78.html" target="_blank">&#8220;S.O.S. Lisboa&#8221; die Veröffentlichung seiner Werke </a>- und dieser Blog kämpft engagiert für die <strong>Wiederherstellung der verfallenden Altbauten</strong> in Lissabon. Gerade in Portugals Hauptstadt hat der Verfall von Gebäuden beängstigende Ausmaße angenommen. Von Romantik keine Spur: Vielmehr sind die so stadtbildprägenden Bauten Plünderern und Immobilienspekulanten ausgesetzt. Es wäre schön, wenn die Ruinen wieder zurück ins Leben kommen, aus ihrer Zwischenzeit befreit werden.</p>
<p>Wer Portugiesisch spricht, kann auch mehr über das Projekt Ruin&#8217;Arte in einem Video von Expresso.TV erfahren: <a title="Ruin'Arte bei Expresso.TV" href="http://aeiou.expresso.pt/ruinarte" target="_blank">Um retrato de Portugal em ruínas</a>.</p>
<h2>74 Aufnahmen, digital und analog</h2>
<p>Wie steht es mit dem Wandel der Zeit in den Fotografien? Die Ruinen sind eine Möglichkeit, den Gang der Dinge zu illustrieren. Oder man macht es wie<strong> Mel Sewell</strong> aus England &#8211; und fügt 74 Aufnahmen aus den letzten zwölf Jahren zu einer Sammlung zusammen. <strong>Portugal Through My Eyes</strong>, heißt dieses fotografische Meisterwerk. Es ist ein persönlicher Blick auf Portugal: Gebäude sind hier zu finden, Naturmotive, Technik, sehr selten Menschen. Das Buch ist in zwei große Kapitel unterteilt: Eines zeigt die neueren Aufnahmen mit Digitalkamera, andere die analogen Filmbilder. Und so chronologisch, wie die Bilder sortiert sind, so einen interessanten Blick auf den Wandel der Zeit wirft das Buch. Kurz hinter den Spiegelfassaden eines modernen Bürogebäudes folgt ein wunderbar altmodisches Treppenhaus im Art-Deco-Stil.</p>
<p>Kurz nach dem Bild der modernen Ponte Vasco da Gama folgen Impressionen der alten Speicherhäuschen aus dem Minho. <strong>Alt und neu</strong>, sie stehen nebeneinander, und dazwischen immer: Die scheinbar zeitlose Natur. Küsten und Wälder, Wasser und Erde: Bei den grandiosen Naturaufnahmen läuft &#8220;Portugal Through My Eyes&#8221; zu absoluter Größe auf. Aber auch hier, im Unvergänglichen die Zeichen der Zeit: Der zerbrechende Zaun am Strand. Die toten Baumstämme.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-540  aligncenter" title="2009-10-26-image002" src="http://www.portugalmania.de/wp-content/2009-10-26-image002.jpg" alt="2009-10-26-image002" width="290" height="242" /></p>
<p style="text-align: center;"><em><a href="http://www.blurb.com/bookstore/detail/725665" target="_blank">Mit kompletter Vorschau: Portugal Through My Eyes bei Blurb</a></em></p>
<p>Portugal Through My Eyes ist ein opulentes Werk: Nahezu in Postergröße, auf 160 Seiten edelsten Papiers, <strong>limitiert auf 500 Exem</strong>plare &#8211; und zum Liebhaberpreis von 161 Euro bei<a title="Portugal Through My Eyes bei Blurb" href="http://www.blurb.com/bookstore/detail/725665" target="_blank"> Blurb erhältlich</a>. Dankenswerterweise hat Mel Sewell seine Bilder allen Portugalfreunden dieser Welt kostenlos online zur Verfügung gestellt: Beim Händler Blurb lässt sich das komplette Buch<a href="http://www.blurb.com/books/725665" target="_blank"> online durchblättern</a>, und auch in seinem <a title="Mel's Black and White Portfolio" href="http://www.melsbwportfolio.blogspot.com/" target="_blank">Blog Mel&#8217;s Black and White Portfolio </a>sind viele der Aufnahmen einsehbar. Es ist ein Genuss, sich diese Bilder anzuschauen. Und es ist, genau wie Gastão Brito e Silvas Ruinen-Serie, eine gute Gelegenheit, über den Gang der Zeit nachzudenken.</p>
<p>Wer Mel Sewells Fotobuch erwirbt, kann immerhin einen Beitrag dazu leisten, dass viele der Schönheiten Portugals erhalten bleiben &#8211; ein Teil des Erlöses geht an die Umweltschutzorganisation Quercus, eine der wenigen Stimmen Portugals für den Schutz der Natur.</p>
<p><em>Das Titelbild seines Bildbands (es zeigt das Boca do Inferno) bietet Mel Sewell für begrenzte Zeit als Poster an. Die Auflage der Drucke ist auf 100 limitiert, ein Poster kostet 50 britische Pfund (zur Zeit entspricht dies ca. 55 Euro). Alle Infos zu Bestellung und Druck hier:</em> <a href="http://melsbwportfolio.blogspot.com/2009/10/portugal-through-my-eyes-special.html">http://melsbwportfolio.blogspot.com/2009/10/portugal-through-my-eyes-special.html</a></p>
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		<title>Die Bibliothek der Unruhe: In Lissabon treffen Borges und Pessoa endlich zusammen</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Jan 2009 16:48:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gilberto</dc:creator>
				<category><![CDATA[Douro]]></category>
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		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
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		<description><![CDATA[ 	Warum führen die Lissaboner Stadtspaziergänge von Literatur-Nobelpreisträger José Saramago neuerdings in den eher unspektakulär daherkommenden Park &#8220;Arco do Cego&#8221;, mitten im Banken- und Geschäftsviertel der Avenidas Novas gelegen? Eine neue Statue zu Ehren des argentinischen Schriftstellers Jorge Luís Borges ist es, die das Interesse Saramagos weckt. Hier, auf dem Gelände eines ehemaligen Busbahnhofs, kann [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Warum führen die Lissaboner Stadtspaziergänge von Literatur-Nobelpreisträger <strong>José Saramago</strong> neuerdings in den eher unspektakulär daherkommenden Park &#8220;Arco do Cego&#8221;, mitten im Banken- und Geschäftsviertel der Avenidas Novas gelegen? Eine <strong>neue Statue</strong> zu Ehren des argentinischen Schriftstellers<strong> Jorge Luís Borges</strong> ist es, die das Interesse Saramagos weckt. Hier, auf dem Gelände eines ehemaligen Busbahnhofs, kann den realen und virtuellen Spuren Portugals im Werk von Borges nachgespürt werden.</p>
<p><span id="more-506"></span></p>
<p>Eine<strong> Wolke</strong> als Sinnbild für grenzenlos umherschweifende Phantasie. Eine <strong>Hand </strong>als Zeichen für die Schaffenskraft des Künstlers. Mit <a title="Bild des Denkmals " href="http://anossalisboa.cm-lisboa.pt/index.php?id=1885&amp;tx_ttnews[tt_news]=2269" target="_blank">diesen zwei Symbolen</a> fängt der aus Buenos Aires stammende und heute in Italien lebende Bildhauer <a href="http://www.federicobrook.com" target="_blank">Federico Brook</a> das Lebenswerk des argentinischen Schriftstellers <strong>Jorge Luís Borges</strong> in Granit und Marmor ein.</p>
<p>So <strong>geheimnisvoll und vieldeutig </strong>wie die literarischen Arbeiten von Borges kommt die Statue daher, die Anfang Dezember im <a title="Jardim Arco do Cego, Lissabon" href="http://jardinsdigitais.cm-lisboa.pt/index.php?id=1158" target="_blank">Lissaboner Park &#8220;Arco do Cego&#8221;</a> offiziell enthüllt wurde &#8211; und etwas <strong>verloren</strong> steht dieses Denkmal auf der großen, mit Palmen umsäumten Grünfläche, die noch vor <strong>wenigen Jahren ein Busbahnhof</strong> gewesen war.</p>
<p><code><br />
<iframe width="425" height="350" frameborder="0" scrolling="no" marginheight="0" marginwidth="0" src="http://maps.google.de/maps?f=q&amp;hl=de&amp;geocode=&amp;q=av+Duque+de+Avila+10,+lisboa&amp;sll=38.735967,-9.142138&amp;sspn=0.003055,0.006974&amp;ie=UTF8&amp;t=h&amp;g=av+Duque+de+Avila+10,+lisboa&amp;ll=38.744645,-9.137878&amp;spn=0.001527,0.003487&amp;z=14&amp;iwloc=addr&amp;output=embed&amp;s=AARTsJqhvR3KjVEoCKMjT0kG2M2kZC7gLw"></iframe><br /><small><a href="http://maps.google.de/maps?f=q&amp;hl=de&amp;geocode=&amp;q=av+Duque+de+Avila+10,+lisboa&amp;sll=38.735967,-9.142138&amp;sspn=0.003055,0.006974&amp;ie=UTF8&amp;t=h&amp;g=av+Duque+de+Avila+10,+lisboa&amp;ll=38.744645,-9.137878&amp;spn=0.001527,0.003487&amp;z=14&amp;iwloc=addr&amp;source=embed" style="color:#0000FF;text-align:left">Größere Kartenansicht</a></small></code></p>
<p>Doch vielleicht ist gerade dieser noch unbestimmte, irreale Raum des Transits die richtige Heimat für eine Statue von Borges in Lissabon. <strong>Viele Verbindungen</strong>, künstlerisch und biographisch, weisen von Jorge Luís Borges nach <strong>Portugal</strong>. Und vom Terminal in Arco do Cego aus fuhren noch vor wenigen Jahren die Busse auch in den Norden Portugals. Der Region, aus der die Familie Borges entstammt.</p>
<h2>Großmeister der phantastischen Literatur &#8211; mit portugiesischer Herkunft</h2>
<p><a title="Wikipedia über Borges" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jorge_Luis_Borges" target="_blank">Jorge Luís Borges (1899-1986)</a>, gilt als einer der bedeutendsten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Borges etablierte einen neuen Typ <strong>phantastischer, &#8220;virtueller Literatur&#8221;</strong>, die auch heute auf einen stetig wachsenden Freundeskreis bauen kann.</p>
<p>Die <strong>Spuren der Familie</strong> von Borges führen in das nordportugiesische Örtchen <a title="Torre de Moncorvo" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Torre_de_Moncorvo" target="_blank">Torre de Moncorvo am Fluss Douro</a>, von wo aus der Urgroßvater des Dichters vermutlich Anfang des 19. Jahrhunderts nach Argentinien emigierte.</p>
<p>Über das Leben der Familie Borges in Nordportugal ist wenig bekannt. Auch dem gut 100 Jahre nach der Emigration nach Argentinien geborenen Jorge Luís Borges blieb die <strong>Familiengeschichte ein Rätsel</strong>, wie er selbst in dem Gedicht &#8220;<strong>Los Borges</strong>&#8221; schreibt:</p>
<blockquote><p>Nichts oder wenig weiß ich von meinen portugiesischen<br />
Ahnen, den Borges: Unbestimmte Menschen,<br />
die in meinem Fleisch fortbestehen, unklar,<br />
ihre Gewohnheiten, ihre Haltungen und Ängste.</p></blockquote>
<p><a title="Los Borges" href="http://www.poema-de-amor.com.ar/mostrar-poema.php?poema=3390" target="_blank"><em>Zum vollständigen Gedicht auf Spanisch</em></a></p>
<h2>Saudade im Blut</h2>
<p>So sehr sich die Familiengeschichte im Dunkeln verliert, so sehr war Borges doch davon überzeugt, von seiner portugiesischen Herkunft geprägt worden zu sein. Vor allem das <strong>so typisch portugiesische Gefühl der &#8220;Saudade&#8221;</strong> beschäftigte ihn, ja, bestimmte sogar einen Teil seines Schaffens &#8211; so berichtete es zumindest <strong>Maria Kodama</strong>, die Witwe von Borges, die neben Literatur-Nobelpreisträger José Saramago bei der Enthüllung der Borges-Statue Anfang Dezember in Lissabon als Ehrengast anwesend war.</p>
<p>Mit dieser Würdigung in Stein kommt Jorge Luís Borges in der Stadt an, die auch das Spielfeld seines großen und doch unbekannten <strong>Freundes Fernando Pessoa</strong> war. Obwohl sich die beiden Künstler nie kennengelernt haben (Fernando Pessoa dürfte noch nicht einmal etwas von Borges gewusst haben), so ähneln sich auf verblüffende Weise <strong>grundlegende Linien in ihren Werken</strong>.</p>
<h2>Pessoa und Borges: Zwei Geistesverwandte</h2>
<p>Die Saudade, die wehmütige Lust an der Sehnsucht. Die <strong>Auflösung des Autors</strong> in verschiedene Persönlichkeiten. Das Misstrauen gegen die nur scheinbar reale Welt, gegen das ach so Dingliche. <strong>Ähnlichkeiten, Kreuzungen</strong>, die nicht unentdeckt blieben &#8211; in der <strong>Forschung</strong>, die bereits mehrere Disserationen dem Thema widmete, aber auch bei den <a title="Literaturlandkarte Borges" href="http://www.literaturlandkarte.de/fernando+pessoa.html" target="_blank">Lesern</a>.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-508" title="pessoa-borges" src="http://www.portugalmania.de/wp-content/pessoa-borges.jpg" alt="" width="500" height="156" /></p>
<p style="text-align: center;"><em>Wer Pessoa kauft, der mag auch Borges (und Hesse): Screenshot von <a href="http://www.amazon.de" target="_blank">Amazon.de</a></em></p>
<p>Borges muss sein &#8220;Heteronym&#8221; Fernando Pessoa <strong>erst spät en</strong><strong>tdeckt haben</strong>.  Noch 1968 reagierte Borges <a title="Art &amp; Culture über Pessoa" href="http://www.artandculture.com/cgi-bin/WebObjects/ACLive.woa/wa/artist?id=1404" target="_blank">nach Angaben des  Portals art &amp; culture</a> auf die Frage nach Fernando Pessoa mit der Antwort: &#8220;<strong>Who is he?</strong>&#8221; &#8211; wer ist er? (Eine Antwort, die man freilich auch angesichts der vielen Persönlichkeiten von Pessoa auch als subtile Anspielung auf die <strong>Unbestimmbarkeit Pessoas</strong> interpretieren könnte). Aber auch in der in den 40er Jahren von Borges zusammengestellten &#8220;<a title="Bibliothek von Babel" href="http://www.bibliothekvonbabel.de/" target="_blank">Bibliothek von Babel</a>&#8220;, die 30 Meisterwerke der phantastischen Literatur versammelte, fand kein Werk Pessoas seinen Platz. Hätte Borges Pessoa damals schon gekannt, wäre dies sicherlich anders gewesen.</p>
<h2>Lass mich dein Freund sein!</h2>
<p>Doch Jahre später war alles anders. Pessoa war im <strong>Universum Borges</strong> angekommen. Am 2. Januar 1985 schrieb Jorge Luís Borges sogar einen Brief an Fernando Pessoa:</p>
<blockquote><p>Du hast für dich geschrieben, nicht für den Ruhm&#8230; lass mich dein Freund sein!!! (Quelle: <a title="Carta a Fernando Pessoa" href="http://www.pessoa.art.br/?p=551" target="_blank">pessoa.art.br</a>)</p></blockquote>
<p>Nun treffen sich die beiden unbekannten und doch vertrauten Freunde in <strong>Lissabon </strong>- der Stadt, ohne die das Werk Fernando Pessoas nicht denkbar wäre. <strong></strong></p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-509" title="Pessoa in Lissabon" src="http://www.portugalmania.de/wp-content/496784954_2a8515ea1b_m.jpg" alt="" width="240" height="172" /></p>
<p style="text-align: center;"><em>Begegnung mit Fernando Pessoa in Lissabon. Nun ist auch Borges in der Stadt angekommen&#8230;<br />
<a href="http://www.flickr.com/photos/arteurbana/496784954/" target="_blank">Foto: Graffiti Land auf Flickr</a></em> (Creative Commons)</p>
<p><strong>Noch so eine Parallele</strong>: Ohne Buenos Aires, die argentinische Schwester von Lissabon, wäre Jorge Luís Borges ebenfalls kaum vorstellbar. Es scheint, als ob beide in ihren Städten das <strong>geheime Tor zur magischen und phantastischen Welt</strong> gefunden haben. Ein Tor, dessen Schlüssel die Leser beider Autoren nun in Lissabon weiter suchen müssen, um es aufzuschließen.</p>
<p><em>Buenos Aires in Lissabon: Wer auch kulinarisch die Spuren Argentininens in Portugal sucht, dem sei das <a title="Restaurant Buenos Aires" href="http://www.lifecooler.com/edicoes/lifecooler/desenvRegArtigo.asp?reg=385522" target="_blank">Restaurant Buenos Aires </a>oberhalb des Rossio-Bahnhofs (Calçada do Duque 31B) empfohlen. Den Park Arco do Cego erreicht man am besten mit der Metrohaltestelle Alameda (rote und grüne Linie). </em></p>
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		<title>Metamorphosen und Metaphonien: Madredeus erfindet sich neu</title>
		<link>http://www.portugalmania.de/2008/11/metamorphosen-und-metaphonien-madredeus-erfindet-sich-neu/</link>
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		<pubDate>Fri, 07 Nov 2008 17:57:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gilberto</dc:creator>
				<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Madredeus]]></category>
		<category><![CDATA[musik]]></category>
		<category><![CDATA[portugiesische musik]]></category>

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		<description><![CDATA[ 	Tot gesagte leben länger: Fast hätte man „Madredeus“ schon in die Abteilung „Portugiesische Musikgeschichte“ einsortiert – nun meldet sich die Gruppe um Pedro Ayres Magalhaes mit einem eindrucksvollen Comeback zurück. Nicht nur personell hat sich Madredeus mit neuen Kräften verstärkt – auch das Repertoire öffnet sich hin zu neuen Einflüssen aus Ostafrika und Brasilien.
Klassische [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Tot gesagte leben länger: Fast hätte man „<strong>Madredeus</strong>“ schon in die Abteilung „Portugiesische Musikgeschichte“ einsortiert – nun meldet sich die Gruppe um Pedro Ayres Magalhaes mit einem <strong>eindrucksvollen Comeback</strong> zurück. Nicht nur personell hat sich Madredeus mit neuen Kräften verstärkt – auch das Repertoire öffnet sich hin zu neuen Einflüssen aus Ostafrika und Brasilien.</p>
<p><span id="more-500"></span>Klassische portugiesische Musik, nur anders gespielt: Das war seit der Gründung im Jahr 1987 das erklärte Ziel von <strong>Madredeus</strong>, dem wohl eigentümlichsten Gewächs der portugiesischen Musikszene der jüngeren Zeit. </p>
<p>Spätestens seit Wim Wenders&#8217; Film „Lisbon Story“ mausierte sich die Musik von Madredeus zu so etwas wie dem <strong>„offiziellen Soundtrack“ zu Lissabon und Portugal</strong> &#8211; mit einer ganz eigenen Kombination aus portugiesischer Gitarre, elektronischen Synthesizern und vor allem auch dem Gesang von <strong>Teresa Salgueiro</strong>. Doch so wenig sich Portugal selbst ohne seine weltweite Kolonialgeschichte verstehen lässt, so wenig ist die „klassisch portugiesische Musik“ doch eine rein auf Portugal bezogene Erscheinung. Selbst der als so typisch portugiesisch angesehene <strong>Fado </strong>entstand maßgeblich außerhalb Europas – und weist bei aller Unklarheit über die Herkunft doch deutliche Spuren in Richtung Afrika und Brasilien auf.</p>
<h2>Musikalische Entdeckungstouren in Richtung Afrika und Brasilien</h2>
<p>Genau diesen Sprung, den <strong>Mut zum erweiterten Blickwinkel</strong> über den Atlantik hinweg unternimmt nun, mehr als zwanzig Jahre nach ihrer Gründung, auch die Gruppe Madredeus. Die soeben erschienene Doppel-CD „<strong>Metafonia</strong>“ wagt deutliche rhythmischere Akzente und oft mehr Leichtigket als die zahlreichen Vorgängerproduktionen wie zuletzt „Um Amor Infinito“.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-498 aligncenter" title="1108_madredeus-01" src="http://www.portugalmania.de/wp-content/1108_madredeus-01.jpg" alt="" width="250" height="250" /><br />
Metafonia: Mit diesem Album meldet sich Madredeus wieder zurück</p>
<p style="text-align: left;"><strong><a title="Myspace-Seite von Madredeus" href="http://www.myspace.com/madredeuseabandacosmica" target="_blank">Zu Klangproben aus der neuen CD auf der myspace-Seite von Madredeus und der Banda Cósmica&#8230;</a></strong></p>
<p>Und nicht nur das Konzept von Madredeus scheint gewachsen zu sein – auch die Besetzung um Pedro Ayres Magalhaes hat sich <strong>deutlich erweitert</strong>. Statt Teresa Salgueiro als Front-Sängerin melden sich auf „Metafonia“ nun mit Mariana Abrunheiro und Rita Damásio <strong>zwei neue weibliche Stimmen</strong> zu Wort, die bewusst keine Ähnlichkeit mit ihrer bekannten Vorgängerin haben. Und auch im instrumentellen Bereich hat Madredeus aufgestockt: Neu hinzugekommen sind die Musiker der extra zur Madredeus-Expansion gegründeten „<strong>Banda Cósmica</strong>“, die zu den üblichen Synthesizern und portugiesischen Gitarren nun auch etwa Harfenmusik einbringen.</p>
<p>Mit dem neuen Album hat sich Madredeus also in überraschender Weise <strong>neu erfunden</strong> – und ist „im Kern doch die <strong>alte Gruppe geblieben</strong>“, wie Gründervater und Bandmotor Pedro Ayres Magalhaes nicht müde wird zu betonen: „Wir singen weiterhin <strong>nur auf Portugiesisch</strong>, und wir nehmen unsere Aufnahmen nur live auf“, erklärte er etwa <a title="Interview in Destak (Portugiesisch)" href="http://www.destak.pt/artigos.php?art=15217" target="_blank">der Zeitung Destak</a> die Konstanten des alten neuen Madredeus.</p>
<p style="text-align: center;">
<a href="http://www.videos.iol.pt/consola.php?projecto=368&amp;pagina_actual=1&amp;mul_id=12600812&amp;tipo_conteudo=1&amp;tipo=2&amp;referer=1"><img class="size-full wp-image-499 aligncenter" title="1108_madredeus-02" src="http://www.portugalmania.de/wp-content/1108_madredeus-02.jpg" alt="" width="413" height="255" /></a></p>
<p style="text-align: center;"><em>Das Video von &#8220;Eclipse&#8221; aus der neuen CD Metafonia gibt es bei IOL zu sehen: </em><a title="Video &quot;Eclipse&quot;" href="http://www.videos.iol.pt/consola.php?projecto=368&amp;pagina_actual=1&amp;mul_id=12600812&amp;tipo_conteudo=1&amp;tipo=2&amp;referer=1" target="_blank"><em>Hier klicken&#8230;</em></a></p>
<p>Dennoch war ein <strong>N</strong><strong>euanfang dringend nötig</strong> – sah vor einem Jahr doch alles nach einem sanften Ableben von „Madredeus“ aus. Zu einfältig, zu ähnlich wurden die Produktionen. Mit immer neuen <strong>Abwandlungen des Altbekannten</strong> – Madredeus mit Symphonieorchester, Madredeus auf den Azoren, Madredeus elektronisch überformt – gelang der Gruppe  selten etwas Neues.</p>
<p>Es war dann ausgerechnet die für die Musik fast unverzichtbar erscheinende Sängerin Teresa Salgueiro, die sich aus diesem fest gefahrenen Korsett löste, um sich fortan auf eigene Projekte zu konzentrieren. Der Rest der Gruppe ging in ein Sabbatjahr, das für viele nur als<strong> Synonym für ein Ende der Band stand.</strong> Doch nun, nach dem Ende des Sabbaticals, scheint die Kraft für den Neuanfang gekommen zu sein &#8211; mit Metafonia.</p>
<p>Eine <strong>Metaphonie </strong>steht in der Sprachwissenschaft für die Lautänderung eines Vokals, der durch einen anderen unbetonten Vokal erzeugt wird. Es ist und bleibt also der Vokal – und klingt doch anders. Und das gilt auch für das neue  Madredeus-Album: Vieles ist neu, andere Stücke erinnern jedoch noch <strong>stark an die alten Produktionen</strong>. Das liegt vor allem daran, dass die Gruppe nach ihrer letzten Produktion „Um Amor Infinito“ bereits viele neue Songs produziert hatte, die aber nie veröffentlicht wurden. Auf „Metafonia“ kommen auch diese Titel in veränderter Besetzung zum Tragen.</p>
<p><em>Die CD Metafonia ist noch nicht in Deutschland erhältlich, online direkt aus Portugal aber </em><a title="Bestellmöglichkeit bei fnac.pt" href="http://www.fnac.pt/pt/Catalog/Rel_Products.aspx?param=interprete&amp;value=MADREDEUS%20&amp;%20A%20BANDA%20COSMICA&amp;cIndex=1&amp;catalog=discos&amp;categoryN=Discos&amp;category=portuguesa&amp;scategory=portuguesaLigeira∏uct=5603850827541#mainTD " target="_blank"><em>zum Beispiel über fnac.pt</em></a><em> zu bestellen.  Derzeit führen Madredeus und die Banda Cósmica die Titel des neuen Albums auch live im <a title="teatro ibérico" href="http://teatroiberico.com.sapo.pt/" target="_blank">Teatro Ibérico</a> im Lissaboner Stadtteil&#8230; Madredeus (sic!) auf. </em></p>
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		<title>Brasilianisch oder Portugiesisch: Wie viel Vielfalt verträgt eine Weltsprache?</title>
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		<pubDate>Sun, 06 Jul 2008 19:55:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gilberto</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sprache]]></category>
		<category><![CDATA[Acordo Ortográfico]]></category>
		<category><![CDATA[Brasilianisch]]></category>
		<category><![CDATA[portugiesisch]]></category>
		<category><![CDATA[Sprachpolitik]]></category>

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		<description><![CDATA[ 	Ist die &#8220;Weltsprache&#8221; Portugiesisch in Wahrheit gar keine? Obwohl bis zu 230 Millionen Menschen welweit Portugiesisch als Muttersprache verwenden, ist der internationale Einfluss der Sprache gering. Wie kann sich die international verwendete Sprache Portugiesisch nun also tatsächlich zu einer Weltsprache mausern?  Während in Portugal Politiker und Sprachwissenschaftler noch über diese Frage streiten, hat Brasilien [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Ist die &#8220;Weltsprache&#8221; Portugiesisch in Wahrheit gar keine? Obwohl bis zu 230 Millionen Menschen welweit Portugiesisch als Muttersprache verwenden, ist der <strong>internationale Einfluss der Sprache gering</strong>. Wie kann sich die international verwendete Sprache Portugiesisch nun also tatsächlich zu einer Weltsprache mausern?  Während in Portugal Politiker und Sprachwissenschaftler noch über diese Frage streiten, hat Brasilien längst das <strong>Heft des Handelns</strong> in die Hand genommen.<span id="more-393"></span></p>
<p>Viel ist vom alten portugiesischen Weltreich wirklich nicht mehr übrig geblieben. Und doch verweisen traditionsbewusste Portugiesen gerne auf ihre Sprache, die &#8211; ausgehend von Portugal &#8211; auch heute noch auf drei Kontinenten gesprochen wird. <strong>Zwischen 200 und 230 Millionen Menschen</strong> verwenden weltweit die Sprache, die ihnen Bartolomeu Dias und Pedro Álvares Cabral vor fünf Jahrhunderten gebracht haben. Damit belegt das Portugiesische heute<strong> Platz sechs</strong> auf der Weltrangliste der meistgesprochenen Sprachen.</p>
<p>Das Attribut &#8220;<strong>meistgesprochen</strong>&#8221; sagt jedoch noch lange nichts darüber aus, wie viele Nicht-Muttersprachler sich davon begeistern lassen, diese Sprache auch zu lernen. Und so hält der Rektor der Universidade Aberta in Coimbra, Carlos Reis, den <strong>Stolz auf die weite Verbreitung des Portugiesischen</strong> einzig und allein für &#8220;<strong>triumphalistische Rhethorik</strong>&#8220;.</p>
<p>Carlos Reis weiß, wovon er spricht: Denn er hat dem Außenministerium in Lissabon vor wenigen Wochen eine <strong>umfangreiche Studie</strong> über die &#8220;Internationalisierung der portugiesischen Sprache&#8221; vorgelegt &#8211; und die Ergebnisse sind ernüchternd:</p>
<ul>
<li>Zwar gehört Portugiesisch zu den meistgesprochenen Sprachen der Welt &#8211; der tatsächliche Einfluss auf der Weltbühne ist jedoch, vor allem verglichen mit dem Spanischen, gering.</li>
<li>Portugal hat über Jahre hinweg die Etablierung einer internationalen Sprachpolitik versäumt &#8211; und hat damit wertvolle Zeit verspielt.</li>
<li>Nachholbedarf gibt es auch bei der Unterrichtung des Portugiesischen im Ausland. Es fehlen portugiesische Schulen und genügend gut ausgebildete Lehrkräfte jenseits der Landesgrenzen.</li>
</ul>
<p>Ganz neu sind diese Erkenntnisse eigentlich nicht. Bereits 1998 kam der schweizerische Sprachforscher George Weber in seiner immer noch viel zitierten Studie <a title="The World's 10 most influential Languages" href="http://www.andaman.org/BOOK/reprints/weber/rep-weber.htm" target="_blank">&#8220;The World&#8217;s 10 most influential Languages&#8221;</a> zu ähnlichen Ergebnissen: Liegt das Portugiesische bei der Zahl der Sprecher weltweit auf Platz sechs, so landet es beim <strong>tatsächlichen Einfluss</strong> abgeschlagen auf Platz neun &#8211; in dieses Ranking fließen nämlich neben der Zahl der Muttersprachler noch andere Faktoren, wie die Wirtschaftskraft der Länder oder das <strong>sozio-literarische &#8220;Prestige&#8221;</strong> einer Sprache ein.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-394" src="http://www.portugalmania.de/wp-content/06_07_lingua1.jpg" alt="" width="500" height="375" /><em><br />
Die Liebe? Vogel, der Eier aus Eisen legt&#8230; so schön kann nur Portugiesisch sein. Aufnahme aus dem &#8220;<a title="Museu da Língua Portuguesa" href="http://www.estacaodaluz.org.br/" target="_blank">Museu da Língua Portuguesa</a>&#8221; in São Paulo, Brasilien. Foto: <a title="Flickr-Fotoseite" href="http://www.flickr.com/photos/mooranguinho/352014137/" target="_blank">mOOrango* auf Flickr</a></em></p>
<p>Auch Carlos Reis weist in einem <a title="Expresso-Interview mit Carlos Reis" href="http://clix.expresso.pt/gen.pl?p=stories&amp;op=view&amp;fokey=ex.stories/359202" target="_blank">ausführlichen Gespräch mit dem Expresso</a> auf den Unterschied zwischen Quantität und Qualität hin:</p>
<blockquote><p>&#8220;Die Sprecher [des Portugiesischen] leben zu einem Großteil (&#8230;) in Ländern, die im internationalen Konzert leider nur über eine leise Stimme verfügen. Eine Sprache hat nur wenig Möglichkeiten sich zu internationalisieren, solange sich nicht-linguistische Instanzen (Politik, Wirtschaft, Wissenschaft) nicht behaupten können.&#8221;</p></blockquote>
<h2>Portugiesisch-Boom in China</h2>
<p>Ein Faktor, der nicht zu unterschätzen ist. Dort, wo portugiesischsprachige Länder als Handelspartner attraktiv werden, <strong><span style="color: #000000;">erwacht </span><span style="color: #000000;">fast automatisch ein Interesse</span></strong> am Erlernen der portugiesischen Sprache. In China &#8211; und nicht nur in Portugals ehemaliger Kolonie Macau &#8211; hat sich sogar ein kleiner Portugiesisch-Boom entwickelt, der mit vorhandenen Lehrkräften kaum bedient werden kann. Kein Wunder: Schließlich sind chinesische Firmen in den rohstoffreichen Ländern Afrikas äußerst aktiv &#8211; und wer in Moçambique oder Angola als Handelspartner Erfolg haben möchte, muss eben die <strong>Sprache des Marktes</strong> beherrschen.</p>
<p>Doch <strong>welches Portugiesisch</strong> lernen eigentlich die Chinesen? Die Frage ist schwerer zu beantworten als es zunächst scheint. Zwar können sich portugiesischsprechende Menschen weltweit, gleich ob sie aus Afrika, Europa oder Südamerika kommen, durchaus gut verständigen &#8211; und dennoch gibt es, von Land zu Land viele regionale Eigenheiten der Sprache. Über Jahrzehnte hinweg konkurrierten sogar<strong> zwei Schriftsprachen</strong> miteinander: Eine europäisch-afrikanische Variante und eine brasilianische des Portugiesischen.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-396" title="Museu da Língua Portuguesa" src="http://www.portugalmania.de/wp-content/06_07_lingua3.jpg" alt="" width="500" height="375" /><br />
<em>Museu da Língua Portuguesa, Brasilien. </em><em>Foto: </em><a title="Flickr-Fotoseite" href="http://www.flickr.com/photos/mooranguinho/351938370/" target="_blank"><em>mOOrango* auf Flickr</em></a></p>
<p>Spätestens die von Portugal nicht mitgetragene <strong>erste brasilianische Rechtschreibreform im Jahr 1911</strong> markiert den Beginn eines jahrzehntelang anhaltenden Bruchs. Bis heute kam es so, vor allem zwischen Brasilien und Portugal, zu Auseinandersetzungen über das &#8220;<strong>richtige Portugiesisch</strong>&#8220;.  Diskussionen, die manchmal übertrieben erscheinen &#8211; schließlich sind die Unterschiede in der Schriftsprache eher gering und betreffen maximal zwei Prozent des Wortschatzes.</p>
<p>Unterschwellig geht es bei den Debatten jedoch um eine andere Frage: Nämlich um die Deutungshoheit über das Portugiesische. Portugal sieht sich als <strong>&#8220;Geberland&#8221; der Sprache</strong> in einer priviligierten Situation, während Brasilien mit der faktischen Macht von 190 Millionen Sprechern argumentiert.</p>
<p>Ein Konflikt, den etwa Portugals Nachbarland Spanien in dieser Form nie ausfechten musste: <strong>Spanien </strong>setzte in seiner Sprachpolitik traditionell eher auf eine Zusammenarbeit mit den süd- und mittelamerikanischen Ländern. Dieser Gleichklang, verbunden mit der starken hispanischen Präsenz in den USA und einer geschickten Sprachpolitik, katapultierte das Spanische heute zu einer der <strong>einflussreichsten Sprachen der Welt </strong>ganz nach oben. In Webers &#8220;Einfluss-Liste&#8221; belegt das Spanische heute noch Platz drei, während andere Sprachforscher bereits den Titel des <strong>Vize-Meisters</strong> nach dem Englischen und noch vor dem Französischen zusprechen wollen.</p>
<p>Das Beispiel Spanien zeigt auch: Je <strong>größer der Einfluss der Sprache</strong> ist, desto stärker wächst der politische, wirtschaftliche und kulturelle Einfluss in der Welt &#8211; und längst gilt Spanisch weltweit als &#8220;Mode-Sprache&#8221;, die man auch lernt, weil es einfach chic und mondän ist.</p>
<h2>Brasilien will den Sprachvorteil nutzen</h2>
<p>Dieser Erfolg ist auch in den portugiesischsprechenden Ländern nicht unbemerkt geblieben. Und gerade das politisch wie wirtschaftlich <strong>stark aufstrebende Brasilien </strong>pocht nun immer lautstärker darauf, das Lernen von Portugiesisch weltweit zu fördern. Schließlich hat Brasilien noch <strong>große Pläne</strong>: Ein ständiger Sitz im Weltsicherheitsrat steht schon lange auf der Agenda, das Land betreibt ein eigenes Raumfahrtprogramm und sieht sich auch als entscheidender Energielieferant der Zukunft. Zur Untermauerung dieser Rolle muss freilich auch eine <strong>starke Sprachpräsenz </strong>her.</p>
<p>So setzte in den letzten Jahren Brasilien fast immer im Alleingang immer wieder<strong> Initiativen zur Förderung des Portugiesischen</strong> in der Welt in Gang: Erst im April kündigte Brasiliens Außenminister Celso Amorim die Gründung der &#8220;<strong>Universidade da CPLP</strong>&#8221; an &#8211; einer im Nordosten Brasiliens beheimatete Hochschule, die für <strong>alle Studenten</strong> aus der Gemeinschaft der portugiesischsprachigen Länder (CPLP) offenstehe. Eine <strong>kalte Dusche für Portugals Politiker</strong>, die von den Plänen nicht informiert waren &#8211; obwohl sie doch traditionell den Führungsanspruch für solche Gemeinschaftsinitiativen eher im &#8220;Mutterland&#8221; der Sprache angesiedelt sehen.</p>
<p>Angestachelt von den Aktivitäten jenseits des Atlantiks kommt nun auch wieder <strong>Bewegung in die portugiesische Politik</strong>. Auf Basis der Ergebnisse aus der Studie von Carlos Reis will die Regierung am kommenden Donnerstag erstmals in der Geschichte des Landes einen Entwurf für die <strong>internationale Sprachpolitik Portugals</strong> verabschieden.</p>
<p>Ob national oder international &#8211; eins ist dabei ganz klar: Eine internationale Sprachpolitik von Portugal kann <strong>nur im Verbund mit Brasilien</strong> Erfolg haben. Und Carlos Reis schlägt noch weitere ungewöhnliche Allianzen vor &#8211; etwa mit Spanien: In Universitäten könnte man etwa die Fakultäten für spanische und portugiesische Sprache zusammenlegen und so die Studenten animieren, doch gleich<strong> beide Sprachen zu lernen</strong>.</p>
<h2>Unterwerfung oder Kooperation?</h2>
<p>Ein Bündnis mit Brasilien heißt für Carlos Reis jedoch nicht unbedingt &#8220;<strong>Unterwerfung</strong>&#8221; &#8211; eine in Portugal weit verbreitete Furcht. Zwar solle eine internationale Sprachpolitik Portugals immer die Gesamtheit der portugiesisch sprechenden Menschen weltweit im Blick behalten. Doch:</p>
<blockquote><p>&#8220;Auf der anderen Seite wollen wir auch die lokalen Besonderheiten stärker hervorheben, die Kreativität im Wortschatz und den Reichtum der lokalen Sprachformen. Die Botschaft ist jedoch die, sei es gut oder schlecht, dass wir nicht alles tun können.&#8221;</p></blockquote>
<p>So vielfältig das Portugiesische in seiner weltweiten Verwendung auch bleiben soll: Zumindest in der Schriftsprache stehen die <strong>Zeichen derzeit auf Vereinheitlichung</strong>. Nach mehrfachen Anläufen haben sich Ende letzten Jahres alle portugiesischsprachige Länder mit dem &#8220;Acordo Ortográfico&#8221; auf die <a title="Acordo Ortográfico" href="http://www.portugalmania.de/kultur/sprache/2007/rechtschreibreform-auf-portugiesisch-tudo-correcto/" target="_self">Einführung einer gemeinsamen Schriftsprache</a> geeinigt.</p>
<p style="text-align: center;"><em><img class="aligncenter size-full wp-image-395" title="Portugiesisch lernen" src="http://www.portugalmania.de/wp-content/06_07_lingua2.jpg" alt="" width="374" height="500" /><br />
Ob das Portugiesischlernen mit Einführung des Acordo Ortográfico etwas einfacher wird&#8230;? Foto: <a title="Flickr-Fotoseite" href="http://www.flickr.com/photos/markblogt/123940920/" target="_blank">mark ponte auf Flickr</a></em></p>
<p>Diese Einigung beendet die<strong> jahrhundertealte Trennung</strong> der Schreibweisen diesseits und jenseits des Atlantiks. Mit dieser gemeinsamen Schriftsprache schreitet aber auch die &#8220;Brasilianisierung&#8221; des Portugiesischen voran. Denn während sich die Brasilianer mit dem Acordo Ortográfico in der Schreibweise von 0,43 Prozent ihres Wortschatzes umstellen müssen, sind es für die Portugiesen immerhin 1,42 Prozent der Wörter.</p>
<p>Doch den Acordo Ortográfico als <strong>Einfallstor für ein &#8220;brasilianisiertes Portugiesisch&#8221; </strong>zu begreifen sei ein Trugschluss, argumentiert Carlos Reis. Da seien <strong>ganz andere Kräfte</strong> am Wirken: Es sind die Kultur, Mode und vor allem die unzähligen <strong>brasilianischen Telenovelas</strong>, die Tag für Tag auch über die portugiesischen Bildschirme flimmern &#8211; und schon so manch eine Verschiebung in der Alltagssprache bewirkten.</p>
<p>Vielleicht ist in dieser Frage einfach <strong>mehr Gelassenheit</strong> gefordert &#8211; und eine Konzentration auf die wirklich wichtigen Aufgaben: Mehr Möglichkeiten zum Portugiesischlernen im Ausland schaffen, mehr auf lokale Besonderheiten eingehen, Allianzen mit Partnern schmieden. Dann profitieren Portugal und Brasilien gemeinsam vom wachsenden Einfluss einer <strong>&#8220;echten&#8221; Weltsprache Portugiesisch</strong>.</p>
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		<title>Mac-ão? Warum so viele portugiesische Wörter auf ão enden</title>
		<link>http://www.portugalmania.de/2008/07/mac-ao-warum-so-viele-portugiesische-worter-auf-ao-enden/</link>
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		<pubDate>Tue, 01 Jul 2008 22:01:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gilberto</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sprache]]></category>
		<category><![CDATA[Macau]]></category>
		<category><![CDATA[portugiesisch]]></category>

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		<description><![CDATA[ 	&#8220;Viele portugiesische Wörter wie Portimão oder Olhão enden auf &#8216;-ao&#8217; &#8211; und verweisen auf die lange Verbindung Portugals mit der Kolonie Macau&#8221; &#8211; so steht&#8217;s im Bordmagazin der Fluggesellschaft EasyJet. Kann nicht sein? Hier kommt die richtige Erklärung. 
Ausländer wundern sich häufig über das Portugiesische. Diese seltsame Aussprache! Und dann noch die merkwürdigen Endungen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	&#8220;Viele portugiesische Wörter wie Portimão oder Olhão enden auf &#8216;-ao&#8217; &#8211; und verweisen auf die<strong> lange Verbindung Portugals </strong>mit der Kolonie Macau&#8221; &#8211; so steht&#8217;s im Bordmagazin der Fluggesellschaft EasyJet. <strong>Kann nicht sein?</strong> Hier kommt die richtige Erklärung. <span id="more-389"></span></p>
<p>Ausländer wundern sich häufig über das Portugiesische. Diese seltsame Aussprache! Und dann noch die merkwürdigen Endungen von Namen und Begriffen mit einem Doppelvokal: Jo<span style="color: #888888;">ão</span> etwa, die portugiesische Form von Johannes. Oder Ortsnamen: Olh<strong>ão</strong> an der Algarve. Oder in Sachbegriffen wie algod<strong>ão</strong>, Baumwolle.</p>
<p>Klar, dass man vor lauter -ão und -ões schnell einmal durcheinanderkommen kann. Oder wie sonst lässt es sich erklären, dass die Autorin des <strong><span style="color: #000000;">EasyJet-Bordmagazins &#8220;Inflight&#8221;</span></strong> sich eine <a title="EasyJet-Inflight" href="http://easyjetinflight.com/destination/2008/05/Faro" target="_blank"><strong>äußerst verwegene Antwortmöglichkeit</strong></a> für dieses Phänomen einfallen ließ (oder hat sie etwa einen Schluck zuviel aus einer Garraf<strong>ão</strong> Wein getrunken?):</p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-390" title="01_07_inflight" src="http://www.portugalmania.de/wp-content/01_07_inflight.jpg" alt="" width="422" height="70" /></p>
<p><em>(gefunden im Blog <a title="devaneios lowcost" href="http://devaneioslowcost.blogspot.com/2008/06/lies-de-lingustica-portuguesa-by.html" target="_blank">devaneios lowcost</a>)</em></p>
<p>Nun, so fantasievoll diese Interpretation auch ist: An diesem Text stimmt lediglich, dass viele portugiesische Wörter auf -ão enden. Dies liegt aber nicht an Macau, das sich ja &#8211; <a title="Macau-Artikel / Museu do Oriente" href="http://www.portugalmania.de/kultur/museen/2008/lissabon-blickt-nach-osten-das-neue-museu-do-oriente-bringt-asien-nach-portugal/#comments" target="_self">wie ich selbst schon durch aufmerksame Leserinnen korrigiert wurde</a> &#8211; auch mit &#8220;<strong>au</strong>&#8221; und nicht mit &#8220;ão&#8221; am Ende schreibt. Der Grund fürs -ão findet sich viel mehr in der <strong>historischen Entwicklung der portugiesischen Sprache</strong>, die in ihren Ursprüngen auf das Lateinische zurückgeht.</p>
<p>Folgt man <strong>Paul Teyssier</strong> in seiner ebenso kompakten wie exzellenten <a title="Das Buch bei TFM" href="http://www.tfmonline.de/tfm/htm/item.php?id=4457" target="_blank">&#8220;Geschichte der portugiesischen Sprache&#8221; (História da Língua Portuguesa)</a>, so entstanden die -ão-Endungen mit dem <strong>Galego-Portugiesischen</strong> (von 1200 bis etwa 1350). Während dieser Zeit &#8211; die Reconquista war noch im vollen Gange &#8211; entwickelte sich im heutigen Nord-Portugal so etwas wie der Vorläufer des modernen Portugiesisch. Und zu dieser Zeit kam es auch zur Verschiebungen in der Morphologie bei Nomen und Adjektiven.</p>
<p>Vor allem die Wörter, die im Lateinischen mit <em>-anus </em>endeten (z.B. manus, die Hand), erfuhren eine Veränderung in der Aussprache. Aus dem Stamm <strong>manu-</strong> entwickelte sich zunächst <strong>mano</strong> (so, wie &#8220;Hand&#8221; heute noch im Spanischen heißt). Im Galego-Portugiesischen fiel jedoch auch das &#8220;n&#8221; zwischen zwei Vokalen weg, so dass das Wort &#8220;mão&#8221; (Portugiesisch: Hand) entstand &#8211; damals jedoch wohl noch <strong>getrennt mã-o ausgesprochen</strong>. Eine ähnliche Entwicklung zeigt Teyssier für die Endungen -ães (von lateinisch -ane) und -eões (von lateinisch -eone) auf.</p>
<p>Erst ab dem <strong>Jahr 1500</strong> wurden dann die Endungen auf &#8220;-ão&#8221; tatsächlich auch zusammen geschrieben und ausgesprochen. Warum es zu diesem<strong> letzten Schritt der Vereinigung</strong> kam, ist bis heute noch nicht geklärt: Hier reichen die Erklärungsversuche von <strong>rein phonetischen Ansätze</strong>n (wie sie der portugiesische Ethnograph <a title="José Leite de Vasconcelos" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Jos%C3%A9_Leite_de_Vasconcelos" target="_blank">José Leite de Vasconcelos</a> vertrat) bis hin zum Resultat von <strong>komplexen Analogien</strong>.</p>
<p>Wie dem auch sei: Heute gehört das -ão dazu, und hat mehr mit dem Lateinischen und der späteren Sprachentwicklung des Portugiesischen zu tun als mit Macau. <strong>Und wie kam Macau zu seinem Namen?</strong> <a title="Macau auf Wikipedia" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Macau" target="_blank">Wie uns Wikipedia erklärt</a>, befand sich hier zur Zeit der Ankunft der portugiesischen Seefahrer ein<strong> Tempel A-Má</strong>, der der Fischer- und Seefahrer-Gottheit Matsu gewidmet war. Die Seefahrer aus Portugal landeten wohl nahe diesem Tempel an &#8211; und als sie die Einheimischen fragten, wie dieser Ort heiße, erhielten sie als Antwort: &#8220;<strong>A-Ma-Gao</strong>&#8221; &#8211; die Bucht von A-Má. Aus A-Ma-Gao wurde dann schnell Macau &#8211; und das hängt nun gar nicht mit der Verschiebung aus dem Lateinischen -anu zusammen.</p>
<p>Viele Wurzeln, ähnlicher Klang: Bleibt am Ende nur noch &#8211; die Confus<strong>ão</strong>!</p>
<p><img src="file:///C:/Users/Gilbert/AppData/Local/Temp/moz-screenshot-2.jpg" alt="" /></p>
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		<title>Der Fado kehrt zu seinen Wurzeln zurück: Rabih Abou-Khalil &#8220;auf Portugiesisch&#8221;</title>
		<link>http://www.portugalmania.de/2008/06/der-fado-kehrt-zu-seinen-wurzeln-zuruck-rabih-abou-khalil-auf-portugiesisch/</link>
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		<pubDate>Tue, 24 Jun 2008 21:29:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gilberto</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fado]]></category>
		<category><![CDATA[musik]]></category>
		<category><![CDATA[Rabih Abou-Khalil]]></category>
		<category><![CDATA[Ricardo Ribeiro]]></category>
		<category><![CDATA[weltmusik]]></category>

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		<description><![CDATA[ 	Experimentierfeld Fado: Nachdem Portugals Fado-Sängerinnen bereits seit Jahren mit Lust am Probieren die Grenzen des Fados ausloten, ziehen nun die Männer nach. Mit Ricardo Ribeiro wagt ein junger und doch traditionell ausgerichteter &#8220;Fadista&#8221; die Verbindung der Genres &#8211; und sucht nach den Linien, die vom Fado zur Musik von Rabih Abou-Khalil, Meister auf der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	<strong>Experimentierfeld Fado: </strong>Nachdem Portugals Fado-Sängerinnen bereits seit Jahren mit Lust am Probieren die Grenzen des Fados ausloten, ziehen nun die Männer nach. Mit Ricardo Ribeiro wagt ein junger und doch traditionell ausgerichteter &#8220;Fadista&#8221; die Verbindung der Genres &#8211; und sucht nach den Linien, die vom Fado zur Musik von Rabih Abou-Khalil, Meister auf der <strong>arabischen Kurzhalslaute</strong>, führen. <span id="more-384"></span></p>
<p>So langsam könnte selbst den treuesten Freunden des Fado die Geduld ausgehen. Fado elektronisch, Fado schwedisch, Fado literarisch &#8211; immer wilder werden die Crossover-Projekte, die mit dem traditionellen portugiesischen Musikstil betrieben werden. Und nun auch noch Fado unterlegt mit Klängen der <strong>arabischen Kurzhalslaute Oud</strong>? Das klingt übertrieben &#8211; und dennoch erweist sich die CD &#8220;<strong>Em Português</strong>&#8220;, die genau diese Verbindung schafft, als eine der interessantesten musikalischen Neuerscheinungen des Jahres.</p>
<p>Die CD ist eine gemeinsame Produktion des weltweit bekannten Oud-Spielers <strong>Rabih Abou-Khalil</strong> mit dem jungen portugiesischen Fadosänger Ricardo Ribeiro. Beide Musiker sind ihrer Tradition und ihrem Können sehr verpflichtet: Der in München lebende Abou-Khalil ist mit seiner Instrumentalmusik auf der Kurzhalslaute bereits seit Jahrzehnten eine <strong>feste Größe in der Weltmusik</strong>. Der 25-jährige &#8220;Fadista&#8221; Ricardo Ribeiro gilt als einer der<strong><span style="color: #888888;"><span style="color: #000000;"> talentiersten Fado-Sänger</span> </span></strong>seiner Generation &#8211; und hat sich doch vor allem dem traditionellen, im intimen Rahmen vorgetragenen Fado verschrieben.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-385" title="24_06_emportugues" src="http://www.portugalmania.de/wp-content/24_06_emportugues.gif" alt="" width="417" height="382" /><br />
<em>Auf Portugiesisch, in arabisch. Foto: Enja Records</em></p>
<p>So kann man davon ausgehen, dass beide Musiker der Idee eines<strong> gemeinsamen Projekts</strong> zunächst eher skeptisch gegenüberstanden &#8211; und später bei der Umsetzung mit Umsicht handelten. Ricardo Ribeiro spricht auch im Nachhinein noch von einer &#8220;sehr komplizierten&#8221; Aufgabe. Auch Rabih Abou-Khalil empfand die Idee zunächst als &#8220;<strong>verrückt</strong>&#8221; &#8211; bis die Neugierde siegte.</p>
<p>Ideengeber für die Fado-Arbeit Rabih Abou-Khalils war Ricardo Pais, der Direktor des Nationaltheaters São João in Porto. Doch Abou-Khalil ließ den ungewöhnlichen Gedanken zunächst einige Jahre reifen &#8211; bis er dann die Stimme von Ricardo Ribeiro bei der Interpretation von &#8220;<strong>Cabelos Brancos</strong>&#8221; hörte: &#8220;Ich mochte die Art, wie er mit seinen Begleitmusikern umging. Wir dachten, wir müssten zusammen arbeiten,&#8221; erklärte Rabih Abou-Khalil das Zusammentreffen der beiden Künstler im<a title="Cronicas da Terra" href="http://cronicasdaterra.com/cronicas/2008/04/17/rabih-abou-khalil-%E2%80%93-%E2%80%9Camigos-em-portugal%E2%80%9D/" target="_blank"> Online-Magazin &#8220;Cronicas da Terra&#8221;</a>.</p>
<p>So ist die nun veröffentlichte Produktion mit dem Namen &#8220;Em Português&#8221; auch eher als <strong>Zusammenarbeit zweier Musiker</strong> anstatt einer eher künstlichen Verbindung zweier Musikstile zu verstehen. Es geht um die <strong>individuelle Ausdruckskraft</strong>, um Verständnis, um neue musikalische Ideen.</p>
<h2>Was ist hier noch Portugiesisch?</h2>
<p>Dennoch: Was ist am Ende noch &#8220;<strong>Portugiesisch</strong>&#8221; auf einer Platte, die sogar &#8220;<em>auf Portugiesisch</em>&#8221; heißt? Ganz eindeutig ist es der Gesang von Ricardo Ribeiro, der hier zwölf Gedichte verschiedener portugiesischer Dichter vertont. In seiner Tonalität und Melodie ist auch noch ganz deutlich die <strong>Farbe des Fados</strong> herauszuspüren. Doch der Gesang von Ricardo Ribeiro kontrastiert mit der arabischen Oud-Musik von Rabih Abou-Khalil, und fügt sich dennoch <strong>überraschend harmonisch</strong> in deren Rhythmus ein. Vielleicht, weil beide Musiker die gleichen Gefühle einfach nur unterschiedlich ausdrücken?</p>
<p><strong>Sehnsucht, Melancholie, Fatalismus:</strong> Das sind auch einige Konstanten, die Fado und die leicht klagende Musik der arabischen Oud verbinden. Möglicherweise glückt das Experiment von Rabih Abou-Khalil auch deshalb so gut, weil beide Stile die <strong>gleichen Wurzeln </strong>haben. So vielschichtig und geheimnisumwittert die Herkunft des Fado sein mag: Entstanden ist er im arabisch geprägten Stadtviertel Mouraria in Lissabon, und unverkennbar sind seine<strong> orientalischen Einflüsse</strong>.  Rabih Abou-Khalil und Ricardo Ribeiro vollbringen &#8211; gemeinsam mit den ebenfalls beteiligten Luciano Biondini, Michel Godard und Jarrod Cagwin das kleine Kunststück, diese alte Verbundheit in neuer Form wieder zugänglich zu machen.<br />
<script src="http://www.assoc-amazon.de/s/link-enhancer?tag=portugalman0e-21&amp;o=3" type="text/javascript"></script><noscript>&amp;lt;br /&amp;gt; </noscript></p>
<p><em>Die CD &#8220;Em Português&#8221; ist bei <a title="Em Portugues auf Enja Records" href="http://www.enjarecords.com/cd.php?nr=ENJ-9520" target="_blank">Enja Records erschienen</a> und u.a. <a href="http://www.amazon.de/gp/redirect.html?ie=UTF8&amp;location=http%3A%2F%2Fwww.amazon.de%2FEm-Portugues-Rabih-Abou-Khalil%2Fdp%2FB001795SJ6&amp;site-redirect=de&amp;tag=portugalman0e-21&amp;linkCode=ur2&amp;camp=1638&amp;creative=6742">bei Amazon erhältlich</a><img style="border:none !important; margin:0px !important;" src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=portugalman0e-21&amp;l=ur2&amp;o=3" border="0" alt="" width="1" height="1" />. </em></p>
<p><a title="Rabih Abou-Khalil" href="http://www.myspace.com/rabihaboukhalil" target="_blank"><em>Vollständige Hörproben finden sich auf der MySpace-Seite von Rabih Abou-Khalil</em></a></p>
<p><em>Weitere Informationen auch bei <a title="HR2 Kultur - CD der Woche" href="http://www.hr-online.de/website/radio/hr2/index.jsp?rubrik=5746&amp;key=standard_document_34534286" target="_blank">HR2 Kultur</a>.</em></p>
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		<title>Auch mit 120 sorgt Pessoa noch für Unruhe</title>
		<link>http://www.portugalmania.de/2008/06/auch-mit-120-sorgt-pessoa-noch-fur-unruhe/</link>
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		<pubDate>Tue, 17 Jun 2008 20:16:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gilberto</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[fernando pessoa]]></category>

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		<description><![CDATA[ 	Am 13. Juni wäre Fernando Pessoa 120 Jahre alt geworden. Pünktlich zum runden Geburtstag sorgt der Autor des &#8220;Buchs der Unruhe&#8221; wieder für einigen Wirbel: Teile aus dem Nachlass des Dichters stehen zum Verkauf &#8211; und drohen außer Landes zu verschwinden. Ein Trost bleibt: Das Internet bietet sich als letzte Heimat für Pessoas Erbe [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Am 13. Juni wäre Fernando Pessoa 120 Jahre alt geworden. Pünktlich zum runden Geburtstag sorgt der Autor des &#8220;Buchs der Unruhe&#8221; wieder für einigen Wirbel: Teile aus dem Nachlass des Dichters stehen zum Verkauf &#8211; und drohen außer Landes zu verschwinden. Ein Trost bleibt: Das Internet bietet sich als letzte Heimat für Pessoas Erbe an. <span id="more-382"></span></p>
<p>Was hätte <strong>Fernando Pessoa</strong> wohl zum <strong><span style="color: #000000;">Internet </span></strong>gesagt? Vieles spricht dafür, dass der Dichter mit den vielen Persönlichkeiten seinen Spaß an diesem ebenfalls so zersplitterten und vielschichtigen Medium gefunden hätte: <strong>Ungeordnete Texte</strong>, die sich im Cyberspace wie in der großen Truhe Pessoas versenken. Links, die das Internet fast so undurchschaubar machen wie das Straßengewirr der Alfama. Ja, vielleicht hätte Pessoa statt im <em>Martinho da Arcada</em> das ein oder andere Mal sogar in ein <strong>Internet-Café</strong> verirrt.</p>
<p>Nun könnte sich das Internet sogar als <strong>letzter Bewahrer von Pessoas Nachlass</strong> erweisen. Nicht nur, dass Texte von Fernando Pessoa und seinen verschiedenen Heteronymen bereits viel Verbreitung im Web gefunden haben: Bald könnte das Internet der einzige, wenn auch virtuelle Ort sein, in dem <strong>Pessoas persönliche Bibliothek</strong> noch in ihrem ganzen Zusammenhang abrufbar ist.</p>
<p>Nach seinem Tod hinterließ Fernando Pessoa nicht nur die <strong>legendäre Truhe</strong> voller zumeist unveröffentlichter Manuskripte und Texte, sondern auch eine <strong>umfangreiche Privat-Bibliothek</strong>. Einen Teil dieses Nachlasses, rund 1.200 Bücher, verkauften die Erben an den portugiesischen Staat. Diese Dokumente befinden sich heute im Literatur- und Dokumentationszentrum &#8220;Casa Fernando Pessoa&#8221; in Lissabon. Der<strong> Rest der Sammlung</strong> verblieb jedoch im Familienbesitz &#8211; und sorgt nun für Ärger. Denn die Besitzer &#8211; eine Nichte und ein Neffe Pessoas &#8211; scheinen wild entschlossen zu sein, einige Teile &#8220;ihres&#8221; Pessoa-Nachlasses in klingende Münze zu verwandeln.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-383" title="Pessoa-Website" src="http://www.portugalmania.de/wp-content/17_06_pessoa.jpg" alt="" width="411" height="298" /><br />
<em>Die Website der Unruhe: <a href="http://casafernandopessoa.cm-lisboa.pt" target="_blank">http://casafernandopessoa.cm-lisboa.pt</a></em></p>
<p>Schon im <strong>letzten Jahr</strong> brachten sie einige Werke aus der persönlichen Sammlung Pessoas unter den Hammer. Buchstäblich in letzter Minute schaffte es der renommierte Pessoa-Forscher Jerónimo Pizarro, die veräußerten Bücher mit einem Hochleistungs-Scanner zu <strong>digitalisieren</strong>: &#8220;An einem Tag arbeiteten wir bis Mitternacht&#8221;, berichtete Pizarro später im Público. &#8220;Immer als wir dachten, wir hätten es nun geschafft, tauchte schon wieder etwas Neues auf.&#8221; Nun steht wieder eine Verkaufstranche an: Im Dezember möchten die Erben von Fernando Pessoa <a title="TFM: Pessoa-Nachlass wird teilweise versteigert" href="http://tfmonline.wordpress.com/2008/05/26/pessoa-nachlass-wird-teilweise-versteigert/" target="_blank">einige astrologische Schriften aus dem Besitz des Dichters</a> unter den Hammer bringen. Darunter befindet sich auch der möglicherweise unter englischen Liebhabern hoch gehandelte <strong>Briefwechsel </strong>Pessoas mit dem obskuren britischen Magier<strong> Alestair Crowley</strong> (zur denkwürdigen Begegnung Pessoas mit Crowley findet sich <a title="Pessoa und Crowley" href="http://briefeankonrad.blogspot.com/2008/03/aleister-crowley-kommt-nach-portugal.html" target="_blank">hier ein ausführlicher Bericht</a>).</p>
<p>Sollte am Schluss nicht doch noch der noch<strong> betont uninteressierte portugiesische Staat</strong> zuschlagen (wer will auch schon frühzeitig die Preise in die Höhe treiben?), müsste Pizarro also wieder mit seinen Scannern anrücken &#8211; und könnte so zumindest ein weiteres Stück des Nachlasses für die Nachwelt sichern. Vollständig kann die Bibliothek Pessoas ohnehin nicht mehr abgebildet werden. Denn schon zu Lebzeiten entfernte der Dichter Werke aus seinem Besitz &#8211; und auch in den Jahrzehnten nach seinem Tod 1935 verschwanden einige Stücke aus dem Nachlass.</p>
<h2>Ausgewählte Werke aus der Pessoa-Bibliothek im Internet</h2>
<p>Noch stehen die Digitalisierungen Pizarros nicht im Internet zur Verfügung, sondern werden für rein universitäre Zwecke genutzt. Doch für ein paar andere Werke aus der Pessoa-Bibliothek dürfte sich das schon bald ändern. Denn Pizarro hat nun auch in der &#8220;Casa Fernando Pessoa&#8221; &#8211; dem ehemaligen Wohnhaus des Dichters im Stadtteil Campo Pequeno &#8211; <strong>zahlreiche Werke</strong> aus dem dortigen Bibliothek digitalisiert. Über Wochen hinweg herrschte im ersten Obergeschoss des Hauses <strong>ein reges Treiben</strong>: Bücher wurden hin- und hergeschleppt, die einzelnen Seiten wurden im Tageslicht auf dem Balkon fotografiert.</p>
<p>Pünktlich zum 120. Geburtstag sollten dann die <strong>ersten 200 Werke digitalisiert im Internet abrufbar sein</strong>. Ganz geklappt hat dieses ambitionierte Projekt noch nicht &#8211; Probleme mit der Scan-Software haben den pünktlichen Start verhindert. Aber, immerhin, ein kleines Geschenk wurde Fernando Pessoa zu seinem 120. Geburtstag doch noch kredenzt: Das &#8220;Casa Fernando Pessoa&#8221; nahm seine <strong>neue Website</strong> in Betrieb, auf der sich dann bald auch die eingescannten Werke finden werden.</p>
<p>Unter der Adresse <strong><a title="Casa Fernando Pessoa" href="http://casafernandopessoa.cm-lisboa.pt" target="_blank">casafernandopessoa.cm-lisboa.pt</a></strong> verfügt das &#8220;Casa Fernando Pessoa&#8221; endlich wieder über einen würdigen Internetauftritt, nachdem die alte und bei Google noch hoch gelistete Webpräsenz seit Jahren in den Händen einer amerikanischen Spam-Firma liegt und nicht mehr abgeschaltet werden kann. Aber auch diese kleine Ungereimtheit aus dem Cyberspace ist vielleicht wieder eine der typischen <strong>pessoanischen Verwirrungen</strong>. Denn auch mehr als sieben Jahrzehnte nach seinem Tod vermag Pessoa weiterhin zu überraschen. Selbst aus Büchern, die im &#8220;Casa Fernando Pessoa&#8221; gelagert würden, fielen <strong>immer mal wieder Zettel mit bisher unbekannten Gedichten</strong> Pessoas heraus, wie die Institutsleiterin Inês Pedrosa kürzlich der Wochenzeitung Sexta berichtete. Wer weiß, was sich dann noch im Internet aus Pessoas Privat-Bibliothek herausfinden lässt.</p>
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		<title>Gute Musik für eine gute Sache</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Jun 2008 20:12:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gilberto</dc:creator>
				<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[initiativen]]></category>
		<category><![CDATA[musik]]></category>
		<category><![CDATA[portugiesische musik]]></category>

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		<description><![CDATA[ 	Ein gutes Dutzend der  derzeit bekanntesten Musiker Portugals gibt derzeit ein etwas anderes Benefizkonzert: Es findet von Januar bis Oktober rund um die Uhr statt, jeden Monat gibt es einen neuen Song &#8211; und zwar im Internet als MP3-Download. Mit dem Projekt &#8220;Unidos para ajudar&#8221; (Vereint um zu helfen) singen die Künstler vereint gegen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Ein gutes Dutzend der  derzeit bekanntesten Musiker Portugals gibt derzeit ein etwas anderes Benefizkonzert: Es findet von Januar bis Oktober rund um die Uhr statt, jeden Monat gibt es einen neuen Song &#8211; und zwar im Internet als MP3-Download. Mit dem Projekt &#8220;Unidos para ajudar&#8221; (Vereint um zu helfen) singen die Künstler vereint gegen die Stigmatisierung von Menschen mit psychischen Störungen an.</p>
<p><span id="more-375"></span></p>
<p>Nach aktuellen Studien leidet <strong>jeder vierte Europäer </strong>unter einer <a title="Wikipedia-Eintrag zum Thema" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Psychische_St%C3%B6rung" target="_blank">psychischen Störung</a>. Betroffene müssen nicht nur mit den direkten Symptomen dieses Leidens klarkommen &#8211; oftmals kämpfen sie auch gegen <strong>ablehnende Reaktion</strong> in ihrer Umwelt. Egal, ob es sich um Schizophrenie, Depression oder Panikanfälle handelt: Meist ist es schwer, die richtigen Worte zum Beschreiben der Empfindungen zu finden.</p>
<p>Menschen mit psychischen Störungen sind oft <strong>hin- und hergerissen</strong>: Zwischen Akzeptanz und Ablehnung. Zwischen Beleidigung und Respekt. Zwischen <strong>Verzweiflung und Hoffnung</strong>. Diese &#8211; und weitere Gegensatzpaare dienen auch als Obertitel für die verschiedenen Lieder, die bereits seit Januar von der Initiative <strong>&#8220;Unidas para ajudar&#8221;</strong> (UPA08) veröffentlicht werden. Gemeinsames Ziel: Eine breite Öffentlichkeit für die Nöte und Bedürfnisse von Menschen mit psychischen Störungen sensibilisieren &#8211; und diesen ein besseres Lebensumfeld bieten zu können.</p>
<p>Noch bis Oktober wird auf der Homepage von &#8220;<strong>Unidos para ajudar</strong>&#8221; jeden Monat ein neuer Song veröffentlicht, jeweils von einem anderen Künstlergespann und zu einem anderen Oberthema.</p>
<p style="text-align: center;"><a title="UPA08" href="http://www.encontrarse.pt/upa08/" target="_blank"><img class="aligncenter size-full wp-image-376" title="Unidos para ajudar 2008" src="http://www.portugalmania.de/wp-content/09_06_upa08.jpg" alt="" width="450" height="321" /></a><em>Ein Haus für viele Künstler, gemeinsam für die Menschen: Die Website des Projekts &#8220;Unidos para ajudar&#8221;. </em><a title="UPA08" href="http://www.encontrarse.pt/upa08/" target="_blank"><br />
</a></p>
<p>Den Auftakt machten im Januar die Rocklegenden der <strong>Xutos e Pontapés</strong> mit &#8220;Pertencer&#8221; (Zugehören) über das Gegensatzpaar Diskrimierung / Integration (gemeinsam mit Oioai). Einen Monat später folgten der Filmmusiker <strong>Rodrigo Leão</strong> zusammen mit J.P. Simões mit einem Stück über &#8220;Vereinen / Bestätigen&#8221;.</p>
<p>Ebenso auf der Liste: Die Fadosänger <strong>Camané und Mariza</strong> (im September), Songwriter <strong>Sérgio Godinho</strong> und <strong>Tiago Bettencourt</strong>, Gruppen wie<strong> Clã </strong>und <strong>Mão Morta</strong>. Insgesamt ergeben die Beiträge der beteiligten Künstler einen guten Querschnitt der aktuellen portugiesischen Musikszene &#8211; und das noch für einen guten Zweck.</p>
<p>Alle Songs sind als MP3-Download auf der Homepage von &#8220;Unidos para ajudar&#8221; erhältlich &#8211; dies jedoch gegen eine kleine, in der Höhe frei bestimmbare <strong>Spende</strong>. Bezahlt wird über Paypal, ist also auch von Deutschland aus gut möglich. Die <strong>Erlöse der Kampagne</strong> werden für die weitere Unterstützung von Menschen mit psychischen Krankheiten verwendet.</p>
<ul>
<li><a title="Reinhören bei UPA08" href="http://www.encontrarse.pt/upa08/" target="_blank">Hier gibt&#8217;s alle bereits veröffentlichten Lieder zum Reinhören (Portugiesisch)<br />
</a></li>
<li><a title="Download-Seite für die Lieder" href="http://www.encontrarse.pt/pages/donativos.php" target="_blank">Die Lieder zum Download &#8211; gegen Spende (Portugiesisch)</a></li>
</ul>
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		<title>Lissabon blickt nach Osten: Das neue Museu do Oriente bringt Asien nach Portugal</title>
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		<pubDate>Thu, 01 May 2008 20:40:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gilberto</dc:creator>
				<category><![CDATA[Museen]]></category>
		<category><![CDATA[Asien]]></category>
		<category><![CDATA[Fundação Oriente]]></category>
		<category><![CDATA[lissabon]]></category>
		<category><![CDATA[Museu do Oriente]]></category>

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		<description><![CDATA[ 	Im Hafen von Lissabon, am westlichen Rand der Stadt, weist ein neues Museum den Blick in Richtung Osten: Nach zwei Jahrzehnten Vorbereitungszeit eröffnet am 9. Mai das &#8220;Museu do Oriente&#8220;. Dort, wo einst Stockfisch gelagert wurde, warten künftig fast 15.000 Ausstellungsstücke aus verschiedenen Ländern Asiens, von der Türkei bis nach Japan, auf ihre Entdeckung. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Im Hafen von Lissabon, am westlichen Rand der Stadt, weist ein neues Museum den Blick in Richtung Osten: Nach zwei Jahrzehnten Vorbereitungszeit eröffnet am 9. Mai das &#8220;<strong>Museu do Oriente</strong>&#8220;. Dort, wo einst Stockfisch gelagert wurde, warten künftig fast 15.000 Ausstellungsstücke aus verschiedenen Ländern Asiens, von der Türkei bis nach Japan, auf ihre Entdeckung. <span id="more-347"></span></p>
<p>Lange mussten die Lissaboner auf dieses Museum warten. Doch nun erhält Portugal mit dem &#8220;<strong>Museu do Oriente</strong>&#8221; endlich einen Ort, an dem die <strong>luso-asiatischen Beziehungen</strong> in ihrer ganzen Bandbreite gewürdigt werden. Ein Museum, dem es um den <strong>Dialog zwischen Ost und West </strong>geht. Und gerade in unseren Tagen, in denen die westlichen Länder der Welt mit einer Mischung aus Faszination und Unbehagen auf die boomenden Wirtschaften im Fernen Osten schauen, kommt das Gesprächsangebot des Museu do Oriente wie gerufen.</p>
<p><strong>Faszination und Neugierde</strong> auf der einen Seite, <strong>Unbehagen und Misstrauen</strong> auf der anderen: Das waren auch stets die Pole, zwischen denen die Beziehungen zwischen Portugal und seinen asiatischen Handelspartnern oszillierten. Zwar traten die portugiesischen Seefahrer in Asien &#8211; anders als in Afrika und Südamerika &#8211; nicht als Eroberer ganzer Territorien auf, sondern beschränkten sich auf die <strong>Gründung einzelner Handelsstützpunkte</strong> etwa in Goa, Malakka oder Macau. Und doch trauten die Asiaten diesem Frieden nie so recht und befürchteten immer wieder die Überformung ihrer Kultur durch die neuen, fremden Nachbarn.</p>
<p>Und so ist eines der <strong>ersten Ausstellungsstücke</strong>, dem die Gäste des &#8220;Museu do Oriente&#8221; während ihres Besuches begegnen werden,<strong> fast programmatisch</strong> zu verstehen: Es ist eine der ersten Ausgaben von Luis de Camões Meisterwerk &#8220;<strong>Os Lusíadas</strong>&#8220;. Die Lusiaden bestehen aus verschiedenen Gesängen, die vorwiegend von den Heldentaten der glorreichen portugiesischen Seefahrer in Asien berichten &#8211; von der Größe der Kultur und Religion, die sie nach Asien brachten, aber auch von den Nöten des Seefahrertums. Camões war ein <strong>großer Patriot</strong>, der mit diesem Werk die portugiesische Kultur glorifizierte. Andererseits tat sich der Schriftsteller während seiner &#8211; zum Teil zwangsweise verlängerten Aufenthalte in Goa und Macau &#8211; auch als <strong>interessierter Beobachter und Dokumentar</strong> der fremden Kulturen hervor.</p>
<p>Beiden Perspektiven, die portugiesische und die asiatische, will das Museu do Oriente seine Aufmerksamkeit schenken. Und wagt vor allem im zweiten Teil der Dauerausstellung dann doch den Blickwechsel und widmet sich in der <strong>Sammlung &#8220;Kwok On&#8221;</strong> ausschließlich der asiatischen Kultur.</p>
<p>Die <strong>Sammlung &#8220;Kwok On&#8221;</strong> ist ohne Zweifel <strong>das größte Pfund</strong>, mit dem das neue Museum wuchern kann: Sie umfasst rund 13.000 Stücke aus allen Ländern von der Türkei bis Japan: Masken, Kunstwerke aus Elfenbein und Jade, Möbelstücke, Trachten, religiöse Gegenstände &#8211; es ist eine<strong> riesige Schatzkammer der asiatischen Kultur</strong>, die der französische Sinologe Jacques Pimpaneau hier zusammengetragen und der Fundação Oriente als Betreiberin des Museums übergeben hat. Öffentlich zugänglich sind 650 Stücke aus Pimpaneaus Sammlung, der Rest schlummert in den Magazinen.</p>
<p>Ein weiterer Pfeiler des neuen Orient-Museums ist die<strong> hauseigene Sammlung</strong> mit rund 1.400 Ausstellungsstücken, die den portugiesischen Einfluss in Asien dokumentieren. Über Jahre hinweg ist die Fundação Oriente weltweit bei Antiquaren und auf Auktionen auf Einkaufstour gegangen, um ihre Sammlung zu bestücken. Einzelteile aus anderen Museen und Sammlungen kommen ergänzend hinzu.</p>
<p style="text-align: center"><img src="http://www.portugalmania.de/wp-content/01_05_orientmuseum1.jpg" alt="01_05_orientmuseum1.jpg" /><br />
<em>Bald eröffnet: Das Museu do Oriente in Lissabon. Foto: Fundação Oriente</em></p>
<p>Das Museu do Oriente wartet von Beginn an mit einer außergewöhnlichen Fülle an Ausstellungsstücken auf. Und da wundert es nicht, dass es bis zur Eröffnung eine lange Zeit brauchte: <strong>Exakt 20 Jahre</strong> dauerte es von der Idee bis zur Umsetzung.</p>
<p>Das Museum ist ein <strong>Projekt der Fundação Oriente</strong>, die im Jahr 1988 in Lissabon gegründet wurde &#8211; eine Stiftung, die lange Zeit finanziell bestens durch <strong>sprudelnde Einnahmen aus den Spielcasinos von Macau</strong> versorgt war. Diese Gelder werden zwar nun schon länger nicht mehr nach Lissabon überwiesen, aber für den Aufbau eines gut bestückten Kapitalstocks der Stiftung hat es wohl gereicht &#8211; denn die Fundação Oriente bezahlt sowohl die fast <strong>30 Millionen Euro</strong> für den Bau des Museums und übernimmt auch den jährlichen Etat des Hauses von knapp <strong>vier Millionen Euro</strong>.</p>
<p>Schon im Jahr 1988, als die Fundação Oriente als kultureller Brückenbauer zwischen Orient und Okzident gegründet wurde, gab es die ersten Ideen für die Einrichtung eines Museums. Doch wo sollte es entstehen? Das in Lissabon immer wieder beliebte <strong>Immobilien-Roulette </strong>wurde angestoßen.</p>
<p>Was wurde da nicht schon alles vorgeschlagen: Der <strong>Pavilhão do Futuro</strong> auf dem Lissaboner Expo-Gelände, der nun aber das Lissaboner Spielcasino beherbergt. Ein Grundstück auf dem verkehrsumtosten Praça da Espanha, das die Oriente-Stiftung sogar bereits aufgekauft hatte. Das <strong>Cinema São Jorge</strong> an der Avenida da Liberdade, das von der Stadt Lissabon doch weiter als Kino betrieben wird. Zu guter Letzt fiel die Wahl dann aber auf das<strong> ehemalige Lagerhaus für Stockfische</strong> (Armazém de bacalhau) direkt am Tejoufer in den Docks de Alcântara.</p>
<p>Die <strong>Notlösung </strong>erweist sich im Nachhinein als gar nicht so schlechte Wahl. Das knapp hundert Meter lange Kühlhaus wurde in den dreißiger Jahren vom Architekten João Simões im typischen Stil des Estado Novo errichtet &#8211; und nahm im Herzen der Lissaboner lange einen festen Platz ein, sicherte es doch den <strong>Nachschub für das portugiesische Leibgericht</strong> &#8220;Bacalhau&#8221;. Und so ist es vielleicht gar nicht falsch, dass an diesem alten Ort des Handels und des Austauschs nun das Museu do Oriente eingerichtet wurde, für das das Lagerhaus allerdings zunächst aufwändig umgebaut werden musste.</p>
<p>Und nun, mit saftiger Verspätung bei der Fertigstellung der Bauarbeiten, dafür aber gut ausgestattet mit den Millionen der Fundação Oriente, ist vom Museu  do Oriente in Zukunft einiges zu erwarten: Als Ausstellungshaus, aber auch als Zentrum der asiatischen Kultur in Lissabon allgemein.</p>
<p style="text-align: center"><img src="http://www.portugalmania.de/wp-content/01_05_orientmuseum2.jpg" alt="01_05_orientmuseum2.jpg" /><br />
<em>Das Tor nach Asien: Der Eingangsbereich des neuen Museu do Oriente. Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/migufu/2416384528/">Miguel A. Lopes &#8220;Migufu&#8221; auf Flickr</a></em></p>
<p>Denn selbst mit der für sich allein schon beeindruckenden Sammlung möchte sich das Museum nicht zufrieden geben: Regelmäßige <strong>Weltmusik-Konzerte</strong>, Führungen, Kinovorstellungen und Wechselausstellungen sollen das Museu do Oriente <strong>immer wieder ins Gespräch</strong> bringen &#8211; und die Portugiesen und Besucher Lissabons für die asiatischen Kulturen begeistern. Damit erhält Lissabon direkt am Tejoufer, auf halbem Wege zwischen Belém und der Innenstadt, ein <strong>neues Kulturzentrum</strong>, das mit Sicherheit auch weltweit von sich reden machen wird. Denn begreift das Museu do Oriente sich tatsächlich eher als <strong>Ort des Dialogs</strong> denn als Schatztruhe alter Ausstellungsstücke, so könnten von diesem alten Lagerhaus mit seinen aufgebrochenen dicken Wänden interessante Impulse ausgehen.</p>
<p>Und so hat der ferne Orient in Lissabon <strong>einen neuen Ankerplatz </strong>gefunden  &#8211; nur wenige Kilometer von dem Ort entfernt, von dem aus Vasco da Gama am 8. Juli 1497 aufbrach, um den Seeweg nach Indien zu finden &#8211; und damit die Grundlagen für Jahrhunderte währende Beziehungen Portugals mit Asien schuf. Der Osten, er beginnt hier ganz im Westen.</p>
<p><em>Das Museu do Oriente befindet sich im ehemaligen Lagerhaus für Stockfisch (Armazém de bacalhau) am Dock von Alcântara. Der Eintrittspreis wird 4 Euro für einen Erwachsenen betragen. Das Museum ist vom Praça do Comércio oder dem Bahnhof Cais do Sodré mit der Buslinie 12 erreichbar, außerdem mit der Vorort-Bahn nach Cascais (Station Alcântara Mar). Offizielle Homepage unter <a href="http://www.foriente.pt/194/the-museum.htm" title="Museu do Oriente" target="_blank">http://www.foriente.pt/194/the-museum.htm</a> </em><span id="artlead"><span id="Lead"></span></span></p>
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		<title>Amadeo de Souza-Cardoso: Wanderer zwischen den Stilen, Pionier der modernen Kunst</title>
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		<pubDate>Mon, 03 Mar 2008 22:42:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gilberto</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildende Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Amadeo de Souza-Cardoso]]></category>
		<category><![CDATA[Gulbenkian]]></category>
		<category><![CDATA[Hamburg]]></category>

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		<description><![CDATA[ 	Er war ein Pionier der Malerei des frühen 20. Jahrhunderts: Der Portugiese Amadeo de Souza-Cardoso, der sich selbst gern als Wanderer bezeichnete. Hin- und hergerissen zwischen Portugal und Paris, aber auch als Suchender zwischen den verschiedenen Kunststilen seiner Zeit. Eine Ausstellung im Hamburger Ernst Barlach Haus legt die Spuren des hierzulande fast vergessenen Souza-Cardoso [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Er war ein <strong>Pionier der Malerei </strong>des frühen 20. Jahrhunderts: Der Portugiese <strong>Amadeo de Souza-Cardoso</strong>, der sich selbst gern als Wanderer bezeichnete. Hin- und hergerissen zwischen Portugal und Paris, aber auch als Suchender zwischen den verschiedenen Kunststilen seiner Zeit. Eine Ausstellung im <strong>Hamburger Ernst Barlach Haus</strong> legt die Spuren des hierzulande fast vergessenen Souza-Cardoso wieder frei.    <span id="more-287"></span></p>
<p>Zwischen dem<strong> ersten und dem letzten Bild</strong> in der Amadeo de Souza-Cardoso-Ausstellung im überschaubaren Hamburger <a href="http://www.barlach-haus.de/" title="Ernst Barlach Haus" target="_blank">Ernst Barlach Haus</a> liegen vielleicht nur zwanzig oder dreißig Meter. Auch zeitlich reicht die Spanne nicht allzu weit: Das erste ausgestellte Souza-Cardoso-Werk stammt aus dem Jahr <strong>1910</strong>, das letzte von 1917 . Und trotzdem scheinen <strong>zwischen Anfang und Ende Welten</strong> zu liegen: In Aussage, in Wahrnehmung, in der Ausdruckskraft.</p>
<p>Das älteste gezeigte Bild, <em>Bellevue</em> aus dem Jahr 1910, ist noch eine farbenfrohe, nur ansatzweise abstrahierende Darstellung einer <strong>lieblichen Hügellandschaft</strong> mit hohen Turmhäusern, die an Macke oder Klee erinnert. Wie anders dagegen das letzte Werk, <em>Registrierkasse</em> aus dem Jahr 1917: Eine chaotische, fast dadaistische Zusammenstellung von Gegenständen &#8211; ergänzt um sinnfreie Zahlen als letzte nicht mehr abstrakt zerlegbaren Einheiten.</p>
<p align="center">
<div class="mypicsgallery"><a rel="lightbox[souza-cardoso]" href="http://www.portugalmania.de/wp-content/myfotos/souza-cardoso/03_03_cardoso-lapin.jpg"  title="Saut du Lapin"><img  width="100" height="75" src="http://www.portugalmania.de/wp-content/myfotos/souza-cardoso/tumbs/tmb_03_03_cardoso-lapin.jpg" alt="Saut du Lapin" title="Saut du Lapin" /></a><a rel="lightbox[souza-cardoso]" href="http://www.portugalmania.de/wp-content/myfotos/souza-cardoso/03_03_cardoso-pintura.jpg"  title="Pintura"><img  width="100" height="75" src="http://www.portugalmania.de/wp-content/myfotos/souza-cardoso/tumbs/tmb_03_03_cardoso-pintura.jpg" alt="Pintura" title="Pintura" /></a></div>
</p>
<p>Erstaunlich, dass<strong> beide Bilder vom selben Künstler</strong> stammen &#8211; und dass nur sieben Jahre zwischen ihnen liegen. Allein dieser Kontrast zeigt das große Talent von Amadeo de Souza-Cardoso, sich künstlerisch in verschiedenen Formen gekonnt auszudrücken. Und, wer weiß &#8211; diese Entwicklung im Zeitraffer zeigt vielleicht auch, unter welchem <strong>künstlerischen Drang und Schaffensdruck </strong>Souza-Cardoso stand: Er starb mit 30 Jahren an den Folgen der Spanischen Grippe.</p>
<p>Die Krankheit erfasste den Künstler unvermutet &#8211; und doch scheint es manchmal ein zwingender Gedanke zu sein, dass das Schicksal Amadeo wenn nicht schon zur Eile, dann zumindest zum <strong>kraft- und fantasievollen Spiel</strong> mit den Möglichkeiten künstlerischer Ausdrucksmöglichkeiten angetrieben hat. Denn auf <strong>einen einzigen Kunststil </strong>lässt sich das Werk Amadeo de Souza-Cardosos nicht begrenzen.</p>
<p>Inspiriert vom <strong>Kubismus</strong>, fasziniert vom <strong>Futurismus</strong>, angezogen vom <strong>Dadaismus</strong>: Souza-Cardoso lebte in einer Zeit der stilistischen Aufbrüche in der Kunst und ließ sich von den vielen Entwickungen auch anregen. Festlegen lassen wollte er sich hingegen nie: <strong>Nur Künstler sein</strong>, das war sein Ziel.</p>
<p style="text-align: center"><img src="http://www.portugalmania.de/wp-content/03_03_cardoso1.jpg" alt="03_03_cardoso1.jpg" /></p>
<p style="text-align: center"><em>Porträt von Amadeo de Souza-Cardoso. Foto: <a href="http://www.geira.pt/MMASouzaCardoso/" target="_blank">Museu Municipal Amadeo de Souza Cardoso, Amarante</a></em></p>
<p>Und zumindest zu Beginn seiner künstlerischen Karriere schien Amadeo de Souza-Cardoso <strong>zur rechten Zeit am rechten Ort</strong> zu sein. Geboren 1887 in Manhufe (Nord-Portugal) und versehen mit ersten zeichnerischen Ausbildungen in Lissabon zog es den jungen Amadeo am 14. November 1906 &#8211; seinem 19. Geburtstag &#8211; nach <strong>Paris</strong>: Damals das Zentrum der Welt, in dem die umwälzenden Entwicklungen aus Wissenschaft, Psychologie und Kunst ihre größte Resonanz fanden.</p>
<p>Ursprünglich kam Amadeo de Souza-Cardoso in die französische Hauptstadt, um <strong>Architektur </strong>zu studieren. Rasch kühlte jedoch sein Interesse an diesem Fach ab und er widmete sich immer stärker der <strong>Karikatur </strong>und später der Malerei. Von Anfang an stand er dabei in Kontakt mit <strong>vielen bedeutenden Künstlern</strong> seiner Zeit:  Mit seinem Namensvetter <strong>Amedeo Modigliani </strong>verband ihn eine enge Freundschaft, und auch mit Kollegen wie August Macke, Constantin Brancusi oder dem Künstlerpaar Robert und Sonia Delaunay stand er in Kontakt.</p>
<p>Die <strong>ersten künstlerischen Gehversuche</strong> Amadeo de Souza-Cardosos stießen bei Kollegen durchaus auf freundliches Interesse. Selbst <strong>bis nach Amerika</strong> schafften es seine Bilder: 1913 nahm die New Yorker Armory Show, eine Ausstellung für moderne Kunst, einige Werke des Portugiesen auf.</p>
<p><strong>Caminheiro, Wanderer </strong>- um diesen Begriff ergänzte Amadeo de Souza-Cardoso oft seine Unterschrift in Briefen an die Mutter. Und in Paris war es, wo er die<strong> Wanderschaft durch die Stile</strong> aufnahm: Bald schon begann er mit Elementen des Kubismus zu experimentieren, widmete sich aber ebenso auch der detailgetreuen Federzeichnung. Und auch eines seiner interessanten Werke entstand 1912 in Paris: Eine an Fantasie und Stilvielfalt übersprühende <strong>Illustration </strong>zu Gustave Flauberts <em>Légende de Saint Julien l&#8217;Hospitalier</em> &#8211; wie alte mönchische Codices mit der Hand geschrieben, umrahmt von mal figürlichen, mal rein schmückenden Ornamenten.</p>
<p>Doch nicht nur stilistisch war Souza-Cardoso ein Wanderer: Der Maler entwickelte eine wahre Lust daran, sich in eine <strong>eigene Welt der Ritterromantik</strong> hineinzufantasieren. Ob Dom Quijotte, verwunschene Sagenlandschaften oder an die Gestaltung von Wandteppichen erinnernden Darstellungen von Stierkämpfen: Immer wieder beschwört Souza-Cardoso eine <strong>untergegangene, vielleicht nie dagewesene Welt hervor</strong>, an die er sich über die unterschiedlichsten Wege anzunähern versucht.</p>
<p align="left">1914 kommt dann der <strong>große Wendepunkt</strong> in Amadeo de Souza-Cardosos Leben. Während einer Reise mit seiner Frau Lucie Pecetto nach Portugal überrascht ihn am 3. August 1914 die Kriegserklärung Deutschlands an Frankreich. Eine <strong>Rückkehr nach Paris ist ausgeschlossen </strong>- die französische Hauptstadt sollte er nie wiedersehen.</p>
<p>Obwohl seinem Heimatland in tiefer Liebe verbunden, fühlt sich Souza-Cardoso in Portugal von den künstlerischen Entwicklungen der Zeit <strong>abgeschnitten</strong>. Immer wieder plant er die Rückkehr nach Paris, immer wieder zerschlägt sich dieses Vorhaben. In dieser Zeit widmet sich Amadeo de Souza-Cardoso vermehrt der Volkskunst seines Landes  &#8211; und greift <strong>Farben und Motive Portugals</strong> verstärkt auf. Meisterhaft, wie etwa in der Darstellung von Fischerhäuschen die konkrete Darstellung in abstrakte Wahrnehmung übergeht <em>(Das helle Häuschen &#8211; Landschaft, 1916)</em>.</p>
<p style="text-align: center"><img src="http://www.portugalmania.de/wp-content/03_03_cardoso-russa.jpg" alt="03_03_cardoso-russa.jpg" /><br />
<em>Volkslied und Russin und Figaro (1917) von Amadeo de Souza-Cardoso. Quelle: <a href="http://pt.wikipedia.org/wiki/Imagem:Amadeo_de_Souza-Cardoso-7.jpg" title="Wikipedia" target="_blank">Wikipedia</a></em></p>
<p>Den Wanderer Souza-Cardoso zog es noch weiter: Bis hin zu den <strong>avantgardistischen Bildern</strong>, in denen zerlegte Gegenstände in einer verrückten Nicht-Beziehung stehen. Zum Beispiel hier: <em>Volkslied und Russin und Figaro</em> &#8211; mit der Russin ist übrigens <strong>Sofia Delaunay</strong> gemeint. Die Delaunays sind 1917 vor dem Krieg nach Portugal geflohen &#8211; die letzten verbliebenen Freunde aus Pariser Zeiten, mit denen Souza-Cardoso sich (nicht immer reibungsfrei) austauschen konnte.</p>
<p>Am <strong>30. Oktober 1918 </strong>stirbt Amadeo de Souza-Cardoso an den Folgen der Spanischen Grippe. Ein zu früher Tod, der viel Freiraum lässt für Gedankenspiele, was der so begabte Künstler noch hätte produzieren können (oder eben auch nicht). Und ein zu früher Tod, der das Wissen um die Bedeutung dieses <strong>großen Talentierten</strong> rasch wieder vergessen ließ.</p>
<p>Nun wird Amadeo de Souza-Cardoso langsam wieder entdeckt: Als &#8220;<strong>Pionier aus Portugal</strong>&#8221; (so der Name der Ausstellung in Hamburg). Oder zumindest als Wanderer, dessen Spuren eine genauere Betrachtung verdienen.</p>
<p><em>Die Ausstellung &#8220;Amadeo de Souza-Cardoso &#8211; ein Pionier aus Portugal&#8221; läuft noch bis zum 30. März 2008 im Hamburger <a href="http://www.barlach-haus.de/sonder5.htm" title="Ernst Barlach Haus Hamburg" target="_blank">Ernst Barlach Haus</a>. Die Bilder Souza-Cardosos sind ansonsten auch in der <a href="http://www.camjap.gulbenkian.pt/" title="Centro de Arte Moderna" target="_blank">Fundação Calouste Gulbenkian &#8211; Centro de Arte Moderna</a> in Lissabon sowie im <a href="http://www.geira.pt/MMASouzaCardoso/" title="Museu Municipal Amadeo de Souza-Cardoso" target="_blank">Museu Municipal Amadeo de Souza-Cardoso</a> in Amarante zu sehen. </em></p>
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