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	<title>portugalmania.de &#187; Entdeckungen</title>
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	<description>Das portugiesische Logbuch im Netz :: Portugal Blog</description>
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		<title>Die (portugiesischen) Stimmen der Vergangenheit, sie wispern noch: Malakka ist jetzt Weltkulturerbe</title>
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		<pubDate>Sat, 12 Jul 2008 17:54:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gilberto</dc:creator>
				<category><![CDATA[Entdeckungen]]></category>
		<category><![CDATA[Afonso de Albuquerque]]></category>
		<category><![CDATA[Asien]]></category>
		<category><![CDATA[Malakka]]></category>
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		<description><![CDATA[ 	Zu den 27 soeben von der UNESCO frisch ernannten Weltkulturerbestätten gehört auch Malakka. Selten passte der Titel &#8220;Weltkulturerbe&#8221; besser auf einen Ort als auf die Hafenstadt in Malaysia: Über Jahrhunderte hinweg war Malakka eine kulturelle und wirtschaftliche Drehscheibe der Welt, ein frühes Experiment der Globalisierung. Und auch die Portugiesen mischten einst in Malakka kräftig [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Zu den 27 soeben von der UNESCO frisch ernannten Weltkulturerbestätten gehört auch Malakka. Selten passte der Titel &#8220;Weltkulturerbe&#8221; besser auf einen Ort als auf die Hafenstadt in Malaysia: Über Jahrhunderte hinweg war Malakka eine kulturelle und wirtschaftliche Drehscheibe der Welt, ein frühes Experiment der Globalisierung. Und auch die Portugiesen mischten einst in Malakka kräftig mit &#8211; und hinterließen Spuren, die im Malakka von heute nur mit Mühe entdeckt werden können. <span id="more-397"></span></p>
<p>Als die britische <strong>Reiseschriftstellerin Isabella Bird</strong> im Jahre 1886 Malakka besuchte, fand sie statt einer mythischen und belebten Hafenstadt nur noch ein verschlafenes Nest vor: &#8220;Sehr ruhig, heiß, <strong><span style="color: #888888;"><span style="color: #000000;">tropisch, verschlafen und verträumt</span> </span></strong>wirkt Malakka wie eine Stadt völlig außerhalb der Zeiten.&#8221;</p>
<p>Kaum etwas schien vom früheren Ruf Malakkas übrig geblieben zu sein. Kaum noch ein großes Handelsschiff steuerte noch den einstigen Umschlagsplatz für Gewürze an. Der einstige Mittelpunkt Südostasiens schien an den Rand gewandert zu sein &#8211; an den Rand der Geographie und an den <strong>Rand der Zeit.</strong> In merkwürdiger Manier spiegelt Malakka so auf asiatischer Seite das Schicksal <strong>Lissabons</strong>, der ebenfalls einst Mächtigen und bald schon großen Melancholischen unter den Städten Europas.</p>
<p>Lange Zeit durch die Handelsbeziehungen über die Gewürzroute eng verbunden (und seit 1984 wieder mit einer Städtepartnerschaft geeint) erlebten Lissabon und Malakka gleichermaßen den <strong>Aufstieg und Fall der portugiesischen Expansion</strong>. Mit dem Aufkommen neuer Mächte verabschiedeten sich beide Städte in den <strong>morbiden Charme</strong> einer alternden Schönheit, die längst nicht mehr mit den jungen und ehrgeizigen Bräute mithalten konnte &#8211; aber noch viele Geschichten aus bewegteren Tagen erzählen konnte.</p>
<p>Genau diese Fülle an Geschichten, das Wispern der Erzählungen an jeder Ecke von Malakka, das faszinierte dann auch die anfänglich so enttäuschte Isabella Bird: &#8220;Der Lärm der modernen Welt erreicht die Stadt nur in ihren entferntesten Echos,&#8221; schrieb Bird in ihrem Buch <em>The Golden Chersonese</em>: &#8220;Der Schlaf der Stadt ist nahezu traumlos.&#8221;</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-401" title="Uhrmacher in Malakka" src="http://www.portugalmania.de/wp-content/12_07_malakka-time.jpg" alt="" width="332" height="500" /><br />
<em>Zeiten kommen, Zeiten gehen: Ein Uhrmacher in der historischen Altstadt von Malakka. Foto: <a title="Flickr-Fotoseite" href="http://www.flickr.com/photos/juin/70327203/" target="_blank">Juin Hoo auf Flickr</a></em></p>
<p>Es genügt, einfach <strong>lauschend durch die Gassen</strong> von Malakka zu streifen, um die hier in fünf Jahrhunderten angesammelte Geschichten wieder zum Klingen zu bringen. Den Stimmen der Vergangenheit und der Gegenwart zuhören war auch der Ausgangspunkt für das Forschungsprojekt &#8220;<strong>Malacca &#8211; Voices from the street</strong>&#8220;. In jahrelanger Arbeit zogen der Portugiese Fernando Jorge und sein malayischer Partner Lim Huck Chin durch Malakka, um <strong>Geschichte und Gegenwart</strong> der Stadt aufzuschreiben &#8211; und für die Zukunft aufzubewahren:</p>
<blockquote><p>&#8220;Wir begannen damit, den Stimmen von normalen Einwohnern Malakkas zu lauschen. Wir hörten auf die Straßen der Stadt, wenn wir die versteckten Ecken und verlassenen Gässchen aufsuchten. Wir hörten auf die Häuser und die Tempel, auf die Ruinen und Friedhöfe. Selbst auf das Murmeln und Gewisper der verlassenen Räume. Wir hörten an jeder Ecke, bei jedem Schritt. Auf die Lebenden und die Toten. Die Vergangenheit und die Gegenwart. In der Hoffnung, die Geschichte eines außergewöhlichen Ortes und seiner Menschen würde erzählt werden. Und wir hörten sie sprechen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Die Erzählungen von Malakka könnten endlos sein &#8211; und setzen sich zusammen aus einem Flickenteppich der unterschiedlichsten Sprachen, Kulturen und Religionen. Von Chinesen an strategisch günstiger Stelle als <strong>Umschlagsort für Gewürze</strong> von den Molukken gegründet, entwickelte sich Malakka bald zu einem der <strong>führenden Handelszentren Südostasiens</strong>: Ein Treffpunkt für Chinesen, Inder und Araber. Anfang des 15. Jahrhunderts ließ sich dann der Sultan Parameswara aus dem indonesischen Handelsstaat Srivijaya in Malakka nieder und gründete ein malayisches Sultanat. 1414 nahm Parameswara muslimischen Glauben an und leitete so die Islamisierung Südostasiens ein. Zur Staatsreligion wurde der Islam aber nicht: Weiterhin wurde munter in Malakka gehandelt, und es waren vor allem ausländische Kaufleute vor allem aus Indien und China, die die Hafenstadt dann groß machten.</p>
<h2>Florierendes Handelszentrum für die Welt</h2>
<p>In die Zeit von Sultan Parameswara fällt denn auch der <strong>beispiellose Aufstieg Malakkas</strong> als zunächst regionales und später <strong>globales Handelszentrum</strong>. Die Stadt entwickelte sich zum Anziehungspunkt für Menschen aus der gesamten asiatischen Welt. Die wohlhabenden Herrscher und Kaufleute Malakkas leisteten sich ein &#8211; für europäische Verhältnisse &#8211; kaum vorstellbares Luxus. Um die Stadt zu ernähren, fuhren Jahr für Jahr 50 bis 60 Dschunken von Zentral-Java nach Malakka, jeweils beladen mit <strong>15.000 Tonnen Reis</strong>. Malakka muss ein wahrer Schmelztiegel der Kulturen, Sprachen und Religionen gewesen sein: Historiker berichten, dass im 15. Jahrhundert <strong>84 Sprachen</strong> in der Stadt gesprochen wurden. Bei so viel Vielfalt gab es fast nur ein einziges einigendes Band: Die malayische Sprache, die sich als Lingua Franca für den Handel in Asiens Hafenstädte etablierte.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="alignnone size-medium wp-image-398 aligncenter" title="Fortaleza de Malacca" src="http://www.portugalmania.de/wp-content/12_07_fortaleza-malacca-300x204.jpg" alt="Das Fort von Malakka, A Formosa" width="300" height="204" /><br />
<em>Das portugiesische Fort &#8220;A Formosa&#8221; in Malakka. Karte ca. aus dem Jahr 1630. Quelle: <a title="Wikipedia" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Image:Malacca_1630.jpg" target="_blank">Wikipedia</a></em></p>
<p>Der Reichtum Malakkas blieb natürlich auch in Europa nicht unbemerkt. Vor allem die Portugiesen, die im Wettlauf mit Spanien wie besessen den Seeweg nach Indien aufspüren wollten, zeigten sich an den Handelsmöglichkeiten von Malakka interessiert. Und es war ja auch klar: Wer in Malakka Fuß fassen konnte, hatte unmittelbaren Zugriff auf die <strong>lukrative Gewürzroute</strong>. Den Gewürzhandel zwischen Asien und Europa beherrschten damals noch die Araber. So waren die portugiesischen Expeditionen nach Asien auch weniger vom Motiv geleitet, Land zu gewinnen als das <strong>arabische Handelsmonopol zu brechen</strong>.</p>
<p>Vor genau 500 Jahren unternahm der damalige portugiesische König Manuel I. den ersten Versuch, Verbindung mit Malakka aufzunehmen. Am 5. April 1508 verabschiedete der König in Lissabon eine Handelsflotte unter Führung von Diogo Lopes de Sequeira, um einen <strong>Stützpunkt in Malakka </strong>aufzubauen.</p>
<p>Die Araber waren von der neuen Konkurrenz aus Westeuropa freilich alles andere als begeistert &#8211; und wehrten deshalb die Ankunft der Portugiesen in Malakka mit aller Macht ab. Sequeira konnte fliehen, musste aber <strong>einige seiner Männer in Asien zurücklassen</strong> &#8211; einige starben bei den Gefechten, andere gerieten in malayische Gefangenschaft. Die portugiesischen Gefangenen, so schreiben Fernando Jorge und Lim Huck Chin in &#8220;Voices from the street&#8221;, waren denn auch interessanterweise die<strong> ersten Kontaktpersonen zwischen Ost und West</strong>. Denn sie schafften es, die malayische Sprache zu erlernen und Botschaften nach Hause zu übermitteln.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-400" title="Fortaleza Malakka" src="http://www.portugalmania.de/wp-content/12_07_fortaleza-malacca2.jpg" alt="" width="500" height="375" /><br />
<em>Was vom Fortaleza übrig blieb: Das Santiago-Tor (Porta do Santiago). Foto: <a title="Flickr-Fotoseite" href="http://www.flickr.com/photos/ianlloyd/322571115/" target="_blank">lloydi auf Flickr</a></em></p>
<p>Portugal verfügte bald also über bessere Kenntnisse der Lage in Malakka und wagte drei Jahre <strong>einen zweiten Anlauf</strong>. Dieses Mal führte Afonso de Albuquerque die Mission an, und zunächst schien alles glatt zu laufen: Am 1. Juli 1511 betrat Albuquerque malakkischen Boden und versuchte, wie damalige Chronisten berichten, zunächst <strong>Signale des Friedens</strong> auszusenden. Dennoch eskalierten bald Aggressionen gegen die portugiesischen Neuankömmlinge, so dass Albuqerque doch zu den Waffen griff.</p>
<p>Am <strong>15. August 1511</strong> fiel Malakka dann endgültig unter portugiesische Gewalt. Damit eroberte sich das aufstrebende portugiesische Weltreich östlich des bereits etablierten Stützpunktes Goa einen Handelsposten, von dem aus das gewinnbringende Gewürzgeschäft aufgerollt werden konnte. Und obwohl Afonso de Albuquerque auch das gewaltige Fort &#8220;A Formosa&#8221; errichtete, hielt er sich <strong>nicht allzu viel mit Machtpolitik </strong>auf. Vielmehr versuchte er mit aller Macht, den Handel am Leben zu erhalten. Und das mit viel Multi-Kulti: Albuquerque förderte beispielsweise Ehen zwischen Portugiesen und Einwohnern Malakkas &#8211; und baute auf die Loyalität einer zunehmend gemischten portugiesisch-asiatischen Bevölkerung.</p>
<p>Mit der Dominanz der Portugiesen veränderte auch Malakka langsam sein Gesicht: Bauten die Neuankömmlinge ihre Häuser zunächst noch im lokal üblichen Stil, nämlich mit Holz, so entstanden nach und nach immer mehr Gebäude aus Stein in <strong>europäischer Bauweise</strong>. Neben Wohn- und Geschäftshäusern wurden auch viele Kirchen gebaut &#8211; im Zuge der Händler erreichten schließlich auch die katholischen Missionare Asien. Berühmtester Besucher unter ihnen war der Jesuitenpater <strong>Francisco de Xavier </strong>im Jahr 1545, auf dessen Betreiben auch die heute einzige noch in Teilen erhaltene portugiesische Kirche &#8220;<strong>Nossa Senhora de Monte</strong>&#8221; entstand. Die später St. Paul genannte Kirche diente zeitweise auch als Begräbnisstätte für Francisco de Xavier.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.flickr.com/photos/e-chan/406635413/"><img class="alignnone size-full wp-image-399 aligncenter" title="Texturen der St. Paulskirche" src="http://www.portugalmania.de/wp-content/12_07_stpauls.jpg" alt="" width="500" height="375" /><br />
</a><em>Texturen der Vergangenheit: Eine Detailaufnahme der St. Paulskirche in Malakka. Foto: </em><a href="http://www.flickr.com/photos/e-chan/406635413/"><em></em></a><em><a title="Flickr-Fotoseite" href="http://www.flickr.com/photos/e-chan/406635413/" target="_blank">e-chan auf Flickr</a></em></p>
<p>Wer heute nach den portugiesischen Zeugnissen in Malakka sucht, muss sich nur noch mit <strong>versteckten Resten</strong> zufrieden geben. Im Jahr 1641 übernahmen die Holländer das Kommando, gefolgt von den Briten &#8211; und beide stülpten auch dem Bild der Stadt ihre Vorstellungen über. Anfang des 19. Jahrhunderts begann die <strong>Abtragung des portugiesischen Forts</strong> &#8211; dies zum Teil aber unter heftigen Protesten der Bevölkerung.</p>
<p>Mit dem Fall von Malakka an die neuen Machthaber setzte auch der <strong>schleichende Niedergang der Stadt</strong> ein. Für Holländer wie für Briten war Malakka nur noch ein Nebenschauplatz &#8211; bei den Niederländern hatte Batavia die Rolle als Handelszentrum übernommen, für das britische Königreich war später dann <strong>Singapur die Referenz</strong>. Von der imposanten Befestigungsanlage &#8220;A Formosa&#8221; ist lediglich ein kleines Tor übrig geblieben. Die St. Paulskirche ist &#8211; in Teilen &#8211; erhalten. Eine kleine <strong>Kristang-Gemeinschaft</strong> pflegt bis heute noch die portugiesische Sprache.</p>
<h2>UNESCO-Weltkulturerbe Malakka: Konflikte vorprogrammiert</h2>
<p>Malakka, heute eine Stadt mit gut 300.000 Einwohnern, fasziniert wie schon vor hundert Jahren Isabella Bird noch immer durch das reiche kulturelle Erbe. Aus diesem Grund ernannte die UNESCO kürzlich bei ihrer Vollversammlung in Kanada <strong>Malakka </strong>(auf malayisch: Melaka) gemeinsam mit der britischen Gründung <strong>George Town</strong> zum <a title="UNESCO Weltkulturerbe Malakka" href="http://whc.unesco.org/en/list/1223" target="_blank">UNESCO-Weltkulturerbe</a>: &#8220;Die Einflüsse Asiens und Europas haben die Städte mit einem <strong>speziellen multikulturellen Erbe</strong> ausgestattet, das berührbar und auch nicht berührbar ist,&#8221; heißt es in der Begründung.</p>
<p>Der besondere Schutz von Malakka kommt gerade zur rechten Zeit &#8211; und wird möglicherweise auch zu manch einem Konflikt führen. Denn Lim Huck Chin und Fernando Jorge weisen in &#8220;Malacca &#8211; Voices from the street&#8221;  besorgt darauf hin, dass das historische Stadtzentrum von Malakka <strong>in höchster Gefahr </strong>ist. Immer mehr Gebäude der historischen Altstadt, ja, ganze Straßenzüge verschwinden mittlerweile, um im Namen eines kurz gedachten Fortschritts<strong> gesichtslosen Neubauten</strong> Platz zu machen. An vielen Stellen ist das 2006 erschienene Werk bereits zu einem Dokument verlorener historischer Orte in Malakka geworden.</p>
<p>Noch wispern die alten Mauern Malakkas von den Begebenheiten der Vergangenheit. Von den goldenen Zeiten, als Malakka ein <strong>Treffpunkt der Kulturen</strong> war &#8211; ein erstes Positivbeispiel für die Globalisierung. Doch die Gefahr ist groß, dass die Stimmen bald verstummen &#8211; und vom monotonen Dröhnen der Moderne übertönt werden. Es bleibt zu hoffen, dass der UNESCO-Schutz für ein <strong>Umdenken </strong>sorgt.</p>
<p>Das Buch &#8220;Malacca &#8211; Voices from the street&#8221; ist weltweit in ausgewählten Buchhandlungen erhältlich. <a title="Malacca - Voices from the Street" href="http://www.malaccavoices.com/" target="_blank"><strong>Alle Informationen auf der Website zum Buch</strong></a></p>
<p><em>Die Autoren sind insbesondere im deutschsprachigen Raum noch an Buchhandlungen interessiert, die das Buch vertreiben möchten  &#8211; Kontakt auch über portugalmania (gilberto@portugalmania.de oder <a title="Kontaktformular zu Gilbert Schwartmann" href="http://www.portugalmania.de/about/impressum/" target="_blank">Kontaktformular</a>). </em></p>
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		<title>Schiffsfund vor Namibia: Eine letzte Spur zu Bartolomeu Dias?</title>
		<link>http://www.portugalmania.de/2008/05/schiffsfund-vor-namibia-eine-letzte-spur-zu-bartolomeu-dias/</link>
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		<pubDate>Sat, 03 May 2008 08:50:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gilberto</dc:creator>
				<category><![CDATA[Entdeckungen]]></category>
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		<description><![CDATA[ 	Ein kürzlich vor der Küste Namibias gefundenes Schiffswrack aus dem 16. Jahrhundert gibt viele Rätsel auf. Technisch gesehen war das vermutlich aus Portugal oder Spanien stammende Schiff ziemlich marode &#8211; und doch voll beladen mit Reichtümern und Kostbarkeiten. Handelt es sich hier etwa um das Boot, das den  portugiesischen Entdecker Bartolomeu Dias auf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Ein kürzlich vor der Küste Namibias gefundenes Schiffswrack aus dem 16. Jahrhundert gibt viele Rätsel auf. Technisch gesehen war das vermutlich aus Portugal oder Spanien stammende Schiff ziemlich marode &#8211; und doch voll beladen mit Reichtümern und Kostbarkeiten. Handelt es sich hier etwa um das Boot, das den  portugiesischen Entdecker Bartolomeu Dias auf seiner letzten Fahrt in die Tiefe riss?  <span id="more-350"></span></p>
<p>Das beginnende 16. Jahrhundert muss eine aufregende Zeit gewesen sein. Angelockt von den Reichtümern Asiens begannen die europäischen Staaten, insbesondere Portugal und Spanien, mit Macht die <strong>Suche nach neuen Handelsrouten</strong> aufzunehmen. Gerade die <strong>portugiesischen Seefahrer</strong> konnten große Erfolge verbuchen: Schon im Jahr <strong>1488 </strong>entdeckte <strong>Bartolomeu Dias</strong> das Kap der Guten Hoffnung. Wenige Jahre später gelang es dann Vasco da Gama, die Reise nach Indien komplett zu machen.</p>
<p>Vor 500 Jahren entwickelte sich allmählich vor der Atlantikküste Afrikas ein reger Schiffsverkehr. Jetzt galt es, den Handel mit Indien und fernöstlichen Ländern aufzubauen, neue Allianzen zu schmieden, sich handfeste <strong>Vorteile im beginnenden globalen Wettbewerb</strong> zu sichern. Und doch war die Technik längst nicht ausgereift: Entdecker wie Händler segelten mit wahren <strong>Nussschalen </strong>über die Weiten der gerade im südlichen Afrika auch vom Sturm aufgepeitschten Meere &#8211; ohne die heutigen nautischen Instrumente und mit noch geringen Kenntnissen über die Topographie des bereisten Gebiets.</p>
<p>So ist das vor wenigen Tagen vor der Küste Namibias gefundene Schiffswrack ein typisches Beispiel jener Zeit, als der<strong> Reiz des Reichtums</strong> stärker war als die Angst vor dem Untergang. Und es ist fast eine Ironie, dass einer der <strong>modernen Jäger</strong> nach Reichtümern, nämlich der südafrikanische Diamantenkonzern De Beers, nun das Wrack der Rohstoff-Sucher aus der alten Zeit gefunden hat. De Beers erforscht derzeit die Küste Namibias nach <strong>neuen Diamantenvorkommen</strong> &#8211; und schreckt dafür nicht zurück, mit künstlichen Dämmen Teile des Atlantiks trocken zu legen. Und kaum verschwand das Meer, so legte es einige Geheimnisse frei: Die Diamantensucher stießen auf <strong>Kupfer</strong>, und rasch wurde klar &#8211; hier könnte ein Schatzschiff geborgen worden sein. Über das Ende April frei gelegte Schiffswrack haben mittlerweile zahlreiche Medien weltweit berichtet (siehe zum Beispiel <a title="Artikel bei SPIEGEL ONLINE" href="http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,551077,00.html" target="_blank">SPIEGEL ONLINE</a> oder <a title=" Namibia finds treasure shipwreck" href="http://news.bbc.co.uk/2/hi/africa/7376259.stm" target="_blank">BBC</a>).</p>
<p>&#8220;<strong>Auf so einen Fund habe ich 20 Jahre gewartet&#8221;</strong>, jubelt der von De Beers zur Untersuchung des Schiffs eingesetzte Archäologe Dieter Noli nun. Und wer will es ihm verdenken? Denn das Wrack von Namibia könnte sich wirklich als wahre <strong>Schatztruhe für die Forschung </strong>erweisen. Zumindest birgt es viele Geheimnisse, die noch geklärt werden müssen. So hat Noli bereits jetzt Spuren der Arbeit von <strong>Holzwürmern </strong>in den Schiffswänden konstatiert: Bereits zum Zeitpunkt des Untergangs muss das Boot also <strong>recht betagt</strong> gewesen sein. Als einziges nautisches Instrument konnte ein Astrolabium, ein relativ ungenauer Vorgänger des heutigen Sextanten, geborgen werden.</p>
<p>So spärlich die <strong>technische Ausrüstung</strong> war, so üppig fiel die restliche Fracht aus. Das Schiff war voll beladen mit Reichtümern, und das macht die ganze Geschichte so rätselhaft: Goldmünzen aus Spanien, <strong>weitere Gold- und Silbermünzen aus Portugal</strong>, sowie große Mengen an Elfenbein und Kupfer. Das Kupfer, so spekuliert Noli, könnte die portugiesische oder spanische Regierung bestellt haben, um Material für neue Kanonen zu besorgen. <strong>Elfenbein </strong>war ebenfalls ein Handelsgut, das vom Adel kontrolliert wurde. Aber warum dann die vielen Münzen? Damit hätte die Fracht doch eigentlich bezahlt werden können? War der Kapitän ein Pirat, oder ein besonders gerissener Händler?</p>
<p>All das hat ihm am Ende nichts genutzt. Vermutlich kenterte das so hoffnungslos überladene Boot im Sturm und versank dann in den Tiefen des Meeres &#8211; bis es von den Schatzsuchern der Moderne wieder ans Tageslicht befördert wurde.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-351" style="vertical-align: middle;" title="03_05_dias" src="http://www.portugalmania.de/wp-content/03_05_dias.jpg" alt="Bartolomeu Dias vor der Küste des Kaps der Guten Hoffnung" width="319" height="400" /></p>
<p style="text-align: center;"><em>Stürmisches Meer, winzige Boote: Bartolomeu Dias bei der Entdeckung des Kaps der Guten Hoffnung. Eine Illustration aus dem Jahre 1902. <a title="Wikipedia" href="http://commons.wikimedia.org/wiki/Image:Bartolomeu_dia_cape_of_good_hope.jpg" target="_blank">Quelle: Wikipedia</a></em></p>
<p>Nun beginnt also die <strong>Suche nach der wahren Identität</strong> des &#8220;Schatzschiffes von Namibia&#8221;. Vieles spricht dafür, dass es aus Portugal stammt &#8211; und wer weiß, vielleicht war es ja sogar das <strong>letzte Schiff von Bartolomeu Dias</strong>. Dias, der mit seiner Entdeckung des Kaps der Guten Hoffnung eigentlich der wahre Wegbereiter für die Seeroute nach Indien war, konnte diesen großen Erfolg persönlich nie so richtig für sich ausnutzen. Es war Vasco da Gama, der vom König damals auf die finale Entdeckungsmission des Seewegs nach Indien geschickt wurde, und nicht Bartolomeu Dias: Warum dies so war, ist bis heute unklar.</p>
<p>Und auch bei der weiteren Mission fuhr Bartolomeu Dias nur als &#8220;<strong>Beifahrer</strong>&#8221; und Kommandant eines kleineren Schiffes mit: Es war die Entdeckungsreise, die <strong>Pedro Álvares Cabral</strong> im Jahr 1500 mit einer großen Flotte an Karavellen anführte. Ziel war wiederum Indien gewesen, doch die Schiffe trieben nach Westen ab und entdeckten so durch Zufall Brasilien.</p>
<p>Später fuhr die Cabral-Flotte dann über den Südatlantik weiter, um später doch noch Indien zu erreichen. Doch nur die wenigsten mitfahrenden Karavellen erreichten letzendlich Asien, und auch das Schiff von Bartolomeu Dias sank bei <strong>schweren Stürmen am 23. Mai 1500</strong> vor der Küste des südwestlichen Afrikas. Ob das nun gefundene Schiff das von Dias war, soll nun erforscht werden.</p>
<p>Die Forschungen könnten die vom Schatzschiff aufgeworfenen Fragen klären &#8211; Spanien und Portugal haben bereits ihre Mithilfe angekündigt. So könnte sich hier, knapp 8.000 Kilometer Luftlinie von Lissabon entfernt, endlich ein weiteres Puzzlestück für die <strong>Erforschung der portugiesischen Seefahrtsgeschichte</strong> hinzufügen lassen. Doch selbst, wenn das Geheimnis des Schatzschiffes von Namibia gelüftet werden sollte: Andere Rätsel bleiben bestehen. In Portugal findet zum Beispiel <a title="Christoph Kolumbus ein Portugiese?" href="http://www.colombo.bz/" target="_blank">die These immer mehr Gehör</a>, dass auch <strong>Christoph Kolumbus ein Portugiese</strong> war &#8211; der dann im spanischen Auftrage Amerika entdeckte. Wer weiß, ob das Meer eines Tages uns eine Antwort auf diese Frage aus der Tiefe der Geschichte an die Oberfläche zaubert.</p>
<p><em>Artikel erstellt unter Verwendung von Materialien aus <strong>Portugalnyt</strong>, dem führenden skandinavischen Portal zu Portugal: &#8220;<a title="Portugalnyt" href="http://www.portugalnyt.dk/blogs/nytfraportugal/archive/2008/05/01/Skat-kan-stamme-fra-portugisisk-skib-fra-opdagelsestiden-skattefund-Politiken-Namibia-Cristoffer-Columbus-Bartolomeus-Dias-Vasco-da-Gama.aspx" target="_self">Skat kan stamme fra portugisisk skib fra opdagelsestiden</a>&#8220;.</em></p>
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		</item>
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		<title>Encompassing the Globe: Washington entdeckt Portugals Seefahrer</title>
		<link>http://www.portugalmania.de/2007/08/encompassing-the-globe-washington-entdeckt-portugals-seefahrer/</link>
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		<pubDate>Wed, 29 Aug 2007 21:59:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gilberto</dc:creator>
				<category><![CDATA[Entdeckungen]]></category>
		<category><![CDATA[seefahrer]]></category>
		<category><![CDATA[smithsonian]]></category>

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		<description><![CDATA[ 	Portugals Entdeckungen des 16. und 17. Jahrhunderts markieren den Grundstein für die Globalisierung. Doch schon damals sorgte der Kontakt zwischen Ost und West für so manch eine Irritation. Eine große Ausstellung im Washingtoner Smithsonian-Institut spürt den kulturellen Verwerfungen nach, die die portugiesischen Seefahrten mit sich brachten.
Die Geschichte der portugiesischen Entdeckungen im 16. und 17. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Portugals Entdeckungen des 16. und 17. Jahrhunderts markieren den Grundstein für die Globalisierung. Doch schon damals sorgte der Kontakt zwischen Ost und West für so manch eine Irritation. Eine große Ausstellung im Washingtoner Smithsonian-Institut spürt den kulturellen Verwerfungen nach, die die portugiesischen Seefahrten mit sich brachten.<span id="more-49"></span></p>
<p>Die Geschichte der <strong>portugiesischen Entdeckungen im 16. und 17. Jahrhundert</strong> hatte nicht nur politische und wirtschaftliche Auswirkungen. Auch kulturell hatte der Kontakt mit den neuen Handelspartnern und Kolonien in Afrika, Asien und Amerika seine Spuren hinterlassen &#8211; sowohl bei den &#8220;Entdeckern&#8221; selbst wie auch bei den Menschen in Übersee.</p>
<p>Die große Ausstellung &#8220;<strong>Encompassing the Globe</strong>&#8221; in ter Arthur M. Sackler Gallery des Washingtoner Smithsonian-Instituts spürt nun diesen <strong>kulturellen Zusammenstößen</strong> nach: Mehr als 250 Ausstellungsstücke aus der ganzen Welt zeigen, wie sich Portugiesen und Europäer vom &#8220;Hauch der Exotik&#8221; betören ließen &#8211; und auch, wie Inder oder Japaner die neuen europäischen Mitbewohner wahrnahmen.</p>
<p>Und wie so oft bei solchen kulturellen Großprojekten hatte &#8220;Encompassing the Globe&#8221; eine <strong>lange Vorgeschichte</strong>. Schon 1992 kam Kurator Jay Levenson die Idee für eine umfassende Darstellung des portugiesischen Weltreichs und dessen Seefahrer. Damals arbeitete Levenson an einer Ausstellung zum fünfhundertsten Jahrestag der Landung Kolumbus in Amerika. Levenson versuchte, für diese Schau <strong>Exponate aus Portugal</strong> zu organisieren &#8211; und stieß auf ungeahnt viele Hindernisse. Viele der von ihm angeforderten Kunstwerke und Dokumente seien bis dahin noch nie für eine Sonderausstellung ausgeliehen worden, berichtete Levenson im <a href="http://www.smithsonianmag.com/issues/2007/june/portugal.php" target="_blank" title="Interview mit Smithsonian Magazine">Interview mit dem Smithsonian Magazine</a>. Und obwohl Jay Levenson seitdem über gute Kontakte nach Portugal verfügte, dauerte es weitere fünfzehn Jahre bis zur Verwirklichung der großen Ausstellung über die portugiesischen Entdeckungen, die jetzt noch bis zum 16. September 2007 läuft.</p>
<p>Neben großen portugiesischen Museen wie dem Museu Nacional de Arte Antiga in Lissabon steuerten Leihgeber aus der ganzen Welt Kunstwerke, Karten und Bilder für die Washingtoner Ausstellung bei. Und das entspricht ganz der Intention von &#8220;Encompassing the Globe&#8221; &#8211; nicht nur die <strong>europäische Version der &#8220;Entdeckungs&#8221;-Geschichte</strong> zu erzählen, sondern auch die Perspektive der Völker in Afrika, Asien und Amerika einzunehmen.</p>
<p>Der Einfluss der portugiesischen Entdecker war im 16. und 17. Jahrhundert beträchtlich. So hatten die Portugiesen fast über den gesamten Globus ein gut organisiertes Handelsnetz aus Seefahrtsrouten gespannt &#8211; die <em>New York Times</em> nannte dieses Netzwerk in ihrer <a href="http://www.nytimes.com/2007/06/29/arts/design/29sack.html?ex=1342152000&amp;en=0fcf99d5a3c12927&amp;ei=5124&amp;partner=permalink&amp;exprod=permalink" target="_blank" title="Bericht der New York Times">Besprechung zu &#8220;Encompassing the Globe&#8221;</a> sogar einen &#8220;<strong>Vorläufer des Internets, nur langsamer</strong>&#8220;. Und da Portugal auch zur Zeit der Entdeckungen mit gerade einmal <strong>einer Million Einwohner</strong> ein kleines Land war, mussten die vorhandenen Ressourcen gezielt eingesetzt werden. Speziell in Asien setzte Portugal deshalb nicht auf eine groß angelegte Kolonialisierung, sondern auf <strong>ausgewählte Handelsstützpunkte</strong>, von denen manche wie Goa oder Macau noch bis weit ins 20. Jahrhundert unter portugiesischer Flagge verblieben. Nur im <strong>riesigen Brasilien</strong> mit seinem immensem natürlichen Reichtum trieb Portugal eine wirklich flächendeckende Ausbreitung seines Herrschaftsgebiets voran.</p>
<p><img src="http://www.portugalmania.de/wp-content/knife_case.jpg" alt="default" title="default" align="right" height="300" width="235" />Die verschiedenen Handelspunkte in Afrika, Asien und Brasilien waren nicht nur Handelsplätze, sondern auch Zentren des kulturellen Austauschs. Wie eng <strong>Kunst und Kommerz</strong> zusammenlagen, zeigen die in Washington gezeigten Stücke an Kunsthandwerk, die die Portugiesen in den Übersee-Gebieten extra für reiche Europäer herstellen ließen. Damals war es speziell bei europäischen Herrschaftsfamilien beliebt, in &#8220;Kunstkammern&#8221; &#8211; kleine, private Museen &#8211; exotische Gegenstände zu sammeln. Und diese teuren Sammelstücke wurden ihnen <strong>von den portugiesischen Karavellen geliefert</strong>: Perlenarbeiten aus Indien, Kunsthandwerk aus afrikanischem Elfenbein und nicht zuletzt das damals sehr begehrte und rare Terrakotta aus Brasilien. <em>(Bild: Ein Messerschutz aus dem Kongo &#8211; weltweit vertrieben durch portugiesische Händler. © The National Museum of Denmark, Ethnographic Collection, Copenhagen / Smithsonian Institution)</em></p>
<p><em>Bild unten: <img src="http://www.portugalmania.de/wp-content/european.jpg" alt="european.jpg" title="european.jpg" align="left" height="226" width="164" />Ein Europäer, gesehen von einem indischen Künstler aus dem 17. Jahrhundert. Victoria and Albert Museum / Smithsonian Institution</em></p>
<p>Doch der Reiz des wirkte auch auf die <strong>Menschen in Asien</strong>, die mit den Portugiesen in Kontakt kamen. Das Smithsonian zeigt beispielsweise Bilder aus Indien mit Motiven der fremden Europäer. Blickten die Inder noch mit einem relativ weltoffenen Interesse auf die Portugiesen, so war das <strong>Verhältnis mit Japan sehr viel schwieriger</strong>. Japan betrieb zwar Handel mit Portugal &#8211; vor allem die Schusswaffen &#8220;made in Europe&#8221; waren von besonderem Interesse. Misstrauisch bis abweisend standen die Japaner der ebenfalls betriebenen Missionsarbeit für den christlichen Glauben, initiiert vom Jesuitenpater Francis Xavier, gegenüber.</p>
<p>Die portugiesischen Entdeckungen legten die <strong>Grundlage für die heutige globalisierte Welt</strong> &#8211; daran lassen die Ausstellungsmacher in Washington kaum einen Zweifel. Inklusive all ihrer Schattenseiten: Brutale Eroberungen, weltweite Ungleichheiten, kulturelle Irritationen &#8211; die Phänomene unserer heutigen Welt standen schon damals auf der Tagesordnung.</p>
<p>Und auch wer nicht in Washington dabei sein kann: Der <a href="http://www.asia.si.edu/EncompassingtheGlobe/" title="Encompassing The Globe">begleitende Internetauftritt zu &#8220;Encompassing The Globe&#8221;</a> enthält viel Wissenswertes zu den portugiesischen Entdeckungen. Sehr praktisch ist vor allem eine Datei zum Download, mit der die Reisen der Seefahrer auf den Weltkarten von Google Earth nachvollzogen werden können.</p>
<p style="text-align: center"><img src="http://www.portugalmania.de/wp-content/googleearth-descobrimentos.jpg" alt="googleearth-descobrimentos.jpg" /></p>
<p style="text-align: center"><em>Seefahrer-Routen in Google Earth</em></p>
<p style="text-align: center">&nbsp;</p>
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		<title>Martin Behaim: Ein Wahl-Lissaboner erstellte den ersten Globus. Und nahm es mit der Wahrheit nicht immer so genau</title>
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		<pubDate>Sun, 29 Jul 2007 11:33:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gilberto</dc:creator>
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		<description><![CDATA[ 	Am 29. Juli 1507, vor 500 Jahren, starb der deutsche Kartograf und Händler Martin Behaim. Bekannt ist Behaim vor allem durch seinen &#8220;Erdapfel&#8221;, der älteste überhaupt erhaltene Globus. Nach allem, was wir wissen, muss Behaim eine schillernde Persönlichkeit gewesen sein: Weltoffen, visionär, risikofreudig &#8211; aber auch ein Aufschneider. Und obwohl Behaim aus Nürnberg stammte, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Am 29. Juli 1507, vor 500 Jahren, starb der deutsche Kartograf und Händler Martin Behaim. Bekannt ist Behaim vor allem durch seinen &#8220;Erdapfel&#8221;, der älteste überhaupt erhaltene Globus. Nach allem, was wir wissen, muss Behaim eine schillernde Persönlichkeit gewesen sein: Weltoffen, visionär, risikofreudig &#8211; aber auch ein Aufschneider. Und obwohl Behaim aus Nürnberg stammte, lebte er lange Zeit seines Lebens in seiner Wahlheimat Lissabon, wo er dann 1507 auch völlig verarmt gestorben ist. Was weiß man noch über sein Leben?<span id="more-67"></span></p>
<p>Die ganze Geschichte beginnt mit <strong>einigen Flunkereien</strong>. Zwar dürfte unstrittig sein, dass der deutsche Händler <strong><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Behaim" target="_blank" title="Wikipedia über Martin Behaim">Martin Behaim</a></strong> der Erfinder des &#8220;<a href="http://science.orf.at/science/news/148887" target="_blank" title="Bericht über Beheim und seinen Erdapfel beim ORF">Behaim-Globus</a>&#8220;, des berühmten Erdapfels ist, der heute im <a href="http://www.gnm.de/" target="_blank" title="Germanisches Nationalmuseum Nürnberg">Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg</a> zu sehen ist. Doch schon über das genaue Entstehungsjahr des kartografischen Meisterwerks scheiden sich die Geister: 1492 steht auf dem Globus selbst, doch wahrscheinlich wurde auch noch 1493 oder 1494 an dem Werk gearbeitet. Und weitere Fragen bleiben offen: <strong>Hat Behaim den Globus selbst erstellt?</strong> Wahrscheinlich eher nicht. <strong>Hat Behaim an den portugiesischen Entdeckungsfahrten teilgenommen, wie er auf dem Globus vermerkte?</strong> Mit großer Sicherheit nicht, weil er sich zu dieser Zeit nachweislich in Portugal aufhielt. Und Behaim war vermutlich auch nicht der große Visionär, der bereits 1492 die Erde als Kugelform - und nicht als Scheibe &#8211; darstellte. In gebildeten Kreisen war diese Erkenntnis zu dieser Zeit bereits &#8220;Common Sense&#8221;.</p>
<p>Und dennoch: Martin Behaim war trotz dieser Flunkereien eine faszinierende Person. Vor allem war er wohl ein begnadeter Händler, der für ein gutes Geschäft gerne auch einmal Risiken einging. Geboren 1459 in Nürnberg, lernte er dort ab 1476 das Geschäft des Tuchhändlers. Ein Jahr später ging er nach Antwerpen, von wo aus er europaweit Handel betrieb.</p>
<p>Portugal und Spanien waren zu dieser Zeit die, wie wir heute sagen würden, dynamischsten Märkte. Denn die Portugiesen haben schon mit ersten Entdeckungsfahrten an der Küste Afrikas entlang begonnen. Mit dem neuen Schiffstyp der Karavellen waren die portugiesischen Seefahrer in der Lage, auch längere Seestrecken zu überwinden. Große Entdeckungen und vor allem <strong>riesige Geschäftschancen</strong> müssen damals in der Luft gelegen haben. Und so zieht es auch den aufstrebenden Martin Behaim in den 80er Jahren des 15. Jahrhunderts nach Lissabon. 1485 wurde er von König João II. sogar <strong>zum Ritter geschlagen</strong> und gehörte fortan zum portugiesischen Königshof. Wenig später heiratete Behaim &#8211; in Portugal Martinho da Boémia (&#8220;<em>Martinchen von Böhmen</em>&#8220;) genannt &#8211; Joana de Macedo, die Tochter des Gouverneurs der Azoreninseln Fayal und Pico. Martin Behaim muss in der portugiesischen Königs- und Handelsgesellschaft dieser Tage ziemlich gut vernetzt gewesen sein.</p>
<p>Deshalb kann man auch davon ausgehen, dass sein 1492-1494 während eines einige Jahre dauernden Aufenthalts in Nürnberg entstandener Erdapfel weniger wissenschaftlichen Zwecken diente, sondern vor allem dem <strong>Anlocken neuer Investoren für die neuen Handelsrouten</strong>. Der Globus entstand kurz vor der Entdeckung Amerikas durch Kolumbus, zeigt also noch die direkte Nachbarschaft von Asien und Europa, nur getrennt durch eine sehr kurzen Seeweg über den Atlantik. Diese Vorstellung des Seewegs nach Indien war die Vision, die ganze Gesellschaften bewegte: Ließen sich doch so die Reichtümer Asiens schnell und kostengünstig nach Europa verschiffen. Später war es Vasco da Gama, der den Seeweg nach Indien entdeckte &#8211; geografisch anders als gedacht, aber da waren die europäischen Supermächte Portugal und Spanien vor allem schon mit der Aufteilung Amerikas beschäftigt.</p>
<p>Nach der <strong>Rückkehr von Nürnberg nach Lissabon im Jahr 1493</strong> lief es für Behaim nicht mehr gut. Vor allem ab dem Jahr 1495 ging es für ihn bergab: In diesem Jahr starben sein Gönner König João sowie sein Schwiegervater. Zu allem Unglück verließ ihn noch seine Ehefrau, die ein Verhältnis mit dem Oberprokurator der Gefangenen auf der Azoren-Insel Fayal einging. Zwischen dessen Familie und den Behaims kam es in Folge des Skandals zu heftigen Auseinandersetzungen.</p>
<p>Man muss wohl davon ausgehen, dass Behaim in der Folgezeit bis zu seinem Tod am 29. Juli 1507, in <strong>ärmlichen Verhältnissen</strong> lebte. Auch ist seine Grabesstätte in Lissabon nicht bekannt. <strong>Was bleibt also von Martin Behaim?</strong> Weit mehr als der Erdapfel. Und weit mehr als die Erinnerung an einen „<a href="http://briefeankonrad.tripod.com/Lebenssinn/index.blog?entry_id=1529790" target="_blank" title="Polemik über Martin Behaim">Nürnberger Münchhausen</a>&#8220;. Nein, Martin Behaim war einer der frühen Weltbürger, wie es <a href="http://www.fr-online.de/in_und_ausland/kultur_und_medien/feuilleton/?sid=bc4ae2dc11dc1934586763ea542b5796&amp;em_cnt=1180777" target="_blank" title="Auf dem ältesten Globus fehlt Amerika - Artikel in der Frankfurter Rundschau vom 28. Juli 2007">Arno Widmann in der Frankfurter Rundschau beschreibt</a>. Denn mit seinem Globus zeige Behaim<strong> ein einfaches Bild der Welt</strong>, so Widmann. Getragen von der Einsicht: Die Menschen sind überall gleich. Und deshalb sei Behaims Globus das „<strong>Dokument einer früheren Risikogesellschaft</strong> (&#8230;): Ich weiß, es ist riskant. Aber ich kenne das Risiko.&#8221;</p>
<p>Und dass Behaim nie ein Risiko ausließ, Grenzen übersprang, das Leben in anderen Ländern wagte: Das zeigt, was für ein interessanter Mensch er gewesen sein muss. Mit allen Schwächen, die solche Tausendsassas aufweisen &#8211; und ihrer ganzen Faszination. Vielleicht sollte sich die Stadt Lissabon deshalb ein wenig intensiver ihres großen Wahl-Sohnes erinnern. Und im Katalog der portugiesischen Nationalbibliothek sind nur <a href="http://opac.porbase.org/ipac20/ipac.jsp?npp=20&amp;ipp=20&amp;profile=porbase&amp;aspect=basic&amp;term=Behaim&amp;index=.GW&amp;uindex=&amp;oper=&amp;ri=1&amp;menu=search&amp;aspect=basic&amp;npp=20&amp;ipp=20&amp;profile=porbase&amp;ri=1porbase&amp;sort=&amp;limit=&amp;limit=&amp;limit=&amp;limit=&amp;limit=LNG01+%3D+por&amp;limit=&amp;limit=&amp;go_sort_limit.x=9&amp;go_sort_limit.y=8#focus" target="_blank" title="Suchergebnisse Nationalbibliothek Portugal über Behaim">drei Werke über Behaim verzeichnet</a> &#8211; das letzte erschien im Jahr 1960. Neuere Erkenntnisse wären auch hier zu erwarten.</p>
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