Natur, Kultur, Hotels: 10 Portugal-Ziele für 2010
Ein neues Jahr bricht an. Das bedeutet 365 neue Gelegenheiten, um Portugal zu entdecken. Nutzen wir die Zeit: Hier sind 10 Ideen für Ziele in Portugal 2010. Unter anderem mit: Algarve, Lissabon, Porto, Azoren.
Wohin in Portugal im Jahr 2010? Auch in diesem Jahr gibt es wieder hervorragende Gelegenheiten, das Land im Südwesten Europas von oben bis unten zu erkunden.
Ein Trend aus den letzten Jahren dürfte sich im Tourismus weiter verstärken: Zurück zur Natur. Portugal bietet eine Vielzahl von gut erhaltenen natürlichen Refugien – und das nicht nur in den offiziell deklarierten Nationalparks. Oft nur wenige Kilometer von den Ballungszentren der Tourismusindustrie entfernt, tun sich dem aufmerksamen Reisenden einsame, grüne Welten auf. Zudem gibt es eine Vielzahl höchst engagierter und phantasievoller Initiativen und Unternehmen, die sich im “sanften Tourismus” tummeln.
Zurück zur Natur, das geht auch zum Beispiel direkt an der Algarve:
1. Via Algarviana, Algarve
Dieses Projekt kann man nicht oft genug loben: Parallel zur Küstenlinie schlängelt sich der Wanderweg Via Algarviana auf 14 Etappen durch das Hinterland der Algarve. Neben Passagen durch ruhige Korkwälder, über Hügel und entlang von klaren Bachläufen macht der Weg Station in kleinen Dörfern und Städtchen, in denen sich noch viel von der ursprünglichen Lebensweise der Menschen erfahren lässt.
Und hier gibt es noch einen Beitrag aus DIE ZEIT zur Via Algarviana
2. Der Himmel ist das Dach: Öko-Camping bei Odemira
Ganz im Westen der Algarve, wo die Via Algarviana ihrem Endpunkt zustrebt, lässt sich ein Naturparadies ersten Ranges finden. Die gesamte Westküste der Algarve steht unter strengem Naturschutz. Eine faszinierende, karge und weite Küstenlandschaft.
Gerade in dieser Kante Portugals wird ernsthaft versucht, den Tourismus mit dem Naturschutz zu versöhnen. Dies versucht auch der Öko-Camping-Platz Zmar in der Nähe von Odemira. Neben Zeltplätzen und Abstellmöglichkeiten für Wohnwagen und Wohnmobile bietet Zmar auch einige feste Chalets und Hütten für Familien, allesamt aus nachhaltig gewonnenem Holz errichtet. Sämtliche Einrichtungen des Resorts, wie etwa die großzügigen Schwimmbäder, werden nach ökologischen Richtlinien betrieben.
Website des Eco-Camping Resorts Zmar
3. Zurück zur Natur auf den Azoren
Im September 2010 werden im Rahmen eines Wettbewerbs die 7 schönsten Naturwunder Portugals gekürt. Da dürfte es schon einige feste Kandidaten auf den Sieg geben – zum Beispiel das Douro-Tal in Nordportugal. Schon der Ort, wo die Preisvergabe stattfinden wird, ist bereits preiswürdig: Die Azoren. Ursprüngliche Naturlandschaft, geprägt von rasch wechselnden Wetterformationen (und nicht nur Hochdruckgebieten!). Und trotz ihrer einsamen und abgeschlossenen Lage im Atlantik bietet die Inselgruppe der Azoren eine beeindruckende Artenvielfalt – passend zum Jahr der Biodiversität 2010.
Wer die Azoren auf ursprüngliche Weise erfahren möchte, sollte sich in eines der vielen kleinen Casas Açorianas einmieten:
Casas Açorianas finden und buchen
4. Die Metamorphose von Tróia
“Zurück zur Natur” – das hat nicht nur Bedeutung für die Naturparadiese der Azoren oder in Portugals Hinterland. Ökotourismus – das wird gerade in den hochbelasteten Zonen rund um die Bettenburgen immer wichtiger und zum Qualitätsmerkmal. Nicht nur Palma de Mallorca erfindet sich derzeit neu als grünes Reiseziel – auch die in Portugal als Sommerpartystrand etwas in Verruf geratene Halbinsel Tróia vor der Stadt Sétubal bemüht sich um ein neues Ökobewusstsein. Im letzten Jahr frisch wiedereröffnet, versucht das luxuriöse und teure Hotel Tróia Design Hotel mit avantgardistischem Stil und grünem Image zu punkten. Wir werden abwarten müssen, wie ernst der Imagewandel gemeint ist (oder, der Kalauer sei erlaubt, nur ein troianisches Pferd dahinter steckt). Ganz abgesehen vom Hotel: Die Strände von Tróia und die wunderschöne Landschaft der Halbinsel sind definitiv eine oder einen Ausflug von Lissabon aus wert.
Tróia Design Hotel Blue & Green
5. Wein im Alentejo
Richtet man von Tróia aus den Blick in Richtung Osten, so hat man die Region des Alentejo fest im Blick. Lange Zeit nur für ihre Armut und Landflucht berühmt, sorgt das Alentejo mittlerweile auch für positivere Schlagzeilen.
Nicht nur im Tourismus konnte die große Region im Südosten Portugals Zuwächse vermelden – auch ihr Ruf als Heimat für die innovativsten Winzer der gesamten iberischen Halbinsel hat sich weiter gefestigt. Und wie man so hört, dürfte auch der Weinjahrgang 2009 ein ganz vorzüglicher werden – Zeit also für eine Probereise durch das Alentejo. Zum Beispiel entlang der “Rota dos Vinhos do Alentejo”.
6. Kunst statt Kommerz in Lissabon
Natur mag die eine Antwort auf die Krisen des Jahres 2010 sein. Doch Landschaft ist nicht alles, es gibt ja immerhin noch die Hauptstadt Lissabon. Und wie geht man hier auf die Herausforderungen der Zeit ein? Kunst statt Kommerz, könnte die Devise lauten. Reihenweise werden die alten Bankgebäude in der Baixa zu Museen umgebaut. Definitiv eine Chance, wieder mehr Leben in die streckenweise etwas erkaltete Innenstadt Lissabons zu bringen.
Seit Frühling 2009 hat das Design- und Modemuseum MUDE in einem einstigen Gebäude der staatlichen Sparkasse Caixa Geral de Depositos Quartier bezogen. Nun hat die Stadt Lissabon der Bank für 21 Millionen Euro das Haus abgekauft und will das Museum schrittweise erweitern und modernisieren. Das Wort MUDE, eigentlich die Abkürzung für “Museu do Design e Moda, nimmt dann wieder seine eigentliche Bedeutung an: Verändere dich.
Und noch ein Bankhaus soll für die Kunst genutzt werden: In den ehemaligen Räumen der Banco Borges & Irmão am Praca do Municipio wird wohl die Fundação Serralves aus Porto eine Dependance ihrer Sammlung einrichten. Eine kecke künstlerische Entwicklungshilfe aus der ewig rivalisierenden Handelsstadt im Norden? Den Lissabonern soll’s recht sein – erweitert sich ihre Museumslandschaft um eine weitere Perle.
7. Der Papst und die Republik auf dem Schlossplatz
Und noch ein weiteres Großprojekt beschäftigt die Lissaboner: Am 5. Oktober 2010 soll der 100. Geburtstag der portugiesischen Republik groß gefeiert werden. Einer der historisch wichtigsten Plätze in der Geschichte dieser Republik ist der “Terreiro do Paço” (Schlossplatz), oder offiziell: Praça do Comérçio direkt am Tejoufer.
In den letzten Jahren ist der riesige Platz in der öffentlichen Wahrnehmung etwas ins Abseits geraten. Alle Wiederbelebungsversuche blieben bislang erfolglos – sei es die Sperrung vom Autoverkehr an Sonntagen oder die Eröffnung einer Metrostation. Kommt im Jahr 2010 dann der große Wurf? Zum 5. Oktober 2010 soll der Terreiro do Paço in neuem Glanz erstrahlen, mit neuen Hotels, Geschäften und Restaurants. Ob das zeitlich klappt? Schon gibt es die ersten Streitigkeiten mit den künftigen Pächtern, doch das gehört wohl zum Spiel dazu.
Garantiert gut bevölkert dürfte der Platz schon am 11. Mai 2010 sein. Für diesen Tag ist hier ein großer Gottesdienst mit Papst Benedikt XVI. vorgesehen, der dieses Jahr Portugal besuchen will. Weitere geplante Reiseziele von “Papa Bento” sind Fátima und Porto.
Dass der Terreiro do Paço ausgerechnet Austragungsort der Gedenkveranstaltungen für die in ihren Anfängen stark antiklerikale Republik und für ein religiöses Großereignis sein wird, dürfte kein Zufall sein – sondern eine weitere Spielart der politischen Auseinandersetzungen im Portugal von heute.
Informationen zum Centenário der Republik (portugiesisch)
Informationen zum Papstbesuch 2010 in Portugal (portugiesisch)
8. Neue historische Unterkünfte in Porto
Wenn sich Lissabon weiter entwickelt, darf Porto natürlich nicht hinten an stehen. Nicht nur die Kulturszene, sondern auch die Unterkunftsmöglichkeiten in modernen Hotels hat sich in den letzten Jahren spürbar verbessert. Und immer mehr rückt auch hier die Verbindung zur Vergangenheit in den Blickpunkt. Unter den Hotel-Neueröffnungen des Jahres 2009 hat der Besucher die Wahl zwischen ganz groß und ganz klein:
So hat im barocken Palácio do Freixo die größte Pousada Portugals ihre Tore geöffnet. Die Lage im Osten der Stadt am Douro, ein spektakulärer Swimming Pool direkt am Flussufer, die großzügige Anlage – dies macht die neue Pousada zu einem interessanten Ziel für Portoreisende.
Im kleineren Maßstab arbeitet hingegen das “Guest House Douro”, mitten in der historischen Altstadt von Porto gelegen. Die 8 Zimmer des Hauses sind allesamt liebevoll renoviert und warten mit hohem Komfort auf.
In beiden Fällen muss der Besucher jedoch mit Preisen ab 130 Euro für das Doppelzimmer rechnen.
Pousada Palácio do Freixo, Porto
9. Eine ganze Museumslandschaft am Douro
Im Dourotal treffen sich Natur und Kultur. Die Kulturlandschaft hier im Norden Portugals ist geprägt vom Weinbau. Eine Bahnfahrt entlang des Rio Douro ist ein eindrucksvolles Erlebnis. Mittlerweile wird auch das Kulturangebot im Dourotal weiter ausgebaut. Motor für die Entwicklung soll das “Museu do Douro” mit Hauptsitz in Peso da Régua sein. Hier gibt es im Jahr 2010 auch die große Ausstellung “Rio Douro” zu sehen. Abgesehen vom Museumszentren gibt es weitere Zweigstellen des Museums, die sich an verschiedenen Standorten im Dourotal bestimmten Themen widmen, wie zum Beispiel der Gastronomie, der Eisenbahn oder dem Weinbau.
10. Der Platz in der ersten Reihe
Wenn es um einen Ausblick auf das Jahr 2010 geht, darf gerade für Portugal ein Termin nicht fehlen: Der 15. Juni 2010. An diesem Tag beginnt das erste Gruppenspiel von Portugal bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika (gegen die Elfenbeinküste). Mit Mühe und Not hat sich die portugiesische Fußball-Nationalmannschaft in das Weltturnier hineingezittert. So darf nun gewiss sein, dass das ganze Land gebannt dem Schicksal der “Selecção” folgen wird. Der beste Ort, um die Spiele zu verfolgen: Eine Bar oder Pastelaria um die Ecke, die kleine Bühne für die ganz großen Emotionen.
Januar 1st, 2010 um 9:18 pm
Danke: sehr informativ für eine Portugalreise im Jahr 2010.