Marvão in 3D: Eine ganze Stadt nachgebaut in Google Earth
Die historische Festungsanlage von Marvão im Alentejo lässt sich nun auch dreidimensional im Internet erkunden. Bis hin zum letzten Pflasterstein haben portugiesische Programmierer Marvão “virtuell” nachgebaut – und sogar schon einige Veränderungen berücksichtigt, die in der Realität noch gar nicht umgesetzt sind.
Normalerweise kann man mit dem kostenlosen Computerprogramm “Google Earth” die Erde nur von oben betrachten: Die Satellitenbilder sind für sich schon faszinierend. Doch es geht noch besser: Immer mehr Gebäude werden von Entwicklern aus der ganzen Welt als dreidimensionales Modell nachgebaut – und ermöglichen eine noch plastischere Reise um die Erde mit “Google Earth”. Und ein kleines portugiesisches Städtchen im Alentejo ist nun sogar in seiner Gesamtheit als 3D-Ansicht konstruiert worden: Die historische Festungsanlage von Marvão nahe Portalegre.

Marvão verfügt über eine der am besten erhaltenen mittelalterlichen Altstädte auf der iberischen Halbinsel. Selbst der New York Times war dieser “Märchenort” vor einigen Monaten einen langen Artikel wert. Und in der Tat verfügt Marvão über alles, was das Touristenherz höher schlagen lässt: Eine historische Festungsanlage aus dem 13. Jahrhundert, enge Gässchen gesäumt von weiß gekalkten Häuschen und eine einzigartige Lage auf der Spitze eines Berges.
Die Altstadt von Marvão kandidiert mittlerweile sogar um den Titel als UNESCO-Weltkulturerbe. Und möglicherweise um den gestrengen UNESCO-Juroren einen Eindruck von der Schönheit Marvãos zu geben, hat die Stadt gemeinsam mit den Entwicklern der portugiesischen Softwareschmiede 3D Cities die gesamte Altstadt als 3D-Modell entwickeln lassen. Damit gehört Marvão zu den wenigen Orten dieser Erde, die als ganzes Ensemble in dieser Form digitalisiert wurden – 3D-Nachbauten gibt es zwar auch für andere Städte wie Lissabon: Dann aber sind meist nur einzelne herausragende Gebäude und nicht einmal ganze Straßenzüge dreidimensional zu erkunden.
Nicht nur die Häuser, auch einzelne Bäume und sogar Pflasterschmuck wurden für das Internet-Marvão aufgenommen. Und manchmal ist die Nachbildung sogar ein wenig perfekter als die Realität: Denn während das reale Marvão noch mit zu vielen Autos im historischen Kern kämpft, stehen die Wagen im Modell alle fein säuberlich auf extra ausgewiesenen Parkplätzen. Auch einige Verschönerungs- und Baumaßnahmen in der Stadt, die heute noch gar nicht umgesetzt sind, wurden schon in das 3D-Modell integriert.
Ansehen lässt sich das dreidimensionale Marvão, in dem man den Ort in “Google Earth” ansteuert und dann die Option “3D-Gebäude” auswählt. Alternativ lässt sich das Modell auch direkt auf der Website www.3dmarvao.com erkunden – in diesem Fall muss zuvor jedoch ein kostenloses Zusatzprogramm namens TerraExplorer heruntergeladen werden.