Lissabon unter Wasser
Feuchter Wochenstart für Lissabon: Heftige Regenfälle haben Teile der portugiesischen Hauptstadt und vieler Umlandgemeinden überflutet. Und auch wenn die Unwetter selbst nicht vermeidbar waren – die Folgen hätten durch vorausschauendere Planung etwas milder ausfallen können. Denn schwere Regenfälle sind in Lissabon eigentlich nichts Ungewöhnliches.
Lissabon unter Wasser. Nachdem die vergangenen Monate noch als längste Trockenperiode Portugals seit den letzten 91 Jahren in die Wettergeschichte eingingen, kam es nun heftig: Starke Regenfälle verursachten vor allem in der Region Lissabon Überschwemmungen, die wiederum den Berufsverkehr zum Erliegen brachten.

Lissabon unter Wasser. Foto von Pedro Diaz-Berrio auf publico.pt
Immer mehr verdichten sich die Anzeichen, dass auch in Portugal aufgrund des Klimawechsels in den letzten Jahren die Zahl extremer Wetterereignisse – Hitze, Trockenheit, Überschwemmungen – deutlich zugenommen hat. Und auch wenn die Regenfälle an sich kaum vermeidbar waren – die Auswirkungen der Überschwemmungen hätten doch um einiges geringer ausfallen können, wären in den Jahren zuvor einige vorausschauende Planungsmaßnahmen umgesetzt worden.
Seit langem beklagen Stadtplaner und Umweltschützer, dass Gullys und Abwasserrohre nicht genügend gereinigt würden – und das Wasser so nicht schnell genug abfließen kann, wenn’s drauf ankommt. Die wild wuchernde Verstädterung und Versiegelung des Bodens und fehlende Überschwemmungsgebiete in den Außenbezirken tun ihr übriges, dass ganze Landstriche und Straßenzüge nach solch heftigen Regenfällen wie ein Stausee auflaufen.
Und schon hat in der portugiesischen Politik ein Streit eingesetzt, wer an diesen wohlbekannten Missständen nun Schuld trägt. Umweltminister Nunes Correia beschuldigte gleich die Kommunen, sie hätten ihre Gullys nicht genügend gesäubert. Die wiesen den Angriff prompt zurück und verwiesen auf die nicht genügend wahrgenommene Zuständigkeit der Landesregierung bei der Säuberung von Wasserleitungen.
Heute wie damals ein Problem: Hier ein Bild aus dem Jahr 1946 von der überschwemmten Estrada de Benfica in Lissabon. Quelle: O Carmo e a Trinidade
Anscheinend liegt das Problem an der Untätigkeit beider Seiten – und alle hätten es besser wissen können. Lissabon wird immer wieder von heftigen Regenfällen heimgesucht. Als bislang schlimmste Katastrophe gingen die Überschwemmungen vom November 1967 ins Geschichtsbuch ein: Damals starben etwa 700 Menschen an den Folgen von Überflutungen und Erdrutschen – die meisten von ihnen in Elendsvierteln am Rande der Hauptstadt, die es heute in dieser Form nicht mehr gibt (ein Video von diesen Ereignissen gibt es hier).
Trotzdem kein Grund zur Beruhigung: Heute stehen mehr Gebäude in den damals so heftig betroffenen Abflussrinnen des Regens als im Jahr 1967 – das kritisierten erst letzten November anlässlich des 40. Jahrestags der Überschwemmungen die beiden Geografen José Luís Zêzere und Catarina Ramos im “Jornal de Notícias”.
Regenfälle wie 1967 würden statistisch gesehen nur alle 200 Jahre vorkommen – wenn sie aber wieder kämen, wäre Lissabon nicht für die Bewältigung der Folgen gerüstet, so die Warnung von Zêzere und Ramos.
Die heutigen Regenfälle waren nicht so schlimm wie die von vor vierzig Jahren. Sie sind aber ein Warnzeichen, dass sich Stadt und Umland besser auf solche Ereignisse vorbereiten müssen als bisher. Schließlich gehören Niederschläge schon heute zu den gefährlichsten Naturkatastrophen in Portugal. Wie die Umweltorganisation Quercus herausfand, starben im 20. Jahrhundert in Portugal sieben Mal mehr Menschen an den Folgen von Regenfällen und Überschwemmungen als an den Auswirkungen von Erdbeben.
Februar 19th, 2008 um 9:04 am
Schuldzuweisungen gibt es in der Politik doch immer – egal wo. Aber ich finde, dass man in Portugal seltener aus Fehlern lernt – warum auch immer!!
Aber eine neue Formel 1 Strecke für weiß ich wieviel Millionen Euro bauen – tz,tz – das verstehe wer will!!!
Ich habe die Nachrichten gestern gesehen – die armen Lissabonner, vor allen Dingen die alten Leute. Hoffentlich wird der große Regen bald aufhören – aber es besteht lt. Wetterkarte Hoffnung
Februar 20th, 2008 um 1:08 pm
[...] qm – Die Fotos Hier eine Zusammenfassung und erste Analyse der Ereignisse aus der Hauptstadt portugalmania.de | Lissabon unter Wasser . Von der Katastrophe im November 1967 h