Claus Porto: Edle Seife aus Portugal erlebt ihr duftendes Comeback
Erlesene Bestandteile, sieben Mahlvorgänge und zwei Wochen Reifezeit: Die Produktionsweise von Seife der Marke “Claus Porto” erinnert fast an die sorgfältige Herstellung von gutem Wein – und hat sich in den letzten 120 Jahren kaum geändert. Tradition, die sich auszahlt: Selbst Hollywood-Stars entdecken mittlerweile die Vorzüge der portugiesischen Luxus-Seife.
Schon im Regal merkt man den Seifen von “Claus Porto” ihre große Tradition an: An den bunten, im charmanten Vintage-Stil gehaltenen Papierverpackungen hat sich seit dem knapp 120jährigen Bestehen der Marke kaum etwas verändert. Und auch die Produktionsmethoden für das edle Pflegeprodukt aus Porto unterscheiden sich wenig von den Zeiten, in denen die deutschen Chemiker Ferdinand Claus und Georg Schwede in Portugal ihre Seifensiederei mit dem deutschen Markennamen gründeten: Noch immer kann es bis zu zwei Wochen dauern, bis aus den Grundzutaten ein fertiges, verkaufsfähiges und selbstredend angenehm duftendes Stück Seife geworden ist.

Seife in farbenfroher Verpackung: So wird “Claus Porto” heute noch verkauft.
Und dennoch drohte die Seife aus Porto vor einigen Jahren schon fast zum Auslaufmodell zu werden. Die Firma Ach Brito, Eigentümerin der Marke, erlöste noch zu Anfang des Jahrzehnts 90 Prozent ihres Umsatzes mit Billigseifen, die vor allem für Hotels und Gaststätten produziert wurde. Nun, ein paar Jahre später, macht Ach Brito zwar immer noch den Großteil seines Umsatzes mit der Massenware – die edlen Seifen der Claus Porto-Linie haben aber stark an Bedeutung gewonnen: Sie sorgen nun für 40 Prozent der Erträge, mit steigender Tendenz.
Das Management von Ach Brito, bereits seit vier Generationen in Familienbesitz, besann sich offensichtlich des großen Potenzials seiner Premium-Seife – und verordnete der Marke zunächst einen behutsamen Modernisierungskurs. Das Neue lag zunächst in der Vergangenheit: Mit viel Mühe wurden die alten, farbenfrohen Papierverpackungen wieder rekonstruiert. War die vor Jahrzehnten verwendete Papiersorte nicht mehr vorhanden, so nahm man ein ähnliche Sorte. Doch im Innenleben, in der Seife, da gönnte man sich auch etwas Neues: Die hauseigene Forschungsabteilung experimentierte mit neuen, ungewohnten Duftnoten, die Claus Porto in so manch einer Hochglanz-Modezeitschrift eine Erwähnung einbrachte. Die neueste Kreation “Melodia” komponiert zum Duft von Melone noch ein wenig grüner Pfirsisch, Jasmin und Vanille hinzu.
Mit diesem so altmodischen Erfolgsrezept aus Top-Qualität und Markenpflege konnte der Seifenfabrikant aus Portugal noch ganz nebenbei von einem weltweiten Trend profitieren: Dem Boom der Naturkostmetik. Alle Inhaltsstoffe einer Claus Porto-Seife sind rein natürlichen Ursprungs und von bester Qualität. Die Grundsubstanz – Shea-Butter – stammt aus Malaysia. Düfte – der Seife in höherer Konzentration zugesetzt als bei der industriell hergestellten Konkurrenz – kommen zumeist aus Südfrankreich. Jedes Stück von Claus Porto ist zu 100 Prozent biologisch abbaubar. Und verschwindet auch im Badezimmer komplett: Denn dank ihres geringen Wasser- und Luftgehalts zerfällt die Seife nicht in kleine Bröckchen, wenn sie bereits eine Zeit lang gebraucht wurde.
Genug der Theorie – öffnen wir doch mal eine Packung der so wundervollen Seife. Leicht zu finden ist die Seife übrigens nicht – selbst in Portugal führen nur ausgewählte Läden die Edelprodukte von Ach Brito (einige Adressen unten).
Bewegen wir ein Stück zunächst in der Hand – das Papier ist glatt. Von der Form her unterscheiden sich die einzelnen Päckchen – die Seife wird noch per Hand zugeschnitten. Noch lässt sich der Geruch wie durch einen Schleier wahrnehmen, geschützt durch mehrere Lagen Pergamentpapier…
Packen wir die Seife aus, träufeln Wasser darüber. Jetzt spürt man den Unterschied einer Claus Porto-Seife: Cremiger Schaum, der intensives Aroma verströmt. Wundervoll!
Die besondere Qualität ist das Resultat eines aufwändigen Produktionsverfahrens. Gerade 400 Stück Seife pro Stunde kann die Fabrik nahe Porto herstellen – eine Leistung, die große Fabrikationslinien für Seifen in Minuten ausstoßen kann. Doch dafür werden die Zutaten für Claus Porto sieben Mal hintereinander auf Steinwalzen “gemahlen” – für Billigseife reicht hier ein einziger Mahlvorgang. Doch je sorgfältiger ein Mahlprozess abläuft, desto besser vermischen sich die einzelnen Bestandteile. Der Duft der Seife wird intensiver, der Seifenschaum cremiger.
Nach dem Mischen werden die Claus Porto-Seifen dann zu dicken Blöcken geformt, zurecht geschnitten und mit dem Firmenstempel geprägt. Und wie ein guter Wein Zeit zum Reifen braucht, so dürfen auch Claus Porto-Seifen langsam trocknen: Zwei bis drei Wochen liegen die Seifen dann auf großen Regalen, bis sie dann in mehrere Lagen Papier werden und verkaufsfertig sind. Auch dieser Reifeprozess, bei anderen Seifen mit heißen Gebläsemaschinen oder anderen Tocknungsverfahren künstlich beschleunigt, kommt der legendären Konsistenz der Seifen aus Porto zugute.
Die Qualität der Claus Porto-Seifen hat sich mittlerweile bis nach Hollywood herumgesprochen. Talkmasterin Oprah Winfrey, Chef-Meinungsbildnerin der USA, setzt “Claus Porto” regelmäßig auf ihre Favoriten-Listen. Und auch die hohen Politiker, die im vergangenen Halbjahr während Portugals EU-Präsidentschaft Lissabon oder Porto besuchten, durften ihre Hände mit dem edlen Erzeugnis aus Porto waschen.
Claus Porto ist nun also endgültig aus seinem Dornröschenschlaf erwacht – und erreicht den Status, den die Marke schon vor einigen Jahrzehnten besaß. Denn schon bald nach der Gründung der Firma im Jahre 1887 sprach sich die besondere Qualität der Seife schnell herum. Mit dem Einsetzen des Ersten Weltkriegs mussten die beiden deutschen Gründer Ferdinand Claus und Georg Schwede Portugal verlassen und ihre Firma verkaufen. Achilles de Brito und sein Bruder Afonso erwarben das Unternehmen – beide waren langjährige Geschäftspartner der Deutschen – und nannten es fortan “Ach Brito”. Für die besonders guten Claus Porto-Seifen blieb der deutsche Ursprungsname erhalten.
Der heutige Firmenchef ist der Ur-Enkel von Achilles de Brito. Ihre Blütezeit erlebte die Seife Claus Porto in den vierziger und fünfziger Jahren, als sie in Portugal zum Marktführer aufstieg – um später dann mit den aufkommenden Massenprodukten in Konkurrenz treten zu müssen.
Doch nun ist sie wieder da – und langsam aber sicher will Ach Brito mit seiner Edel-Marke Claus Porto wieder einen sachten Wachstumskurs einleiten. Für Werbung hat man kein Geld – hier vertraut man auf das Urteil der Kunden, das sich immer weiter herumspricht. Mit Erfolg: Lafco, US-Importeur der Marke, meldete zum Weihnachtsgeschäft 2007 auf seiner Internetseite für viele Produkte der portugiesischen Edel-Seife: “Sold out” – trotz hoher Preise in Amerika, die pro Stück zwischen zehn und zwanzig US-Dollar liegen (in Europa sind die Seifen wesentlich günstiger erhältlich).
Einen großen Plan verfolgt die Firma übrigens auch für ihre Heimatstadt in Porto: Nachdem man jüngst in größere Produktionsgebäude umgezogen ist, plant man für 2008 die Einrichtung eines “Showrooms”. Wer weiß – vielleicht entwickelt sich hier ja eine neue Touristenattraktion in Portugals zweitgrößter Stadt, je mehr sich die Kunde von der edlen Seife herumspricht?
Claus Porto ist in Portugal u.a. in den Geschäften von “A Vida Portuguesa” (Lissabon: Chiado; Porto: Museu Serralves) erhältlich. In Deutschland führt unter anderem der Online-Shop www.1001seife.de die Produkte aus Portugal. Weitere Informationen auch auf der offiziellen Homepage von Claus Porto
Dezember 24th, 2007 um 7:55 am
Da werde ich doch ganz bestimmt bei meinem nächsten Lissabonbesuch zuschlagen.
Da ich der absolute Geruchsfetischist bin, habe ich mir natürlich schon etwas ausgesucht – den Geruch muß ich allerdings noch in der Realität “erschnuppern”.
Danke für diese – mal wieder – tolle Information.
Februar 3rd, 2008 um 2:26 pm
[...] es dieses sch
Februar 9th, 2008 um 5:50 pm
[...] in Portugal – und ist damit noch längst nicht so weit wie die ebenfalls aus Porto stammende Traditions-Seife Claus Porto. Doch auch Ausländer entdecken langsam die segensreichen Wirkungen der Pasta Couto – erst [...]