Ein Hoch auf die Azoren: Platz 2 unter den schönsten Inselparadiesen weltweit
Wo sind sie noch, die letzten unberührten Inselparadiese dieser Welt? Die amerikanische Zeitschrift “National Geographic Traveler” stellte mehr als 400 Experten diese Frage – und die wählten ausgerechnet die regenreichen Azoren an die Spitze des Rankings. Was haben die Azoren, das Mallorca nicht hat?
Was würden Sie auf eine einsame Insel mitnehmen? Folgt man den Empfehlungen des neuen Insel-Rankings der amerikanischen Zeitschrift “National Geographic Traveler”, so sollte man ein Accessoire nicht mehr vergessen: Die Regenjacke. Denn die Spitzenreiter unter der National Geographic-Umfrage sind meist Inseln mit eher rauem Wetter. Platz eins belegen die dänischen Faröer-Inseln, dicht gefolgt von den Azoren, den Lofoten und den Shetland-Inseln – allesamt nicht gerade für ihre vielen Sonnenstunden bekannt.
Doch das ist vielleicht gerade das Glück dieser Inseln. So vermerkt ein National Geographic-Juror gerade beim Zweitplatzierten, den Azoren: “Das wechselhafte Wetter bewahrt vor zu großen Touristenzahlen“. Diejenigen, die sich trotzdem hintrauen, werden reich belohnt: Denn hier, fernab im Atlantik, treffen die Gewalten des Meeres und der Erde zusammen – große Teile der Azoren wurden von Vulkanen erschaffen. Das Ergebnis ist atemberaubend: Zerklüftete Felsküsten, hohe Berge, dazwischen saftige Wiesen, die eine Kulisse für imposante Wolkentürme bilden.

Grüne Hügel, blaues Meer – die karge und einzigartige Naturlandschaft der Azoren. Das Bild zeigt die Insel São Miguel. Quelle: Photocase.de
Dem National Geographic Traveler ging es in seinem Ranking also weniger um die touristischen Annehmlichkeiten einer Insel als um die Bewertung ihrer “Einzigartigkeit”. Mehr als 400 Experten – Naturschützer, Geografen, Raumplaner – wurden eigens für die Untersuchung um ein Urteil gebeten, wie es auf den Inseln dieser Welt um folgende fünf Nachhaltigkeits-Kriterien bestellt ist:
- Die ökologische Qualität
- Die soziale und kulturelle Integrität
- Der Zustand von historischen Gebäuden und archäologischen Stätten
- Der ästhetische Eindruck und die Qualität des Tourismus-Managements
- Die Zukunftsaussichten der Inseln.
Klar, dass bei diesen Kriterien etwa die touristisch so beliebten Mittelmeerinseln weit zurückfielen: Mallorca, Ibiza und Co leiden zu sehr unter dem wilden Bauboom, als dass sie in diesem Ranking auf gute Punktzahlen kommen könnten. Aber auch die sich gerne mit dem Qualitätssiegel schmückende Insel Madeira schnitt nur mittelmäßig ab: Hier wurde der nun doch auf die Insel hereinbrechende Massentourismus negativ vermerkt.
Menschenmassen trifft man auf den Azoren hingegen wahrlich nicht. So reizvoll die Landschaft ist, so schwierig war es über Jahrhunderte für Menschen, die Insel zu besiedeln und ein dauerhaftes Auskommen zu finden. Leben auf den Azoren bedeutete lange Zeit auch oft ein Leben in Armut. So gehörte auch die Emigration schon immer zum Leben auf den Azoren dazu – bis heute. Doch viele der meist nach Nordamerika ausgewanderten Azorianer kehren auch wieder zurück – was ein Bewerter des Insel-Rankings als weiteren Pluspunkt für die Azoren ausweist: “Die Einheimischen sind sehr gebildet, weil viele auch schon außerhalb gelebt haben.” Eine Reise zu den Azoren ist also alles andere als ein Trip ans Ende der Welt.
Weitere Informationen zu den Ergebnissen des Insel-Rankings auf den Seiten von National Geographic Traveler und – auf Deutsch – bei SPIEGEL ONLINE.
März 16th, 2009 um 4:46 am
Hallo Gilberto,
so wie Du einen Faible für Portugal hast, haben es mir die Azoren angetan. Habe 2 Jahre mit dem Segelschiff dort verbracht und ich glaube 3 Winter in Villamoura.
Die Gastfreunschaft der Azorianer ist unvergleichlich.
In Erinnerung an meine schönen Jahre auf den Azoren habe ich eine der erfolgreichsten Webseiten ins Netz gestellt.
http://www.azoren.at
Wenn Du mehr über die Azoren wissen willst, kannst Du den Blog ja abonieren.
Gruß
Peter