Die Formel 1 der Lüfte versetzt ganz Porto in Höhenrausch
Mega-Spektakel in Porto: Die tollkühnen Flieger des “Red Bull Air Race” rasten am Samstag in einem Slalom-Parcours über den Douro um die Wette. Fast ganz Porto war auf den Beinen, um bei der “Formel 1 der Lüfte” dabei zu sein. Und so manch ein Anwohner verwandelte seinen Balkon für ein paar Euro Eintrittsgeld in exklusive Logenplätze.
Ausnahmezustand in Porto, der zweitgrößten Stadt Portugals: Mehr als 600.000 Menschen kamen am gestrigen Samstag, um das “Red Bull Air Race” zu verfolgen. Das Wettfliegen kleiner, einmotoriger Sportflugzeuge machte zum ersten Mal in Portugal Station – und erntete gleich bei der Premiere die uneingeschränkte Begeisterung der Portuenser.
Die Wettkampfstrecke erstreckte sich entlang des Douro zwischen dem Viadukt von Massarelos und der Brücke Dom Luis I. Aufblasbare Torpfosten auf dem Wasser gaben den Piloten den Slalom-Parcours vor. Nach Angaben des Veranstalters war die Flugstrecke in Porto die schnellste im diesjährigen Gesamtwettbewerb, der an insgesamt zehn Orten weltweit ausgetragen wird. Die Piloten selbst waren sich laut Expresso uneins über die Qualität der Strecke: Einige mochten die sehr kurze, geradlinige Führung über dem Douro, andere hätten lieber noch ein paar mehr Kurven gesehen.

Die Streckenführung des Red Bull Air Race in Porto. Quelle: Red Bull Air Race / Google Earth
Wie auch immer: Die 600.000 Schaulustigen genossen das rasante Spektakel, das ihnen die dreizehn startenden Piloten boten. In Sekundenschnelle schossen die kleinen Flugzeuge nur wenige Meter über dem Wasserspiegel zwischen den Markierungen entlang, um dann kurz vor der Brücke Dom Luis I. in einem waghalsigen Steilflug die Wende und den Rückflug einzuläuten. Überraschungssieger beim Air Race in Porto war der Brite Stephen Jones, der den vier Kilometer langen Parcours in einer Zeit von 70 Sekunden meisterte – und Geschwindigkeiten bis zu 400 Stundenkilometer aufbrachte.
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Kaum weniger spektakulär als das Rennen selbst waren die Szenen am Ufer des Douro, an dem sich die Zuschauer drängten. Überall versuchten Menschen, einen möglichst unverstellten Blick auf das Rennen zu ergattern: Sie kletterten auf Bäume, Mauern und Autodächer. Die Balkons der umliegenden Häuser waren allesamt gut besetzt. Glücklich war, wer eine Terrasse am Ufer des Douro besitzt: Viele Menschen bezahlten an die 30 Euro, um sich hier einen besseren Platz zu beschaffen. Und auch die Restaurant- und Cafébesitzer in der Nähe des Douros machten ihr Geschäft: Viele verlangten schon eine Eintrittsgebühr für besonders gute Aussichtsplätze. Portugals Presse berichtet sogar von Preisen um die 100 Euro für ein Mittagessen.
Trotz Enge und Preistreiberei: Die Zuschauer ließen sich die Laune nicht verderben. Die meisten brachten ihr Picknick ohnehin selbst mit – und nutzen die willkommene Gelegenheit, so kurz nach den Ferien noch einmal einen schönen Ausflugstag mit Freunden und Familie zu verbringen. Und auch die Polizei war hochzufrieden: Sie verzeichnete keine nennenswerten Zwischenfälle. Die meiste Arbeit bereitete es den Aufsehern, den Zugang zum Fluss zu beschränken: Bei zu großem Gedränge hätten Besucher in den Douro stürzen können.
Engpässe gab es lediglich bei der Eisenbahngesellschaft CP, die es nur unter größten Mühen schaffte, alle Air Race-Besucher aus dem Umland in die Stadt zu befördern – trotz des Einsatzes von mehr als 40 Sonderzügen. Doch man kann ja noch lernen: Auch 2008 und 2009 wird Porto Austragungsort des “Red Bull Air Race” sein. Und dann könnte die Begeisterung noch größere Ausmaße annehmen: Denn spätestens 2009 könnte mit Luís Garção, im Hauptberuf Pilot der nationalen Fluggesellschaft TAP, auch ein Portugiese am “Red Bull Air Race” teilnehmen – der Jubel von Hunderttausenden wäre ihm sicher.