Die schrecklichen Seeungeheuer erreichen Lissabon
Zu Zeiten der Dinosaurier waren auch die Meeresbewohner von beeindruckender Größe: Fische und Reptilien konnten Dimensionen eines Mehrfamilienhauses erreichen. Eine Ausstellung im Lissaboner Oceanário zeigt noch bis zum 31. August Fossilien von den “Ungeheuer des Meeres” aus der Urzeit. Und fragt zugleich: Was können wir für die Zukunft unseres Planeten von den Monstern des Meeres lernen?
Für die portugiesischen Seefahrer gehörte die Angst vor riesigen Meeresungeheuern zum ständigen Begleiter ihrer Entdeckungsfahrten. Mit dem legendären Adamastor setzte Portugals Nationaldichter Luís de Camões den riesigen Monstern sogar ein literarisches Denkmal.
Schaut man sich die Fossilien und Modelle der Ausstellung über “Monster der Meere” in der aktuellen Sonderausstellung des Lissaboner Oceanário an, dann scheint die Angst der Entdecker berechtigt zu sein. Denn zumindest zu Zeiten der Dinosaurier waren die Meere von ungeheuer großen Tieren bevölkert. Wie man im (portugiesischsprachigen) Bericht des Fernsehsenders SIC Notícias sieht, würde so manch ein Fisch kaum auf die Ladefläche eines Sattelzuges passen:
Neben den wissenschaftlichen Erkenntnissen über die Meeresbewohner der Urzeit geht die Ausstellung auch auf weitere Aspekte dieses Themas ein. Eines ist die urmenschliche Angst vor Meeresungeheuern, wie wir ihnen bei Adamastor oder im Spielfilm „Fluch der Karibik” begegnen. Mit diesem Motiv spielt auch das origininelle Plakat zur Ausstellung: Es zeigt im altmodischen Western-Stil, wie eine riesige Krake das Oceanário de Lisboa einfängt und bedroht: „Os terríveis monstros marinhos chegaram ao Oceanário” heißt es da – Die schrecklichen Seeungeheuer haben das Oceanário erreicht.
Doch die Ausstellung verharrt nicht nur in der Vergangenheit. Sie stellt auch die Frage nach der Zukunft der Erde. Die riesigen Meeresmonster hatten keine andere Wahl als auszusterben. Doch wir haben diese Wahl, ermahnen uns die Ausstellungsmacher und weisen so auf die Gefahren hin, die uns Menschen angesichts der globalen Klima- und Umweltprobleme drohen. Dieser Appell an unser Umweltbewusstsein wurde sogar ganz plastisch ausgedrückt: Mit einer Skulptur eines Meeres-Monsters, 20 Meter lang und 800 Kilogramm schwer, die nur aus Getränkedosen hergestellt wurden. Das moderne Kunstwerk entstand aus der Werkstatt des Projektes „Identidades” der Universität von Porto (Bilder gibt’s hier).
Die Seeungeheuer der Vergangenheit scheinen weit entfernt zu sein. Doch auch in den lebenden Bewohnern des Oceanário de Lisboa, eines der größten Meeres-Aquarien der Welt, erkennt man hin und wieder die Züge ihrer evolutionären Vorgänger. Es lohnt sich also ein Besuch im Oceanário – für einen Blick in die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Weltmeere.
Die Ausstellung „Monstros Marinhos” läuft noch bis zum 31. August im Oceanário (Parque das Nações). Infos unter www.oceanario.pt