Aveiro: Farbenfrohe Regatta der Tangfischer-Boote
Die Moliçeiros, die farbenfrohen Boote der Tangfischer von Aveiro, treten jedes Jahr gegeneinander zu einer großen Regatta an – so auch am gestrigen Sonntag. Heute sind die bunt und fantasievoll bemalten Schiffe eine Touristenattraktion – früher dienten sie dazu, Algen aus der Lagune von Aveiro zu ziehen.
Die freundliche Hafenstadt Aveiro, südlich von Porto gelegen, wartet mit einer besonderen Touristenattraktion auf: Den Moliçeiros, die farbenfrohen Boote der Tangfischer (moliço bedeutet Tang, Algen). Mit ihren bunten Bemalungen sind die kleinen Schiffe längst zum pittoresken Fotomotiv geworden – und so
manch ein Inhaber eines Moliçeiros lässt mit Malereien von Szenen aus fernen Ländern, fremdartigen Pflanzen und Tieren, vor allem aber von schönen Frauen (oder sind es Meeresnixen?) seiner Fantasie freien Lauf.
Einmal im Jahr, zur Sommerzeit, treten rund zwei Dutzend Moliçeiros gegeneinander an – in einer weit über die Grenzen Aveiros bekannten Regatta, die am gestrigen Sonntag (29. Juli) wieder stattfand. Bei der Regatta fahren die Boote vom Ort Torreira bis nach Aveiro quer durch die einzigartige Lagunenlandschaft der Ria de Aveiro. Wie die Zeitungen der Region berichten, war die Zieleinfahrt in Aveiro dieses Jahr recht chaotisch: Bauarbeiten entlang der Kais ließen den Zuschauern kaum Gelegenheit, das Spektakel zu beobachten. Und auch die Kapitäne der Moliçeiros mussten wohl viel Fingerspitzengefühl beim Einfahren in die engen Kanäle aufbieten.
Die Regatta ist nur noch zum puren Vergnügen da: Über Jahrhunderte hinweg hatten die Moliçeiros eine echte Aufgabe. Denn, wie der Name schon sagt, gehörten sie den Tangfischern, die aus der Lagune von Aveiro mineralstoffreiche Algen fischten. Diesen Tang konnten sie an die Bauern in der Umgebung als Dünger verkaufen. Später, vor allem im 19. und 20. Jahrhundert, übernahmen die Tangfischer auch eine ökologische Funktion, indem sie durch das Abfischen des Tangs mit speziellen Rechen die Lagune vor dem ökologischen Umkippen bewahrten.
Foto: Nuno Tavares in Wikipedia, veröffentlicht nach der GNU Free Documentation License